"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Mittwoch, 19. September 2012

[Rezension] Méto. Das Haus (Yves Grevet)

Yves Grevet: Méto. Das Haus 

Zu diesem Jugendbuch kam ich durch eine Leserunde auf LovelyBooks. Unter gewöhnlichen Umständen hätte ich tendenziell eher weniger zu einem solchen Buch gegriffen, doch ich bin sehr froh, jene Leseerfahrung gemacht haben zu dürfen.
Schon der Beginn der gesamten Méto-Trilogie betont das Spezielle und (noch) Undefinierbare, das sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht.


~ Rezension ~

Die Vergangenheit liegt im Nebel, die Zukunft ist ungewiss.

Der junge Méto lebt mit 63 weiteren Jungen ein diszipliniertes, arbeitsames und vollkommen isoliertes Leben unter Aufsicht der herzlosen Cäsaren. In dem Haus, das er noch nie verlassen, herrscht ein Regime aus Strenge, Drill und Züchtigung; Aufbegehren wird nicht geduldet; Ahnungslosigkeit unter den Kindern gezielt aufrechterhalten.
Eines Tages beschließt Méto, die düsteren Geheimnisse des Hauses und seiner Herrscher aufzudecken. Jetzt gilt es, sich gegen Misstrauen und Verrat, Unterdrückung und Manipulation zu stellen. Allein - eine unlösbare Aufgabe, gemeinsam mit Freunden - der Kampf ihres Lebens. Doch wem Méto in diesem Kampf wirklich vertrauen kann, bleibt lange im Verborgenen.

Méto. Das Haus sorgte im Ursprungsland Frankreich für riesige Erfolge und ist der spannende Einstieg in eine Triologie, die noch vieles verspricht.
Mich hat vor allem die detailgetreue Beschreibung von Gewalt, Schrecken und Bestrafung berührt und erschreckt. Das Haus ist eine eigene Welt, in der Unterdrückung und übersteigerte Disziplin an der Tagesordnung sind. Kein Wenn, kein Aber sind geduldet. Beängstigend, doch leider auch in der wahren Welt in manchen Gesellschaftsordnungen nicht ganz fremd.
Yves Grevet schafft mit Méto einen mutigen, trotz allem weltoffenen (wenn auch bisher eher oberflächlich beschrieben) Protagonisten, der zu zweifeln beginnt und frei sein möchte. Ich denke, Méto kann durchaus als Symbolfigur betrachtet werden.

Ein Buch, dessen lebendige und zugleich herbe Handlung bewegt und insbesondere Jungen ansprechen dürfte. Ein Buch, das hoffen lässt und mit einem sehr offenen Ende unbedingt auf die Fortsetzungen neugierig macht.

F★ZIT: Bezeichnend. Zweifelnd. Initiierend.


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