"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
Posts mit dem Label Sarek werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sarek werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 21. Dezember 2012

[Rezension] African Tango (Stephan Sarek)

Stephan Sarek: African Tango – Truthuhnparadies Vol. 2 

Dank einer netten Anfrage seitens des fhl Verlags, ob ich nicht Lust und Laune hätte, an einer auf LovelyBooks stattfindenden Leserunde zu dem neuen Buch von Stephan Sarek teilzunehmen, wurde ich auf diesem Roman aufmerksam. Und ob!! Ganz klare Sache, natürlich sagte ich zu! Eine Entscheidung, die ich keinesfalls bereuen sollte.
Ich habe selten ein derart an Kuriositäten und möglichen Unmöglichkeiten überschäumendes Buch gelesen. Sehr gewitzt und nicht zu empfehlen, sollte schriller Humor nicht zu den persönlichen Vorlieben zählen. Bei mir bleibt diese konfuse Geschichte, die nach Fortsetzung schreit, mit Sicherheit in Erinnerung! Danke für dieses Lesevergnügen an Autor und Verlag!


~ Rezension ~

Wie wahrscheinlich ist es, dass Truthühner Tango tanzen?

Auf der Flucht vor der Polizei müssen Maria und Björn dem Prenzlauer Berg den Rücken kehren und stattdessen mit sich umgehend neu geschaffenen Identitäten untertauchen. Als wäre diese Situation allein nicht schon prekär genug, kommen sie ohne jegliche Vorwarnung in den Genuss des Elternseins – wird ihnen kurzerhand ein afrikanisches Baby in Obhut gegeben, das eine Vorliebe für Tangomusik hat. Doch wer sind die leiblichen Eltern des Kleinen und weshalb um Himmels willen landete Michael Jackson mit einem Raumschiff mitten in Berlin? Für Maria und Björn beginnt eine verquickte, turbulente Spurensuche …

Mit African Tango, dem Nachfolger von Das Truthuhnparadies knüpft Stephan Sarek nahtlos an die skurrilen Erlebnisse Maria und Björns an. Auch dieses Mal entführt der Autor den Leser an die Seite des jungen, chaotischen und sehr ungleichen Paars, dessen Alltagsabenteuer schräger sind als der Schiefe Turm von Pisa.

Humor, Absurdität und jauchzende Unbedarftheit machen diesen Roman zu einem Stück Unterhaltung, in dem sich Wahnsinn, Schicksal und Situationskomik die Klinke in die Hand geben.
Die herrlich abgedrehten Charaktere laufen in Teil 2 der Reihe ein weiteres Mal zu bestechender Hochform auf, wobei sich erst durch das Verweben der einzelnen Handlungsstränge miteinander das komplette Kaleidoskop an unvergleichlichem Aberwitz ergibt.
Zusätzlich spielen hierbei die Vorliebe fürs Über- und Außerirdische ebenso eine tragende Hauptrolle wie die verzweifelte Suche nach der eigenen Identität und die Leidenschaft fürs Tangotanzen. Ein Potpourri, das mächtig für Unterhaltung sorgt.

Die Beständigkeit des Durchgedrehten und die Gabe, selbst aussichtslose Situationen durch präzisen Galgenhumor weniger trist erscheinen zu lassen, machen dieses Buch für mich so besonders. Es genügt selbst ein wenig bildliche Vorstellungskraft seitens des Lesers und schon ist mindestens der Schmunzelalarm abonniert.

Da Sarek die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt, entstehen die unterschiedlichsten Blitzlichter, die sich anschließend – durch das (zufällige) Kreuzen ihrer Wege – als ein Feuerwerk des Unwahrscheinlichen offenbaren.
Der Schreibstil ist eingängig und damit entsprechend der Handlung unterhaltend und leserfreundlich, wenngleich nicht allzu tiefsinnig. Gefallen hat mir, als Freund des ungewöhnlichen Humors, vor allem die sich in den Dialogen und Gedankengängen herauskristallisierende Unbeholfenheit, Verwirrtheit und Improvisationsmoral der Figuren.

All denjenigen, die hin und wieder gern das verrückte (Trut-) Huhn in sich entdecken und/ oder für Slapstick im literarischen Format eine Vorliebe haben, kann African Tango überaus empfohlen werden.

F★ZIT: Grotesk. Ausdrucksvoll. Ulkig.


Freitag, 7. September 2012

[Rezension] Das Truthuhnparadies (Stephan Sarek)


Stephan Sarek: Das Truthuhnparadies 

Das Leseexemplar dieses Romans wurde mir freundlicherweise vom fhl Verlag im Rahmen einer auf LovelyBooks veranstalteten Leserunde zur Verfügung gestellt
Die Handlung könnte skurriler kaum sein und hat mich auf beste Weise unterhalten. Am meisten mochte ich die absurden Verwirrungen, die beinahe parodistisch betonten Klischees und den trockenen (bis makaberen) Humor. Ein Buch, das dem heiteren Lesevergnügen sehr zuträglich ist.


~ Rezension ~

Aneinander vorbei und doch nicht ohne einander.

Maria ist soeben erst nach Berlin in ihre erste eigene Wohnung gezogen. Doch schon scheint es ihr im Zölibat lebender Nachbar Björn auf sie abgesehen zu haben. Jedenfalls wartet er im Hausflur verschwörerisch auf sie und überfällt sie mit absurden Theorien zu Truthühnern, die in Wahrheit Außerirdische wären. Als hätte Marias Mutter sie vor ihrer Abreise aus Paderborn nicht vor den Verrücktheiten der Großstadt gewarnt.
Nichtsdestotrotz lässt sich Maria auf Björns Gespinste ein, denn schnell merkt sie, dass er ein verträumter Tierschützer ist. Doch weshalb möchte er dann eine Bank überfallen? Und was hat es mit der dieser geplanten Befreiungsaktion von 75 Truthühnern auf sich? Als hätte Maria selbst nicht ein eigenes Problem, für das dringend eine Erklärung und Lösung her müssen.

DasTruthuhnparadies ist ein Roman, der sich durch Kuriosität, Witz und charmantes Chaos auszeichnet und dabei die ernsthafte Problematik der Massentierhaltung zur Nahrungsmittelerzeugung tangiert.
Liebenswürdig verschroben gestaltete Charaktere treffen aufeinander. Stephan Sarek kombiniert auf gelungene Weise ehrliche Ambitionen, neue Perspektiven und spontane Bauchentscheidungen miteinander, woraus ein vielschichtiges und vor allem amüsantes Potpourri aus Anekdoten entsteht.
Akzentuiert werden Politik und Tierschutz, Pseudowissenschaft und Großstadtflair mit dem gewissen Augenzwinkern zu einer dynamischen Handlung verwoben.
Der lockere Sprachstil, die Gutgläubigkeit und Ahnungslosigkeit der Figuren sowie eine ausgeprägte Situationskomik sorgen für beste Unterhaltung beim Lesen.

Alles in allem ein Buch, das die Liebe zu Truthühnern auf eine besonders spritzige Weise hervorhebt und durch liebenswerte Charaktere glänzt. Auf die Fortsetzung Das Truthuhnparadies II: African Tango kann sich der Leser jetzt schon freuen.

F★ZITAbgedreht. Bekennend. Eigentümlich.