"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 12. Juli 2016

[Kiwiana] Musik, die um die Welt geht

Zu den großen kulturellen Erben Neuseelands zählt zweifelsohne der Haka. Der von den Maori überlieferte und noch immer aufgeführte Tanz. Während der Haka früher auch zur Einschüchterung der Gegner im Kampf getanzt wurde, ist er heute eine Tradition, die der Unterhaltung dient. Die All Blacks, die Rugby-Nationalmannschaft des Landes, tanzt den Haka beispielsweise vor jedem Spiel auf dem Feld. Sehr eindrucksvoll. Ich selbst habe einen Haka einmal im Rahmen einer Schulaufführung erlebt. Und selbst die Kraft und Ernsthaftigkeit der Kinder und Jugendlichen vermittelte ein Gefühl, das Ehrfurcht kreierte. Es verwundert also kaum, dass sich in früheren Zeiten die Maori-Krieger durchaus Respekt verschafft haben, indem sie voller Inbrunst ihren Gegnern gegenübertraten. 

Keine unbekannten Größen

Neben diesem Stück Maori-Kultur erobern heute natürlich noch ganz andere Rhythmen aus NZ die Herzen nationalen und internationalen Publikums. Das momentan imposanteste musikalische Aushängeschild des Landes ist offensichtlich Lorde, die die gesamte Musikwelt erst verblüfft, dann für sich gewonnen hat. Aber auch andere Stimmen des Landes sind nicht zu verachten. Dabei reicht das Repertoire von unkonventionell unbeschwert über eingängig tanzbar bis zu geerdet tiefsinnig. Wie es sich gehört, ist demzufolge für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Inwieweit sich zu all jenen Klängen nun Haka tanzen lässt, das bleibt allerdings dem Selbstversuch eines jeden überlassen.

♫♫ Hier nun eine kleine Auswahl der Stimmen Neuseelands ♫♫







Neben Lorde hat es auch Gin Wigmore von Zeit zu Zeit bereits in unser Unterhaltungsprogamm hierzulande geschafft, was ich nur befürworten kann. Aber auch Stan Walker, der übrigens in Hamilton zur Schule gegangen ist, ließe sich gut und gern irgendwo zwischen Bruno Mars und Justin Timberlake einordnen. Vom Duo Flight of the Conchords fühlten sich meine Hamiltoner Nachbarn bestens unterhalten und Broods sind Geschwister aus Nelson, die auch bereits in den US-Charts vertreten waren. 

Eine Hommage an die Muttersprache

Der aktuellste Chartstürmer des Landes auf iTunes ist übrigens, passend zur diesjährigen Maori Language Week, das Lied Maimoatia, welches die Wertschätzung und die aktive Pflege der Sprache der Maori in den Mittelpunkt rückt. Beispielhaft, wie ich finde.



In diesem Sinne: Auf die Ohren, fertig, los!



Donnerstag, 15. Januar 2015

[Kiwiana] Klassiker, der Kiwiküche: Bon appétit!

Natürlich ist die kulinarische Facette des Kiwilands ebenfalls eine kleine Berichterstattung wert. Diese macht dann bestenfalls gleich in doppelter Hinsicht Appetit auf eine Reise nach und durch NZ. Klarer Fall.

Was zeichnet die neuseeländische Esskultur aus Sicht eines westeuropäisch geprägten Gaumens denn nun so aus?

Heute lenken wir den Blick erst einmal auf ein paar grundlegende Traditionen, Zutaten und Kompositionen der neuseeländischen Schmankerl, okay? [Dem Bonus, der süßen Seite des Lebens/Essens, widme ich später noch einen ganz eigenen Beitrag. Das muss sein!]

Es lässt sich nicht bestreiten, dass die Kiwis echte Fans von Fastfood sind. Die Dichte der hiesigen Restaurants diversester Fastfood-Ketten ist beträchtlich. Beinahe einschüchternd groß. Ebenso ist eine Vorliebe für den Pizzaservice sowie für indische Restaurants nicht vom Tellerrand zu schieben. Selbstverständlich stehen nicht weniger die klassischen Fish'n'Chips oder eine deftige Meat Pie hoch im Kurs. Auch, gerade durch die Nähe zu Süß- und Salzwassergefilden begünstigt, landet Fisch nicht selten auf dem Speiseplan und dann bevorzugt auf dem Grill, sprich dem Barbcue.

Apropos Barbecue, die Neuseeländer lieben das Grillen. Zu jeder Jahreszeit, an nahezu jedem nur denkbaren Plätzchen — ob im heimischen Garten, im Schwimmbad oder im Stadtpark. Grillen scheint manchmal zu so etwas wie einem Volkssport zu avancieren. Nicht weniger beliebt sind Picknicks. Wann immer es sich anbietet, wird ein Picknickkorb gepackt und losgestiefelt. Fand ich persönlich richtig, richtig angenehm und familiär. Hach ja, die Kiwis sind ein wahrlich geselliges (Wein trinkendes) Völkchen. Cheers!

Ein weiteres Grundnahrungsmittel, auf das wir Deutschen nichts kommen lassen und worauf wir schwerlich verzichten können  (also, ich schon, alle anderen nicht), müsste sein ganz eigenes Kapitel bekommen: das Brot.
Denn wie im Ausland nicht unüblich, herrscht auch in NZ Misch-, Vollkorn- und sowieso Schwarzbrotmangel. Ich habe, um ehrlich zu sein, unseren deutschen Brotstandard so gar nicht vermisst. Allerdings kann ich gut nachvollziehen, weshalb viele deutsche Reisenden oder gar Auswanderer dies tun und daraufhin selbst zum Bäcker werden. Toastbrot ziert in jeglichem nur ansatzweise denkbaren Weichheits- und Weißegrad reihenweise und bis unter die Decke gestapelt ganze Gänge in den Supermärkten. Schließlich gibt's zum Lunch für gewöhnlich gut belegte Sandwichs und der Bedarf ist dementsprechend groß. Nur eben herbes oder gar krustiges Brot sucht man zu weiten Teilen eher vergebens. Sei es drum.

Um noch einmal auf die Sandwiches zurückzukommen: Der beliebteste Aufstrich überhaupt ist Marmite. Es wird seit Generationen von Groß und Klein schlichtweg geliebt und somit unmissverständlich in den Ritterstand der in der Küche zu findenden Zutaten erhoben. Und das wohl unmöglich nur aufgrund der vielen B-Vitamine, ist zu vermuten. 
Nun, geschätzte 99% aller Nicht-Neuseeländer werden sich fragen, was die Kiwis an dieser zähen schwarzen, würzigen Masse, die auf einem Hefeextrakt basiert, um Himmels willen nur finden können. Denn, ich gebe zu, für unsere Gaumen ist Marmite recht bis ziemlich gewöhnungsbedürftig. Doch ich mag's. Vor allem eben auf Toastbrot. Denn diesbezüglich bin ich mittlerweile ziemlich "kiwi": Marmite auf Toast schmeckt (mir) um Längen besser als Marmite auf Vollkornbrot.
Als Tipp sei eventuell noch hinzugefügt: Marmite (beim Erstkontakt) keinesfalls, niemals (!) genussvoll mit dem Löffel aus dem Glas spachteln und in den Mund schieben, wie man es möglicherweise von anderen süßen, schokobraunen Brotaufstrichen gewohnt ist. Das könnte ein langes bis ewiges Trauma nach sich ziehen.

Und weil ich gerade vom Toast gesprochen habe: Andere, auf den ersten Blick für uns nicht alltägliche Kombinationen sind im Übrigen "baked beans on toast" (gebackene, in Soße eingelegte Bohnen auf Toast) und "spaghetti on toast" (Spaghetti in Tomatensoße auf Toast). Ja, genau, richtig gelesen. Hört sich ein wenig nach Bud Spencer und Terence Hill an, aber hat so seine Daseinsberechtigung. Ich weiß nicht, inwieweit diese Kreationen Anklang unter den Gourmets finden, aber auch hierfür konnte ich persönlich mich erwärmen. Außerdem ist's das perfekte Babysitting-Essen, denn die Kleinen begeistert's nicht weniger.

Wie sich unschwer bemerken lässt, könnte ich Romane allein über die neuseeländische Ess- und Genusskultur, die mir durchaus ans Herz gewachsen ist, schreiben. Und dementsprechend wird dies, wenn ihr mögt, auch nur der erste Post zu dieser Rubrik gewesen sein ... Doch jetzt heißt's: Pause. Eine Stärkung muss her!


Donnerstag, 11. Dezember 2014

[Kiwiana] Weihnachten in Flip-Flops

Picknickkorb und angeheizter Barbecue, Sonnenhut und Christmas cracker (Knallbonbon): Um nur einige der essentiellen Utensilien eines neuseeländischen Weihnachten zu nennen. 

Denn während wir es uns bei Temperaturen, die idealerweise im schneesicheren Bereich liegen sollten, in den vier Wänden bei Kerzenschein und Kartoffelsalat gut gehen lassen, spielt am entgegengesetzten Ende der Welt eine andere (Weihnachts-) Musik.

Wie ist es denn nun so, ein Weihnachtsfest im Sommer zu verbringen?

Nun, es ist anders. Anders schön. Ungewohnt, aber wirklich toll. Denn, hey, ich hatte nichts dagegen, mich einmal nicht eingepackt in unzähligen Schichten aus Pullover, Cardigan und Mantel ins vorweihnachtliche Getümmel zu stürzen. Dennoch: Eine kleine Umstellung war's schon, bei bestem Sommerflair Weihnachtsmusik zu hören und den Baum zu schmücken.

Obgleich mir ein, zwei kleine "deutsche Gepflogenheiten und Traditionen" vielleicht doch gefehlt haben, haben die Kiwis mit ihrem Sinn fürs Festliche dieses "Vermissen" alle Male und doppelt und dreifach wettgemacht.

Beispielsweise empfand ich die Santa Parades (Weihnachtsparaden), die in der Vorweihnachtszeit in den großen Städten des Landes stattfinden, als echtes Highlight. Eigenhändig geschmückte Wagen ziehen mit Musik wie beim Karneval durch die Stadt und sorgen für gute Laune. Außerdem lässt es sich Santa Claus natürlich nicht nehmen, selbst mit von der Partie zu sein. Und zwar trotz seiner Vollzeitbeschäftigung zu dieser Zeit des Jahres.

Der Tannenbaum stammt in häufigen Fällen von einer der lokalen Christmas tree farms (Weihnachtsbaumfarmen), wo die Familien ihre Bäume selbst schlagen können. Geschmückt werden diese dann nicht selten schon Wochen vor dem Fest, und im Laufe der Zeit sammeln sich unter dem Baum dann bereits die eingepackten Geschenke an, die schließlich (nach ausgeprägter Geduldsprobe insbesondere für den Nachwuchs des Hauses) am Morgen des 25. Dezembers geöffnet werden.
Für Santa, der in der Nacht noch die Stockings (Weihnachtsstrümpfe) füllt, wird selbstverständlich auch der obligatorische Snack aus Milch und Keksen bereitgestellt. Schließlich hat der Gute einen beständigen Appetit. 

Apropos Kekse, das in unseren Breiten beliebte Plätzchenbacken ist in NZ kein sonderlich ausgeprägter Renner. Stattdessen wird schon etwa in der ersten Novemberhälfte der Christmas cake (Weihnachtskuchen), der eine ordentliche Portion an Trockenfrückten, Mandeln und Nüssen beinhalten kann, vorbereitet. Ach ja, und Schoko- und Kramellfondant haben wir auch selbst gemacht.
Der klassische "Weihnachtsbraten" ist in NZ übrigens oftmals der Truthahn. Dieser findet seinen Weg auf den Grill und wird anschließend goldbraun und knusprig serviert. 

Was ich an der deutschen Adventszeit so mag, sind unter anderem die beleuchteten Fenster und Gärten, die einem an den kurzen Tagen der kalten Jahreszeit Gemütlichkeit vermitteln. Diesen "Dekorationskult" betreiben die Kiwis in diesem Sinne und Ausmaß nicht. Okay, Hauptstraßen und Einkaufszentren und einige wenige Gärten fallen durch Lichterglanz und Glitter auf, aber ansonsten ist diese Art des strahlenden Deko nicht wirklich ein Thema. Irgendwie auch einleuchtend. Schließlich ist Sommer. Sprich: Die Tage sind sonnig, warm und lang. Stimmungsaufhellende Kerzen und Räuchermännchen sind a) nicht nötig und würden b) auch gar nicht ins Bild der Poolparty passen, nicht wahr?

Besonders hat es mir im Übrigen einmal mehr die stets präsente Gastlichkeit der Neuseeländer angetan: Pot Luck Dinner (Mitbringeparty), Weihnachtssingen und die Kirchenmesse an Heiligabend sind allesamt Zusammenkünfte, bei denen Freude und Geselligkeit miteinander geteilt werden. Uneingeschränkt.

In diesem Sinne: Euch allen eine fröhliche und sorgenfreie Weihnachtszeit!


Donnerstag, 20. November 2014

[Kiwiana] Wenn herzliche Frischluftfanatiker dich willkommen heißen ...

Eine Frage, die sich natürlich stellt, ist: Womit gelingt es NZ, die Herzen so vieler Weltenbummler zu erobern? Dass das Land der langen weißen Wolke als Reiseparadies nicht nur unter Insidern bekannt ist, ist kein Geheimnis. Fantastische Landschaften, Maori-Kultur und abenteuerlicher Freizeitsport (schließlich stammen die Anfänge das Bungee-Jumpings auch aus NZ) bringen die Augen zahlreicher Reisender zum Leuchten. Doch was macht dieses sehr besondere Lebensgefühl ("kiwi way of life") darüber hinaus aus?

Was mir, weil es mich nachdrücklich beeindruckt hat, sofort immer als erstes einfällt, ist die ehrliche Herzlichkeit, die Aufgeschlossenheit und Gastfreundschaft der Neuseeländer. Sie haben, vergleiche ich es mit unserer deutschen Mentalität, ein ausgeprägtes Gespür für das Miteinander. Vom Engagement der Eltern im Kindy (Kindergarten) und bei den schulischen und freizeitlichen Aktivitäten ihrer Kinder über das vorweihnachtliche Pot-Luck Dinner (Mitbringparty) in der Nachbarschaft bis zum ausgelassenen gemeinsamen Barbecue auf dem Campingplatz mit bis dato völlig Unbekannten — um nur ein paar der Beispiele für dieses angenehme und ziemlich allgemeingültige Wir-Gefühl, das rasch entsteht, zu nennen. Was bei uns eher Ausnahmen sind, ist im Sozialgefüge Neuseelands eine Selbstverständlichkeit, von der ich großer Fan bin.

Des Weiteren macht eine vielerorts verankerte unkomplizierte Spontanität das Bereisen und Erleben des Landes zu so etwas wie einem Kinderspiel. In vielen Fällen absolut praktisch. (Für mich als planende Instanz gelegentlich eine kleine Herausforderung. Aber hey, nach Monaten färbte die Kiwi-Mentalität in Ansätzen auch tatsächlich auf mich ab. Das sei mal beiläufig festgestellt.) 
Wer das Sich-treiben-Lassen mag oder anstrebt zu perfektionieren, ist in NZ goldrichtig. Und auch die zahlreichen, übers Land verstreuten und vom Department of Conservation zur Verfügung gestellten Campingplätze und Hütten machen es ziemlich einfach, im Hier und Jetzt das echte und unkomplizierte Kiwi-Outdoorflair hautnah zu erleben. 

Außerdem sticht die Naturverbundenheit der Kiwis durchaus bemerkenswert hervor. Damit meine ich, dass in vielen Familien darauf wert gelegt wird, a) im Freien (im Grünen) unterwegs zu sein und damit b) die natürlichen Facetten, welche die Heimat zu bieten hat, schätzen zu lernen. 
Wanderungen durch den Busch, Picknicks oder Camping gehören ganz selbstverständlich zum Familienleben dazu. Natürlich lebt das Land zu Teilen vom Tourismus und damit von der Vermarktung ihrer Naturphänomene, doch diese werden gleichermaßen geschützt. Die Touristen auch aktiv und besonnen mit jener Notwendigkeit zu konfrontieren, darauf wird bewusst geachtet.
(Allerdings sollte nicht davon abgesehen werden, andererseits auf einige große Missstände aufmerksam zu machen. Diese existieren verstärkt im landwirtschaftlichen Sektor und fallen beispielsweise dem Naturschutz in den Rücken. Dass nach wie vor unter anderem Roundup zur großflächigen Bekämpfung von Herbiziden eingesetzt wird, lässt eher Unverständnis (meinerseits) zurück und steht deutlich im Kontrast zu vielen anderen Bestrebungen des Umweltschutzes.)

Wer NZ also einmal genauer erkunden möchte, dem stehen (spontan) zahlreiche Türen offen. Zumeist weiß man gar nicht, in welches Erlebnis man sich zuerst stürzen möchte. Also unter allen nur erdenklichen Umständen unbedingt mehr als einen zweiwöchigen Aufenthalt anvisieren!!! Eine Empfehlung, die ich geben möchte.


Donnerstag, 18. September 2014

[Kiwiana] Einmal um die halbe Welt bitte!

Neuseeland (NZ) oder in der Sprache der Maori Aotearoa ist, ich kann es nicht anders sagen, über die Jahre zu so etwas wie meinem zweiten Zuhause geworden. Es gibt so viele wunderbare Eckchen auf der Welt, keine Frage. Doch an NZ hänge ich besonders.

Wie es dazu kam? 

Nun, alles begann mit meinem ersten Aufenthalt im Land der langen weißen Wolke. Damals als Au-pair. (Eine ungeheuer gute Entscheidung, die mich bis heute prägt. Das nur nebenbei erwähnt.) Ein knappes Jahr verbrachte ich im Zuge dessen in Hamilton, dem viertgrößten Ballungsraum des Landes. Obgleich ich beileibe kein (Groß-) Stadtmensch bin, fühlte ich mich dort wohl. Denn ich wohnte mit meiner Gastfamilie in einem Viertel, das sowohl grün als auch beschaulich ist.
Ja, so begann mein Kiwi-Dasein und der Rest ist irgendwie Geschichte. Denn seither bin ich mit ganzem Herzen Fan dieses Fleckchens Erde, das spätestens seit der Verfilmung von Frodos Mittelerdeabenteuern ein Begriff ist. (Und nein, Der Herr der Ringe hat mich persönlich nicht nach NZ geführt. Dessen Bekanntschaft habe ich nämlich bis heute nicht gemacht. Unfassbar, aber wahr.)

Da ich, seitdem ich das erste Mal neuseeländischen Boden betreten habe, immer wieder gern in Erinnerungen schwelge und meine Begeisterung teile, dachte ich mir, ein klein wenig Kiwiana hier auf dem Blog wäre gar keine schlechte Idee. Daraufhin habt ihr angedeutet, mit an Bord zu sein. Ich würde sagen, wir haben einen Deal.

Zum Einklang ins Kiwiana-Lebens- und Reisegefühl hier einmal ein paar spontane Eindrücke:

Zum ersten Mal in NZ gelandet ...

... und der erste Gang führte direkt zum Servicepersonal des Flughafens, um eine Vermisstenanzeige fürs Gepäck aufzugeben. Was für ein origineller Kopfsprung direkt hinein NZ-Abenteuer!

Zehn bis zwölf Stunden Zeitverschiebung plus ein stunden-, gar tagelanger Flug verursachen für gewöhnlich Jetlag. Wie schlimm ist es wirklich?

Ich kenne diesbezüglich auch die absoluten Gruselgeschichten, die von einer tagelangen Umstellungs- und Eingewöhnungsphase sprechen. Doch ich bin in dieser Hinsicht wohl kein kompetenter Ansprechpartner. Denn ich kann bisher (toi, toi, toi) über keinerlei nennenswerte Jetlagphänomene berichten. Vielleicht lag's am Flugzeugschlaf. Vielleicht daran, dass ich auf so ziemlich alles gefasst war. Wer weiß? Ihr seht, ich kann zum Thema Jetlag keine eigene Horrorgeschichte beisteuern, worüber ich, unter uns gesagt, nicht traurig bin.

Das neuseeländische Englisch wird nicht selten als "etwas anders" empfunden. Stimmt das?

Stimmt, das wird es. Allerdings nicht von mir. Hm, schon wieder solch ein Klassiker, in dem ich mich nicht wiederfinde. Muss an einer persönlichen Eigentümlichkeit liegen. Ich meine, selbst befreundete Kiwis haben mich gefragt, wie ich denn mit dem Englisch zurechtkommen würde. Danke der Nachfrage, gut. Ehrlich gesagt, frage ich mich bis heute, was genau jetzt gravierend anders (im Sinne von "un- bis außergewöhnlich") daran sein mag. Okay, es gibt ein paar regionale Eigenheiten. Aber in welcher Sprache gibt es die nicht? Das "E" wird beispielsweise des öfteren wie ein "I" gesprochen. Aber das ist jetzt nichts, woran ich mich nicht schnell gewöhnt bzw. es gar in den eigenen Sprachgebrauch übernommen hätte.
Meine Gastmutter hat mir sogar erzählt, dass sie beim Telefonieren mal an eine US-amerikanische Servicekraft geraten sei, und die beiden untereinander nur mit äußersten Kopfständen miteinander kommunizieren konnten. In Ordnung, an der Sache muss also im Allgemeinen etwas dran sein. 

Drei Dinge, die sofort auffallen, sind ...

... das freundliche How are you? im Vorbeigehen wirkt wenig oberflächlich und überbrückt auf Anhieb eine bestehende Distanz. Gastfreundschaft wurde den Neuseeländern in die Wiege gelegt, so der Eindruck.

... die Liebe der Kiwis (der Bewohner NZ, nicht der Vögel oder Früchte) barfuß oder maximal in ihren "jandals" (Flip-Flops) unterwegs zu sein. Und zwar zu jeder Jahreszeit.

... das grüne Grün. Denn, ja, irgendwie wirkt das Grün der Wiesen, Weiden und Wälder hier intensiver und strahlender als in unseren Breiten. Vielleicht ist das meine subjektive Wahrnehmung. Aber immerhin: Freunde von mir, die auch ihr Herz ans Kiwiland verloren haben, bestätigten dieses Empfinden.


Okay, das als erster kleiner Abstecher gen Südhalbkugel. Vielleicht seid ihr neugierig(er) geworden und wollt noch viel mehr über das Land am anderen Ende der Welt erfahren. Habt ihr konkrete Fragen oder Anliegen? Immer her damit! Ich werde sehen, was sich machen lässt.


Dienstag, 14. Mai 2013

[Ich schreibe] "Abenteuer Südhalbkugel" (Teil 4)

Rückblende zum dritten Teil

Abenteuer Südhalbkugel (4)

– Ole –

Im ersten Sekundenbruchteil dachte ich, ich halluzinierte. Vor lauter positivem Schreck fiel mit beinahe das Stativ aus der Hand. Aus vier Metern Entfernung strahlte mich dieses unverkennbare Lächeln an, das mich schon bei der ersten Begegnung vereinnahmt hatte. Obleich ich jedoch gestehen muss, Helena schaute mir sehr verdutzt entgegen. Das verlieh dem Ganzen eine offensichtliche Komik. Aber Hand aufs Herz, ich blickte wahrscheinlich nicht intelligenter drein.
Ehrlich, diese Überraschung war gelungen. Sogar mehr als ich es mir hätte ausmalen können. Peng!

– Helena –

Wer hätte das geahnt? Ich traute meinen Augen kaum und meinen Ohren noch weniger, als ich mich selbst sagen hörte: „Ach herrje, jetzt hab ich gar nicht genügend Tomatensaft im Haus.“ Ehrlich, welch Begrüßung. Zu meiner Entschuldigung darf ich allerdings einwerfen, dass ich wahrlich überrumpelt war. Im gänzlich positiven Sinne. Peng!

Muss ich anfügen, dass uns an diesem Abend der komplette Vorrat an Tomatensaft meines Lieblingsitalieners gerade wie gerufen kam? Zur Feier des Tages stießen wir auf die wundervollste und zugleich kurioseste Verstrickung unseres Lebens dieses Mal mit Bloody Marys an.
Ich meine, Asterix und Obelix schwören auf ihren Zaubertrank, meine Oma Hermine ist von der Magie ihrer Honigmilch überzeugt und wir pochen seit unserer ersten prägenden Begegnung umso mehr auf die positive Wirkung von Tomatensaft. Immerhin stand dieser am Beginn einer fabelhaften Freundschaft, einmaligen Seelenverwandtschaft und starken Partnerschaft. Gibt es ein schlagkräftigeres Argument?


© Kora Kutschbach

Montag, 13. Mai 2013

[Ich schreibe] "Abenteuer Südhalbkugel" (Teil 3)



Abenteuer Südhalbkugel (3)

– Helena –

Als ich nach spektakulären acht Wochen voller atemberaubender Erlebnisse und herzlichster Gastfreundschaft zurückkam, vermisste ich das Kiwiland schon bevor ich überhaupt den Wohnungsschlüssel aus der Tasche gekramt hatte. Außerdem fühlte ich mich nach diesem Langstreckenflug wie gerädert, hatte mich doch eines dieser modernen Luxuspaare mit langwierigen Gesprächen über Glitzerhalsbänder für Hunde und Gurken-Joghurt-Gesichtsmasken vom Schlafen abgehalten. Ach ja, kein Vergleich zu der Unterhaltsamkeit und dem Humor in Oles Anekdoten.
Während ich meine angesammelte Post überflog, fielen mir augenblicklich die zahlreichen bunten Postkarten auf, die den Haufen aus größtenteils eintönig wirkenden Briefumschlägen belebten.
Oh mein Gott, ich mochte es kaum glauben. Ole hatte mir mehr als zwanzig Postkarten geschickt, auf denen er schrieb, dass er Wale beobachtet hatte; dass es sich während eines enormen Regengusses pitschnass in den nächst besten Unterschlupf geflüchtet hatte; dass er einen dreiviertel Cheesecake mit einem Mal ganz allein verdrückt hatte und glaubte, nun danach süchtig zu sein. Herrlich. Ich ließ alles stehen und liegen, schwang mich auf mein Bett und vertiefte mich in seinen Urlaubserinnerungen. Das alles kam mir gleichermaßen surreal als auch wunderbar vertraut vor. Beinahe als wären es gemeinsame Erinnerungen.

– Ole –

Nachdem ich das Aussteigerleben und die totale Freiheit im Land der langen weißen Wolke für drei Monate unheimlich genossen hatte, fühlte ich mich zurück in Schwerin ein wenig wie Falschgeld. Diese Hektik, diese Akkuratesse, diese Zugeknöpftheit. Nun, es nutzte alles nichts, denn irgendwie musste ich schließlich meine Brötchen als Werbefotograf verdienen. Daher nahm ich ohne langes Zögern gleich den Auftrag an, einen erkrankten Kollegen zu vertreten.
Dafür sollte ich für ein verlängertes Wochenende nach Erfurt fahren, wo ich für ein Hochglanz-Lifestyle-Magazin Fotos schießen würde. Nichts Aufregendes aber durchaus passabel. Fotos – mein täglich Brot. Erfurt – Moment mal. Wenn ich mich in letzter Zeit einer Stadt verschrieben hatte (im wahrsten Sinne des Wortes), dann doch wohl Erfurt. Immerhin hatte ich rund zwei Dutzend Postkarten in die thüringische Landeshauptstadt geschickt.
Super, ich würde dann vor Ort einfach schauen, wie sich das alles arrangieren ließ und spontan bei Helena an die Tür klopfen.

– Helena –

Einer meiner Kunden war über die von mir entworfene Innenausstattung seines Wohnzimmers derart ins Schwärmen geraten, dass eines dieser hippen Fühl-dich-rundum-wohl-Magazine eine komplette Dokumentation samt Fotoserie und Interview mit mir plante. Ich muss gestehen, das hatte schon etwas.
Ein wenig angespannt, dennoch voller positiver Vorfreude begab ich mich also an diesem Freitagmorgen in mein gemütliches Büro im Hinterhof einer kleinen Gasse. Ich bekomme zwar immer wieder zu hören, dass Büro und Gemütlichkeit so viel gemeinsam hätten wie Golfspielen und Naturschutz; ich wiederum denke, als Raumdesignerin wäre ich wohl unbrauchbar, wenn ich mein eigenes Büro nicht mit einem gewissen Touch gemütlichen Flairs versehen könnte.
Ich schüttelte gerade die letzten Kissen in den Korbstühlen in rechte Positur, als die dreiköpfige Abordnung des Magazins eintraf. Der engagierte Fotograf würde innerhalb der nächsten fünf Minuten eintreffen. Gar kein Problem.
Als es wenig später an der Bürotür klopfte und ein großer Mann mit professioneller Fotoausrüstung im Rahmen stand, fiel mir die Kinnlade komplett herunter.


– Fortsetzung folgt –
© Kora Kutschbach

Samstag, 11. Mai 2013

[Ich schreibe] "Abenteuer Südhalbkugel" (Teil 2)

Rückblende zu Teil 1

Abenteuer Südhalbkugel (2)

– Helena –

Herrje, ich wusste gar nicht mehr wie wunderbar es sich anfühlte, sich nach Herzenslust zu verquatschen. Schon hatte sich Ole vom Wildfremden mit den markanten Kulleraugen, dem verwegenen Haarschnitt und der sympathischen Stimme zu so etwas wie einem Freund entwickelt. Hätte nicht geglaubt, derart schnell Freundschaften zu schließen. Vielleicht bin ich manchmal schlicht zu vertrauensselig, vielleicht lag es am veränderten Luftdruck. Auf jeden Fall plauderten wir ununterbrochen und keiner von uns schien dessen müde zu werden. Ich denke, ich hatte bis dato nur selten solch unterhaltsame Gespräche geführt, ehrlich. Normalerweise bin ich diejenige, die den Dialog voranbringt. Was gelegentlich wahrlich ermüdend sein kann. Mag man mir das nun glauben oder nicht. Doch in diesem Fall waren zwei ebenbürtige Wortakrobaten aufeinander getroffen. Daher genoss ich es zunehmend, einfach nur Oles lebhaften Erzählungen zu lauschen.
Ehe wir es uns versahen, landeten wir zum Zwischenstopp in Singapur. Dabei hätte ich schwören können, wir hätten gerade einmal die Strecke Frankfurt (Main) – Rom zurückgelegt. Auf der zweiten Hälfte des Fluges bis nach Sydney fanden wir ebenfalls kaum in den Schlaf. Ich bemerkte mit einem Mal diese eigenartig belebende Elektrizität, die durch meine Adern zu pulsieren begann. Aus diesem Grund hätte ich schwerlich überhaupt ein Auge zubekommen. Inzwischen hatte ich Ole von meinem halben Leben erzählt und er berichtete mir ebenfalls von sich als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Hm, Vertrauensseligkeit oder Vertrautheit?

– Ole –

Glücklicherweise hatten wir denselben Anschlussflug von Sydney nach Auckland gebucht. Zufälle gibt’s. Irgendwie gelang es uns auch die Plätze so hin- und herzutauschen, dass wir für die verbleibenden drei Stunden nebeneinander sitzen konnten. Darauf einen Tomatensaft!
Mein anfänglicher Unmut hinsichtlich ausschweifender Gespräche hatte sich in Luft aufgelöst und ich genoss das ungezwungene, beinahe befreite Gefühl des Redens und Zuhörens. Hätte mir jemand vor Reiseantritt versichert, ich würde bei Ankunft in Neuseeland eine Freundschaft fürs Leben geschlossen haben, hätte ich jene Chance für äußerst belächelnswert gehalten. Klar, der übliche Plausch wäre mit Sicherheit drin gewesen, aber eine alles verändernde Schicksalsbegegnung wohl eher nicht.
In Auckland wurde mir dann doch leicht wehmütig ums Herz, hieß es jetzt Abschied nehmen von Helena. Sie flog weiter nach Wellington, während ich mich per Rad in den Norden begab. Schon schade. Vorher tauschten wir jedoch noch hektisch unsere Heimatadressen aus, sodass wir nach unserer Rückkehr einen Kontakt wieder aufnehmen konnten.
Irgendwie wusste ich jetzt bereits, was ich auf dem Rückflug vermissen würde.
Bis dahin schrieb ich Helena jedenfalls von meinen unzähligen Reisestationen eine Postkarte. Immerhin konnte sie sich annähernd vorstellen, von welchen überwältigenden Eindrücken ich sprach. Wieder eine Gemeinsamkeit …

– Fortsetzung folgt –
© Kora Kutschbach

Freitag, 10. Mai 2013

[Ich schreibe] "Abenteuer Südhalbkugel" (Teil 1)

Eine kurze Notiz vorausgeschickt: Bei der nun folgenden Kurzgeschichte handelt es sich um ein Fundstück aus meinem wohl gehüteten Nähkästchen kleinerer Episoden kreativer Blitzeinschläge. Nichts Vollkommenes, dafür etwas mit Herz und spontaner Inspiration Gespicktes. 
Gute Lese-Reise euch!

Abenteuer Südhalbkugel

– Helena –

Niemals hätte ich geglaubt, dass mich ausgerechnet meine zugegebenermaßen etwas spezielle Vorliebe für Tomatensaft an genau den einen Richtigen geraten lässt. 
Um ehrlich zu sein, kann ich, was diesen Punkt betrifft, getrost für uns beide sprechen. Auch Ole ist bis heute verblüfft und schwört seither auf die Magie des Tomatensaftes. … Es ist in Ordnung, runzeln Sie ruhig die Stirn, rümpfen Sie die Nase. Jene höflichen, dennoch bestimmten Grimassen sind überaus übliche Reaktionen, aber auf irgendein Geheimrezept, das Würze in unser Leben bringt, schwört schließlich jeder, oder? Nun, unsere Schwäche oder Stärke – je nach entsprechendem Blickwinkel – ist eben der Tomatensaft. Sei es wie es ist.

Okay, zurück auf Anfang. 

Für mich begann das große Abenteuer mit dem Gewinn einer Reise ans andere Ende der Welt: nach Neuseeland. Einen solchen Traumgewinn einzustreichen, ist allein schon ein unglaubliches Ding. Doch damit nicht genug, denn alles sollte noch viel verrückter werden.
Für mich kam damals, zum Jahreswechsel vor sieben Jahren, dieser Abstecher nach Neuseeland gerade recht. Ich arbeitete übermäßig hart, schlief wenig, aß ungesünder als es auf Dauer empfehlenswert gewesen wäre. Dafür war ich erfolgreich und zufrieden mit dem Erreichten. Nichtsdestotrotz war ich ebenfalls unglaublich müde. Das Leben als selbstständige Raumdesignerin zeigte mir eindeutig meine eigenen Grenzen auf. Punkt.
Aus diesem Grunde hatten meine besten Freunde in meinem Namen an diesem Gewinnspiel mit dem verheißungsvollen Titel Abenteuer Südhalbkugel teilgenommen. Vollkommen baff und wie paralysiert war ich dann, als ich tatsächlich eine achtwöchige Reise durch Neuseeland gewann. Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn! Von der Überraschung erholt schwebten mir eine Menge traumhafter Gedanken vor. Diese Auszeit kam wie gelegen … und schien ein Wink des Schicksals zu sein. Ich brauchte eine Veränderung. Oder, um es in meinem von der üblichen Berufskrankheit durchzogenen Jargon zu sagen, einen Tapetenwechsel.
Gott, war ich hibbelig, als ich in den großen Flieger in Frankfurt (Main) stieg. Ich nahm meinen Fensterplatz ein, zog meine Stiefel aus und wartete – gespannt wie der sprichwörtliche Flitzebogen – auf den Start.

– Ole –

Den Flieger nach Neuseeland betrat ich mit wahnsinniger Vorfreude auf das unglaublich Ungewisse im Gepäck.
Unmittelbar nach der traurigen Trennung von meiner Freundin fünf Wochen zuvor hatte ich beschlossen, einen unübersehbaren Schlussstrich zwischen meinem alten und meinem neuen Lebensabschnitt zu ziehen. Um diesen zu manifestieren, entschied ich mich für eine Radtour quer durch das Land der Kiwis. Spontan buchte ich mir einen Flug. Fernab von allem Vertrauten und umgeben von paradiesischer Kulisse würde ich ohne weiteres einen klaren Kopf bekommen können.
Als ich mich durch die Sitzreihen kämmte und schließlich meinen Platz erreichte, nickte mir eine junge Frau mit einem strahlenden, durchaus ansteckenden Lächeln freundlich zu. Ich grüßte zurück und stellte mich meiner Sitznachbarin vor. Ehrlich gesagt verspürte ich nicht sonderlich den Drang nach Smalltalk. Anderseits stand uns ein irrsinnig langer Flug bevor und wer weiß, vielleicht würde mich ein nettes Gespräch auf andere Gedanken bringen.
Wer hätte gedacht, dass uns dann ausgerechnet unser beider Vorliebe für Tomatensaft ins Gespräch bringen würde? Unglaublich. Denn Helena versicherte mir, sie liebe Tomatensaft und trinke diesen – nicht nur im Flugzeug hoch über den Wolken wie der Großteil der anderen Passagiere – für ihr Leben gern.
Im Nu waren wir beim Du und vertieften uns in die seltsamsten Gesprächsinhalte. Mein lieber Schwan, Helena hatte aber augenscheinlich auch einen Redebedarf. Allerdings erging es mir plötzlich ähnlich. Wir ergänzten uns einfach ziemlich ideal. Daher wunderte es mich nicht, dass wir uns von unseren Erwartungen an das gemeinsame Reiseziel Neuseeland über Helenas Schwäche für kunterbunt gepunktete Socken und meine total unüberhörbare Unmusikalität bis hin zur Analyse der Steven-King-Romane in jeglichem nur erdenklichen Thema verfingen. Dabei orderten wir einen Tomatensaft nach dem anderen und wurden nach dem achten oder neunten Glas leicht merkwürdig angesehen. Hey, das sollte uns nicht stören.

– Fortsetzung folgt –
© Kora Kutschbach

Sonntag, 5. Mai 2013

[Auslosung] Geschenkte Lesefreude (Klappe, die Zweite!)

Ding-dang-dong ... Achtung, Achtung, eine Eilmeldung! 

Für einen kurzen Moment bitte ich um eure Aufmerksamkeit, denn das literarische Ticket nach Neuseeland in Form von Mein Leben im Kreise der Kiwis wird an dieser Stelle neu verlost. Auf dieses Weise kann einem eifrigen Teilnehmer vielleicht noch etwas nachträglich Lesefreude im Rahmen der Aktion Blogger schenken Lesefreude gemacht werden. 

Nun dann, alle Anwärter, die sich an der Welttag-des-Buches-Verlosung beteiligt hatten, hüpfen erneut in den Lostopf, um unter sich denjenigen auszumachen, der die Möglichkeit hat, mit an Bord zu gehen.

Mittels random.org wurde der glückliche Gewinner ermittelt.
[Dabei entspricht die Nummerierung der Kommentarreihenfolge unter dem Originalblogartikel.]


Jetzt heißt es: Rien ne va plus! 



Herzlichen Glückwunsch "Charlyne"!

Auf dass hiermit nun ein wenig Faszination und Begeisterung
für das Land am anderen Ende der Erde bei dir einziehen möge!


Du hast nun bis einschließlich zum 08. Mai 2013 Gelegenheit, auf diese Bekanntgabe zu reagieren und mir per E-Mail an mail.at.creativity.first@gmail.com deine Adresse zukommen zu lassen, sodass sich dein Gewinn ganz demnächst auf die Reise begeben kann. 

[Im Falle einer ausstehenden Rückmeldung deinerseits findet eine Neuauslosung statt.]


Mittwoch, 1. Mai 2013

[Auslosung] Geschenkte Lesefreude

Nachdem wir, die wir uns ganzjährig von Lesebegeisterung heimgesucht fühlen, am vergangenen Dienstag der vergangenen Woche den Welttag des Buches zelebrieren konnten, möchte ich nun zur feierlichen Auslosung schreiten, der ich im Zuge der phänomenalen Aktion Blogger schenken Lesefreude als Schenker beiwohnen durfte. 

Zuerst möchte ich allerdings noch kundtun, dass ich von der Welle des Engagements und der gelebten Lesefreude seitens der Initiatoren, aller sich beteiligenden Blogs sowie natürlich der in die Lostöpfe gehüpften Teilnehmer mehr als angetan bin. Eine Aktion, die beweist, wie sehr das Medium gedrucktes Wort in Form des Buches ein nicht zu missen wollender Bestandteil unseres Lebens ist. Vielen Dank dafür!

Nun zurück zu meinem ursprünglichen Anliegen: Ich habe mich ehrlich riesig gefreut, dass mein Beitrag zu diesem großen Event für derartig positive Resonanz gesorgt und zur Beteiligung angespornt hat. Großartig!

Meine Frage auf eure Assoziation zu NEUSEELAND förderte so manche Mosaiksteinchen zutage, die aneinandergereiht einen schönen Querschnitt des Kiwilandes hervorgebracht haben. Wie sehr manch einer meine eigene Verbundenheit zu diesem Land nachvollziehen kann und teilt wurde ebenso deutlich wie der Wunsch des einen oder anderen, unbedingt einmal in den fernen Süden aufbrechen zu wollen, was ich absolut empfehlen kann. 


Hier nun einmal ein paar Auszüge, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

... "unberührte Natur, die Weite, schöne Strände, Lebensfreude" ...

..."ich muss da unbedingt mal hin"...

..."da träum ich immer von Herr der Ringe und tollen Landschaften"...

..."Schafe und die Neuseelandtrilogien von Sarah Lark"...

..."lange Strecken der Abgeschiedenheit, vollkommene Natur und Menschen die sehr 
herzlich sind und die Farben die wirklich so klar sind wie man sie auf Postkarten kennt"...

..."da habe ich mir meinen Lebenstraum verwirklicht"...


Nur einen Gewinner auslosen zu können, ist beinahe sehr schmerzlich, aber das sind die Spielregeln. Daher möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bei jedem Einzelnen herzlich bedanken, der Interesse an Mein Leben im Kreise der Kiwis gezeigt hat! Und sollte es hier und jetzt nicht geklappt haben, findet das Buch vielleicht auf andere Weise seinen Weg zu euch. 

Nun gut, lange Rede, kurzer Sinn: Mittels random.org wurde der strahlende Gewinner ermittelt [hierbei entspricht die Nummerierung der Kommentarreihenfolge unter dem Originalblogartikel].


Ich bitte um Trommelwirbel & Fanfare!



Herzlichen Glückwunsch "Tagebuch einer Pinselschwingerin"!

Auf dass ein Stückchen Neuseeland in deinen vier Wänden für das entsprechend 
ausgelassene und faszinierende Flair sorgen möge!


Du hast nun bis einschließlich zum 04. Mai 2013 Zeit, auf diese Bekanntgabe zu reagieren und mir via E-Mail an mail.at.creativity.first@gmail.com deine Adresse zukommen zu lassen, sodass sich dein Gewinn ganz demnächst auf die Reise begeben kann. 

[Im Falle einer ausstehenden Rückmeldung deinerseits findet eine Neuauslosung statt.]


Dienstag, 23. April 2013

[Aktion] Geschenkte Lesefreude zum Welttag des Buches

Nun ist er da, also lasst ihn uns gebührend begehen, den Welttag des Buches 2013! 

Ein Grund zum Jubilieren und mit einem guten Buch - ob dicker Wälzer oder federleicht unterhaltende Lektüre - im Arm eine flotte Sohle aufs Parkett zu legen.

Diesen grandiosen Tag haben sich viele Blogger zum Anlass genommen, um sich an der famosen Aktion Blogger schenken Lesefreude zu beteiligen.

Wie es sich für ein rauschendes Jahrestagsfest gehört, gibt es natürlich auch Geschenke. Von wem? Von uns Bloggern! Denn viele von uns möchten diesen Tag nutzen, um ihre Begeisterung fürs Lesen zu teilen. Denn geteilte Freude ist nach wie vor doppelte Freude! Achtet ab heute für die kommende Woche einfach einmal darauf und ich wette, euch schwirren so einige verlockende Bücher über den Weg, die ihr gewinnen könnt.

Auch ich lass es mir nicht nehmen und möchte herzlich gern ein Exemplar meines Mein Leben im Kreise der Kiwis einem meiner Blogleser bzw. Postkommentatoren zukommen lassen. Zum einen als Beitrag zu dieser gigantisch ins Rollen gekommenen Aktion; zum anderen, weil ich es liebe meine eigene Begeisterung für Neuseeland weiterzugeben.

Seid ihr ebenso reiselustig und/ oder lesebegeistert wie ich, dann fühlt ihr euch jetzt vielleicht angesprochen. Sollte dies der Fall sein, habt ihr bis einschließlich zum 30. April 2013 Zeit, euch mit einem Kommentar unter diesem Post die Chance auf die von mir geschriebenen Zeilen zu sichern. Anschließend wird ausgelost. 

Welche Assoziation habt ihr sofort im Kopf, wenn ihr "Neuseeland" hört? 
Ich bin neugierig.



Habt einen schönen und buchstabengefüllten Welttag des Buches und viel Glück sowie heiteres Stöbern den teilnehmenden Buchliebhabern unter euch!



Zu den Teilnahmebedingungen:

Mitmachen kann jeder mit Wohnsitz in Deutschland. Außerdem müsst ihr entweder mindestens 18 Jahre alt sein oder eine Erlaubnisbestätigung der Eltern schriftlich an mail.at.creativity.first[at]gmail.com senden. 

Eure im Fall des Gewinns angegebene Adresse wird ausschließlich für dieses Gewinnspiel verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, bei Verlust der Sendung übernehme ich keine Haftung und es besteht auch keinerlei Anspruch auf Ersatz des Gewinns. Eine Barauszahlung anstelle des Buches ist ebenso ausgeschlossen.


Montag, 18. März 2013

[Rezension] Am schönsten Arsch der Welt (B. Hoëcker & T. Zimmermann)

Bernhard Hoëcker & Tobias Zimmermann: Am schönsten Arsch der Welt 

Ich selbst bin RIESIGER Neuseelandfan und wurde seiner Zeit von einem Freund, der nicht weniger vom Kiwiland begeistert ist, auf die Aktion Bernhard Hoëckers, die Reize des Landes zu entdecken, aufmerksam gemacht. Fortan verfolgte ich interessiert die einzelnen Episoden und fühlte mich häufig sofort an meine eigenen Neuseelanderlebnisse erinnert und an Orte zurückversetzt, die ich mit ebenso großer Faszination wahrgenommen hab, wie im Buch beschrieben.
Dieses Sachbuch ist geeignet, um Reiselustige magnetisch ins Land der langen weißen Wolke zu ziehen. Doch noch mehr ist es gemacht, so finde ich, für Menschen, die sich bereits in Land und Leute verliebt haben. 
Denn dem ganzheitlichen Leseerlebnis wird vor allem durch das in Bezugsetzen mit eigens gesammelten Impressionen die Krone aufgesetzt. Daher auch gleich einmal ein Bild passend zu denen im Buch eine tragende Rolle zugedachten "Vier Schwestern" im Waipoua Forest.


~ Rezension ~

Auf Tuchfühlung mit dem Paradies

Die (Dienst-) Reise, die Bernhard Hoëcker 2011 Richtung Neuseeland antrat, stand unter einem besonderen Stern. Sollte er im Rahmen einer Online-Werbekampagne die Vorzüge des Landes der Kiwis, Schafe und Actionsportarten präsentieren und damit eine offene Einladung in das jüngste Land der Erde aussprechen. Nichts leichter als das, schließlich entspricht Neuseeland einem fein geschliffenen Diamanten, der auf dem Silbertablett daherkommt. Doch für Hoëcker und sein Team stand mehr als Sightseeing auf dem Plan, immerhin galt es täglich eine von der Internetgemeinde gestellte Herausforderung mehr oder weniger bravourös zu meistern – ein Bungeesprung ins Ungewisse?!

Ganz im Stile des Bernhard Hoëckers stellt diese literarische Zusammenarbeit mit Co-Autor Tobias Zimmermann eine Mischung aus witziger Drolligkeit, charmantem Werbetrommelrühren und wissensdurststillenden Einblicken hinter die Kulissen eines Landes, das durch Gastfreundschaft, sagenumwobener Legenden und faszinierenden Landschaftsidyllen besticht, dar.

Die Kapitel spiegeln jeweils eines „Tagesaufgabe“ wider, wobei hier jegliche Facetten des Vor- und Nachbereitens sowie die von Bernhard Hoëcker gesammelten Eindrücke detailliert und gewohnt amüsant – mit einer Prise (Selbst-) Ironie abgeschmeckt – zum Besten gegeben werden.

Nebenher findet ein stetiger verbaler Schlagabtausch zwischen den beiden Autoren statt, der nicht selten durch Anekdoten aus der gemeinsamen Vergangenheit beziehungsweise durch wissenswerte (und gelegentlich sympathisch vom Kernthema abschweifende) Informationen gespickt ist.
Ein Stil, der anfangs für fragende Blicke seitens des Lesers sorgen kann, dann allerdings zum nicht missen wollenden Markenzeichen avanciert.

Am schönsten Arsch der Welt bringt das Graziöse, das Unwiderstehliche, das Zauberhafte des Landes trotz oder wegen einem Titel, der aufmerksam macht, sehr geschickt auf den Punkt. Empfehlungen für das Neuseelanderlebnis der Extraklasse werden ebenso gegeben wie unterhaltsame Blicke in die Produktionsarbeit beim Film und Fernsehen. Für mich als Leser eine unterhaltsame Angelegenheit, welche Erinnerungen weckt oder aber wünschen lässt, ebenjene selbst einmal sein Eigen nenne zu dürfen.

F★ZIT:  Einladend. Markant. Gewitzt.