"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Donnerstag, 2. April 2015

[Rezension] Ich hab dich im Gefühl (Cecelia Ahern)

Cecelia Ahern: Ich hab dich im Gefühl

Ich mag die Art Cecelia Aherns Geschichten zu erzählen sehr gern. Ihr gelingt es scheinbar im Handumdrehen, wahre Wunschmomente zu erschaffen, wobei häufig eine Nuance Magie und tiefes Gefühl mitschwingen. Einige meiner Lieblingsbücher stammen aus der Feder dieser irischen Autorin, sodass ich ziemlich automatisch stets Ausschau nach Werken von ihr halte. Jenes Buch hier besticht durch eine subtile Poesie, die sich in den aufbrausenden Wogen der Erzählung zu behaupten weiß.


~ Rezension ~

Wenn du mehr gibst, als du denkst.

Nach einem unheilvollen Schicksalsschlag glaubt die einfühlsame Joyce nicht nur ihre Perspektive, sondern vor allem sich selbst verloren zu haben. Doch als sie kurz darauf beginnt, in Fremdsprachen zu kommunizieren, die sie niemals erlernt hat; als sie ein umfangreiches Wissen über Kunst und Architektur preisgibt, von dem sie nicht weiß, woher es stammt; und als sie in seltsame Erinnerungen eintaucht, die nicht ihre eigenen sind, wird es ihr unheimlich. 
In einer scheinbaren Parallelwelt lebt Justin, ein zynischer, unsensibler Familienvater und Ex-Ehemann, der sich in seiner Rolle als lehrender Dozent auf einem Podest sieht. Als Joyce und Justin sich in einem Friseursalon das erste Mal begegnen, durchfährt beide ein Schlag und sie haben unmittelbar das Gefühl, auf einzigartige Weise miteinander verbunden zu sein. Doch schon wenige Minuten später geht jeder wieder seinen eigenen Weg. Jedenfalls glauben sie das.

Das Gespür Cecelia Aherns, ihr Publikum mit Emotionen in aller Bandbreite, die in originelle Geschichten eingeflochten sind, zu berühren, kommt auch in Ich hab dich im Gefühl deutlich zum Tragen.

Mittels einer komplexen, auf verschiedenen Ebenen stattfindenden und in eine Vielzahl an Kulissen eingebetteten Erzählung, die im regelmäßigen Wechsel die Sichtweisen der zwei Protagonisten in einen Scheinwerfer rückt, kreiert die Autorin eine Handlung, die einen Cocktail aus Unerklärlichem, Geheimnisvollem und Sehnsüchtigem mixt. Dabei scheinen Welten knallhart zu kollidieren und gleichzeitig samtweich miteinander zu verschmelzen. Ein Reichtum an Kontrasten, der für mich den Charakter dieses Buches prägt.

Den Leser erwartet eine Figurenkonstellation, die sich durch eine Vielschichtigkeit mit Potential zum Polarisieren auszeichnet. Markante Charaktere – sowohl in den Haupt- als auch in den Nebenrollen – verleihen der Geschichte Lebhaftigkeit. Als besonderes Unikum sprengt Joyce’ Vater mit seiner herrlich unverstellten Attitüde den Rahmen. Justins Persönlichkeit staffiert die Autorin hingegen mit weniger glänzenden Merkmalen aus, sodass er den unterkühlten Pol der Geschichte bildet. Für mich durchgehend kein Sympathieträger, wobei dieses Empfinden sehr wahrscheinlich gewollt ist.

Cecelia Ahern gelingt es, die hindernisbestückte Suche nach dem Seelenverwandten mit exakt dem Hauch von Magie zu versehen, den jede Liebesgeschichte auszeichnen sollte. Im Grunde erweckt die Autorin eine Fernbeziehung zum Leben, von der die Figuren nicht einmal wissen, dass sie diese miteinander führen. Eine Tatsache, mithilfe derer stets neue Überraschungsmomente und Wendungen entstehen, obwohl sich der Lesende in Gewissheit glaubte.

Besonders gelungen empfand ich den Schreibstil in der Hinsicht, dass die Autorin sowohl Nähe als auch Distanz auf eine Weise transportiert, die mich überzeugte. Die Passagen gehen, obwohl sie die unterschiedlichen Blickwinkel wiedergeben, im passenden Schlüssel-Schloss-Prinzip ineinander über. Ein Stil, der die Gesamttonlage bestens unterstreicht.

Alles in allem fängt dieser Roman die Geschichte sich kreuzender Wege ein, deren Gradlinigkeit erst nach Vollendung einer Mission zurückgewonnen werden kann. Dabei fungieren Intuition, Dankbarkeit und Neugier gleichermaßen als Kompassnadel.

F★ZITRaffiniert. Dynamisch. Hingebungsvoll.


Mittwoch, 2. Juli 2014

[Rezension] Vermiss mein nicht (Cecelia Ahern)

Cecelia Ahern: Vermiss mein nicht 

Bisher habe ich einige Bücher von Cecelia Ahern gelesen. Genau aus diesem Grund würde ich sagen, dass dieser Roman nicht zwangsläufig als "Typisch Ahern" deklariert werden kann. Denn, auch wenn die Autorin die Karte des großen Einfühlungsvermögens ausspielt, so handelt es sich nicht um eine klassische Liebesgeschichte. 
Vielmehr steht die Hommage an das Leben und die Suche nach Erfüllung im Vordergrund, wobei menschliche Schwächen nicht ausgespart, sondern die größtenteils weichen Facetten mit kleinen scharfen Kanten versehen werden.


~ Rezension ~

Wenn die Erinnerung zur Kompassnadel wird ...

Als Sandy Shortt zehn Jahre alt war, musste sie miterleben, wie ihr gesamter Heimatort nach Jenny-May Butler aus dem Haus gegenüber suchte. Denn das Mädchen war von jetzt auf gleich spurlos verschwunden — und blieb es auch. Seit jenem verhängnisvollen Tag hat sich Sandy der Suche nach verloren gegangenen Dingen und vor allem vermissten Menschen verschrieben. Während ihre Familie und Freunde mit Sandys Akribie längst nicht mehr Schritt halten können, gibt ihr die Arbeit vollste Erfüllung. Bis sie eines Tages, vertieft in einen neuen Fall, selbst verschwindet. Plötzlich ist Sandy damit den Antworten auf eine Vielzahl ihrer Fragen erschreckend nah. Allerdings tun sich mindestens genauso viele neue Fragezeichen auf.

Cecelia Aherns Vermiss mein nicht ist ein Roman, der vom Suchen und Finden erzählt. Dabei konzentriert sich die Autorin nicht  — wie für sie charakteristisch — auf die Liebe, sondern vielmehr auf das Leben.

Die porträtierte Protagonistin Sandy Shortt hat ihr Leben im Griff. Allerdings nur dann, wenn sie sich uneingeschränkt dem Suchen widmen darf. Was früher verloren gegangene Socken und Teddybären waren, sind inzwischen vermisste Menschen. Für Sandy ist es ein inneres Bedürfnis, unermüdlich zu suchen. Für jeden anderen ist es eine ausgewachsene Neurose. Ein zweischneidiges Schwert, welches die Autorin sowohl mit realem Fingerspitzengefühl als auch mit der entsprechenden Portion Fantasie präzisiert.

Dass die Kulisse der Geschichte über zwei Ebenen hinweg reicht, lässt den Grundgedanken der Handlung sehr angenehm plastisch erscheinen. Obgleich der Ort Hier einem sehr harmonisierten Ideal entspricht, so stellt er den friedvollen Ruhepol in einem recht aufgewühlten Kontext dar.

Eine Wiedergabe der Geschehnisse erfolgt ebenso aus zwei verschiedenen Perspektiven heraus. Zum einen nimmt Sandy mit ins Hier, zum anderen repräsentiert Jack, Sandys neuster Klient, das Jetzt. Parallelwelten, die sich sehr nah und dennoch meilenweit voneinander entfernt sind, entstehen.

In diesem Roman erwarten den Leser weder großartige Spannungsfelder noch die obligatorische Liebesgeschichte. Vielmehr rücken Werte wie Familienbande und Loyalität in den Mittelpunkt. Es geht darum, sich den Wunsch nach Gewissheit im Leben zu erfüllen — schmerzliche Wahrheiten und Kraft erfordernde Vergebung eingeschlossen. Ein Ansatzpunkt, der mir äußerst zugesagt hat und der ohne ein extravagantes Rüschenkleid auskommt. Dennoch wäre die eine oder andere Tiefenschärfe vielleicht eine mögliche Dreingabe gewesen.

Insgesamt ein Roman, der auf liebenswert einfallsreiche Weise eine Frage in den Raum stellt, die uns alle schon das eine oder andere Mal beschäftigt hat: Wonach suchen wir im Leben? Die Antwort(en), die Cecelia Ahern darauf gibt, schwingen zwischen den Zeilen mit und gewähren  dem Leser genügend Platz für eine eigene Auslegung.

FZIT: Mehrschichtig. Subtil. Hoffnungsvoll.


Freitag, 6. Juni 2014

[Buchpost] Ein P.S., das für ein Lächeln sorgt

Mit P.S. Ich liebe Dich gelang Cecelia Ahern einst ein Debüt, an dem ihre fortlaufenden Werke gewissermaßen gemessen werden würden ...

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie sehr mich die erste Leseprobe der englischsprachigen Originalausgabe begeistert hat. An Ort und Stelle meiner Entdeckung kann ich mich auch heute noch bestens zurückversetzen. Jedenfalls folgte dann selbstverständlich als Muss der gesamte Roman. Nichts lieber als das! 
Außerdem soll nicht unerwähnt bleiben, dass meine Vorliebe für Bücher aus der Feder Cecelia Aherns seither ungebrochen ist.

In dieser Woche hatte ich nun, 10 Jahre nach der Erstveröffentlichung, erneut eine recht besondere Begegnung mit P.S. Ich liebe Dich. Denn wie es der Zufall, das Schicksal oder wer oder was auch immer so wollte, wurde ich auf eine Verlosung, die der S. Fischer Verlag auf der Fanseite der Autorin durchführte, aufmerksam. Als Gewinn wurden 20 Fanausgaben des Buches ausgelost.

Was darf und soll ich sagen?

Tatsächlich halte ich jetzt eines dieser mit der Fußnote "Unverkäufliche Fanausgabe" versehenen Exemplare in Händen. Ein großes Dankeschön dafür!

Übrigens: Das eigens für diese Auflage gewählte Cover wurde im Rahmen eines Wettbewerbs auf Cecelia Aherns Fanseiten gekürt. Eine großartige Initiative.


P.S.: Einem Déjà-vu-Leseerlebnis der emotional aufwühlenden Art steht nun rein gar nichts mehr im Wege.


Samstag, 6. April 2013

[Neu im Regal] Herzensangelegenheiten

Ich konnte dieses Mal einfach nicht an mich halten und daher musste ich meine Sammlung an Büchern zweier meiner Lieblingsautorinnen um jeweils ein Exemplar erweitern. Wohin führte dieses Vorhaben? Nun, ich werde es euch zeigen:

Als erstes sicherte ich mir Und dennoch ist es Liebe der Bestsellerautorin Jodi Picoult. Ein Werk aus dem Hause Bastei Lübbe, von welchem ich mir erneut tiefe Emotionen - von herzerwärmend bis herzbrechend - sowie gesellschaftskritische Blickpunkte erwarte. 

Diese Wahl wurde ergänzt von Cecelia Aherns Ich habe dich im Gefühl. Ein Roman, zu dem ich aus naturgegebenen Interesse greifen musste und dessen berührender Geschichte ich inklusive Herzklopfen und Herzschmerz im gewohnten Ahernschen Stil entgegensehe.



Montag, 31. Dezember 2012

[Jahresrückblick] Mein literarisches Resümee 2012

Kaum zu glauben, doch tatsächlich, das Jahr 2012 neigt sich unwiderruflich dem Ende entgegen. Höchste Zeit also, mein persönliches literarisches Resümee für dieses Jahr zu ziehen! Immerhin muss ich mich doch den allseits beliebten Jahresrückblicken in irgendeiner Form anschließen, nicht wahr? Bleibt die Frage: Wo soll ich da nur beginnen? ...

Natürlich möchte ich hervorheben, wie unzählig viele wunderbare Bücher mir in diesem Jahr über den Weg gelaufen und häufig auch direkt ins heimische Bücherregal gewandert sind. Doch davon einmal abgesehen - ich greife den Faden gleich nochmals auf - möchte ich betonen, wie glücklich ich mich schätze, all die zahlreichen Begegnungen mit gleichgesinnten Bücherwürmern und Autoren gemacht zu haben. Nicht selten resultieren daraus mittlerweile beständige (Blog-) Freundschaften mit Leseratten aus nah und fern. Dankeschön dafür! Jede einzelne dieser Bekanntschaften ist eine Bereicherung, die ich nicht mehr missen möchte!

Ich muss sagen, das Jahr 2012 hielt ein wirkliches literarisches Feuerwerk für mich parat. Es gab Bücher, auf deren Erscheinung ich lang hingefiebert habe. Da waren Bücher, die mir durch glückliche Umstände (Empfehlungen, Gewinne, Leserunden etc.) in den Schoß gefallen sind, auf die ich zum Teil wohl ohne diesen Fingerzeig selbst nicht sofort gestoßen wäre. Und, es gab Werke, die es auf meine persönliche Liste der ewigen Lieblingsbücher geschafft haben. Der Begriff der Top 10 lässt sich in diesem Falle doch bestimmt und ohne schlechtes Gewissen entsprechend dehnbar gestalten.

Ein paar der Bücher, die mich herausragend gut und nachhaltig in Erinnerung bleibend unterhalten haben möchte ich an dieser Stelle einmal unterstreichen. Bitte bedenkt, die Auswahl fiel mir nicht leicht und ich könnte hier ebenfalls etwas ausufern ... Daher hebe ich nun die Werke hervor, die sich nach einem spannenden, fantasievollen, emotionalen und auch außergewöhnlichen ★*Lesejahr 2012*★ einen besonderen Platz in meinem Bücherregal und meinem Herzen erobert haben. (Die dargestellte Reihenfolge ist rein zufällig und repräsentiert keinerlei Prioritäten.)



~ ... Trommelwirbel & Fanfare ... ~



Jodi Picoult & Samantha van Leer: Between the Lines 
*Einfach zauberhaft!*

*Perfekt von A bis Z und darüber hinaus!*

*Magische Detailtreue par excellence!*

*Die unendlich tolle Geschichte einer besonderen Freundschaft!*

*Glänzt durch schillernde Fantasie und holt die Sterne vom Himmel!*

*Tief bewegend - ein emotionales Schwergewicht!*

*Schlichtweg köstlich. Achtung: Suchtgefahr!*


Mit diesen überwältigend guten Eindrücken möchte ich nun das Kapitel Mein literarisches Jahr 2012 schließen. Des Weiteren möchte ich euch an dieser Stelle einmal für all die tolle Unterstützung danken, die ich auf sämtlichen Kanälen (Blog, Homepage, Facebook, Twitter) erfahre! Ohne diesen vielen Zuspruch eurerseits wären meine Hobbys, das Lesen und Schreiben, weitaus weniger bunt.


    

Mag das Jahr 2013 für euch viele einzigartige Momente und Erlebnisse bereithalten, die euch ein glückliches Lächeln ins Gesicht zaubern! Mit den besten Wünschen für die kommenden 12 Monate schicke ich euch nun Richtung Fondue, Bleigießen und Feuerwerk!

    


Montag, 22. Oktober 2012

[Rezension] The Book of Tomorrow (Cecelia Ahern)


Cecelia Ahern: The Book of Tomorrow 
[deutscher Titel: "Ich schreib dir morgen wieder"]

Dieses Buch von Cecelia Ahern verkörpert für mich etwas wirklich Fiktives, denn beim besten Willen kann ich mir die Handlung in der geschilderten Weise nie und nimmer in der Realität vorstellen. Das liegt vor allem an dem mysteriösen Tagebuch. 
Doch diese Tatsache tut der Handlung keinerlei Abbruch, da die Geschichte dafür umso mehr zu träumerischen Was-wäre-wenn-Gedanken animiert, während einen gleichzeitig ein Schaudern ergreifen könnte ...


~ Rezension ~

Was man heute sät, wird man morgen ernten. 

Daran verschwendet Tamara als vom Leben verwöhnter Teenager jedoch keinen Gedanken. Erst als der plötzliche Tod ihres Vaters die Zukunft der Familie ins Wanken bringt, erfährt Tamara, was ihre alten und neuen Freundschaften wirklich wert sind. 
Aus dem Luxus verschlägt es sie gemeinsam mit ihrer in Trauer und Depressionen versinkenden Mutter in das Haus ihrer fürsorglichen Verwandten. Doch der Beschützerinstinkt ihrer Tante Rosaleen wird ihr unheimlich und fühlt sich allmählich eher bedrohlich an. Als dann auch noch ein mysteriöses Tagebuch auftaucht, dessen Einträge Tamaras eigenem Erleben stets exakt einen Tag vorauseilen, ist die Verwirrung komplett. Erschreckend! Vertraute scheint Tamara nur in ihren neu gewonnen Freunden Weseley und Schwester Ignatius gefunden zu haben. Mit der Zukunft vor Augen beginnt eine Reise in die Vergangenheit.

In The Book of Tomorrow zeigt Cecelia Ahern den Wandel eines rebellischen Teenagers zu einer das Leben wertschätzenden Persönlichkeit. Auch wenn das sich selbst schreibende Tagebuch nicht im Geringsten der Realität entsprechen kann, betont dieser Roman Werte wie Freundschaft, Aufrichtigkeit, Loyalität und Vertrauen. 
Die Charaktere haben Ecken, Kanten und typische Macken, die dem Ganzen eine gewisse Spritzigkeit verleihen. 
Ich fand auch besonders die wunderbar bildliche Sprache, mit deren Hilfe die gesamte Kulisse vor dem geistigen Auge des Lesers entsteht, sehr gelungen. 

Wer Cecelia-Ahern-Bücher mag, wird auch dieses Werk nicht aus der Hand legen. Wer auf reines Realitäsbewusstsein baut, sollte über seinen Schatten springen und der Fantasie ein wenig Freiraum gewähren können. 

F★ZIT: Übersinnlich. Loyal. Emotional.


Montag, 3. September 2012

[Rezension] PS, I Love You (Cecelia Ahern)

Cecelia Ahern: PS, I love you 
[deutscher Titel: P.S. Ich liebe Dich]

Für hoffnungslose oder auch hoffnungsvolle Träumer (je nach entsprechender Sichtweise) ist dieses erste Buch der Irin Cecelia Ahern unumgänglich.
Ich bin durch eine Leseprobe neugierig darauf geworden und konnte es dann kaum abwarten, das Buch in Händen zu halten. Das liegt wohl auch daran, dass ich einen solch emotionalen Schreibstil einfach liebe und dann stets in den hoffenden, bangenden oder visionären Bann der Figuren gezogen werde. Das hat auch bei diesem Buch einwandfrei und ohne große Mühe geklappt. Ich wurde förmlich von den mitreißenden Sturzbächen der zwischen den Seiten rauschenden Emotionalität davongespült  ...

Cover: Harper Collins Publ. UK


~ Rezension ~

Für immer und ewig und darüber hinaus …

Nach dem Tod ihres geliebten Ehemanns Gerry versinkt Holly in hoffnungsloser Melancholie und Trauer. Das Leben scheint für die junge Witwe keinen Sinn mehr zu haben, bis sie eines Tages ein Päckchen erreicht, dessen Inhalt sie sich neu (er)finden lässt.
Gerry hat Holly vor seinem Tod zehn wunderbare Briefe, je einen für jeden noch folgenden Monat des Jahres, geschrieben, in denen er sie auffordert, an sich und eine hoffnungsvolle Zukunft zu glauben. Mit Hilfe ihrer Familie und Freunde entdeckt Holly wieder, was es bedeutet wirklich zu leben, auch wenn ihr die Wehmut über den Verlust Gerrys stets aufs Neue das Herz bricht. Was können zehn Briefe, die Holly zehn Mal herausfordern neues Glück zu finden, wirklich bewirken? Und wie geht das Leben dann ohne ein PS, I Love You weiter? Für Holly beginnt eine Reise zu sich selbst …

Cecelia Ahern gelang mit ihrem Debütroman ein Stück Literatur, das mittlerweile schon beinahe als Vorzeigebeispiel für herzerwärmende Liebesgeschichten zählen kann. Das klassische Happy End ist, das wird unvermittelt deutlich, unerreichbar. Doch wie gelingt es stattdessen und basierend auf dem Porträt einer trauernden Witwe, eine Geschichte zu erzählen, deren Mischung aus Lethargie und Energie zu einem Wegweiser wird, der über den Rahmen der Fiktion hinausreicht?

Holly wird als Protagonistin gezeichnet, die unterschiedlichste Facetten vereint. Ihr Schicksal symbolisiert einerseits die Gratwanderung am emotionalen Abgrund, anderseits schimmert es als warmer Hoffnungsträger. 
Die Route durch das durchwanderte Tal der Tränen wird dabei von den Briefen Gerrys maßgeblich vorgeben. Mit beeindruckendem Fingerspitzengefühl sorgen vor allem Gerrys Zeilen für das Leuchten und Lachen im Dunkeln.

PS, I Love You besticht durch hervorragend dargebotene Emotionen, welche die gesamte Bandbreite abdecken: Fassungslosigkeit und Zerbrechlichkeit, Glaube und Hoffnung, Freundschaft und Liebe. Vor allem mochte ich die bildhafte Sprache, durch welche die Charaktere sehr authentisch und lebensnah wirken. Die Achterbahn der Gefühle, welche die Figuren erleben, überträgt sich von Kapitel zu Kapitel ganz selbstverständlich auf den Leser an Hollys Seite.

Was für mich — über den hohen Grad an fulminanter Emotionalität hinaus   besonders erwähnenswert scheint, ist die Botschaft, die Cecelia Ahern in ihren Roman legt. Sie macht die wichtige Thematik der Trauerarbeit zu einer alles entscheidenden Komponente und weiß dabei stets den optimistischen Grundtenor zu halten. Die Balance zwischen überwältigender Traurigkeit und zurückgewonnenem Lebensmut empfinde ich ohne Frage als eine Stärke dieses Buches.

Insgesamt ein wahrer Herz-Schmerz-Roman, dessen Gefühlsbetonung in einer eigenen Liga spielt. Ein fiktiver Kontext, der dennoch nicht selten beängstigend real scheint und die Frage nach dem eigenen Was-wäre-wenn-Szenario sozusagen auf dem Silbertablett serviert.

F★ZIT: Schwebend. Zerschmetternd. Berührend.


Donnerstag, 23. August 2012

[Rezension] If You Could See Me Now (Cecelia Ahern)

Cecelia Ahern: If You Could See Me Now  
[Deutscher Titel: Zwischen Himmel und Liebe]

Mit diesem Werk ist es Cecelia Ahern gelungen, mich wieder an die eigenen unbeschwerten, damals scheinbar niemals enden wollenden Kindertage zu erinnern. 
Auch wenn die Handlung reine Fiktion ist, so spiegelt sie ein Phänomen wider, welches vielen von uns vertraut sein dürfte: das Spielen mit einem imaginären Freund. Ahern kombiniert in dieser Geschichte kindliche Träume mit den Wünschen Erwachsener. Eine Mischung, die berührt und die Frage 'Was wäre, wenn?' offen lässt ...


~ Rezension ~

Wer die Welt mit Kinderaugen sieht, erhält sich eine besondere Portion Leichtigkeit und Lebensfreude.

Elizabeth ist Geschäftsfrau durch und durch. Sie, als personifizierte Akkuratesse, ist stets darauf bedacht, Fehl und Tadel zu vermeiden. Das bekommt auch ihr kleiner Neffe Luke zu spüren, der bei Elizabeth lebt, da seine eigene Mutter die Unreife in Person darstellt.
Um Luke nicht sämtlichen Spaß am Kindsein zu nehmen, spielt Elizabeth dann wenigstens zähneknirschend mit, als ihr Neffe behauptet, einen neuen besten Freund, Ivan, zu haben. Elizabeth sieht - trotz Lukes präziser Beschreibungen - niemanden. Logisch oder doch bedenklich? 

Dafür trifft sie eines Tages auf einen ihr unbekannten Mann, der sie augenblicklich fasziniert. Elizabeth möchte sich diese 'menschliche Schwäche' nicht anmerken lassen, gerät dann jedoch in einen Strudel aus Gefühlen und Wirrungen, dem sie sich nicht mehr entziehen kann. Sie erscheint für ihre Außenwelt wie ausgewechselt, auch wenn sie plötzlich merkwürdige Anwandlungen hat.

If You Could See Me Now ist für mich eine gelungene Mischung aus Wunsch und Wirklichkeit. Nicht wenige Kinder haben unsichtbare Freunde und werden dafür von den Erwachsenen belächelt. Doch wer würde nicht gerne insgeheim gelegentlich die Welt durch die Brille der kindlichen Fantasie betrachten wollen? Auch wenn Cecelia Ahern eine große Portion Übersinnliches in diesem Buch verpackt, so kann sich der Leser durchaus mit dem Freud und Leid der Hauptfiguren identifizieren. 

Unterhaltsam und charmant geschrieben bleibt die Autorin ihrem Stil und Genre treu, wodurch sie zum Erinnern an die eigene Kindheit und zum Überdenken manch erwachsener Sichtweise anregt.


F★ZIT: Rührend. Lebendig. Fantasievoll. 


Sonntag, 5. August 2012

[Rezension] Where Rainbows End (Cecelia Ahern)

Cecelia Ahern: Where Rainbows End 
[Deutscher Titel: Für immer vielleicht]

Nachdem ich vor einiger Zeit  eher durch Zufall  auf die Bücher der irischen Autorin Cecelia Ahern gestoßen bin, muss ich ihren Werken einfach treu bleiben. Ihre Geschichten haben eine wirklich intensiv berührende Art, die genau meinem Geschmack entspricht. So stellt sich für mich gar nicht die Frage ob, sondern wann ich das nächste Buch von ihr lese. 

Rosie und Alex haben es mit ihren liebenswürdig chaotischen Charakteren geschafft, mich immer wieder gern an ihre überaus solide, wenn auch verzwickte Freundschaft zu erinnern. 


~ Rezension ~

Wer möchte nicht gerne von sich behaupten können, den einen besten Freund das ganze Leben lang an seiner Seite zu wissen?

Rosie und Alex teilen seit frühen Kindertagen in Dublin all das große Freud und Leid miteinander. Sie leben im Hier und Jetzt und schmieden gemeinsam Zukunftspläne. Selbst die entstandene räumliche Distanz durch eine Entscheidung seitens Alex' Familie stellt kein Hindernis dar. Nach dem Schulabschluss soll das Abenteuer Leben erst richtig beginnen. Doch dann stellt eine Verquickung unterschiedlichster Schicksalsfügungen das Leben der beiden unerwartet auf den Kopf und ihre Freundschaft auf so manch kritische Zerreißprobe. Rosie und Alex werden in zwei vollkommen unterschiedliche Welten katapultiert.

Where Rainbows End ist eines der frühen Werke Cecelia Aherns, welches das Thema "Freundschaft" in den Mittelpunkt rückt. Auch wenn der Leser erahnen kann, wohin die Reise geht, führt die eine oder andere überraschende Wendung doch dazu, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Denn wer weiß, was wirklich als nächstes geschieht?

Der lockere Schreibstil  die Geschichte wird primär durch E-Mails und Kurznachrichten der einzelnen Charaktere erzählt  ist ein Detail, das zu einer kurzweiligen Unterhaltung beiträgt. Mit fortschreitender Handlung und dem Involvieren neuer Figuren entsteht ein Beziehungs- und Handlungsgeflecht, das die Neugier des Lesers aufrechterhält. Kommt doch alles anders als gedacht?

Mich hat die herzerwärmende, berührende Art der Unterhaltung durch die Kombination aus Humor und Verzweiflung, Lebensfreude und Hoffnung rund um eine unerschütterlich scheinende Freundschaft überzeugt. Wer Cecelia Aherns Bücher mag, wird auch diese Geschichte ins Herz schließen.

F★ZITLiebenswürdig. Hoffnungsvoll. Unterhaltend.