"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 20. Dezember 2016

[Neu im Regal] Nerdy Christmas everyone!

Solltet ihr ebenso große Freude an Weihnachts- geschichten haben wie ich, dann solltet ihr möglicherweise ganz dringlich euren Wunschzettel um Adriana Popescus Love, possibly erweitern, insofern noch nicht geschehen.

Denn, ja, lasst uns um den Tannenbaum tanzen, aller guten Dinge sind drei! Die Geschichte von Pippa und Lukas, die vor vier Jahren als E-Book-Überraschung begeisterte und dann 2014 vom Piper Verlag neu aufgelegt wurde, ist jetzt tatsächlich in der englischsprachigen Adaption (verwandelt von Ellen Dunne) erhältlich. Wenn das kein Paukenschlag *pa rum pum pum pum* ist?!

Als Pippa-Fan der ersten Stunde freue ich mich RIESIG. Pippa und Lukas/Luke haben auf ihrem Gepäckwagen einen unglaublich tollen Weg hinter sich und ich glaube, sie sind einfach bereit für die nächste Etappe. 

Auch wenn ich mich wiederholen mag (siehe Buchrücken), aber: "This book is simply as cheerful, bright and sweet as a Christmas cracker. Boom!"


❄ 🎄 ❄ 🎁 ❄ 




Dienstag, 13. Dezember 2016

[Rezension] Weihnachten mit den Padderborns (Sandra Pulletz)

Sandra Pulletz: Weihnachten mit den Padderborns

Ui, ui, ui. Ihr ahnt es womöglich: Für mich als waschechter Freund der Weihnachtszeit ein, wie heißt es so schön, gefundenes Fressen. Eine Geschichte, der es gelingt, die Augen nicht vor dem "wahren Gesicht" der Festtage zu verschließen und dabei aber auch keineswegs den Zauber dieser funkelnden und von klingelnden Glöckchen begleiteten Zeit zu nehmen.

Ein Dankeschön an Sandra Pulletz für die freundliche Anfrage, ob ich denn Lust hätte, ihren neusten Streich zu lesen!

Cover: Sandra Pulletz


~ Rezension ~

Chaotische Weihnachtsharmonie

In der Familie Padderborn soll das Weihnachtsfest in diesem Jahr besonders perfekt werden. Dieses hohe Ziel hat sich Nadine gesteckt. Vom Weihnachtsschmuck über das Festessen bis hin zu den Geschenken soll einfach alles stimmen. Allerdings hat die ambitionierte Köchin und Planerin da die Rechnung ohne ihre reizende Familie, allen voran ihre stets mokierende Mutter, gemacht. Die guten Vorzeichen für besinnliche Feiertage geraten daher rasch in arge Bedrängnis. Kein Wunder also, dass ihr mit immer näher rückender Bescherung ganz mulmig wird...

Weihnachten mit den Padderborns von Sandra Pulletz zeichnet das aufgeweckte Porträt einer Familie nach, bei der die Festtage anstelle von Lametta mit reichlich glitzerndem Pannenpotenzial geschmückt zu sein scheinen.

Voller weihnachtlicher Vorfreude, ein wenig schräg und irgendwie doch vollkommen normal kommt Familie Padderborn daher. Der Wunsch, ein paar harmonische und einfach nur gemütliche Feiertage zu verleben, dürfte uns allen nicht fremd sein. Doch meist ist das mit der Besinnlichkeit so eine Sache. Eine Erkenntnis, welche die Autorin auch ihren lebhaften Figuren zugesteht. Damit zaubert sie eine quirlige Weihnachtsgeschichte, die ohne lange Umschweife ein Weihnachten am Abgrund des Familienwahnsinns kreiert. Ein verhunzter Weihnachtsbaum, Geschenkverfehlungen, Notarzteinsatz — und als ob das noch nicht genug wäre, muss plötzlich auch die am Herd alles andere als versierte Bettina den Kochlöffel in die Hand nehmen, weil Nadine ausfällt. Halleluja!


Ihren Figuren verleiht Sandra Pulletz einen sympathisch "normalen" Anstrich. Sie wirken weder gezwungen noch unnahbar. Sie haben vielmehr eine "Wie du und ich"-Ausstrahlung. Und, seien wir ehrlich, wenngleich niemand wirklich gern eine ewig krittelnde Mutter Padderborn an der Festtagstafel zu sitzen haben mag, ist sie ein markanter Charakter, ohne den die Geschichte (und vermutlich auch das Leben) einfach unvollständig wäre.

Übrigens: Als köstliches Schmankerl gewährt die Autorin obendrein am Ende ihrer Novelle noch besondere Einblicke in die Küche der Padderborns. Denn wir Leser werden mittels einer Reihe von Rezeptideen zum Nachkreieren der in der Geschichte kredenzten Leckereien animiert. An die Pfannen, fertig, los!

Locker-flockig wie eine Kokosmakrone. In der Summe eine kleine, aber feine Geschichte, die mit einem verschmitzten Augenzwinkern des Weihnachtsmanns unterstreicht, dass manchmal auch schon das perfekte Weihnachtschaos glücklich macht. Das fröhliche Fest ohne weitere Zwischenfälle verschieben wir einfach aufs nächste Jahr... oder aufs übernächste.

F★ZIT: Festlich. Heiter. Unverfälscht.


Donnerstag, 11. Dezember 2014

[Kiwiana] Weihnachten in Flip-Flops

Picknickkorb und angeheizter Barbecue, Sonnenhut und Christmas cracker (Knallbonbon): Um nur einige der essentiellen Utensilien eines neuseeländischen Weihnachten zu nennen. 

Denn während wir es uns bei Temperaturen, die idealerweise im schneesicheren Bereich liegen sollten, in den vier Wänden bei Kerzenschein und Kartoffelsalat gut gehen lassen, spielt am entgegengesetzten Ende der Welt eine andere (Weihnachts-) Musik.

Wie ist es denn nun so, ein Weihnachtsfest im Sommer zu verbringen?

Nun, es ist anders. Anders schön. Ungewohnt, aber wirklich toll. Denn, hey, ich hatte nichts dagegen, mich einmal nicht eingepackt in unzähligen Schichten aus Pullover, Cardigan und Mantel ins vorweihnachtliche Getümmel zu stürzen. Dennoch: Eine kleine Umstellung war's schon, bei bestem Sommerflair Weihnachtsmusik zu hören und den Baum zu schmücken.

Obgleich mir ein, zwei kleine "deutsche Gepflogenheiten und Traditionen" vielleicht doch gefehlt haben, haben die Kiwis mit ihrem Sinn fürs Festliche dieses "Vermissen" alle Male und doppelt und dreifach wettgemacht.

Beispielsweise empfand ich die Santa Parades (Weihnachtsparaden), die in der Vorweihnachtszeit in den großen Städten des Landes stattfinden, als echtes Highlight. Eigenhändig geschmückte Wagen ziehen mit Musik wie beim Karneval durch die Stadt und sorgen für gute Laune. Außerdem lässt es sich Santa Claus natürlich nicht nehmen, selbst mit von der Partie zu sein. Und zwar trotz seiner Vollzeitbeschäftigung zu dieser Zeit des Jahres.

Der Tannenbaum stammt in häufigen Fällen von einer der lokalen Christmas tree farms (Weihnachtsbaumfarmen), wo die Familien ihre Bäume selbst schlagen können. Geschmückt werden diese dann nicht selten schon Wochen vor dem Fest, und im Laufe der Zeit sammeln sich unter dem Baum dann bereits die eingepackten Geschenke an, die schließlich (nach ausgeprägter Geduldsprobe insbesondere für den Nachwuchs des Hauses) am Morgen des 25. Dezembers geöffnet werden.
Für Santa, der in der Nacht noch die Stockings (Weihnachtsstrümpfe) füllt, wird selbstverständlich auch der obligatorische Snack aus Milch und Keksen bereitgestellt. Schließlich hat der Gute einen beständigen Appetit. 

Apropos Kekse, das in unseren Breiten beliebte Plätzchenbacken ist in NZ kein sonderlich ausgeprägter Renner. Stattdessen wird schon etwa in der ersten Novemberhälfte der Christmas cake (Weihnachtskuchen), der eine ordentliche Portion an Trockenfrückten, Mandeln und Nüssen beinhalten kann, vorbereitet. Ach ja, und Schoko- und Kramellfondant haben wir auch selbst gemacht.
Der klassische "Weihnachtsbraten" ist in NZ übrigens oftmals der Truthahn. Dieser findet seinen Weg auf den Grill und wird anschließend goldbraun und knusprig serviert. 

Was ich an der deutschen Adventszeit so mag, sind unter anderem die beleuchteten Fenster und Gärten, die einem an den kurzen Tagen der kalten Jahreszeit Gemütlichkeit vermitteln. Diesen "Dekorationskult" betreiben die Kiwis in diesem Sinne und Ausmaß nicht. Okay, Hauptstraßen und Einkaufszentren und einige wenige Gärten fallen durch Lichterglanz und Glitter auf, aber ansonsten ist diese Art des strahlenden Deko nicht wirklich ein Thema. Irgendwie auch einleuchtend. Schließlich ist Sommer. Sprich: Die Tage sind sonnig, warm und lang. Stimmungsaufhellende Kerzen und Räuchermännchen sind a) nicht nötig und würden b) auch gar nicht ins Bild der Poolparty passen, nicht wahr?

Besonders hat es mir im Übrigen einmal mehr die stets präsente Gastlichkeit der Neuseeländer angetan: Pot Luck Dinner (Mitbringeparty), Weihnachtssingen und die Kirchenmesse an Heiligabend sind allesamt Zusammenkünfte, bei denen Freude und Geselligkeit miteinander geteilt werden. Uneingeschränkt.

In diesem Sinne: Euch allen eine fröhliche und sorgenfreie Weihnachtszeit!


Donnerstag, 4. Dezember 2014

Jingle Bells im Bücherregal

Nachdem das erste Adventswochenende des Jahres nun bereits hinter uns liegt und auch die Präsenz sämtlicher Weihnachtsmärkte die Stimmung aufhellt, wird es Zeit, einen Blick in den festlichen Teil des Bücherregals zu werfen. Meint ihr nicht? Ich denke schon. 

Ich habe einmal ein paar Bücher für Klein und Groß zusammengetragen, die sich geradezu anbieten, sie (alle Jahre wieder) bei Kerzenschein, Lebkuchen und Weihnachtspunsch zu lesen. Oder sie auch zum Niklolaustag oder zu Weihnachten zu verschenken. Die ausführlichen Rezensionen zu den jeweiligen Werken habe ich verlinkt. Für den Fall, dass ihr euch angesprochen fühlt.

Et voilà, bestens durch den Lesemonat Dezember begleiten uns: 

Ein bunt illustriertes Kinderbuch, das den Wunsch nach einem "ganz normalen" und zugleich herrlich festlichen Weihnachten hervorhebt.

Twelve Days of Christmas [deutscher Titel: Hollys Weihnachtszauber] von Trisha Ashley
Ein Roman, der zeigt, dass sich selbst ein Grinch dazu hinreißen lässt, glitzernde Geselligkeit unterm Tannenbaum zu mögen.

Dash & Lily's Book Of Dares [deutscher Titel: Dash & Lilys Winterwunder] von Rachel Cohn und David Levithan
Ein Jugendbuch, welches für eine sehr außergewöhnliche Schnitzeljagd sorgt und damit die Wartezeit bis Heiligabend ungemein unterhaltsam zu verkürzen weiß.

Versehentlich verliebt von Adriana Popescu
Liebenswerte Nerds, die am Stuttgarter Flughafen eingeschneit sind und aus der frostigen Not eine herzallerliebste Tugend machen, die aufs Beste unterhält.

Ein Roman für junge Erwachsene, der die Skurrilität der Familie Sullivan beleuchtet und im Zuge dessen einem pointierten Showdown zum Weihnachtsfest entgegensteuert.


In diesem Sinne: Fröhliches Stöbern und Schmökern allerseits!


P.S.: Auf welche Lektüre könnt ihr zur Adventszeit keinesfalls verzichten? Welches sind eure Lieblinge und gleichzeitig vielleicht auch Empfehlungen?


Dienstag, 25. November 2014

[Rezenison] Und immer wieder Weihnachten (Heike Abidi)

Heike Abidi: Und immer wieder Weihnachten 

Gerade in der Zeit vor Weihnachten ist der Wunsch, die Welt noch einmal mit Kinderaugen zu sehen, gar nicht so ungewöhnlich. Autorin Heike Abidi bietet mit ihrem ersten (und alle Generationen ansprechenden) Kinderbuch nun sozusagen eine ideale Steilvorlage für diesen Punkt auf dem Wunschzettel. 

Einen herzlichen Dank möchte ich dem Coppenrath Verlag aussprechen, der mir dieses Buch samt Marzipanpraline als vorweihnachtliche Überraschung zugeschickt hat.

Cover: Coppenrath Verlag


~ Rezension ~

Der kleine große Zauber der Weihnacht

Noelle ist voller Vorfreude auf die schönste Zeit des Jahres: das Weihnachtsfest. Gebackene Plätzchen, Tannenduft und gute Laune beim Spieleabend mit der ganzen Familie verheißen festliche Stimmung. Doch statt Jubel, Trubel, Heiterkeit herrscht angespannte Hektik und dicke Luft im Hause Engel. Niemandem scheint ein fröhliches Weihnachten so am Herzen zu liegen wie Noelle. Als Niclas dann auch noch vergessen hat, das Geschenk für Mama und Papa zu besorgen, ist das Unheil perfekt. Dann trifft Noelle auf dem Weihnachtsmarkt allerdings einen freundlichen Bettler, der ihr im Gegenzug zu ihrer Aufmerksamkeit ein sehr besonderes Geschenk macht. Als Noelle am nächsten Tag aufwacht, traut sie ihren Augen kaum ...

Mit ihrem Kinderbuch Und immer wieder Weihnachten teilt Heike Abidi weihnachtliche Vorfreuden und vermittelt dabei nicht minder eine aufrichtige menschliche Wertigkeit.

Mithilfe von Noelle, der aufgeweckten Protagonistin dieser Geschichte, gelingt es der Autorin die wahren kleinen (und großen) Freuden der Weihnachtszeit mit Kinderaugen zu sehen. Eine Sichtweise, die zum einen entzückt, zum anderen auch die den Kinderschuhen Entwachsenen daran erinnert, dass uns Pflichtgefühl und eng gefasste Grenzen nicht immer guttun.

Heike Abidi hat eine niedliche Zeitschleifen-Geschichte verfasst, die neben den irdischen Charakteren einen ganz eigene Geist der Weihnacht, in Gestalt des Bettlers Balthasar, zum Leben erweckt. Den (jungen) Lesern wird an der Seite von Noelle auf diese Weise gezeigt, wie wichtig Einfühlungsvermögen, Wohltätigkeit und Fantasie, die von Herzen kommen, sind. 
Der zwischen den Zeilen mitschwingende kindliche Unmut über eine Welt voller Muss- und Soll-Intentionen regt dabei zum Innehalten und Überdenken eigener Prioritäten an. Eine bedeutsame Botschaft und eine durchaus berechtigte Aufforderung, welche hübsch verpackt an uns herangetragen werden. Ein Grundtenor, den ich als überaus positiv erachte. Darüber hinaus glitzert nicht nur das Cover, sondern ebenso eine liebevoll eingestreute Originalität zwischen den Buchdeckeln. Allein die Namensgebung der Figuren lässt erahnen, wie sehr Familie Engel dem Fest der Feste verbunden ist.

Noelles Geschichte wird in einer altersgerechten Verständlichkeit beschwingt erzählt und eignet sich daher nicht nur zum Vorlesen, sondern gleichermaßen zum Selbstlesen für Kinder ab acht Jahren.
Ergänzt werden die Zeilen Heike Abidis durch eine Reihe farbenfroher, an Cartoons erinnernde Illustrationen, die Stefanie Jeschke gestaltet hat. 

Insgesamt eine warmherzige Weihnachtsgeschichte für die ganze Familie, die unterstreicht, dass Zwischenmenschlichkeit und Zeit nach wie vor und vor allem im Zeitalter materieller Großzügigkeit die weitaus wertvolleren Geschenke sind.

F★ZIT: Fein. Schlicht. Wundersam.


Donnerstag, 6. November 2014

[Rezension] Drei Geschichten über die Liebe (S.Saxx, A.Bühnemann, F.Lamberti)

Sarah Saxx, Annika Bühnemann, Frieda Lamberti: 
Hoffnung — Vertrauen — Vergebung: Drei Geschichten über die Liebe 

Für Fans der Weihnachtszeit (wie ich einer bin) wie gemacht: Drei Geschichten, drei folgenreiche Entscheidungen, drei Bescherungen mit ungewissem Ausgang. Sarah Saxx, Annika Bühnemann und Frieda Lamberti haben sich für ein literarisches Weihnachtsmedley zusammengetan, dessen Nuancen gleichsam schmerzlich wie sehnsuchtsvoll daherkommen.

Ein Dankeschön an Annika Bühnemann, die mir die Anthologie als Vorbote der Adventszeit geschenkt hat!

Cover: annikabuehnemann.de


~ Rezension ~

Über das größte Geschenk, das du dir selbst machen kannst ...

Fabians Verwandlung in einen Workaholic tut seiner Beziehung zu Sophie überhaupt nicht gut. Während er sich kopfüber in die Arbeit stürzt, verzweifelt sie an seiner Ignoranz ihrer Gefühle gegenüber. Auch wenn es weht tut, setzt Sophie schließlich kurz vor Weihnachten alles auf eine Karte. Aber kann ein winziger Schimmer Hoffnung die Schatten eines dunklen Geheimnisses überstrahlen?
Als Malermeisterin Carolin den Auftrag annimmt, eine Millionenvilla zu renovieren, ahnt sie nicht, dass Raphael, der Assistent ihres Auftraggebers, ihr den Kopf verdrehen wird. Nach kurzem Zögern, beschließt Carolin, ihrer Liebe eine Chance zu geben. Doch bereits wenig später wird ihr Vertrauen in eine Zukunft mit Raphael herb erschüttert.
Patrizia und Nikolas führen ein schillerndes Leben im politischen Rampenlicht. Stets gilt es den Schein zu wahren, echte Emotionen sind hier fehl am Platz. Als Patrizia wenige Tage vor dem Weihnachtsfest dann allerdings knallhart mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, muss sie sich entscheiden: Verdrängung oder Vergebung.

Mit ihrer Anthologie Hoffnung — Vertrauen — Vergebung: Drei Geschichten über die Liebe erzählen die Autorinnen Sarah Saxx, Annika Bühnemann und Frieda Lamberti Weihnachtsgeschichten der emotional aufwühlenden Art.

Drei Paare erleben die Weihnachtszeit auf sehr besondere Weise. Denn während die Autorinnen zwar einen Rahmen aus romantischem Schneegestöber und köstlicher Weihnachtsbäckerei kreieren, gerät die Fassade des Besinnlichen darüber hinaus gehörig ins Wanken. Sarah Saxx, Annika Bühnemann und Frieda Lamberti schmücken für ihre Leser einen Weihnachtsbaum mit glitzernden Tränen, gebrochenen Lebkuchenherzen und bittersüßen Erinnerungen.

In die festliche Kulisse der Adventszeit werden real greifbare Sorgen, nagende Gewissensfragen und schmerzhafte Wahrheiten eingebettet. Ein Fundament, welches den Spannungsbögen der drei Kurzromane die nötige Essenz Dramatik verleiht. Gleichzeitig flechten die Autorinnen bedeutungsvolle Botschaften in ihre Handlungen ein. Bei aller Verzweiflung, Enttäuschung und Verbitterung stellen sie Hoffnung, Vertrauen und Vergebung als Halt gebende Gegenpole heraus — in der Fiktion wie in der Realität. Ein, wie ich finde, Geschenk an uns Leser.

Mit behänder Leichtigkeit verweben die Autorinnen geschickt Festtagsstimmung mit knirschender Brisanz. Trotz der zu lösenden Konfliktlastigkeit lesen sich die Romane mit angenehmer Leichtfüßigkeit. Denn die Rhetorik folgt dem Muster einer unverschnörkelten Echtheit. Die endgültig packende Tiefenschärfe bleibt hingegen, vor allem zu den jeweiligen Enden hin, ein wenig in der Schwebe. Dies bietet dem Leser wiederum eine dankbare Steilvorlage für fortführendes Gedankenspiel.

In der Summe eine Anthologie, in der eine wohlige Weihnachtsromantik wie auch die Macht von (Fehl-) Entscheidungen zu gleichberechtigten Schlüsselfaktoren werden, deren Zweige sich zu einem literarisch-unterhaltsamen Adventskranz verflechten.

F★ZIT: Folgenreich. Nachdenklich. Festlich.


Freitag, 27. Dezember 2013

[Rezension] Twelve Days of Christmas (Trisha Ashley)

Trisha Ashley: Twelve Days of Christmas 
[deutscher Titel: Hollys Weihnachtszauber]

Da ich zugegebenermaßen ein Fan der Weihnachtszeit bin, fühlte ich mich natürlich von einem Buchtitel wie diesem flugs angesprochen. Meinen Griff zu diesem Buch sollte ich dann auch nicht bereuen. Denn auf guten 400 Seiten gelingt es der Autorin, die gebührende Vorfreude aufs Fest vollends zu entzünden, wobei auch weniger große Weihnachtsfreunde auf ihre Kosten kommen dürften. Das liegt im Übrigen nicht zuletzt an den ausgiebigst offerierten Gaumenfreuden, die in einem Bonuskapitel, das drei Rezepte Trisha Ashleys beinhaltet, passend abgerundet werden. Raffiniert!


~ Rezension ~

Erstens kommt es anders und zweitens als du denkst ...

Seit ihr Ehemann vor acht Jahren kurz vor Weihnachten tödlich verunglückte, hat Holly Brown dem Fest der Liebe und seinem Tohuwabohu endgültig abgeschworen. Immer wenn es festlich wird, zieht sie sich zurück und ist für sich allein. Sie ahnt nicht, dass der spontan angenommene Auftrag als Haushüterin ihre Pläne dieses Mal heftig zu durchkreuzen droht. Denn trotz der versprochenen Abgeschiedenheit finden sich, je näher das Fest rückt, immer mehr unerwartete Gäste ein, für die Holly als passionierte Köchin nun auch noch ein stilechtes Catering stellen darf. So war das mit Jude, ihrem griesgrämigen Auftraggeber, keineswegs abgesprochen! Als würde das Tagebuch ihrer verstorbenen Großmutter Holly nicht genügend beschäftigen? Denn auch hier liegt einiges im Argen.

Twelve Days of Christmas von Trisha Ashley ist ein Roman, der wie gemacht ist, um auf die Festtage einzustimmen. Besonderen Glanz verleihen der Geschichte hierbei die vielen liebevoll ausgestalteten weihnachtlichen Details. 

Der köstliche Unterhaltungswert dieses Buches liegt zu weiten Teilen zum einem beim präzise besetzten Figurenensemble, zum anderen bei der auftrumpfenden Vielfalt an kulinarischen Beschreibungen, welche in die Handlung einfließen.
Den Werdegang der Protagonistin Holly, die zu Weihnachten am liebsten im Erdboden versinken würde, begleiten Figuren, deren Charakterzüge markant und bisweilen unterhaltsam überspitzt aufgetragen werden. Ob gewitztes Nesthäkchen der Familie, kantige (Möchtegern-) Schauspielerin oder koketter Filou — ein jeder von ihnen trägt eine sehr eigene Schlüsselrolle zur Abrundung des Ganzen bei.

Sowohl der fortwährende Schlagabtausch zwischen Holly und Jude als auch interner Familienzwist und übereifrig gezogene Annahmen hüllen die Handlung in ein angenehm amüsantes Flair. Alte Familientraditionen, deliziöse kulinarische Beschreibungen und ein alles veränderndes Geheimnis, dem Holly auf der Spur ist, sorgen zweifellos für festliche Stimmungsaufheller, die ich als charmant miteinander verflochten empfand.

Der Roman, dessen Kapitel stets mit Auszügen aus Grannys Tagebuch beginnen, zeichnet sich nicht durch einen überdimensionalen Spannungsbogen aus. Vielmehr liegen die Stärken in der filigranen Skurrilität der Gesamtsituation. Dennoch, hier und dort führen kleine Offenbarungen und weniger kleine Stimmungsschwankungen zu geschickten Wendungen.

Dass sowohl die schier unbändige Vorfreude aufs Fest der Liebe als auch eine mehr als verhaltene Euphorie auf das Glitzern und Schimmern der Weihnachtstage eingefangen wird, führt zu einer fein abgeschmeckten Melange. Mit einem Identifikationspotential für ein breites Publikum dürfte somit aufgewartet werden.

In der Summe ein hübsch ausgeschmückter und mit ein paar unterhaltsamen Klischees sowie liebenswert verschrobenen Charakteren dekorierter Roman, der für einen netten Vorgeschmack auf die Weihnachtszeit sorgt.

F★ZIT: Stimmungsvoll. Einladend. Köstlich.


Montag, 23. Dezember 2013

[Weihnachten] Was das Bloggen zum Geschenk macht?!

Bevor ich EUCH ALLEN ein FRÖHLICHES WEIHNACHTSFEST wünsche, möchte ich an dieser Stelle einmal ein HERZLICHES DANKESCHÖN aussprechen! 

Dieser Post soll jetzt keinesfalls der Dankesrede einer vollkommen unerwarteten Preisverleihung gleichen. Aber ich finde, ihr als Leser und Bloggerfreunde habt euch ein paar dankende Worte, die wie Lametta auf den Weihnachtsbaum rieseln, wirklich verdient.

Ich möchte einfach DANKE sagen für all eure virtuellen Besuche, eure Wortmeldungen unter den einzelnen Blogposts, eure Fürsprache in den sozialen Netzwerken und für eine kreative, aufgeschlossene und abwechslungsreiche Zusammenarbeit (mit Bloggern, Autoren und Verlagen) in der großen weiten Welt der Buchblogger! Dies alles kommt für einen kleinen Blog wie dem meinem schon so etwas wie einem Ritterschlag gleich. Denn nichts von alledem ist selbstverständlich!

Ihr dürft euch allesamt angesprochen fühlen! Denn wie bereichernd, verbindend und persönlich es zugehen kann, wenn man bloggt oder Blogs als Leser verfolgt, ist durchaus ein Phänomen. 
Exemplarisch dafür stehen (Blog-) Freundschaften wie jene, die ich mit Bröselchen von Brösel's Bücherregal, Katharina von Textverliebt. und Charlyne von Lieber Lesen pflegen darf. Alle drei sind herzensgute, buchbegeisterte und clevere Persönlichkeiten, deren Blogs zweifellos einen Blick und Klick wert sind. Außerdem sind sie für mich in diesem Jahr eine zuverlässige, aufrichtige und inspirierende Quelle in Sachen Bloggen & Co. gewesen, dass mir nur bleibt, jedem von euch ebenso wertvolle freundschaftliche Stimmen an der Seite zu wünschen — ganz gleich, welcher Leidenschaft ihr nachgeht.

Gut, jetzt will ich euch nicht länger von den Last-Minute-Weihnachtsvorbereitungen abhalten. Danke für euer offenes Ohr und dafür, dass ihr gern lest!

Ich schicke euch mit den allerbesten Wünschen für ein paar außerordentlich festliche Stunden im Kreise eurer Familien und Freunde in die ausgelassenen (und bestenfalls buchreichen) Feiertage! FROHE WEIHNACHTEN allerseits!!!


Mittwoch, 3. Juli 2013

[Neu im Regal] Was muss, das muss

Nun, was soll ich sagen? Es kam wieder einmal eins zum anderen und ich konnte mich dieser zwei Werke hier beim besten Willen und aller Hartnäckigkeit nicht entziehen. 

Weshalb? Weil ich a) zurzeit mächtig auf englischsprachige Lektüre gepolt bin; weil sich b) Memoirs of an Imaginary Friend von Matthew Green nach einem Roman anhört, der genau nach meinem Geschmack sein dürfte; und weil ich c) egal, ob nun ein Jingle Bells in der Luft liegt oder nicht, ein absoluter Weihnachtsfan bin und ich mich für diese Zeit des Jahres nie früh genug wappnen kann. Was dann auch die eindeutige Erklärung für das Eintrudeln von Twelve Days of Christmas von Trisha Ashley darstellen dürfte.

Oh ja, da warten ein paar perfekte Lesestunden auf mich. Ich kann es fühlen.


Freitag, 11. Januar 2013

[Rezension] Glöckchen, Gift und Gänsebraten (J. Engelke)

Johannes Engelke (Hrsg.): Glöckchen, Gift und Gänsebraten 

Zu Beginn der Adventszeit kam ich durch recht glückliche Umstände in den Besitz dieser netten Krimisammlung. Ich gewann das Buch von Johannes Engelke nämlich beim Adventsgewinnspiel auf Claudias Bücherregal. Dankeschön nochmals! Als Weihnachts- und Krimifan genau das perfekte Präsentchen für mich. 
Abend für Abend verfeinerte mir ein Krimi nun die Vorweihnachtszeit, was für sehr gute Unterhaltung sorgte und schon schnell zu einer gewissen Vorfreude auf die nächste Geschichte führte.


~ Rezension ~

Advent, Advent, ein Mordgedanke entbrennt!

Die Weihnachtszeit kann alles andere als besinnlich sein. Okay, ehrlich gesagt: Sie ist es auch. Vielerorts – von Rügen bis ins Zillertal – leuchtet nicht nur eine mordsmäßig stimmungsvolle Atmosphäre auf, sondern entbrennen ebenso die Gelüste nach einem mörderisch guten Verbrechen. Inwieweit die heimtückisch ausgeklügelten Pläne – vom Versicherungsbetrug bis hin zum Verbrechen aus Leidenschaft – dann auch ihre erfolgreiche Umsetzung finden, bleibt zu erfahren. Immerhin findet alles unter dem augenscheinlich wohligen Deckmantel des Fests der Liebe (und Hiebe) statt.

Johannes Engelke trug in Glöckchen, Gift und Gänsebraten 24 Krimis aus der Feder deutschsprachiger Schriftstellerinnen und Schriftsteller zusammen. Diese ergeben gemeinsam einen prall an Hinterlist und Mordgedanken gefüllten literarischen Adventskalender.

Dem Leser wird mithilfe der 24 Kurzgeschichten die kriminelle Energie der Weihnachtszeit vor Augen geführt und gleichzeitig die Wartezeit bis zum heiligen Abend gehaltvoll verkürzt. Dabei bekommen wir es mit einer breiten Palette an augenscheinlich gewieften Verbrechern zu tun, die manchmal aus Lust, manchmal aus Last zum wirkungsvollen Gift statt zum klingenden Glöckchen greifen.

Die Vielfalt an Kriminalfällen dieses Buches verspricht eine zufriedene Bescherung für den Geschmack eines jeden Krimifans. Wer, so wie ich, die Tradition der Adventskalender schlichtweg als Muss der Weihnachtszeit empfindet und wer sich, so wie ich, in pfiffigen Krimis verlieren kann, dem sei diese Sammlung an kurzweiligen und raffinierten Geschichten wahrlich empfohlen.

F★ZIT: Gerissen. Festlich. Wandelbar.


Samstag, 29. Dezember 2012

[Buchzuwachs] Ausgepackt!

Nachdem sich die Vorfreude aufs Weihnachtsfest mittlerweile vielerorts in frohes Erstaunen und herzliche Überraschungsmomente verwandelt hat, möchte auch ich euch meinen Teil der literarisch angehauchten Weihnachtsfreuden nicht vorenthalten. Denn, wie hätte es anders sein können/ sollen, wurde auch ich auf geniale Weise vom Weihnachtsmann bedacht.

Zum einen trudelte aus Richtung Süden Angelika Schwarzhubers Liebesschmarrn und Erdbeerblues samt Widmung bei mir ein. Ein großes Dankeschön für diese Überraschung geht nochmals an die liebe Katy von BookLover! 

Dann wollte ich als megamäßiger Neuseelandfan unbedingt so gern Am schönsten Arsch der Welt - welch charmant doppeldeutiger, aber irgendwie nicht von der Hand zu weisender Titel - von Bernhard Hoëcker und Tobias Zimmermann in Händen halten. Und, siehe da, die lieben Weihnachtswichtel haben mich erhört. Exzellent!

Und dann, aller guten Dinge sind bekanntlich drei, der absolute Megaknaller: Ein ultratoller und laut Beschreibung weiser Hanvon eBook-Reader, der dem Bordcomputer einer Zeitmaschine recht nahe kommt. Bravourös! 
Klar, ein Buch wird auch für mich stets eine Buch bleiben, doch irgendwie gehört eine solch elektronische Bibliothek bestimmt früher oder später zur Standardausrüstung eines Bücherwurms. Von daher ist ein großes HURRA meinerseits nicht unangebracht! Der Kleine und ich sind jetzt bereits ein Herz und eine Seele und förmlich unzertrennlich.

Ich hoffe, ihr habt über die Feiertage eure eigenen Büchersammlungen ebenfalls um das eine oder andere Schmuckstück aufpolieren können und schaut somit einem lesereichen Jahr 2013 bestens gewappnet entgegen.


Samstag, 22. Dezember 2012

[Challenge] In der Weihnachtsbücherei

Dieses Mal stellte uns die liebe Soli von Solitray's Bücherecke eine Challenge, die sehr im Sinne des bevorstehenden Weihnachtsfestes in glitzerndes Lametta, buntes Geschenkpapier und samtige Schleifen gehüllt war. 
Wie steht's denn um euer momentanes winterlich-weihnachtliches Lesefazit? Lasst uns doch einfach gemeinsam ein fröhliches "In der Weihnachtsbücherei" anstimmen!


[Buch-Woche] Es weihnachtet sehr
Mein Buchhighlight im Jahr 2012 war nicht nur ein einzelnes Buch. Zu meinen Highlights zählen unbedingt ... und der Preis ist dein Leben: Mächtiger als der Tod von C. M. Singer und Between the Lines von Samantha van Leer und Jodi Picoult.
Ein Buch das [im weitesten Sinne] mit Winter zu tun hat und welches ich gelesen haben, heißt Schuldig von Jodi Picoult und ich kann ein positives Fazit ziehen.
Wenn unter dem Christbaum ein Buchgutschein liegen würde, dann würde ich mir dafür J. K. Rowlings Ein plötzlicher Todesfall holen.
Um es mir im Winter mit einem Buch möglichst gemütlich zu machen, benötige ich ein warmes, gemütliches Plätzchen, eine dampfende Tasse Tee und Kerzenschein.
Glöckchen, Gift und Gänsebraten möchte ich dieses Jahr gern noch schaffen zu lesen.
Laut einem Bericht, war 2012, das Jahr der Engel - ich würde es gern sehen, wenn nächstes Jahr vor allem außergewöhnliche Freundschaften in den Bücher auftauchen würden.
Die Verlage veröffentlichen bereits ihre Novitäten-Kataloge für das Frühjahr 2013 und ich habe bereits bei Bastei Lübbe gestöbert.


[Solange ich schreibe] Weihnachten, das Fest der Familie

Da das Fest der Feste nun nahezu unmittelbar vor der Tür steht, was bedeutet, dass der Baumschmuck auf Hochglanz poliert wird, die Menüfolge für das Weihnachtsessen dem zweiten und dritten Check standgehalten hat und die lieben Kleinen nun doch zu durch und durch braven Engelchen werden, habe ich mir folgendes überlegt: 

Ich stell euch - sozusagen als weihnachtliches Knallbonbon - ein Kapitel meines Romans Solange ich schreibe, in dem das Familienfest im Mittelpunkt steht, vor. Auch wenn die Geschichte einen bittersüßen Beigeschmack hat, so rückt sie in dieser Passage für mich doch einen der wesentlichen Gedanken der Weihnachtsfeiertage in den Fokus.

In diesem Sinne: Fröhliches Lesen sowie illustre Last-Minute-Vorbereitungen! Zweimal werden wir noch wach ...

[...]

~ ♥ ~ - 18 - ~ ♥ ~

Dem ersten Weihnachtsfest nach dem einschneidenden Verlust meiner Familie sah ich mit einem äußerst mulmigen und beklemmenden Gefühl entgegen. Keine Spur von gespannter Vorfreude. Die Geburtstage meiner Lieben waren schon schwer genug zu ertragen gewesen,  aber das Familienfest schlechthin ohne eigenen Eltern und Schwester zu verbringen, schien mir schlichtweg unmöglich zu sein.
Bevor Finn und ich nach Toronto flogen, schleiften mich Isa und Mickey über den duftenden Weihnachtsmarkt und durch leuchtende Geschäfte. Aber eine ausgelassene Adventsstimmung wollte sich dennoch nicht einstellen. Ich musste mich vielmehr sehr zusammenreißen, eine in mir brodelnde Übelkeit zu ignorieren. Noch vor 12 Monaten hatte ich mich hier mit Em um die größte Zuckerwatte gekabbelt.
Erst in Kanada, umgeben von einer schneeweißen Pracht, frostiger Kälte und der heißen Zimtschokolade meiner Granny, fühlte ich den Geist der Weihnacht langsam erwachen. In meinem Tagebuch hielt ich sowohl mein Unbehagen als auch meine Freude über die Rückkehr nach Kanada fest. Wir hatten uns entschieden, die Feiertage in der Blockhütte in abgeschiedener Wildnis zu verbringen, da Finn und ich schon als kleine Kinder die unberührte Weite geliebt hatten. Ich genoss diese einmalige und ganz besondere Freiheit, die ich problemlos durch stundenlange Spaziergänge oder durch das Eisangeln mit Gramps sofort zu spüren begann. Früher sah ich Kanadas gewaltige Vielfalt als riesigen Abenteuerspielplatz an. Nun gab mir jene fantastische Szenerie die Gelegenheit, meinen Kopf frei zu bekommen und mich einfach nur treiben zu lassen. Die glitzernden Schneemassen, die bitterkalten Temperaturen und die klare Luft begeistern mich schlicht und ergreifend. Sie schienen auch damals meinen Schmerz wenigstens zeitweise zu betäuben, einzufrieren. Einerseits gaben mir die Ferien im klirrenden Winter Inspiration und neue Ideen, andererseits wurde mir die Einsamkeit, die ein Mensch empfinden kann, nochmals richtig bewusst.
Auch wenn ich mich am liebsten in den Tiefen meines warmen Bettes vergraben hätte, bereute ich es letzten Endes nicht, am Weihnachtsmorgen gemeinsam mit Finn, Granny und Gramps die Geschenke ausgepackt zu haben. Der süße Duft der Anissterne und Lebkuchen tat das Übrige. Weihnachten blieb trotz meiner inneren Konflikte das Fest der Liebe und Geborgenheit. Und wer, wenn nicht Finn und meine Großeltern, hatte mir während des vergangenen Jahres mehr Liebe, Halt und Verständnis entgegengebracht?
Das herzliche Beisammensein, das wir jetzt erlebten, war das Ergebnis unseres fantastischen Zusammenhalts. Ich konnte außergewöhnlich stolz auf meine Lieben sein!
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtete ich die Weihnachtssocken über dem Kamin. Denn auch für Emily, Mum und Daddy hatte Santa einen gefüllt. Ich wünschte mir so sehr, die drei könnten mich genau in diesem Moment umarmen. Und dank eben dieses unbändigen Wunsches fühlte ich die Anwesenheit meiner gesamten Familie an diesem Weihnachtstag sogar. Es gibt immer Wege, die Zeit und Raum überwinden und die gleichzeitig für den reinen Analytiker unergründlich bleiben. 

[...]

© Kora Kutschbach


Donnerstag, 20. Dezember 2012

[Geschenkidee] Monsteralarm!

Vor gar nicht allzu langer Zeit sind mir auf behyflora.com ein paar wirklich niedliche Zeitgenossen über den Weg gelaufen bzw. über die Schneepiste gerutscht. Bei den Kleinen handelt es sich um Vertreter der Spezies Bücher-Monster zum Selberbasteln (hier die Bastelanleitung nach behyflora). 

Jedenfalls kam mir spontan die Idee meine Sammlung an Weihnachtspräsenten, die zum Teil auch arg in Richtung Literatur tendiert - das sei verraten - mittels dieser originellen Zeitgenossen individuell aufzuhübschen.
Daher machte ich mich eifrig ans Werk und erweckte eine ganze Bücher-Monster-Familie zum Leben. Ich mag die Kleinen, denn sie repräsentieren als würdige Vertreter den Gedanken des handgemachten und mit Liebe gestalteten Geschenkaccessoires. Darüber hinaus sind sie als Lesezeichen einfach zu handhaben und verleihen dem Erlebnis des Stöberns gleich noch einen zusätzlichen Biss - im wahrsten Sinne des Wortes. 

Wer also gern bastelt und Freude am Verschenken kleiner, aber feiner Nettigkeiten hat, sollte einmal mit den Bücher-Monstern auf Tuchfühlung gehen. Sie sind unkompliziert zu basteln und können ganz nach Belieben und ohne feste Vorgabe ausgestaltet werden.

Viel Spaß beim Schneiden, Kleben, Malen und natürlich beim Verschenken und Lesen!


Mittwoch, 19. Dezember 2012

[Buchpost] Weihnachtsüberraschung par excellence!

Als ich vor wenigen Tagen Weihnachtspost bekam, verschlug es mir wirklich den Atem. Ganz ehrlich! Träumte ich oder wachte ich? Hatte ich vielleicht eine Überdosis Spekulatius intus? So eine riesige Postsendung für mich? Es muss einfach Weihnachten sein! 
Ich weiß ganz genau, weshalb ich diese Zeit des Jahres so sehr mag. Ich sag euch, das ist das pure Rocking-Around-the-Christmas-Tree-Gefühl!!!

Bekam ich doch von der herzigen Katy und dem BookLover- Heinzelmännchen von hinter den Kulissen ein megamäßig umwerfendes Weihnachtspäckchen, mit dem ich nie im Leben gerechnet hätte. WOW!!! Minutenlang kam ich aus dem Kopfschütteln, stundenlang aus dem Staunen, tagelang aus dem Freuen nicht heraus. 

Mit sehr viel Liebe und Sinn fürs Bringen von Freude hat mir Katy ein gigantisches Weihnachtsgeschenk gemacht. Die bunte, originelle und mit Bedacht zusammengestellte Kollektion an Highlights lassen es mir ganz warm ums Herz werden. 
Katy, woher wusstest du denn bitte zum Beispiel, dass ich Angelika Schwarzhubers Liebesschmarrn und Erdbeerblues tatsächlich auf meiner Wunschliste zu stehen habe (besser gesagt: hatte)? Und dann noch das Autogramm von Ursula Poznanski! 
Kaum zu glauben, mit wie viel Tiefgründigkeit sich Katy Gedanken gemacht hat. Ich bin ganz hin und weg! Hinzu kommen die lieben Worte der Weihnachtskarte - sehr zu Herzen gehend! 

ღ Tausend Dank für dieses herzerwärmende, Augen-zum-Leuchten-bringende Paket, an dessen Inhalt ich noch sehr lange Freude haben werden, weil es zum Seele-baumeln-lassen genauso einlädt wie zum Auf- und Abhüpfen vor Begeisterung. Und nicht weniger sage ich DANKE für (d)eine tolle (Blog-) Freundschaft! Fröhliche Weihnachten! ღ


Dienstag, 18. Dezember 2012

(M)eine Weihnachtsgeschichte (Teil 2)

Die "besinnliche Vorweihnachtszeit" 
oder auch 
"der Monat, der die Eltern mehr ins Schwitzen bringt als das Finanzamt"

"Die schönste Zeit des Jahres" heißt es überall! Aber stimmt dies wirklich?

~ Teil 2 ~ 

Doch fragt man nun die Eltern nach der Nummer 1 ihrer tollsten und entspanntesten Zeit im Jahr, kommen garantiert Antworten wie: "Januar, Februar, März ... nur nicht der Dezember"  oder "Hmmm, letzten Sonntagabend auf der Couch beim Tatort. Wird aber auch der letzte ruhige Moment gewesen sein, denn im Dezember bin ich nie pünktlich zum Tatort fertig."
Weshalb fällt den Eltern nur nie der Dezember als besinnlichster Monat des Jahres ein? Liegt eventuell an der Tatsache, dass sich bereits vor Geschäftsöffnung mit 3.000 weiteren Müttern und Vätern vor dem Laden gedrängelt wird, nur um die aktuellste CD von Justin Bieber zu ergattern. Oder vielleicht mögen die Eltern den Dezember auch nicht so sehr, weil sich die Zeit bis zum 24., aufgrund der weihnachtlichen Chor- und Orchesterproben der lieben Kleinen, nur mithilfe von Ohropax ertragen lässt. Oder weil, wenn dann nach nervenraubenden Stunden doch einmal erstanden, 75 Geschenke darauf warten, eingepackt zu werden (selbst die Weihnachtselfen brauchen Hilfe). Oder weil die Menüliste für die Weihnachtstage akkurat geplant werden muss. Oder weil die Kleinen, die beim Baumschmücken helfen wollten, von Meter um Meter Lametta befreit werden müssen. Oder, oder , oder ...

Ja, Eltern sind in der Vorweihnachtszeit stets schwer beschäftigt und haben nur selten Spaß dabei!!

Wie beschäftige ich meine Eltern im Dezember möglichst dauerhaft? 

1) Ich meine, nur das Kind, dessen Eltern zu jeder Weihnachtsfeier, zu der ich gehe, einen Kuchen backen, bekommt am Ende des Jahres den begehrten Ehrgeizpreis verliehen!
2) "Papa, wir sollen selbstgeschnitzte Skier mit zum Wandertag nehmen!"
3) "Mutti, sogar Roberts Mama kommt zu unserem Projekttag! Du weißt schon, das ist die, die eigentlich nie kann, weil sie doch für den Präsidenten arbeitet!"

Endlich, der 24. Dezember!

Doch eines haben die quirligen Kinder mit ihren ermüdeten Eltern gemeinsam, alle atmen auf, wenn der 24.12. dann tatsächlich erreicht ist!
Denn eigentlich wissen wir doch ganz genau, ob nun als Kind oder als Erwachsener, der Heilige Abend ist ein besonderer Tag im Jahr! Und aus diesem Grund freut sich jeder, egal wie
viel Geduld und Organisationstalent im Vorfeld gefragt war, schließlich und endlich im Familienkreis bei dezenter Weihnachtsmusik und mit bunt verzierten Plätzchen auf dem Teller um den leuchtenden Weihnachtsbaum zu sitzen.
Die Jüngsten tragen ihre Lieder und Gedichte dem Weihnachtsmann vor und nehmen mit ein wenig Anspannung ihre Geschenke entgegen und strahlen kurz darauf wie ein Honigkuchenpferd (oder sollte man besser sagen "wie ein Lebkuchenmännchen"), weil ihr allerallerallergrößter Wunsch in Erfüllung gegangen ist.
Und die Eltern freuen sich, weil sie nicht wissen, was mehr Glitzern im Raum verursacht: Ist es die Lichterkette am Tannenbaum in Kombination mit den 500 Weihnachtskugeln und den sieben Kilogramm Lametta oder sind es die Augen ihrer Kinder, die beim Auspacken der Geschenke?


© Kora Kutschbach