"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Freitag, 30. August 2013

[Rezension] Aussicht auf Sternschnuppen (Katrin Koppold)

Katrin Koppold: Aussicht auf Sternschnuppen 

Ich bin ein riesiger Fan von schrägem Humor. Insbesondere Ironie (und Sarkasmus) haben es mir angetan. Fragt mich nicht warum. Ich weiß nur, dass meine Schwäche für das Stilmittel der Ironie schon seit meiner Schulzeit besteht ... und dank eines gewissen eigentümlichen Serien-Physikers noch immer ein Hoch erlebt.
Genau jener besondere Witz zeichnet auch das Debüt von Katrin Koppold aus und bescherte mir somit ein paar famose Stunden an der Seite der ungleichen Weggefährten Helga und Nils. Mit einem unverkennbaren Zungenschlag, ulkiger Überspitzung und sanftmütigem Anlehnungsbedürfnis ist jener Roman ausgestattet und lässt nicht erst am Ende den Ruf "Bitte mehr davon!" lauter werden.


~ Rezension ~

Eine Reise ohne Gepäck, dafür mit viel Temperament

Durch einen Zufall, dessen Ursprung zugegebenermaßen eine gewisse Neugier war, stößt Helga auf eine eindeutig zweideutige SMS, die ihr Freund Giuseppe von einer leidenschaftlichen Italienerin erhalten hat. Als Giuseppe dann auch noch zu einer „Geschäftsreise“ gen Süden aufbricht, fällt Helga einen impulsiven Entschluss: Sie muss Giuseppe folgen – koste es, was es wolle. Nur hat sie dabei die Rechnung ohne Nils Schöneberger gemacht, der sich nicht nur als kettenrauchender, lederjackentragender Womanizer und Held einer Fernsehserie, sondern eben auch als Helgas aufsässige Reisebegleitung entpuppt. Doch was erst dem Biss in den sauren Apfel gleicht, offenbart sich wenig später als einzige Chance für Helga, Giuseppe auf die Schliche zu kommen.

Bei Aussicht auf Sternschnuppen handelt es sich um das wunderbar schmissige Debüt der Schriftstellerin Katrin Koppold. Ihr gelang es auf Anhieb, einen Roman zu veröffentlichen, der ein temperamentvolles Eigenleben zu führen scheint.

Mit Helga Baum und Nils Schöneberger steckt die Autorin zwei Protagonisten, deren Charaktere sich durch Kontrastreichtum und dennoch ungeahnter Deckungsgleichheit auszeichnen, in einen Smart und schickt sie damit in ein explosives Rennen. Beide sind sehr eigen: Helga ist die personifizierte zynische Akkuratesse, während Nils das Klischee eines Lebemanns, der sich seiner Wirkung bewusst ist, vollends erfüllt. Somit kreierte Katrin Koppold ein Duo, zwischen dem die Funken fliegen – in jegliche Richtung. Ergänzung findet diese schräge Zweckgemeinschaft durch eine Reihe betont eigenständiger Figuren, die immer wieder zu Wort kommen.

Besonders charakteristisch für diese Geschichte ist der unverblümte, schnippische und zugleich liebenswerte Schlagabtausch zwischen den beiden Hauptfiguren. Eine Erzählweise, die Lebendigkeit beweist und mich bestens unterhalten hat. Der Trumpf der Autorin liegt ohne Zweifel in einer Eloquenz, die einerseits charmant klischeehaft, anderseits erkenntnisreich anmutet.

Des Weiteren dürfte dieser Roman bei vielen reiselustigen Italienliebhabern eine Punktlandung hinlegen. Denn Katrin Koppold verpackt in ihren Zeilen das herrlich unverfälschte und durch lieblichen Detailreichtum bestechende Stückchen einer Reise in den Süden. Ein Gefühl des exklusiven Dabeiseins empfand ich während des Lesens – besser hätte es kaum sein können.

Dass die Figuren im Verlaufe der Handlung eine Wandlung durchleben, ist deutlich spürbar. Eine Tatsache, die den Roman wiederum zum Träger einer Botschaft macht: Das Unerwartete bereichert unser Leben. Lass dich darauf ein, wenngleich es schwerfällt dies auf den ersten Blick zu erkennen!
Während im ersten Teil der Geschichte Ironie und Spott den Grundtenor bestimmen, dominieren Selbstreflexion und Entschlossenheit den zweiten Teil. Eine Mischung, mithilfe derer Katrin Koppold eine emotionale Bandbreite geschaffen hat, die meinen Geschmack traf.

Alles in allem ein runder Roman ausgestattet mit Humor, der sich zwischen drolliger Situationskomik und zischender Ironie einpendelt, subtiler Romantik und unverhüllter Lebensweisheit. Eine Geschichte, die dem Leser eine Ahnung gibt und dennoch Überraschungsmomente sternschnuppengleich in den Himmel schießt.

F★ZIT: Schlagfertig. Originell. Gewitzt. 


Mittwoch, 28. August 2013

[Schreibzeugkiste] Ist ER der Richtige?

Er muss das gewisse Etwas haben. Klar! Es muss Aussagekraft besitzen. Sicher doch! Er muss verblüffen, neugierig machen, polarisieren. Wäre passend! Er muss Identifikationspotential bieten. Warum nicht?! Er muss auf der Zunge zergehen. Her damit!

Wer, er?

Na, er, der doch das Aushängeschild eines jeden Buches ist: der TITEL!

Die Suche nach einem adäquaten Buchtitel stellt für den Autor eine Herausforderung dar, die Verantwortung und Authentizität, Publikumsnähe und Einfallsreichtum verlangt. Eine Herkules-Aufgabe? In manchen Fällen ist das durchaus nicht von der Hand zu weisen.

Der Buchtitel spielt eine sehr, sehr markante Rolle in Hinblick auf den Erfolg eines Buches. Ein Werk kann inhaltlich noch so gut sein, doch bevor sich die Leser davon selbst ein Bild machen können, muss der Buchtitel sie überzeugen. Doch wie lässt sich eine derartige Liebe auf den ersten Blick kreieren, ohne eine Zwangsehe zwischen Buch und Leser heraufzubeschwören?

Jeder Autor steckt eine Menge Herzblut, Engagement und Zeit in die eigenen Zeilen. Und ebenjene Bindung spiegelt sich oftmals   und zu Recht  im Titel des Buches wider. 
Darüber hinaus ist es ratsam, Folgendem ebenfalls Beachtung zu schenken: Der Blickwinkel des (hoffentlich zugreifenden) Lesers sollte eingenommen werden. Möchte heißen: Für welche Zielgruppe ist mein Buch gedacht? Welchen Blick auf den Inhalt möchte ich preisgeben? Welches ist der Aufhänger, der für mein Publikum am interessantesten erscheint?

Welcher Autor erhebt nicht den eigenen Anspruch, einen originellen, ansprechenden und griffigen Titel für sein Werk finden zu wollen? Eben. Manches Mal braucht gut Ding Weile ... und einiges an Recherchearbeit, um letzten Endes ein für den Schreibenden und den Lesenden ein zufriedenstellendes Ergebnis zutage zu fördern.

Gut macht sich (meiner Meinung nach) in diesem Fall wohl eine Vorgehensweise, die folgenden Komponenten miteinander in Einklang bringt:

Worin liegt die offensichtliche Hauptbotschaft meines Buches?

Was liegt mir als Autor am Herzen, meinen Lesern mit auf den Weg zu geben?

Welche erste Wirkung möchte ich bei meinem Publikum hinterlassen? Neugierig machen, schockieren, aufklären, bewegen, amüsieren, polarisieren, ...!

Was finde ich selbst an Buchtiteln ansprechend? Könnten meine Leser eine ähnliche Präferenz haben?

Damit einhergehend ergibt sich für mich als Autor (abseits der Rubrik Sachbuch) die Möglichkeit  u.a. zwischen Titelvarianten zu wählen, welche folgendermaßen daherkommen: 

als "wortverspielter und rhetorisch bühnenreifen Blickfang, der unmittelbare Assoziationen weckt" wie Versehentlich verliebt (Adriana Popescu),  Pinguinwetter (Britta Sabbag) oder Das Mädchen mit den gläsernen Füßen (Ali Shaw)

als "Charakterbesetzung von der ersten Sekunde an"  à la Harry Potter (J. K. Rowling), Percy Jackson (Rick Riordan) und Carlotta (Dagmar Hoßfeld)

als "eigenständige Kurzgeschichte" im Stile von Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert (Joël Dicker) und Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick (Jennifer Smith)

als "schlichte Punktlandung" wie Souvenirs (David Foenkinos), Die Wunschmaschine (Alexander Rothe) und Abgeschnitten (Sebastian Fitzek und Michael Tsokos)

Wie auch immer die Titelwahl nach zum Teil endlosen und weiß Gott nicht auf die leichte Schulter genommenen Grübeleien ausfällt, zu beachten ist das Titelschutzgesetz, welches besagt, bereits existierende Titel dürfen keinesfalls nochmals Verwendung finden. Dies im Hinterkopf empfiehlt durchaus einen Blick in die deutsche Nationalbibliothek, um Steine des Anstoßes negativer Natur von Vornherein zu vermeiden.

So weit, so gut. Nun kann die Suche nach dem Heiligen Gral, der in diesem Fall dem wohlgesonnenen Titel meines Buches gleichkommt, beginnen. In diesem Sinne: Sämtliche Register offerieren sich und wollen somit gezogen werden!


Montag, 26. August 2013

[Rezension] Carlsen Explorer Band 3 & 4 (A. Gehrmann & Th. Feibel)

Alva Gehrmann: Der Mensch (Carlsen Explorer, Band 3) 
Thomas Feibel: Facebook, Twitter & Co. (Carlsen Explorer, Band 4)


Als der Carlsen Verlag mich vor gar nicht allzu langer Zeit auf Carlsen Explorer, seine druckfrische hauseigene Sachbuchreihe für Kinder aufmerksam gemacht hat – danke schön dafür , war ich flugs angetan und wollte mich selbst von der Qualität dieses neuen Quell des Wissens überzeugen. Immerhin mangelt es heutzutage kaum an Möglichkeiten für die Kleinen Wissen zu generieren. Dabei die Spreu vom Weizen zu trennen, ist die Kunst, die Eltern, Großeltern, Lehrer & Co. beherrschen müssen.
Eine Empfehlung erlangt die Reihe von mir insbesondere aufgrund der aus Kinderaugen gesehenen Blickwinkel und einer Kindermund entsprechenden Wiedergabe der gesammelten, erquickend ungezwungen aufbereiteten Informationen. 

Bildquellen: Carlsen Verlag


~ Rezension ~

Wissen ist gut. Mehr Wissen ist cool.

Schläft unser Gehirn irgendwann einmal? Wer war Hippokrates? Wofür sorgen Menschenrechte? Diese und zahlreiche weitere Fragen beantwortet Der Mensch von Alva Gehrmann als Band 3 der Reihe Carlsen Explorer auf anschauliche Art und Weise. Darüber hinaus nimmt die Autorin die (jungen) Leser auf eine facettenreiche Reise, welche von der Wiege der Menschheit bis zu den Vermutungen zur zukünftigen Weiterentwicklung durch Zukunftsforscher reicht. Dabei wird auch geklärt, welche Entwicklungstendenzen unserer (Um-) Welt möglich, wahrscheinlich oder auch wünschenswert sind.

Thomas Feibel greift in Band 4 der Sachbuchreihe, Facebook, Twitter & Co., das allgegenwärtige Phänomen der sogenannten sozialen Online-Netzwerke auf. Hierbei veranschaulicht der Autor die praktische Handhabung sowie die angenehmen Aspekte dieser Netzwerke, verpasst es allerdings nicht, im nächsten Atemzug auf die Risiken einzugehen. Neben einem Abriss der historischen Entwicklung der Computertechnologie werden ebenso zahlreiche Bedienungshinweise für die jungen Nutzer gegeben. Aspekte, die gleichermaßen auch die Eltern ansprechen und in die Pflicht nehmen.

Mit Carlsen Explorer hat der Carlsen Verlag eine hauseigene Sachbuchreihe für Kinder ab 8 Jahren ins Leben gerufen, die verschiedene Themenschwerpunkte – wie auch Planeten und Sterne oder Römer und Gladiatoren – in Softcoverheften von jeweils 32 Seiten altersspezifisch und plastisch dargestellt aufbereiten.

Die Grundlage für ein fundiertes Allgemeinwissen wird den Kindern geliefert, wobei das Wissens- und Staunenswerte in einem kindgerechten Wortlaut und in interessante Anekdoten verpackt wird. Hinzu kommt eine Vielzahl von Illustrationen und Graphiken, welche den vermittelten Informationen Anschaulichkeit und Präzision verleihen.

Das Gesamtpaket, mit dem Carlsen Explorer punktet, empfinde ich als sehr empfehlenswert. Dabei spielen hohe Aktualität, eine lockere, obgleich mit Wissen ausstaffierte Erzählweise sowie eine aus Kinderaugen gesehene Perspektive die bedeutenden Rollen.
Es wurde darauf geachtet, dass die jungen Leser nicht überfordert werden, jedoch ein Wissenszuwachs gewährt wird. Eine Balance, die ich als wichtig und gut getroffen erachte.

Das dynamische, farbenfrohe Design der Hefte entspricht einer Mischung aus Wissenschaftszeitschrift und Kinder- und Jugendmagazin, sodass sowohl Seriosität als auch Kindlichkeit gewahrt bleiben.

Insgesamt beweist Carlsen mit dieser pfiffigen Sachbuchreihe, dass Lernen durchaus ein Kinderspiel sein kann. Der Wissensdurst wird gestillt, die Beobachtungsgabe wird gefördert und der Entdeckerdrang wird inspiriert – und zwar generationsübergreifend.

F★ZIT: Clever. Familienfreundlich. Innovativ.


Sonntag, 25. August 2013

Freitag, 23. August 2013

[Neu im Regal] Sternschnuppen sind (vor-) programmiert

Seit geraumer Zeit hege ich den starken Wunsch, mir genau das Buch zuzulegen, das es jetzt - Zeit wird's! - in meinen Besitz geschafft hat. 
Dabei handelt es sich um Katrin Koppolds viel gelobten Roman Aussicht auf Sternschnuppen. Weshalb genau es nun eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat, bis ich jenes Werk in Händen halten durfte, ist mir selbst leicht schleierhaft. Mit umso größerer Vorfreude blicke ich nun ein paar exquisiten Lesestunden entgegen. Himmlisch! Ich hab ein gutes Gefühl.

Des Weiteren kam ich nicht umhin mir Programmiert, die zweite Singleauskopplung von Tim Bendzkos Album Am seidenen Faden, zu sichern. Neben diversen Versionen der eingängigen Single selbst befinden sich vier markante, kraftvolle Tracks, die in Zusammenarbeit mit großen Stimmen entstanden sind, auf der CD. Eine Tatsache, die dem Ganzen wohl das offizielle Siegel Premium aufsetzt. Nun ja, und das für meinen Geschmack umwerfend gute Open-Air-Konzert zu Anfang des Monats tat dann das Übrige, um mich zu überzeugen, dieser Musik nicht widerstehen zu können. Was muss, das muss.


Musikvideo zu "Programmiert"





"Programmiert" live auf der Waldbühne Berlin 





Donnerstag, 22. August 2013

[Rezension] Auf die Freundschaft (Annika Bühnemann)

Annika Bühnemann: Auf die Freundschaft 

Was gibt es Passenderes als im Monat August einen erfrischenden Roman zu lesen, der kurzweilige Unterhaltung garantiert? 
Als mich Annika Bühnemann in einer sehr netten, alles andere als aufdringlichen E-Mail auf ihr Debüt aufmerksam gemacht hat, musste ich nicht lange überlegen, um zu der Entscheidung zu kommen, "Auf die Freundschaft" lesen zu wollen. Immerhin spricht für mich nichts gegen eine aufgeweckte, sympathische Lektüre, deren Effekt in mit guten Schmunzlern gespickten Lesestunden besteht. Ziemlich mein Metier, also her mit dem eBook und vielen Dank an die Autorin!


~ Rezension ~

Frauenpower ohne Wenn und Aber

Claudia lebt mit ihrer kleinen Familie in den USA, seit es sie vor Jahrzehnten dorthin verschlagen hat. Doch dieses Glück hat ein jähes Ende, als sie ihren Ehemann Ken in flagranti erwischt – zum wiederholten Mal. Daraufhin macht Claudia kurzen Prozess und zieht mit ihrem Sohn Mike zurück nach Deutschland. Dort findet sie Halt bei Karin, Hannah und Maria, Freundinnen voller Elan und Kraft, aber ebenso ausgestattet mit ganz eigenen Lastern und Lasten. Gemeinsam marschieren die vier Frauen durch dick und dünn. Und besonders dick kommt es, als eines Tages Ken bei Claudia aufschlägt und hoch und heilig schwört, sie gegen nichts und niemanden in der Welt eintauschen zu wollen. Nun ist guter Rat teuer, denn Claudia muss sich entscheiden.

Mit Auf die Freundschaft debütierte Annika Bühnemann als Schriftstellerin und ihr gelang damit ein Einstand mit hohem Unterhaltungswert, der sich sehen lassen kann.

Aufgefallen ist mir sofort der beschwingte, unkomplizierte und sehr nahbare Erzählstil der Autorin, mit welchem sie ihre quirlige, humorvolle und wendungsreiche Geschichte versehen hat. Nicht auf leisen Sohlen, sondern unmittelbar auf den Punkt gebracht, mit einem guten Schuss Situationskomik abgeschmeckt und energiegeladen erzählt Annika Bühnemann die Geschichte ihrer lebenserfahrenen, anlehnungsbedürftigen und zugleich resoluten Protagonistin.

Dadurch dass der Hauptfigur drei weitere recht unterschiedliche und zugleich deutlich stereotype Charaktere an die Seite gestellt werden, die der Handlung Esprit, Witz und eine gewisse Dramaturgie verleihen, werden verschiedene Handlungsstränge angeschnitten. Dass jede der Frauen ihre eigene kleine Welt zu verteidigen und aufrechtzuerhalten hat und damit jeweils die Unvorhersehbarkeit des sich entwickelnden Spannungsbogens zu eigenen Teilen beeinflusst, bereicherte den gesamten Werdegang meines Erachtens nach sehr akzentuiert.

Die Ausgangslage der Geschichte fordert eine unübersehbare Klischeehaftigkeit nahezu. Diese wurde von der Autorin angenehm aufgefächert und mit Spritzigkeit in die Geschichte eingebracht, wobei eine deutliche Sprache gesprochen wird und Erwartungen an einen humorigen Unterhaltungsroman erfüllt werden. Ausufernde Tiefenschärfe oder umschweifende Schnörkel werden nicht angestrebt. Vielmehr werden Werte wie Aufrichtigkeit, Loyalität und unerschütterlicher Zusammenhalt mit einem Augenzwinkern im Nachklang explizit herausgestellt.

Alles in allem ein Roman, der zu unterhalten weiß. Dynamische Gefühls- und Szenenwechsel, eine ausgeklügelte Bandbreite an Figuren sowie eine Vielfalt an Wendungen sorgen für die Frische, die dem oftmals genüsslich beschriebenen Glas Hugo gleichkommt.

F★ZIT: Gewitzt. Sprudelnd. Wirklichkeitsnah.


Mittwoch, 21. August 2013

[Buchpost] Eine Wahrheit, ein Fall und die Explorer

Kürzlich wurde ich vom Carlsen Verlag darauf aufmerksam gemacht, dass dieser eine eigene Kinder-Sachbuchreihe namens Carlsen Explorer ins Leben gerufen hat. Ein Konzept, mit welchem den jungen Lesern spannende und durchaus komplexe Themen modern und altersgerecht aufbereitet nahegebracht werden soll. Und somit eine Idee, die ich mir genauer betrachten muss! Aus diesem Grund bin ich gespannt auf Facebook, Twitter & Co. von Thomas Feibel sowie Der Mensch von Alva Gehrmann

Darüber hinaus trudelte Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert aus der Feder von Joël Dicker bei mir ein. Ein Roman, dessen Original in Frankreich ein wahrer Bestseller wurde und nun im Piper Verlag erschienen ist. Der erste Blick auf das Buch hinterließ einen entsprechenden Eindruck bei mir, sodass ich nun mächtig gespannt auf dieses Werk mit all seinen Leichen im Keller bin.


Montag, 19. August 2013

[Rezension] The Lucky One (Nicholas Sparks)

Nicholas Sparks: The Lucky One 
[deutscher Titel: Für immer der Deine]

Nachdem ich in dem Falle dieses Mal zuerst auf den Film gestoßen war und er mir sehr zusagte, konnte ich natürlich nicht anders, als ebenso die Romanvorlage für die Verfilmung näher unter die Lupe zu nehmen. Mit welcher Erkenntnis? Nun, auch das verschriftlichte Original ist wie für mich gemacht und weckte beim Lesen eine außergewöhnlich starke Verbindung zu den Charakteren. Wie genau Nicholas Sparks das hinbekommen hat, kann ich nicht allein auf einen Aspekt festnageln. Ich schätze, das Gesamtpaket macht's.
Als Randnotiz meines "Erst-Film-dann-Buch-Experiments" bleibt festzustellen, dass ich während der Lektüre stets Zac Efron als Logan Thibault vor Augen hatte und nicht den beschriebenen kantigen, langhaarigen Zeitgenossen. Allerdings konnte ich damit sehr wohl gut leben.


~ Rezension ~

Vom Schicksal gelenkt

Nach seinen Einsätzen im Irakkrieg beschließt Logan Thibault, zu einer Reise quer durch die USA aufzubrechen. Denn eine Mission hat er noch zu erfüllen: Er möchte die Frau ausfindig machen, deren Foto er inmitten des Kampfes gefunden hat und das ihm seither scheinbar stets erfolgreich vor Unheil bewahrte. Als er schließlich auf Beth trifft, für ihre Großmutter arbeitet und sich mit Ben, ihrem Sohn, anfreundet, eröffnen sich Logan Perspektiven, die ihm bisher verborgen geblieben sind. Doch nicht jeder in Beth’ Umfeld ist glücklich, über Logans Erscheinen. Im Gegenteil, Keith Clayton, Beth’ einflussreicher Exmann, setzt alles in seiner ungeheuerlichen Machtposition stehende daran, die aufblühende Vertrautheit zwischen Beth und Logan im Höllenfeuer zu verbrennen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht!

Nicholas Sparks zählt zu den meistgelesenen Autoren von Liebesromanen weltweit und auch mit The Lucky One beweist er, wie einzigartig, berührend und gleichzeitig aufwühlend die Beziehung von Fremden, die Seelenverwandte zu sein scheinen, sein kann.

Ausgefeilter und gekonnt in Szene gesetzter Kontrastreichtum zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman – angefangen bei den persönlichen Geschichten und Ambitionen der einzelnen Charaktere, über die Facetten der beschriebenen Gefühlswelten bis hin zu den gewählten Kulissen.
Wenngleich die Grundzüge natürlich durch Elemente einer klassischen Liebesgeschichte à la „Liebe auf den zweiten Blick“ bestimmt werden, so gelingt es dem Autor, oftmals auch das Bittere, das Unausweichliche, das Endgültige in den Vordergrund zu rücken, sodass alles andere als eine Zuckerwattewolke den Handlungsstrang einhüllt.

Die Geschichte wird aus den Blickwinkeln der zerrissenen Beth, des suchenden Logan und des besessenen Keith wiedergegeben, wodurch eine Komposition entsteht, die einerseits sanftmütig und hoffnungsvoll sowie andererseits berechnend und kaltblütig anmutet. Ein Wechselbad der Gefühle, das mich als Leser überzeugte.

Das Ensemble der Figuren wurde passend und eine gewisse Klischeehaftigkeit bedienend zusammengestellt, wobei herzliche Sympathieträger wie Nana und Ben einem unberechenbaren Clayton die Stirn zu bieten haben. Doch besonders die Vorliebe Nanas für Metaphorik und Bens Kämpferherz und eben auch Claytons zermürbende Ungerechtigkeit entsprechen dem Salz in der Suppe dieses Buches. Ebenjene unwillkürlich entstandene Nähe – in Form von Zu- oder Abneigung – den Figuren gegenüber empfand ich während des Lesens als sehr charakteristisch. Herzklopfen und Donnergrollen par excellence sind demzufolge inklusive.

Die gezeichneten inneren Konflikte, Traumata und Sehnsüchte werden vom Nicholas Sparks filigran ausgestaltet, sodass sie – ob rational erklärlich oder unerklärlich – die Logik oder eben das Bauchgefühl, für welches diese Geschichte symbolisch stehen kann, fließend transportieren.

Ein Roman, der nicht nur die (nahezu) unerschütterliche Liebe zweier Menschen hervorhebt, sondern im gleichen Atemzug die Liebe zum Leben und die Dankbarkeit für das eigene Leben unterstreicht.

F★ZIT: Hingebungsvoll. Entschlossen. Zermarternd.


Sonntag, 18. August 2013

Donnerstag, 15. August 2013

[Rezension] Lieblingsmomente (Adriana Popescu)

Adriana Popescu: Lieblingsmomente 

Dass ich dieses Buch lesen MUSSTE, stand außer Frage. Dass es mir gefallen würde, davon war ich ziemlich überzeugt. Dass es mich in dem Umfang mit sich nahm, wie es eben der Fall war, empfinde ich als Geschenk! Die Autorin schaffte es, dass ich mir meine ganz persönlichen Lieblingemomente der Vergangenheit wieder einmal in Erinnerung rief und mit einem Lächeln Revue passieren ließ. Lieblingsmomente hat jeder von uns. Was einen solchen Augenblick ausmacht, ist schwer in Worte zu fassen (Adriana Popescu gelingt es dennoch!). Doch wenn einer jener Augenblicke gekommen ist, weiß man es einfach. Es ist ein Gefühl, dessen Intensität glüht ... und sich einen ewigen Platz in unserm Herzen sichert. Ein Plätzchen in der Reihe meiner Lieblingsbücher hat sich "Lieblingsmomente" definitiv gesichert. Denn es ist mehr als ein Buch und es steckt mehr darin, als du denkst ...
Danke möchte ich an dieser Stelle auch dem Piper Verlag für das Rezensionsexemplar sagen!

Bildquelle: Piper Verlag


~ Rezension ~

Der Zauber der kleinen Augenblicke

Als Layla den perfekten Fokus ganz allein auf Tristan legt, ahnt dieser nichts davon. Sie atmet durch und drückt den Auslöser. Dass sie mit jenem routinemäßigen Klick, der zu ihren Beruf als Partyfotografin gehört, das Motiv einfängt, dass ihr Leben auf den Kopf stellen wird, ist auch für Layla in dieser Sekunde unvorstellbar. Doch schnell werden aus Fremden enge Freunde und Tristan schenkt Layla etwas, das sie bisher gar nicht glaubte, vermisst zu haben: Lieblingsmomente wie Perlen aneinandergereiht. Augenblicke, in denen Layla das Gefühl hat, die Welt gehöre ihr. Als Layla dann jedoch bemerkt, wie sehr sie sich durch und in Tristans Gegenwart verändert, wird ihr unwohl. Denn plötzlich muss sie unbequemen Wahrheiten ins Auge blicken, die bitter schmecken. Bitterer denn je.

Lieblingsmomente ist bereits der dritte Paukenschlag der Adriana Popescu und ein Roman, der wieder einmal eigene Maßstäbe setzt. Das Gefühl, einen tiefen Schluck aus der Flasche mit der Aufschrift „Lebenselixier“ zu nehmen, erfüllt den Leser von der ersten Zeile an.

Aufrichtig und voller Wärme erzählt die Autorin die Geschichte einer einzigartigen Freundschaft, die dem typischen Klischee zu folgen scheint und in eine Liebe, die trotz aller Zuneigung unter keinem guten Stern zu stehen droht, mündet. Doch jener Ansatz ist wohl das einzig (vom Leser) Erwartete an dem Weg, den die beiden Protagonisten miteinander beschreiten. Denn es geht um viel mehr, als um eine greifbare und nichtsdestotrotz unerreichbare Liebe. Es geht darum, die Leidenschaft für das eigene Leben (neu) zu entdecken. Es geht darum, im Alltäglichen die unscheinbaren Kostbarkeiten zu sehen. Es geht darum, sich selbst zu überraschen, weil man tatsächlich über sich hinauswachsen kann.

Mit Layla Desio und Tristan Wolf hauchte Adriana Popescu zwei Figuren Leben ein, die unwahrscheinlich menschlich daherkommen. Sie haben Ecken und Kanten, Träume und Blockaden, Talente und Gewissensbisse. Dennoch flüchten sie aus dem Hier und Jetzt, um dabei die Süße von Lieblingsmomenten auszukosten. Ein Ausstieg, zu dem ich mich sehr angesprochen gefühlt habe, die beiden zu begleiten. Explosivität und Lebenshunger werden überschattet von Melancholie und Zweifeln. Lebensechter und allgegenwärtiger könnte dem Leser kaum ein Spiegel vors Gesicht gehalten werden.
Ohnehin gelingt es der Autorin spielend leicht mithilfe ihres temperamentvollen, detailverspielten und unverfälschten Stils eine Erzählung zwischen zwei Buchdeckeln festzuhalten, die wohl bekannte (und viel zu oft gut verdrängte) Lebensweisheiten erfrischend verpackt an die Frau und den Mann bringt.

Was für mich das absolute i-Tüpfelchen dieses Buchs ist, sind die sympathischen Verknüpfungen zwischen Realität und Fiktion. Adriana Popescu schrieb nicht nur einen Roman, sondern gleichermaßen eine Liebeserklärung an ihre Heimatstadt Stuttgart, sodass der Leser nicht minder einen Fremdenführer versehen mit viel Persönlichkeit in Händen hält. Hinzu kommt ein hervorragender Soundtrack zum Buch, der wundervoll in die Geschichte eingewoben wurde und dessen Urheber, Sänger/Songwriter Thomas Pegram, ebenfalls mit einer famos in Szene gesetzten Rolle an der Seite Laylas bedacht worden ist.

Durchweg ein Roman, der berührt; der nachdenklich stimmt; der dazu animiert, seine Träume nicht verstauben zu lassen; der Augen öffnet. Eine Geschichte, die beweist, dass es sich lohnt, zu glauben, zu streben, zu lieben, zu leben. Eine Erzählung, deren Ende einen schnittigeren Cliffhanger nicht hätte haben können.

F★ZIT: Lebensklug. Lauernd. Leidenschaftlich.


Dienstag, 13. August 2013

[Buchpost] Das MUSS auf meiner Wunschliste

Seitdem ich erfahren habe, dass Adriana Popescu (Fünf Tage Liebe, Versehentlich verliebt) in diesem Sommer ihr neustes Werk, welches den aussagekräftigen und verheißungsvollen Titel Lieblingsmomente trägt, im Piper Verlag veröffentlichen würde, galt jene Neuerscheinung als absolutes MUSS für mich. Denn meine bisherigen Adriana-Popescu-Leseerlerfahrungen waren umwerfend gut und ich mag den Stil der Autorin viel zu sehr, um Lieblingsmomente nicht hätte entgegenfiebern zu können. 
Darüber hinaus ist Adriana Popescu eine Persönlichkeit, deren Biss, Vielseitigkeit und Euphorie als (Indie-) Autor/in meiner Meinung nach sehr ansteckend sind. Dass ich mich dadurch angesprochen fühle, ist selbstverständlich, oder?

Aus diesem schlichten, obgleich triftigen Grund bin ich nun mega-mega-megaerfreut pünktlich zum heutigen Erscheinungstermin der gedruckten Version, mein persönliches Leseexemplar in Händen halten zu dürfen. Ich habe es förmlich im Gefühl, dass dieses Buch das Potential hat, ein einziger Lieblingsmoment zu werden.

P.S.: Nicht weniger ist übrigens der Soundtrack zum Buch (was für eine super Idee!) aus der Feder von Thomas Pegram zu empfehlen.


Montag, 12. August 2013

[Rezension] Wunder (Raquel J. Palacio)

Raquel J. Palacio: Wunder

Bei diesem Buch handelt es sich um ein wertvolles Stück Literatur, das für Familien zur Pflichtlektüre zählen sollte. Berührende, quirlige und zutiefst ehrliche Züge vereint Raquel J. Palacio zu einer Geschichte, die mich wahrhaft beeindruckt hat. Das allgegenwärtige Phänomen des "Andersseins" zeichnet sie mit feinster Beobachtungsgabe nach. Vielschichtige Töne klingen dabei an, die aufhorchen lassen.
Für mich ein Kinderbuch, das den Status eines klaren, überzeugenden und Spuren hinterlassenden Symbols für Gleichberechtigung, Akzeptanz und Lebensmut erreicht hat. Außerdem bildet die Dankbarkeit gegenüber dem Leben ein zentrales Element der Geschichte  ein häufig verloren gegangenes Gut!  Welch WUNDERbarer Paukenschlag!


~ Rezension ~


Standing Ovations für das Wunder des Lebens

August Pullman ist ein cleverer, aufgeweckter zehnjähriger Junge, der mit seiner Familie in New York lebt. So ungewöhnlich dieser Hintergrund sein mag, Auggie ist dennoch etwas ganz Besonderes. Denn sobald er das Haus verlässt, zieht er neugierige oder auch entsetzte Blicke auf sich, was für ihn alles andere als ein Vergnügen ist. Weshalb? August leidet an einem seltenen genetischen Defekt, der sein Gesicht in ein Trümmerfeld verwandelt hat. Eine trauriges Schicksal, an dem auch zahlreiche Operationen wenig ändern konnten. Dennoch stellt sich August tapfer und mit unumstößlichem Galgenhumor dem Leben. Einen großen Einschnitt erlebt er, als seine Eltern es ihm ermöglichen, fortan eine öffentliche Schule zu besuchen. Auggie ist vollkommen hin- und hergerissen und beweist dabei, das es Wundervolles in jeder Lebenslage zu entdecken gibt.

Mit Wunder gelang Raquel J. Palacio ein Debüt, dessen Botschaft bewegender, liebenswerter und eindringlicher kaum hätte verpackt werden können. Dieses Buch ist ein wahres Geschenk!

August ist ein Protagonist, der die Herzen der Leser im Sturm erobert. Die Autorin erweckte mit ihm einen Charakter zu Leben, der trotz seines jungen Alters eine schwere Bürde mit sich trägt. Doch dieser bietet er mit unbändiger Kraft, unnachahmlichem Witz und bewundernswerter Beharrlichkeit die Stirn. Ihm zur Seite stellte Raquel J. Palacio eine Reihe von vielseitigen ausstaffierten Figuren, deren Wirken ergreift, erzürnt oder ermutigt – realitätsnahe Facetten bis in die Haarspitze.

Ebenjene Authentizität wird der Geschichte des Weiteren dadurch verliehen, dass die Perspektiven der Erzählung – und somit der Wahrnehmung Augusts und seiner Erfahrungen – in Regelmäßigkeit wechselt. Via, Auggies Schwester, Freunde und Klassenameraden wird das Wort in den Mund gelegt, sodass geradeheraus und zum Teil (brutal) ehrlich Empfindungen an den Leser herangetragen werden. Dadurch eröffnen sich Sichtweisen, die über den sprichwörtlichen Tellerrand hinausgehen und zugleich mit Fragen, welchen sich unsere Gesellschaft zu stellen hat, konfrontieren.

Dass es sich mit Wunder nicht um ein schlichtes Kinderbuch handelt, sondern vielmehr um ein Werk, das Grenzen sprengt, Tabus altersgerecht thematisiert und zu einem freundlicheren Miteinander ausdrücklich auffordert, darf zweifelsohne festgestellt werden. Die Intensität, die Wahrhaftigkeit und das Einfühlungsvermögen, mit denen die Autorin das vermeintliche „Anderssein“ in treffende Worte fasst, gingen und gehen mir nach wie vor zu Herzen. Der Kontrast zwischen unbeschwertem, wortwitzigem Schreibstil und ernsthaftem Anliegen der Geschichte harmonisiert fabelhaft und macht dieses Buch zu einem wahren Pageturner.

Der kleine August verzaubert als großer Hoffnungsträger. Ein Buch, das Augen öffnet, Mut macht, Flügel verleiht und dabei nicht davor scheut, die verankerten Schwächen unserer Gesellschaft aufzudecken. Es ruft schlichtweg dazu auf, mit dem Herzen zu sehen und grenzenlose Akzeptanz nicht zu hinterfragen, sondern als etwas Selbstverständliches entgegenzubringen.

F★ZIT: Beeindruckend. Herzergreifend. Ungeschminkt.


Sonntag, 11. August 2013

[Sonntagsbrunch] Am 11. August 2013


Ein wenig Erholsamkeit - vergänglich und zugleich unbezahlbar.


~ eingefangen beim Wiesenlauf (Deutschland) ~

Freitag, 9. August 2013

[Rezension] Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen (Rick Riordan)

Rick Riordan: Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen 

In Kürze erobert Percy Jackson bereits zum zweiten Mal die Kinoleinwände bei uns im Land. Grund genug, um sich seinen Erlebnissen zuvor nochmals schwarz auf weiß festgehalten zu widmen. Für diese Gelegenheit durch das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar gilt dem Carlsen Verlag mein Dank!
Mit Percy Jackson hat sein Autor definitiv einen Charakter geschaffen, der seinen Platz zurecht im Bücherolymp der (jungen) Leser gefunden hat, trumpft die Serie doch mit Vielseitigkeit, Spannung und Wissenswertem auf.

Bildquelle: Carlsen Verlag


~ Rezension ~

Entschlossene Heroen braucht die Welt

Der letzte Schultag ist eingeläutet und Percy kann es kaum mehr abwarten, in den Sommerferien ins Camp Half-Blood zurückzukehren. Doch schon allein die Tatsache, dass ihn ein übler Alptraum quälte, trübt Percys Enthusiasmus. Dann macht seine Mutter auch noch eine undurchsichtige Andeutung und zu guter Letzt muss sich Percy noch in der Schule gegen einen heftigen Angriff zur Wehr setzen. Als ihm gemeinsam mit Annabeth und Tyson, einem Waisen, dem er sich angenommen hat, die Flucht ins Camp gelingt, wartet dort ein heilloses Chaos auf ihn. Böse Mächte drohen Überhand zu gewinnen, Gift drängt Camp Half-Blood in die Enge und Percys bester Freund Grover scheint in lebensbedrohlicher Gefahr zu schweben. All dies lässt den jungen Halbgott eine folgenschwere Entscheidung treffen, denn ihm rinnt die Zeit durch die Finger. Der ungewisse Wettlauf gegen einen Feind, der hinterhältiger nicht sein könnte, beginnt.

Mit dem zweiten Band, Im Bann des Zyklopen, der beliebten Reihe um den Titelhelden Percy Jackson kreierte Rick Riordan ein temporeiches Abenteuer, das kaum Zeit zum Durchatmen gibt und insbesondere die jungen Leser in den beschriebenen Bann ziehen wird.

Als Leser fühlte ich mich unmittelbar in die Handlung katapultiert und ging an der Seite von Percy und seinen Freunden auf Reisen. Eine Tatsache, die das Lesen vor allem für das Zielpublikum sehr ansprechend machen dürfte. Der wenig umschnörkelte, nicht allzu tiefgründige und dafür umso zackigere Erzählstil des Autors passt, wie ich finde, äußerst gut zum Gesamtpaket des Buches.

Die Hauptfiguren werden gezeigt, wie sie wachsen - mit ihren Herausforderungen, Verantwortungen und Bestimmungen. Dennoch erhält Rick Riordan weiterhin eine Prise Unbedarftheit, Hitzköpfigkeit und Naivität. Eigenschaften, welche die Helden um einiges nahbarer machen.

Auch überzeugt die Art und Weise, mit der der Autor die Brücke zwischen den Mythen der Historie, Fantasyelementen sowie der realen Gegenwart schlägt. Dadurch entsteht ein komplexer Handlungsstrang, dessen Stärken im Facettenreichtum der gezeichneten Rollenbilder, in den Überraschungsmomenten und den (noch) nicht vollends gelüfteten Geheimnissen liegt. 
Um uns Lesern den Überblick zu gewähren, befindet sich am Ende der Geschichte ein Glossar, das die wichtigsten Gottheiten und Wesen des Olymps näher beschreibt. Eine Ergänzung, die ich für überaus bereichernd - auch über das Buch hinaus - erachte.

Akzente werden unverkennbar gesetzt: Diese liegen auf dem großen, nebulösen Abenteuer voller Hürden, die es zu überwinden gilt, und Kämpfe, denen sich gestellt werden muss. Darüber hinaus werden Werte wie Loyalität, Freundschaft und Bescheidenheit großgeschrieben. Eine Botschaft, die ich als Leser als sehr angenehm empfand. Hinzu kommt ein wahrer Cliffhanger, der ohne Frage für Neugier auf die Fortsetzung sorgt.

Als besonderes Feature beinhaltet diese Neuauflage, die mit Das Buch zum Film betitelt wurde und damit die Wartezeit bis zum Kinostart geschickt überbrücken soll, exklusive Filmbilder. 

Alles in allem eine Lektüre für Bücherwürmer, die Fantasy, Action und/oder Mythologie lieben. Sozusagen ein Kessel, der ordentlich brodelt und der in der Schmiede der Gottheiten für gehörig Dampf sorgt.

FZIT: Abenteuerlich. Flott. Pfiffig.


Mittwoch, 7. August 2013

[Live-Erlebnis] Eine Mission, die zum Strahlen brachte!!!

Dass ich große Stücke für gute (= textintensive, ausdrucksstarke, wortverspielte) deutschsprachige Musik übrig habe, ist eine Tatsache, die ich bereits früher mit euch geteilt habe. Denn immerhin berichtete ich vor gar nicht allzu langer Zeit schon einmal – im Grunde zweimal, um genauer zu sein , dass ich wahre Begeisterung für die Arbeiten des Berliner Singer/Songwriters Tim Bendzko hege. 
Sowohl sein erstes Album Wenn Worte meine Sprache wären (2011) als auch dessen Nachfolger Am seidenen Faden (2013) gehören zum festen, zum felsenfesten Repertoire meiner CD-Sammlung. Besonders mag ich den Mix aus Einmal-gehört-nie-mehr-vergessen-Liedern und Lass-Text-und-Takt-erst-einmal-auf-dich-wirken-und-fühl-dich-anschließend-in-einer-Dauerschleife-gefangen-Liedern.

Als ich im zurückliegenden Frühjahr nun davon erfuhr, dass Tim Bendzko 2013/14 erneut auf Tour gehen würde, die dieses Mal den vielsagenden Titel Ich steh nicht mehr still tragen sollte, die dann auch noch mit der großartigen Mission Waldbühne in Berlin im August 2013 eröffnet werden würde, war eines SOFORT klar: Ich möchte (= muss) zu diesem Konzert!!!

Am vergangenen Wochenende war es nun so weit: Mit Pauken und Trompeten – oder besser: mit Cello und Akkordeon – läutete Tim Bendzko in seiner Heimatstadt vor einer prächtigen Freilichtkulisse gefüllt mit etwa 20.000 Menschen seine aktuelle Tour ein.

Es war schlichtweg ein gigantisches Erlebnis, das sowohl für das begeisterte Publikum als auch für die Sänger und Musiker auf der Bühne etwas sehr Besonderes war. Die Sänger, weil Tim Bendzko es sich nicht nehmen ließ, gemeinsam den fabelhaften Überraschungsgästen Chima, F.R.Cassandra Steen, Henning Wehland und Tino Oac sowie Klimas von Die Söhne Mannheims den Abend auszuschmücken.

Die Atmosphäre im Kessel der Waldbühne kochte – nicht nur, weil eine sich eine sommerliche Dunstglocke, die durch einen ebenso unerwarteten wie angenehmen Sommerregen aufgelockert wurde, wie ein Vakuum über den Veranstaltungsort legte. Sondern im Besonderen, weil ein sympathischer, lockerer und vollkommen nahbarer Tim Bendzko samt toller Crew mit Schwung und Passion durch den Abend führte. Bestens aufgelegt sang er für das bunt gemischte und Laola-Wellen inszenierende Publikum und gleichermaßen mit ihm. 
Der Funke sprang von der ersten Sekunde an vollkommen über … entfachte ein Feuer (Achtung: Waldbrandgefahr!) … und büßte bis zum letzten Paukenschlag, der in diesem Falle durch den beherzten Griff in die Gitarrensaite ersetzt worden ist, rein gar nichts an Intensität ein. Im Gegenteil!

Ein bezeichnendes Beispiel für die famose Stimmung ist gewiss folgendes Bild: Eine Reihe vor mir stand ein etwa acht Jahre altes Mädchen im Gang neben dem eigentlichen Sitzplatz, tanzte euphorisch zu den Klängen und sang aus Leibeskräften (!) die Zeilen, die durch die Arena hallten, mit. Neben ihr stehend hatte es den Großvater der Kleinen auch vom Platz gerissen und die beiden waren völlig in ihrem Element. Genial!

Sicher, dass es ein unglaubliches Konzert werden würde, wäre (beinahe) zu erwarten gewesen. Doch dass es dermaßen „reinhaut“ und mit jedem besungenen Herzschlag wie programmiert die Welt rettet und daher gern zurücksehen lässt, war ein Erfolg der aller ersten Güte. Künstler und Publikum blieben sichtlich gerührt zurück und hatten gemeinsam 'nen langen Tag

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich möchte sagen, dass ihr  solltet ihr entweder handgemachtes deutschsprachiges Liedgut, in dem Herz und Seele und eine Menge mehr stecken (im Allgemeinen) mögen oder gar Tim Bendzkos Musik (im Engeren) für euch entdeckt haben  wann immer sich die Gelegenheit ergibt, ein Konzert von diesem Künstler unbedingt miterleben. Sehr, sehr, sehr empfehlenswert!

Unbändige Lebensfreude wird ohne unnötig verschnörkeltes Beiwerk und dafür mit umso mehr Überzeugung, Esprit und Strahlkraft transportiert. Mit spürbarer Dankbarkeit und Bescheidenheit trat Tim Bendzko seinem Publikum gegenüber – eine Attitüde, die übrigens nicht nur bei mir sehr gut ankommt. 

Bleibt unter dem Strich dieser etwas anderen „Rezension“, die ich mir nicht nehmen lassen konnte/wollte, festzuhalten: Mission Waldbühne mehr als erfolgreich erfüllt! Ich steh nicht mehr still und das war gewiss nicht das letzte Mal, das letzte Lied, denn getreu der Aufforderung: „Sag einfach Ja“ bin ich liebend gern wieder einmal mit dabei, wenn ein Tim Bendzko samt famoser Band zur Hochform aufläuft. Ich will viel mehr davon!

FZIT: Umwerfend. Ansteckend. Beeindruckend.


P.S.: Manch einer von euch mag es vielleicht erkannt/geahnt haben, es greifen einige Formulierungen mehr oder weniger direkt Passagen auf, die für gewöhnlich mit Noten versehen sind. Musste einfach sein. ♫♫


Montag, 5. August 2013

[Schreibzeugkiste] Blogg dich ...


... frei.
... glücklich.
... in die Herzen des Publikums.
... zufrieden.
...


Es gibt unzählige Gründe, aus denen Menschen wie du und ich einen Blog führen. 

Für mich ist dieser heutige Einblick in meine Schreibzeugkiste ein kleiner Meilenstein, denn vor genau einem Jahr ging der erste Creativity-First-Post online. Hey, wer hat an der Uhr gedreht? ... Wie die Zeit verfliegt. Der Moment, ein Resümee meiner Eindrücke einmal mit euch zu teilen, scheint demnach unausweichlich ...

Was als kleiner Versuch und ohne enorme Erwartungen begonnen hat, meine eigene Begeisterung für die Vielfältigkeit des geschriebenen Wortes einfach einmal zu teilen und damit bestenfalls Inspiration zu streuen, ist mittlerweile zu einem Feuerwerk an funkelnden Eindrücken, gefundenen (Blog-) Freundschaften und verblüffenden Möglichkeiten geworden. Dafür bin ich überaus dankbar! Lasst euch das gesagt sein.

Klar, es ist kein Geheimnis, dass ich das Schreiben und Lesen liebe, doch dass die Position des Blogadministrators, in dessen Verantwortungsbereich das Ausstaffieren eines Blogs mit unendlich scheinenden Buchstabenreihen fällt, den Beigeschmack und das Suchtpotential von cremigen Sahnebonbons haben sollte, ist eine Erfahrung, die ich keinesfalls missen möchte. All die kleinen und weniger kleinen Türen, die sich seither geöffnet haben und hinter die ich linsen durfte, sind Bereicherungen, mit denen ich so niemals gerechnet hätte. Immer ein Grund zum Strahlen!

Als verhältnismäßiger Winzling in den virtuellen Weltmeeren der Blogger mitschwimmen zu dürfen, ist etwas, das erfreut, staunen lässt, bestätigt, motiviert und doch gleichermaßen herausfordert, erschreckt und überwältigt. Ein Gesamtpaket, das es in sich hat und das, wenn man es annimmt, wie es ist, unvergessliche Momente beschert.

Da das Bloggen im Trend liegt und inzwischen auch in meinem Freundeskreis Einzug gehalten hat, fühle ich mich übrigens auch nicht mehr als äußerster Exot, wenn ich erkläre, dass ich leidenschaftlich gern Wortakrobatik betreibe. Und selbst wenn es so wäre, wäre es mir gleich, denn die Hauptsache ist schließlich, dass man für sich seine Nische gefunden hat, in der das Wonnegefühl einen umgibt. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich daher sagen: "Hab sie gefunden."

Solltet ihr also auch einmal die Idee haben, etwas auszuprobieren, das euch unter den Nägeln brennt, dann tut dies. Was daraus erwachsen kann, kann unter Umständen unbezahlbar sein! Probiert euch aus, denn zu verlieren gibt's in den seltensten Fällen etwas. Geht einfach mit Leichtigkeit und der nötigen Ungezwungenheit ans Werk, bleibt eurer Intuition treu und beobachtet dennoch aufmerksam. Teilt das, wofür ihr durchs sprichwörtliche Feuer gehen würdet ... et voilà, schon ist der erste Schritt getan.

Zu guter Letzt möchte ich mich bei euch - all den (mehr oder weniger regelmäßigen) Besuchern und Kommentartoren, Autoren und Verlagen, Fürsprechern und Freunden - beDANKen

Viele positive Stimmen durfte ich im zurückliegenden Jahr als Bloggerin vernehmen, die mir bestätigten, dass meine ursprüngliche Ambition [ihr erinnert euch: die eigene Begeisterung zu vervielfältigen] wahrhaftig auf Gegenliebe gestoßen ist. PERFEKT und ein Feedback, das meine Hypothese "Ein geschriebenes Wort erreicht seine glanzvolle Blüte erst, wenn es gelesen und reflektiert wird" unterstreicht. Ihr seid großartig!