"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 25. April 2017

[Rezension] Alles, was Mädchen wissen sollten, bevor sie 13 werden (Heike Abidi)

Heike Abidi: Alles, was Mädchen wissen sollten, bevor sie 13 werden 

Ein Buch, mit dem Heike Abidi so etwas wie eine quirlig-sympathische Handreichung für die Teenager von morgen, also den ganz bald 13-Jährigen, verfasst hat. 

Temperamentvoll, aber auch mit deutlichen Worten der Selbstbestimmtheit geht die Autorin zu Werke und trifft damit den Zahn der Zeit.


~ Rezension ~

Jetzt also mal Butter bei die Fische!

Henriette hat eine große Leidenschaft: das Bloggen. Doch im Gegensatz zu vielen ihrer Altersgenossinnen gibt Henriette weder Beautytipps noch kommentiert sie die Lebensläufe der gerade angesagten Stars und Sternchen. Nein, der Teenager hat eine andere Mission, die einen klaren wissenschaftlichen Fokus hat. Sie nimmt nämlich das Erwachsenwerden genaustens unter die Lupe. Denn das erachtet sie als weitaus sinnvoller als ihre Meinung zum neusten Modetrend abzugeben, dessen Halbwertzeit ohnehin äußerst mager ausfällt.

In Alles, was Mädchen wissen sollten, bevor sie 13 werden vereint Autorin Heike Abidi auf bewährt unterhaltsame Art die Genres Jugendbuch und Ratgeber. Humor- und verständnisvoll spricht sie dabei nicht nur jungen Mädchen, sondern auch deren Eltern aus der Seele. 

Die Protagonistin und angehende Wissenschaftsjournalistin Henriette gewährt Einblicke in das Alltagsleben von Mädchen, denen sich die Tür des Teenagerseins gerade öffnet. Dass Henriette hierbei auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann, versteht sich doch von selbst, oder? Ob lästiger Zoff mit den Geschwistern, Schmetterlinge im Bauch oder gekonntes Ins-Fettnäpfchen-Treten — Heike Abidi verleiht ihrer Hauptfigur eine Stimme, mit der sie reflektiert und aufschlussreich, aber nicht minder fidel aus dem Nähkästchen plaudert.

Einen absoluten Mehrwert erfährt das Buch meiner Meinung nach von dem raffiniert geschlagenen Bogen zwischen Fiktion und Realität. Denn die von Henriette aufgegriffenen Episoden und getroffenen Aussagen schaffen nicht nur Identifikationspotenzial, sondern sind wertvolle Wegweiser fürs reale Leben. Immer wieder streut die Autorin beispielsweise Links zu Internetseiten ein, die Aufklärung- und Informationsplattformen zu Themen wie Mobbing oder Berufsberatung bieten. 


Beschwingt und herrlich bildhaft spricht Heike Abidi ihr Leserpublikum direkt an und kreiert damit eine generationsübergreifende Nähe. Denn zum einen fühlen sich die Teenies absolut verstanden, zum anderen bleiben auch die Eltern nicht außen vor. Im Gegenteil. Gemeinsam wird der Weg der Selbstfindung der nun gar nicht mehr so Kleinen beschritten.

Henriette wird zu einem Charakter mit authentischen "Best Friend Forever"-Facetten. Die Botschaft des Buchs: "Erwachsen wird niemand von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, der manchmal ein Hürdenlauf ist; der einen aber ebenso über sich hinauswachsen lässt."

F★ZIT: Aufschlussreich. Heiter. Dokumentarisch.


Dienstag, 26. Juli 2016

[Rezension] Urlaubstraum(a) (H. Abidi & A. Koeseling (Hrsg.))

Heike Abidi & Anja Koeseling (Hrsg.): Urlaubstraum(a) 

Wenn im wohlverdienten Urlaub längst nicht alles einwandfrei und wie doch im Vorfeld vor dem geistigen Auge ausgemalt über die Bühne geht, so bewahrt uns eine Prise Galgenhumor (manchmal darf diese auch etwas großzügiger ausfallen) oder die Gewissheit, das wir mit unserem "Leid" nicht allein sind, vor noch größerem "Unheil". Wetten?

Ein Dankeschön an Eden Books für die mir zugesandte Überraschungspost!

Cover: Eden Books


~ Rezension ~

Urlaubskatastrophen als Souvenir

Endlich Urlaub! Einfach einmal in den Tag hineinleben, fremde Kulturen kennen lernen, barfuß im Regen tanzen. Hach ja, alles könnte so wundervoll sein. Wenn, ja, wenn da nicht der außer Rand und Band geratene Nachwuchs, die Ferienkasse schröpfendes Übergepäck oder ein nicht vorhandener Orientierungssinn diese schimmernde Seifenblase einer Urlaubsillusion zum Platzen bringen würde. Aber keine Bange, wir sind nicht allein in diesem freien Fall. Denn das skizzierte Dilemma ist ein landläufiges Phänomen, das Generationen gut gelaunter Urlauber an den Rande der Kapitulation drängt. 

Mit Urlaubstraum(a) — Geschichten vom Ferienwahnsinn haben Heike Abidi und Anja Koeseling eine bunte Anthologie voller Urlaubserinnerungen zusammengestellt, die von nur allzu vertraut bis bizarr anmuten.

Stellvertretend für all die unzähligen Irrungen und Wirrungen rund um die Planung und Umsetzung unserer lang ersehnten Auszeit haben es sich die 24 Autoren dieses Buchs zur Aufgabe gemacht, ihre selbst erlebten Urlaubsskurrilitäten anschaulich zu konservieren. Kurzweilig reflektieren sie alle nur erdenklichen Situationen und "Vorfälle", die einen Urlaub — auf unerwartete Weise — unvergesslich machen können. Es ließe sich beinahe sagen: Heike Abidi, Anja Koeseling & Co. sprechen das aus, was wir natürlich niemals auf den Ihr-glaubt-gar-nicht-wie-phänomenal-es-hier-ist-Postkarten an unsere Lieben daheim schreiben würden.


Die agile Mischung der abwechslungsreichen Episoden, die nicht selten mit aus der Verzweiflung geborenem Galgenhumor versehenen sind, machen das Buch zu einem hübschen Begleiter mit gewisser Erste-Hilfe-Kompetenz. Denn fühlt es sich nicht gleich besser an, wenn wir nicht die Einzigen sind, deren Tischnachbarn Nerven raubend extrovertiert sind oder deren Abflugzeit zum dritten Mal nach hinten verschoben wird? Eben.

Zugegeben, nicht jeder Geschichte kann ich vollends etwas abgewinnen, was zum Teil auch an der gewählten Erzählform liegt. Allerdings machen die vergnüglichen Rankings à la "Die Typologie der Gruppenreisenden" jene leichten Irritationen durchaus wieder wett. 

Eine heitere Lektüre für die Strandtasche, deren Skala der transportierte Emotionen nachvollziehbar zwischen himmelhoch jauchzend bis hysterisch hyperventilierend reichen. 

F★ZIT: Munter. Kurios. Vielseitig.


Dienstag, 31. Mai 2016

[Rezension] Free again — alles auf Anfang (Heike Abidi)

Heike Abidi: Free again — alles auf Anfang 

Wieder eines dieser Bücher von Heike Abidi, bei dem ich mich bei dem Gedanken ertappe: Welch auf den ersten Blick abstruse, auf den zweiten Blick allerdings total logische Idee. 
Es ist doch das Wundervolle am Autor- und folglich auch am Lesersein, dass wir all die Sachen, die manchmal vielleicht zu verrückt klingen mögen, ausprobieren und erleben dürfen. 

Ein herzliches Dankeschön an Autorin und Verlag für das mir offerierte E-Book. Welch possierliches Vergnügen.

Cover: Droemer Feelings


~ Rezension ~

Gebrochene Herzen reloaded?!

Die erfolgreichen Hochzeitsplanerin Juliane Frey steht vor einem Neubeginn. Wem hat sie das zu verdanken? Ihrem treulosen Exmann und ehemaligem Geschäftspartner Malte natürlich. Aber dieser emotionale Rückschlag kann Juliane nicht aufhalten — lediglich davon abhalten, jemals wieder eine romantische Hochzeit zu organisieren! Nein, diese Gefühlsduselei hat ein für alle Mal ein Ende. Nur gut, dass sich die resolute Roberta, eine frühere Kundin Julianes, auf deren Planungstalent besinnt und ihr kurzerhand den Hut dafür aufsetzt, eine unvergessliche Scheidungsparty auf die Beine zu stellen. Was Juliane anfangs einfach zu absurd erscheint, macht sie schon bald zu einer ziemlich gefragten Frau. Denn scheidungswillige Damen mit dem extravaganten Hang zur Zelebration gibt es reichlich und auch die Männerwelt hat doch tatsächlich wieder ein Auge auf Juliane geworfen.

Bei Free again — alles auf Anfang aus der Feder Heike Abidis handelt es sich um einen waschechten Gute-Laune-Roman, der so manch skurrile Nuance humorig für sich zu verorten weiß.

Das (für mich) Großartige an Heike Abidis Literatur ist es, dass es der Autorin immer wieder gelingt, eine erfrischend grotesk anmutende Grundidee in ein Gewand voller Liebenswürdigkeit und nahbarer Momente zu hüllen. So eben auch geschehen bei der schwungvollen Handlung rund um Protagonistin Juliane Frey und deren Eventagentur für Scheidungen Free again. 

Die Autorin glänzt einmal mehr mit einem Potpourri aus charmant überspitzten Gegebenheiten, schlagfertigen Charakteren und einer Sammlung drolliger Verquickungen, die amüsieren. Aus der Not macht Juliane Frey eine Tugend und wird somit von der zweifelnden Existenzsuchenden zur Initiatorin ihrer eigenen Freiheit. Schließlich muss Juliane ihrem Namen Ehre machen. Unverhofft kommt, wie es so schön heißt, oft und manchmal eben in Form eines schicken Vans mit markigem Werbeslogan als Zugpferd. 

Mit ihrer dynamischen und gleichsam humorvollen Geschichte unterhält Heike Abidi jedoch nicht nur gut. Sie wird in gewisser Weise zur Botin, die dafür plädiert, der eigenen Courage (wieder mehr) zu vertrauen. Denn aus jeder noch so verfahren erscheinenden Situation kann der Funken hervorgehen, der uns neuen Antrieb verleiht. Die einen nennen es Zufall, die anderen Schicksal.

Ein Roman, der Fans adretter Unterhaltungslektüre und überzeugten Abidi-Lesern sowieso ein Lächeln ins in die Planungen der nächsten Scheidungsparty vertiefte Gesicht zaubern wird.

F★ZIT: Innovativ. Schmissig. Bazinga.


Dienstag, 10. Mai 2016

[Buchpost] Welch Urlaubs(alb)traum!

Sonnenschein, Sommer, gute Laune ... Katastrophe?!

In ein paar Tagen, am 17. Mai,  erscheint mit Urlaubstraum(a) die sehr offensichtlich perfekte Einstimmung auf die von den meisten heiß herbeigesehnte wundervollste Auszeit des Jahres. 

Heike Abidi und Anja Koeseling haben es sich nicht nehmen lassen, auch zu dieser Thematik, die mindestens so vielschichtig ist wie eine akribisch aufgehäufte Kleckerburg am Strand, eine bisweilen herrlich grotesk anmutende Anthologie zusammenzustellen. 

Ich freue mich bereits jetzt also nicht nur auf den eigenen Urlaub, sondern vor allem auch auf die mir nun vorliegende Lektüre. Ich tauche dann demnächst einfach einmal ab ...


Dienstag, 26. April 2016

[Rezension] Willkommen in der Bürohölle! (H. Abidi & A. Koeseling (Hrsg.))

Heike Abidi & Anja Koeseling (Hrsg.): Willkommen in der Bürohölle 

Nach dem Schlachtfeld Elternabend und der Warnung Vorsicht Schwigermutter! wurde ich nun also in der Bürohölle willkommen geheißen. Ist ja fast wie im wahren Leben. Nein, nein, kleiner Scherz! 

Natürlich war ich gespannt darauf, welch schätzungsweise durchaus absurden Erfahrungswerte Heike Abidi, Anja Koeseling und ihre Mitschreiber dieses Mal zum Besten geben würden.

An dieser Stelle ein Dankeschön an den Eden Books für diese glühende Überraschungspost direkt aus der Unterwelt!

Cover: Eden Books


~ Rezension ~

Von den Irrungen und Wirrungen des Büroalltags

Überraschend ist es nicht, dass sich in den Büros der Nation eine Reihe verkannter Genies, professionalisierter Prätendenten oder allzu hilfsbereiter guter Seelen tummelt. Demzufolge ist dieses mit einem Augenzwinkern versehene Buch auch nur die logische Schlussfolgerung. Schließlich haben Generationen von Sekretärinnen, ITlern und Chefs den einen oder anderen Erfahrungswert auf den Kopierer, also, in die Waagschale zu werfen.

Bei Willkommen in der Bürohölle!, herausgegeben von Heike Abidi und Anja Koeseling, handelt es sich um eine beschwingt heitere Sammlung an Anekdoten, die, wie es der Untertitel illuster verheißt, von schrecklichen Chefs, fiesen Kollegen und unfähigen Untergebenen erzählt. Wer hat da vermutlich nicht ein Wörtchen mitzureden?

In den weit über zwanzig locker aneinandergereihten und vor allem manchmal überaus eigenwilligen Episoden dieses Buches wird eine unterhaltsame Portion Humor transportiert. Von absurden Vorstellungsgesprächen über heimliche Hierarchien bis zu brisanten Geheimnissen, die doch eigentlich schon ad acta gelegt worden waren, reichen die kurzweilig und hübsch überspitzt präsentierten Einblicke in die quälend amüsante Bürohölle.

Das Schöne an dieser possierlichen Anthologie ist, dass die Autoren es zur Chefsache erklären, eine komödiantische Atmosphäre zu kreieren, die entstaubt und lebensnah daherkommt. Zudem sorgt die reichlich bebilderte Sprache für einen schnellen Draht zu den Lesern — oder sollte man besser sagen: zu den Leidensgenossen.

Wenngleich mich einige Beiträge nicht vollends für sich gewinnen konnten, was vermutlich an der Konstellation aus Inhalt und Stilistik lag, so sorgten andere Geschichten für echte Erheiterung. Und die teuflisch feine Grundidee, die hinter diesem Buch steckt, ist einfach herrlich vergnüglich. Das Sich-in-den-Schilderungen-Wiederfinden ist nur eine Frage der Zeit. Wie umfangreich die Schnittmenge hierbei tatsächlich ist, obliegt natürlich jedem selbst. Und im Zweifelsfall hilft vielleicht auch ein Abgleich mit der im Buch angeführten Top 10 der "Eigentlich bin ich"-Typen. Wer weiß?

Summa summarum eine unkomplizierte, drollige Lektüre, die ihre Leser mit mephistophelischer Leichtigkeit zu unterhalten weiß.

F★ZIT: Beschwingt. Gesellig. Facettenreich.


Dienstag, 12. April 2016

[Rezension] Dancing Girls, Band 1 (Heike Abidi)

Heike Abidi: Dancing Girls — Charlotte hat den Dreh raus (Band 1) 

Da ich bekanntermaßen nicht nur Fan des Tanzsports bin, sondern auch immer wieder gern in die Geschichten von Heike Abidi eintauche, war ich natürlich gespannt darauf, welchen Ton sie in ihrem neusten Coup anschlagen würde. Wie groß wird wohl der Schritt von den Dancing Girls zu den Dancing Queens sein? 

Wenn das Buchcover einen Vorgeschmack auf die Erzählung im Inneren gibt, dann dürfte uns Leser eine quietschfidele und durchaus niedliche Geschichte bei bester Laune halten...

Ein Dankeschön an den Coppenrath Verlag für die Zustellung dieser vergnüglichen Überraschungspost!

Cover: Coppenrath Verlag


~ Rezension ~

Mach das Leben zu deiner Bühne!

Charlotte liebt das Tanzen. Ein Leben ohne ihre klackernden Steppschuhe kann sie sich gar nicht mehr vorstellen. Daher freut sie sich unbändig auf die Projektwoche vor den Sommerferien. Denn in dem von ihr gewählten Tanzworkshop wird sie von früh bis abends ihrer Leidenschaft nachkommen können. Aber kaum trifft Charlotte am Montagmorgen auf die anderen tanzbegeisterten Teilnehmerinnen und Frau Siegfried, die Tanzlehrerin, trübt sich die große Freude schlagartig. Es gibt da nämlich eine Herausforderung, mit der Charlotte nicht im Traum gerechnet hätte. Und als wäre das nicht genug, hängt auch noch dieser blöde Streit mit ihrer besten Freundin Fiona bedrohlich in der Luft.

Dancing Girls — Charlotte hat den Dreh raus von Heike Abidi ist der Auftakt einer quirligen Kinderbuchreihe, die mit der Verbundenheit zum Tanzen zu begeistern weiß.

Charlotte, Emily, Ida und Yasmin verkörpern vier Charaktere, die auf den ersten Blick durchaus recht verschieden sind. Genauso wie ihre bevorzugten Tanzstile: Stepptanz, Hip-Hop, Ballett und Bauchtanz. Aber Heike Abidi lädt ihre jungen Leser dazu ein, sich während der Projektwoche der Mädchen auf ein kleines Experiment einzulassen, das unter ebenjene Oberfläche blickt. Lassen sich anfängliche Skepsis und Ernüchterung in puren Elan und ein gemeinsames Ziel verwandeln?

Für Leser(innen) ab 8 Jahren hat die Autorin eine liebenswerte Geschichte kreiert, deren innere Werte überzeugen. Entschlossenheit, Ideenreichtum und Loyalität werden großgeschrieben. Nichtsdestotrotz schaffen typische Unpässlichkeiten, die durch Kinderaugen betrachtet werden, einen Gegenpol, der Identifikation bietet. Damit tritt Heike Abidi perfekt als verständnisvolle Unterhalterin auf.

Die feine und mit kleinen Pirouetten angereicherte Handlung wird durch die Illustrationen Lisa Hänschs zudem auf anschauliche Weise hübsch aufgelockert. Genau richtig für das junge Leserpublikum.

Applaus für eine aufgeweckte Geschichte, die den Teamgeist kitzelt und mit ihrer Euphorie fürs Tanzen ansteckt. Auf den Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen den Dancing Girls und ihren lesenden Fans!

F★ZIT: Dynamisch. Vertraut. Ehrlich.


Dienstag, 15. März 2016

[Buchpost] Feuriges Trio à la "Drama, Baby!"

Dank des Dreigestirns an neuer Lektüre, das mich in jüngster Vergangenheit erreicht hat, schaue ich einem abwechslungsreichen Lesevergnügen entgegen. 

Mit Willkommen in der Bürohölle!,  das von Heike Abidi und Anja Koeseling herausgegeben worden ist, werden mit Sicherheit erneut aus dem Leben gegriffene Anekdoten serviert, die amüsant bis abstrus anmuten. Ally Taylors Dreisam, nun auch von Knaur publiziert, macht hingegen durch knisternd-brisante Herzensangelegenheiten auf sich aufmerksam. Und bei Die Nacht brennt von Sarah Butler handelt es sich um einen Roman für junge Erwachsene, der die Thematik der Trauerbewältigung in ein ganz eigenes Licht rückt.

Ihr seht, ein fulminantes Trio zwischen Höllenfeuer und brennender Sehnsucht, das es durchaus in sich hat. Lasset die Lesefestspiele beginnen und "make it count"!


Dienstag, 23. Februar 2016

[Buchpost] Rockende Steppschuhe im Rampenlicht

So unterschiedlich mein neuster literarischer Nachschub auch sein mag — Kinderbuch versus Jugendbuch, aus der Feder einer erfahrenen Autorin stammend versus Debütroman, deutschsprachig versus englische Originalausgabe —, so verbindet Heike Abidis Dancing Girls (Band 1) und Pop  Girl von Tallia Storm doch ganz offensichtlich ein wesentlicher Baustein: die Liebe der aufgeweckten, talentierten Protagonistinnen zur Bühne.

Ich bin, auch abseits der Buchdeckel, Fan von guter Musik UND des Tanzens. Denn beide Elemente transportieren schlicht und ergreifend Bedeutungsvolles und Berührendes. Zwei absolut perfekte Gründe von so einigen, mich nun schon bald Pirouetten drehend und Karaoke singend meiner neusten Lektüre zu widmen.


Dienstag, 2. Februar 2016

[Rezension] Ich sehe was, was du nicht liebst (Heike Abidi)

Heike Abidi: Ich sehe was, was du nicht liebst 

Uns allen wahrscheinlich gar nicht allzu fremde Alltagssituationen und -empfindungen nimmt Heike Abidi immer wieder zum Anlass, um Romane zu schreiben, die für zustimmendes Kopfnicken, verschmitztes Schmunzeln und durchatmende Seufzer sorgen. 

Ob ihr genau das auch dieses Mal erneut gelingen konnten?

Dir, liebe Heike, ein herzliches Dankeschön für die Zusendung deines neusten Romans!


~ Rezension ~

Wie heilsam eine unfreiwillige Auszeit wohl sein kann?

Als Mutter, Ehefrau und Familienmanagerin ist Marlene Winter stets auf Zack. Marlene widmet sich engagiert und unermüdlich mit Liebe und Hingabe dem Wohl im Hause Winter. Dass sie sich dann jedoch eines Tages ein Freundinnenwochenende im Wellnesstempel gönnen möchte, versteht ihre Familie so gar nicht. Wie bitte! Das kann Mama Marlene doch nicht Ernst meinen? Weshalb denn diese Auszeit? Schnell nagt auch tatsächlich das schlechte Gewissen an ihr und sie macht dann doch einen Rückzieher. Eine Entscheidung mit Folgen. Denn eine vom Schicksal auferlegte Unsichtbarkeit Marlenes sorgt dafür, dass bei den Winters mit einem Schlag ein anderer Wind weht. Aber kann Marlenes Verschwinden letzten Endes wirklich Läuterung bringen oder türmt sich nun eher ein neues Spannungsfeld auf, das die Familie endgültig entzweien wird?

Ich sehe was, was du nicht liebst ist ein pfiffiger Roman Heike Abidis, der als leichte Lektüre überaus schmackhaft daherkommt. Illustre Unterhaltung im bezeichnenden Abidi-Stil erwartet die Leser. Eine Konstante, die, im Gegensatz zu Protagonistin Marlene, nicht verblasst.

Die Autorin greift bei der Gestaltung ihres Figurenensembles auf Komponenten zurück, die generationsübergreifend absolutes Identifikationspotential schaffen. Ob die sich aufopfernde, aber wenig geschätzte Mutter, die undankbare Teenietochter oder der charismatische Familienvater mit überdurchschnittlich ausgeprägter Karrierorientierung — sie alle sind mit von der Partie. Damit entsteht ein durchaus typisches Familienbild, das allerdings durch die nicht unwesentliche Tatsache einer plötzlich unsichtbar gewordenen Mutter dann doch ein wenig aus dem Rahmen fällt. Diese den Handlungsverlauf entscheidend prägende Entwicklung ist eine possierliche Idee, welche Heike Abidi mit gewohnt behänder Schmissigkeit koloriert.

Eine auf diese eher ungewöhnliche Weise ins Spiel gebrachte Erziehungsmaßnahme einer Familie. Heike Abidi porträtiert das nicht unbekannte Phänomen der häufig milde belächelten "Hausfrau und Mutter" auf verspielte und zugleich ehrliche Art. Seit Generationen existiert dieses eingefahrene Vorurteil gegenüber dem "bisschen Haushalt und Kindererziehung", die sich doch angeblich sowieso allein machen. Mit ihrem humorigen Roman vergegenwärtigt die Autorin ihren Lesern genau jenes manifestierte, allerdings merklich verzerrte Abbild der Wahrheit.

Spritzig, dynamisch und dabei nah am Leben präsentiert sich dieses Buch. Damit bleibt genau die kernige Stilistik erhalten, für die ich Heike Abidi schätze. Sie weiß ohne große Umschweife gut zu unterhalten. Wenngleich ich mir gerade zum Ende hin ein wenig ausgiebigere Stichhaltigkeit hätte vorstellen können, tut dies der Gesamtkomposition eines griffigen Unterhaltungsromans keinen schwerwiegenden Abbruch.

Insgesamt sorgt dieses Werk für ein durchweg beschwingtes Lesevergnügen, welches durch eine Portion ernsthafte Reflexion (nicht) vorhandener Wertvorstellungen und zwischenmenschlicher Gepflogenheiten wunderbar abgerundet wird. 

F★ZIT: Lebhaft. Bezeichnend. Liebenswert. 


Dienstag, 19. Januar 2016

[Neu im Regal] Ein Abo perfekter Lektüre

Dass ich mich über Ich sehe was, was du nicht liebst von Heike Abidi in meinem Briefkasten besonders gefreut habe, steht wohl außer Frage. Denn Heike Abidi ist nicht nur eine Autorin, die in den diversesten Genres zu unterhalten weiß, sondern sie gehört vor allem zu meinen meistgelesenen Schriftstellerinnen. Dementsprechend gilt es natürlich einen gewissen Vergleich zu bestehen. Es bleibt spannend.

Ein weiteres umwerfendes Highlight für mich ist das erste Exemplar meines Abos des Crikey! Magazine mit Poststempel Australien. Dabei handelt es sich um das vom Australia Zoo herausgegebene Magazin, das die Herzen von Tier- und Naturschutzfreunden zweifelsohne höher schlagen lässt. 
Seit 1970 hat es sich die Familie Irwin zur Aufgabe gemacht, ihre Herzensangelegenheit, "Erhaltung einer natürlichen Biodiversität", mit der Welt zu teilen.
Im alle drei Monate erscheinenden Crikey! Magazine wird die unermüdliche Arbeit des Zoos und das aufgeweckte Leben vor und hinter den Kulissen auf vielseitige und unglaublich publikumsnahe Weise mit den Lesern geteilt. Da ich zum einen selbst u.a. Landschaftsnutzung und Naturschutz studiert habe und mich zum anderen das großartige Engagement der Irwins und das weitergeführte Erbe des weltweit bekannten Crocodile Hunter Steve Iriwins ohnehin sehr beeindruckt, liegt kaum etwas näher, als mir ein Stückchen "khaki feeling" nach Hause zu holen. Oder? Ich bin sehr gespannt ...

P.S.: Wie originell ist bitte der aktuelle Titel des Heftes "Waltzing for Wildlife"???


Dienstag, 2. Juni 2015

[Rezension] Vorsicht Schwiegermutter! (H. Abidi & A. Koeseling (Hrsg.))

Heike Abidi & Anja Koeseling (Hrsg.): Vorsicht Schwiegermutter! Widerstand zwecklos. Schwiegertöchter und -söhne berichten.

Nachdem mich Schachtfeld Elternabend bereits bestens unterhalten hatte, war ich selbstverständlich alles andere als abgeneigt, auch dessen "Nachfolger" zu lesen. Schließlich ließ sich bereits im Vorfeld erahnen, dass beide Bücher aus einem ähnlichen Holz geschnitzt sein müssten. Außerdem kann, wenn Heike Abidi und Anja Koeseling Hand anlegen, doch kaum etwas schiefgehen. Oder? Ja. Doch. Das lässt sich mit Fug und Recht sagen.

Eden Books, danke schön für das mich überraschend erreichte Rezensionsexemplar!

Cover: Eden Books


~ Rezension ~

Bissig oder handzahm? Das ist hier die Frage.

Sie ist ein Phänomen, das Generationen von (werdenden) Familien begleitet: die Schwiegermutter. Mal mit überdimensionaler Herzlichkeit gesegnet. Mal das Abbild eines Türstehers mit Argumenten wie Stahlfäuste. Ganz gleich, welches Exemplar einer Schwiegermutter als (ungekröntes) Oberhaupt der Familie fungiert, es gibt nicht wenige Schwiegerkinder, die ein Lied von den obligatorischen Einzigartigkeiten ihrer Schwiegermutter singen können. Und dieses Werk ist sozusagen das Gesangbuch, das auf das nächste Zusammentreffen — manch einer würde es vermutlich auch Showdown nennen — mit der Mutter des Partners einstimmt.

Mit Vorsicht Schwiegermutter! bringen Heike Abidi und Anja Koeseling erneut eine illustre Sammlung ulkiger Anekdoten über das Miteinander in die Bücherregale ihrer Leser.

Kurzweilig-beschwingte und bisweilen vergnüglich-abstruse Geschichten aus dem Leben von (angehenden) Schwiegertöchtern und -söhnen gibt die auskunftsfreudige Schar an mitwirkenden Autoren in diesem Werk zum Besten. Wo sich die einen einer fürsorglichen Überschwiegermutter während der Flitterwochen erwehren müssen, sehen die anderen einer argwöhnischen Kritikerin in die blitzenden Augen.

Heike Abidi und Anja Koeseling ist es abermals gelungen, mit einem Bataillon bestehend aus Kuriositäten, die zum Schmunzeln bringen, Momentaufnahmen mit Identifikationspotential sowie reichlich Kopfschüttlern und Stirnrunzlern aufzuwarten. Eine, wie ich finde, wirklich unterhaltsame Vielfalt an unterschiedlich gestrickten Schilderungen.

Der humorvoll-dynamische Grundtenor des Buches, der mit zahlreichen persönlichen Nuancen der einzelnen Autoren versehen ist, überzeugt. Herrlich bis hysterisch akzentuierte Überspitzungen sind hierbei natürlich inklusive. Eine Tatsache, welche die mit dem Publikum geteilten Erfahrungsberichte gleich noch ein wenig lebendiger gestaltet. Dass dabei die eine Erzählung mehr, die andere möglicherweise weniger als herausragend empfunden wird, ist nur natürlich.

Die einzelnen Kapitel der Berichterstattung werden durch pfiffige Extras ergänzt. Dazu gehören unter anderem das zeitlos angesagte Schwiegermutter-Bingo und ein ultimativer Psychotext, der zum Selbstversuch einlädt. Na, wer ist mutig genug?

In der Summe eine drollige Lektüre, die uns der Schwiegermutter, von welchem Schlag sie auch sein mag, mit einem Lächeln begegnen lässt. Ein feines Boot Camp in Buchformat.

F★ZIT: Amüsant. Spritzig. Allgegenwärtig. 


Donnerstag, 14. Mai 2015

[Buchpost] Schwiegermutter im Anmarsch

Gar nicht wenig überrascht zog ich vor Kurzem dieses bei Eden Books erschienen Werk aus dem Briefkasten: Vorsicht Schwiegermutter! Eine Sammlung kurioser bis teils unglaublicher Anekdoten aus dem Leben von Schwiegertöchtern- und söhnen, welche Heike Abidi und Anja Koeseling in humorvoller Kleinstarbeit zusammengetragen haben. 

Danke schön für diese erfrischende Postsendung!

Da dieses Buch in die aus dem Nähkästchen plaudernden Fußstapfen von Schlachtfeld Elternabend tritt, ahne ich so ungefähr, was mich erwarten könnte. Eines haben diese Lektüre und die titelgebende Schwiegermutter also schon einmal gemein: Widerstand (ist) zwecklos.


Donnerstag, 4. Dezember 2014

Jingle Bells im Bücherregal

Nachdem das erste Adventswochenende des Jahres nun bereits hinter uns liegt und auch die Präsenz sämtlicher Weihnachtsmärkte die Stimmung aufhellt, wird es Zeit, einen Blick in den festlichen Teil des Bücherregals zu werfen. Meint ihr nicht? Ich denke schon. 

Ich habe einmal ein paar Bücher für Klein und Groß zusammengetragen, die sich geradezu anbieten, sie (alle Jahre wieder) bei Kerzenschein, Lebkuchen und Weihnachtspunsch zu lesen. Oder sie auch zum Niklolaustag oder zu Weihnachten zu verschenken. Die ausführlichen Rezensionen zu den jeweiligen Werken habe ich verlinkt. Für den Fall, dass ihr euch angesprochen fühlt.

Et voilà, bestens durch den Lesemonat Dezember begleiten uns: 

Ein bunt illustriertes Kinderbuch, das den Wunsch nach einem "ganz normalen" und zugleich herrlich festlichen Weihnachten hervorhebt.

Twelve Days of Christmas [deutscher Titel: Hollys Weihnachtszauber] von Trisha Ashley
Ein Roman, der zeigt, dass sich selbst ein Grinch dazu hinreißen lässt, glitzernde Geselligkeit unterm Tannenbaum zu mögen.

Dash & Lily's Book Of Dares [deutscher Titel: Dash & Lilys Winterwunder] von Rachel Cohn und David Levithan
Ein Jugendbuch, welches für eine sehr außergewöhnliche Schnitzeljagd sorgt und damit die Wartezeit bis Heiligabend ungemein unterhaltsam zu verkürzen weiß.

Versehentlich verliebt von Adriana Popescu
Liebenswerte Nerds, die am Stuttgarter Flughafen eingeschneit sind und aus der frostigen Not eine herzallerliebste Tugend machen, die aufs Beste unterhält.

Ein Roman für junge Erwachsene, der die Skurrilität der Familie Sullivan beleuchtet und im Zuge dessen einem pointierten Showdown zum Weihnachtsfest entgegensteuert.


In diesem Sinne: Fröhliches Stöbern und Schmökern allerseits!


P.S.: Auf welche Lektüre könnt ihr zur Adventszeit keinesfalls verzichten? Welches sind eure Lieblinge und gleichzeitig vielleicht auch Empfehlungen?


Dienstag, 25. November 2014

[Rezenison] Und immer wieder Weihnachten (Heike Abidi)

Heike Abidi: Und immer wieder Weihnachten 

Gerade in der Zeit vor Weihnachten ist der Wunsch, die Welt noch einmal mit Kinderaugen zu sehen, gar nicht so ungewöhnlich. Autorin Heike Abidi bietet mit ihrem ersten (und alle Generationen ansprechenden) Kinderbuch nun sozusagen eine ideale Steilvorlage für diesen Punkt auf dem Wunschzettel. 

Einen herzlichen Dank möchte ich dem Coppenrath Verlag aussprechen, der mir dieses Buch samt Marzipanpraline als vorweihnachtliche Überraschung zugeschickt hat.

Cover: Coppenrath Verlag


~ Rezension ~

Der kleine große Zauber der Weihnacht

Noelle ist voller Vorfreude auf die schönste Zeit des Jahres: das Weihnachtsfest. Gebackene Plätzchen, Tannenduft und gute Laune beim Spieleabend mit der ganzen Familie verheißen festliche Stimmung. Doch statt Jubel, Trubel, Heiterkeit herrscht angespannte Hektik und dicke Luft im Hause Engel. Niemandem scheint ein fröhliches Weihnachten so am Herzen zu liegen wie Noelle. Als Niclas dann auch noch vergessen hat, das Geschenk für Mama und Papa zu besorgen, ist das Unheil perfekt. Dann trifft Noelle auf dem Weihnachtsmarkt allerdings einen freundlichen Bettler, der ihr im Gegenzug zu ihrer Aufmerksamkeit ein sehr besonderes Geschenk macht. Als Noelle am nächsten Tag aufwacht, traut sie ihren Augen kaum ...

Mit ihrem Kinderbuch Und immer wieder Weihnachten teilt Heike Abidi weihnachtliche Vorfreuden und vermittelt dabei nicht minder eine aufrichtige menschliche Wertigkeit.

Mithilfe von Noelle, der aufgeweckten Protagonistin dieser Geschichte, gelingt es der Autorin die wahren kleinen (und großen) Freuden der Weihnachtszeit mit Kinderaugen zu sehen. Eine Sichtweise, die zum einen entzückt, zum anderen auch die den Kinderschuhen Entwachsenen daran erinnert, dass uns Pflichtgefühl und eng gefasste Grenzen nicht immer guttun.

Heike Abidi hat eine niedliche Zeitschleifen-Geschichte verfasst, die neben den irdischen Charakteren einen ganz eigene Geist der Weihnacht, in Gestalt des Bettlers Balthasar, zum Leben erweckt. Den (jungen) Lesern wird an der Seite von Noelle auf diese Weise gezeigt, wie wichtig Einfühlungsvermögen, Wohltätigkeit und Fantasie, die von Herzen kommen, sind. 
Der zwischen den Zeilen mitschwingende kindliche Unmut über eine Welt voller Muss- und Soll-Intentionen regt dabei zum Innehalten und Überdenken eigener Prioritäten an. Eine bedeutsame Botschaft und eine durchaus berechtigte Aufforderung, welche hübsch verpackt an uns herangetragen werden. Ein Grundtenor, den ich als überaus positiv erachte. Darüber hinaus glitzert nicht nur das Cover, sondern ebenso eine liebevoll eingestreute Originalität zwischen den Buchdeckeln. Allein die Namensgebung der Figuren lässt erahnen, wie sehr Familie Engel dem Fest der Feste verbunden ist.

Noelles Geschichte wird in einer altersgerechten Verständlichkeit beschwingt erzählt und eignet sich daher nicht nur zum Vorlesen, sondern gleichermaßen zum Selbstlesen für Kinder ab acht Jahren.
Ergänzt werden die Zeilen Heike Abidis durch eine Reihe farbenfroher, an Cartoons erinnernde Illustrationen, die Stefanie Jeschke gestaltet hat. 

Insgesamt eine warmherzige Weihnachtsgeschichte für die ganze Familie, die unterstreicht, dass Zwischenmenschlichkeit und Zeit nach wie vor und vor allem im Zeitalter materieller Großzügigkeit die weitaus wertvolleren Geschenke sind.

F★ZIT: Fein. Schlicht. Wundersam.


Mittwoch, 13. August 2014

[Rezension] Schlachtfeld Elternabend (B. Schuler, A. Koeseling u.a.)

Bettina Schuler und Anja Koeseling (Hrsg.): Schlachtfeld Elternabend 

Ein Buch, voller explosiver Tatsachenberichte, die mit einem guten Schuss Humor abgeschmeckt worden sind. Die ideale Nervennahrung für Schulangehörige ersten, zweiten und auch dritten Grades. Treffender ließen sich Erinnerungen an die abendlichen Marathonsitzungen, die als Elternabend getarnt werden, kaum teilen. Ja, ich sehe die Betroffenen aller Lager lebhaft vor mir ...

Ein Dankeschön an den Verlag für die Zusendung eines Leseexemplars!


~ Rezension ~

Ein Handbuch für Elternabendnahkampferprobte und für jeden, der es werden möchte

Mindestens alle halbe Jahre dürfen Eltern und Lehrer beweisen, wie stählern ihre Nerven tatsächlich sind, denn dann heißt es: "Willkommen zum Elternabend der Klasse ihres Kindes!" Ein Satz, der einem Startschuss gleichkommt: Helikoptermütter umzingeln den Lehrer, Väter fordern mehr Disziplin und der Lehrer wünscht sich, überhaupt einmal zu Wort zu kommen. Oder umgekehrt: Mütter und Väter sitzen mit hängenden Schultern und schläfrigem Blick auf den viel zu kleinen Stühlen, während das Lehrpersonal gebetsmühlenartig eine Liste von  A wie Arbeitsverhalten wie bis Z wie Zensurenspiegel daherpredigt. Wie auch immer ein solch denkwürdiger Abend geplant ist, der ungewisse Ausgang liegt von ursprünglichen Marschrouten meist meilenweit entfernt und fordert die letzten Kraftreserven und Bio-Keksvorräte aller mehr oder minder freiwillig in die Schlacht Gezogenen.

In Schlachtfeld Elternabend haben Bettina Schuler, Anja Koeseling, Heike Abidi und andere Autoren eine unterhaltsame und nicht minder Rat gebende Sammlung an bunten und eigens erlebten Elternabend-Geschichten zusammengetragen. Reichhaltig gefüllt wie die Pausenbrotbox der lieben Kleinen.

Die von den Autoren zusammengestellten Anekdoten schildern auf herrlich erfrischende und zugleich emotional vollkommen involvierte Weise Erlebnisse zahlreicher Elternabende. Dank einer angenehmen Kurzweiligkeit und anschaulicher Ausführungen wird der Leser mit sämtlichen (un)erwarteten Kompetenzen der Duellanten — Eltern und Lehrer — bekannt gemacht. Raum für Identifikationspotential mit den Leidensgenossen wird hierbei ebenso gegeben wie die Möglichkeit, der gegnerischen Partei in die Karten zu schauen.

Was dieses Buch zu einem angenehmen Wegbegleiter macht, ist die zweigeteilt dargestellte Perspektivenfülle. Denn sowohl Eltern als auch Lehrern wird eine Stimme gegeben.
In diesem Zusammenhang werden die unterschiedlichsten Eltern- und Lehrertypen genauer unter die Lupe genommen sowie bewährte Taktiken preisgegeben, um einen solchen Elternabend möglichst unbeschadet zu überstehen.

In Anlehnung an den Buchtitel sind die Kapitel den Etappen einer "echten Schlacht" nachempfunden. Dies beginnt mit der Vorstellung der "Helden und Schurken" schließt die "Wahl der Waffen" ein und endet schließlich mit dem hart erarbeiteten "Waffenstillstand".

Die zahlreichen Episoden, welche die Autoren präsentieren, haben einen köstlichen Unterhaltungswert. Besonders gefällt mir das geschaffene Wir-Gefühl, das herausgestellt wird. Niemandem dürfte das Phänomen "Elternabend" vollkommen fremd sein. Doch diesem Buch gelingt es, dass wir alle noch ein wenig enger auf den eingesessenen Schulbänken zusammenrutschen.
Das hübsche Augenzwinkern zwischen den Zeilen ist klar vorhanden. Nichtsdestotrotz steckt eine appetitliche Portion Wahrheit und Erfahrungswert in den gut 300 Seiten. Eine Mischung, die Eltern, Lehrern und auch Schülern schmecken dürfte.

Ein Buch, das nicht nur als unterhaltsamer Berater für lange Abende im Schulhaus fungiert, sondern sich zwischen den Zeilen garantiert wiederfinden lässt.

F★ZIT: Amüsant. Reflektierend. Wegweisend.


Montag, 11. August 2014

[Buchpost] 2 x Sommerlektüre bitte!

Sehr überraschend zog ich kürzlich ein Päckchen mit dem Absender Eden Books aus dem Briefkasten, das wenig später diesen amüsant gestalteten Inhalt offenbaren sollte:  Schlachtfeld Elternabend. Eine von Bettina Schuler und Anja Koeseling herausgegebene Sammlung skurriler, prägender und einfach nur unfassbarer Geschichten von Eltern, deren Kinder in Deutschland ihrer Schulpflicht nachkommen, und von Lehrern, die versuchen den Nahkampf mit ebenjenen Eltern zu überleben. Unter anderem hat übrigens auch Heike Abidi an diesem Buch mitgewirkt. 
Ich ahne, das gepflegte Chaos wartet ...

Des Weiteren habe ich doch tatsächlich im Rahmen der ersten Blogtour des Magellan Verlags eines der verlosten Exemplare von Katrin Zipses Glücksdrachenzeit gewonnen. Ich bin darüber mehr als begeistert! Danke schön, Magellan und all den beteiligten Bloggern! 
Ich habe von diesem Buch bisher einzig Loblieder vernommen und die Geschichte rund um den verrückten Roadtrip des Teenagers Nellie klingt gänzlich nach meinem Geschmack. 
Dann heißt's also bald: Daumen hoch und losgetrampt!


Montag, 14. Juli 2014

[Rezension] Marrakesh Nights (Heike Abidi)

Heike Abidi: Marrakesh Nights 

Allein das markante Cover des neusten Buchs von Heike Abidi zieht die Blicke magisch an und lädt unverzüglich zu einem kühlen Glas Granatapfellimonade ein. Ein Hingucker reinster Prägung.
Die Ornamente und Sterne des Buchdeckels werden dann auch adäquat und im übertragenen Sinne in den Zeilen dieses Jugendbuchs aufgegriffen und verzieren Momente, die es durchaus in sich haben. 

Ein Dankeschön an Heike Abidi sowie den Coppenrath Verlag für das Zusenden eines Rezensionsexemplars!


~ Rezension ~

Ein Sommer im Gewand von 1001 Nacht

Die Sommerferien stehen vor der Tür und versprechen für Leonie einiges in petto zu haben. Denn unverhofft wird sie von ihrem Schwarm Daniel gefragt, ob sie mit nach Spanien reisen möchte. Ein Traum so nah. Doch dann machen ihre Eltern Leonie einen gehörigen Strich durch die Rechnung, indem sie jene ausgemachte Partysause nicht dulden. Warum kann sie nicht nur schon volljährig sein? Es kommt allerdings noch schlimmer. Denn als Alternative bieten sie Leonie einen Flug nach Marokko, wo sie die liebe Verwandtschaft besuchen darf. Ein Albtraum. Dann springt jedoch Leonies beste Freundin Maja als begeisterte Reisebegleitung ein. Wenigstens eine kleine Besänftigung. Bis, ja, bis die Mädchen bei ihrer Ankunft im zauberhaften Marokko ausgerechnet von Jamil, Leonies streitlustigem Cousin, in Empfang genommen werden.

Heike Abidis Marrakesh Nights ist die wohlklingende Einladung, sich in ein eigenes modernes Aladdin-Outfit zu hüllen und auf diese Weise ein paar vergnügliche Lesestunden zu verbringen. Ein Jugendbuch wie eine Wunderlampe — es macht neugierig.

Die Kulisse für eine Geschichte, die voller Bilderbuchdetails steckt, hätte nicht hübscher gewählt sein können: Marokko. Eine Reiseziel, das fasziniert und ebenso desillusioniert. Protagonistin Leonie darf genau dies erleben. Und mit ihr die (vorwiegend jungen) Leser.

Die Figuren, welche die Autorin auf Reisen nach Nordafrika schickt, stecken voller Lebhaftigkeit und Kontraste. Eine total verliebte und in vielen Lebenslagen äußerst rosarot bebrillt wirkende Leonie, eine geerdete und liebenswerte Maja oder ein zielstrebiger Alleswisser Jamil treffen hierbei aufeinander. Nicht zu vergessen Daniel, der Beau der Schule und Leonies Traumprinz. Eine Konstellation, die sowohl für geheimnisvolles Knistern als auch für dunkles Donnergrollen sorgt.

Wenngleich der Handlungsverlauf in gewisser Weise abzuschätzen ist und vor allem Leonies Naivität in meinen Augen manchmal schon überdurchschnittlich heraussticht, bleiben ein, zwei Überraschungsmomente nicht aus.

Als besonderes Highlight überzeugte mich während des Lesens die von A wie Atlasgebirge bis Z wie Zimtgebäck stimmig ausgefeilten Accessoires, mit denen Heike Abidi ihre Geschichte reichhaltig und authentisch ausgeschmückt hat. Immer wieder zaubert die Autorin damit  eine hübsche Wunderlampen-Atmosphäre und bleibt ihrem bildhaften Erzählstil treu.
Auch gefiel mir die stete Gegenüberstellung von Weltbildern, welche die arabische Welt vermittelt. Auf der einen Seite wird mit Charme bestochen, auf der anderen Seite werden Augen geöffnet — und all das im Kontext eines Jugendbuchs, dessen Ferienstimmung einnimmt.

Im Gesamtblick ein Werk, das mal unbeschwert und quirlig bunt, mal realistisch rau daherkommt. Darüber hinaus führt Heike Abidi als Reiseleiterin ihre Leser an Orte, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Marrakesch als Perle des Südens erwartet uns.

F★ZIT: Unterhaltend. Aufgeweckt. Schimmernd.