"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 28. Juni 2016

[Rezension] Alle sieben Wellen (Daniel Glatthauer)

Daniel Glatthauer: Alle sieben Wellen

Romane, deren Fortgang mittels des Austauschs von Briefen/E-Mails erzählt werden, ziehen mich seit jeher doch so etwas wie ein wenig magisch an. Ob das an meiner eigenen Vorliebe für Schreiben liegt? Wer weiß? Auf jeden Fall gab's für mich mit der eingesprochenen Ausgabe von Alle sieben Wellen wieder einmal einen dieser von mir sehr gemochten Romane auf die Ohren...


~ Rezension ~

Liebe zwischen den Zeilen

Emmi Rothner und Leo Leike verbindet seit geraumer Zeit eine innige und zugleich äußerst ungewöhnliche Beziehung. Denn die beiden sind sich noch nie im Leben begegnet und kennen einander nur aus dem regen Austausch von E-Mails. Auch wenn für Monate Funkstille herrschte, so knüpfen sie mit Leichtigkeit dort an, wo alles ein vorläufiges Ende nahm. Sie teilen das Auf und Ab ihrer Leben fernab des World Wide Webs, in denen sie vergeben sind und sogar Familie haben, miteinander. Sie haben denselben Humor, vertrauen sich und scheinen sich blind zu verstehen. Doch als es nun darum geht, sich von Angesicht zu Angesicht zu treffen, wird es kniffelig und ein lang gehütetes Geheimnis entblößt einen wunden Punkt.

Alle sieben Wellen ist Daniel Glatthauers Nachfolgeroman zu Gut gegen Nordwind, in dem die zwei Protagonisten auf eine sehr besondere und intensive Weise zueinanderfinden und sich dennoch so fern sind.

Aus einem zufälligen Kontakt via E-Mail entsteht eine tiefe Freundschaft, welche allmählich, obgleich unaufhaltsam zu einer Liebe heranwächst. Eine Achterbahn der Gefühle nimmt sowohl die Protagonisten Emmi und Leo als auch den Leser mit auf Fahrt. Dabei spielen Neugier und Wagemut ebenso eine Rolle wie Verschlossenheit und Verantwortungsgefühl.

Die Geschichte wird rein durch das Zitieren der von den Charakteren verfassten E-Mails wiedergegeben, wobei ich mich stets fühlte, als würde ich Emmi und Leo beim Tippen direkt über die Schulter schauen.

Für mich gilt es insbesondere das rhetorische Feuerwerk zu betonen, das den Roman mit viel Esprit, Humor und einem Touch (Lebens-) Philosophie versetzt. Daniel Glatthauer gelingt die Inszenierung eines herrlichen Schlagabtausches, der sowohl Normalität und Alltagssinn widerspiegelt als auch spannungsgeladene Momente erzeugt.
Diese Wirkung erfährt insofern wunderbare Verstärkung, da mit Andrea Sawatzki und Christian Berkel zwei wirkliche Größen den Figuren ihre Stimmen leihen und damit Stimmungen pointiert einfangen.

Insgesamt könnte die Geschichte lebendiger kaum sein, obwohl sie sich auf den ersten Blick hin auf eine schlichte Kulisse und das Medium "geschriebenes Wort" reduzieren lässt. Allerdings führen akribische Detailtreue, provozierte Wortklauberei und offene Geständnisse dazu, dass die Stärken, die Achillesfersen, die tiefsten Sehnsüchte und groben Fahrlässigkeiten der Figuren bestens herausgearbeitet werden und somit den Fundus an Bildsprache perfekt ausschöpfen. Emmi und Leo werden hervorragend unterhaltsam portraitiert und müssen sich dabei den Wogen ihres Schicksals hingeben.

Ein fabelhafter Roman, der hoffnungslosen Romantikern ebenso viel geben kann wie den Zweiflern, unsteten Seelen genauso viel wie philosophischen Lebenskünstlern. Hingabe  und Lebenshungerrauschen in der Bugwelle dieses Romans heran.

FZIT: Wundersam. Grazil. Leidenschaftlich.


Dienstag, 27. Oktober 2015

[Rezension] Hope — Sprung ins Glück (Carola Wimmer)

Carola Wimmer: Hope — Sprung ins Glück 

Eine Geschichte, die Erinnerungen an die pferdeverliebten Zeiten meines jüngeren Ichs weckt. Wenn das kein gutes Omen ist? 
Zugegeben, ein klein wenig watteweich fühlte es sich schon an, sich mit Leo, Hope & Co. in den Parcours zu begeben. Dennoch wird die von Carola Wimmer an die nächste Generation weitergetragene Pferdebegeisterung dadurch nicht geschmälert, wie ich finde.

Ein Dankeschön an dieser Stelle an cbj audio für diese hübsche Post!

Cover: cbj audio


~ Rezension ~

Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde.

Leonie hatte eine aussichtsreiche Zukunft als Eiskunstläuferin vor sich. Bis zu diesem unglücklichen Unfall, der alles veränderte. Leo muss das Sportinternat verlassen und in ihrer Heimatstadt einen Neuanfang wagen. Dass ihr hierbei ausgerechnet die zauberhafte Stute Hope, die selbst eine traurige Vergangenheit hat, und die Pferdenärrin Bea, deren Stiefmutter ihr jedoch jeglichen Umgang mit den Vierbeinern untersagt, helfen würden, hätte sich Leo wohl kaum träumen lassen. Allerdings merkt das Mädchen schnell, dass ihr auf dem Pferdehof nicht alle wohl gesonnen sind ...

Carola Wimmers Hope — Sprung ins Glück ist ein (Hör-) Buch, welches das Zeug dazu hat, die Herzen von pferdebegeisterten Kindern ab 8 Jahren in einen rhythmischen Trab zu versetzen.

Es steht außer Frage, dass Carola Wimmer ein Kinderbuch geschrieben hat, das voller süßer Auftrieb gebender Momente steckt, mit denen sich besonders Mädchen mit einem Herzen für Pferde identifizieren können.
Da wären Leo, die sich erst in dem Terrain zwischen Striegel und Oxer zurechtfinden muss; Bea, die schüchterne neue beste Freundin, die zu gerne reiten lernen möchte; Charlyne, das stets siegessichere Mädchen mit dem bösen Funkeln in den Augen. Nicht zu vergessen Hope. Die Stute, die erst wieder lernen muss, das Vertrauen in die Menschen zu finden.

Die Autorin kreiert eine kleine feine Welt, in der das besondere Band zwischen Reiterin und Pferd im Mittelpunkt steht. Zuneigung, Geduld und Entschlossenheit zeichnen den gemeinsamen Weg der jungen Protagonistin Leo und der Stute Hope. Eine liebenswürdiger Botschaft, die sehr sympathisch ist und für mich ein deutliches Kernmerkmal des Buches darstellt.

Natürlich steckt die Geschichte voller schimmernder Momente, die überdimensional süß und gelegentlich auch kindlich naiv daherkommen. Wohl der Beweis dafür, wie gekonnt Carola Wimmer ihrem jungen Leserpublikum auf Augenhöhe begegnet. Die konsequent sanfte Intonierung des Kinderbuches durch Marie Bierstedt unterstreicht ebenjenen Grundtenor. Hier und da eventuell ein wenig dick aufgetragen, aber nichtsdestotrotz absolut kindgerecht.

Summa summarum ein (Hör-) Buch für Pferdefreunde, dessen Kapitel Loyalität, Freundschaft und Tierliebe in den Vordergrund rücken. Es sollte niemals nur ums Gewinnen gehen!  

FZIT: Verträumt. Warmherzig. Entschlossen.


Dienstag, 20. Oktober 2015

[Neuzugänge] Lumos, ein Licht im Bücherregal erstrahlt

HIGHLIGHTALARM! Gegenwärtig verzaubert J.K. Rowlings Harry Potter and the Philosoper's Stone unfassbar grandios illustriert von Jim Kay erneut und dennoch mit einer eigenen magischen Portion Charme generationsübergreifend Anwärter, Schüler und Alumni von Hogwarts.
Weshalb sollte ich also von weniger Faszination gepackt werden als unzählige Fans der Buchreihe weltweit? Genau aus diesem selbstredenden Grund erklärt sich wohl auch die Tatsache, dass ich dieses Schmuckstück eines Buches haben musste. Und was darf ich sagen? Es war, und das kann ich ohne Übertreibung feststellen, Liebe auf den ersten Blick. Ich bin hin und weg.

Des Weiteren durfte ich mich kürzlich über das Hörbuch Hope — Sprung ins Glück von Carola Wimmer, eingelesen von Marie Bierstedt, freuen. Eine liebevoll aufbereitete Geschichte für Kinder ab 8 Jahren, die mich an meine eigene "Pferdezeit" in der Kindheit erinnert. Das Hörvergnügen wird bestimmt richtig fein.


Dienstag, 15. September 2015

[Rezension] Weiberabend (Joanne Fedler)

Joanne Fedler: Weiberabend 

Ein Roman in Hörbuchformat, der für Fröhlichkeit verziert mit einem Tupfen Ernsthaftigkeit sorgt. Bunte Unterhaltung, die das solide Mittel zwischen erdrückendem Tiefgang und überquellender Leichtigkeit trifft. 

Besonderen Charme verleiht dem Ganzen meiner Meinung nach die Sprecherin Nana Spier, welche die vielschichtige Atmosphäre gekonnt aufgreift und wiedergibt.


~ Rezension ~

Mädels, das wusstet ihr garantiert noch nicht über mich.

Um einmal eine Auszeit von Familie, Job und alltäglichen Verpflichtungen zu nehmen, finden sich Joanne und ihre sieben Freundinnen im Landhaus von Helen zu einer Pyjamaparty ein – stilecht mit Snacks, Drinks und Geschichten, die das Leben schreibt.
Doch so heiter und unbeschwert sich der Abend anlässt, genauso unglaublich erschütternd sind die Erkenntnisse, die sich im Laufe der Stunden offenbaren. Ängste, Traumata, Wünsche, von denen Joanne und ihre Freundinnen keine Ahnung hatten, kommen dabei ans Licht.

Weiberabend ist der erste Roman der Autorin Joanne Fedler und bietet dem Leser einen sprühenden Mix aus Ehrlichkeit und Schmerz, Sehnsucht und Lebensmut.

Der bunte Fächer an Charakteren, die jeweils mit reichlich Geheimnissen ausgestattet sind, wirkt erfrischend. Sämtliche Höhen und Tiefen des Mutter- und Ehefrauseins werden, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, ungeschminkt beleuchtet. Dabei werden die schönsten Freuden, aber auch tragische Entscheidungen gleichermaßen in den Mittelpunkt gestellt, wodurch ein hohes Maß an Authentizität an den Leser herangetragen wird. Eine hörbare Kritik an von der realen Gesellschaft für passabel erklärten Ansichten und Normen kommt hierbei nicht zu kurz. Eine Charakteristik des Romans, mit welcher die Autorin punkten kann.

Ebenfalls gefallen haben mir die schwungvolle Wortwahl sowie die bildhaften Beschreibungen, mit denen Joanne Fedler der Geschichte Glanz verleiht. Auch wenn die beschriebene Handlung in nicht einmal 24 Stunden stattfindet, ist die Ereignisdichte hoch und absolut kurzweilig.

In der Hörbuchversion verleiht Nana Spier, die deutsche Synchronsprecherin für Drew Barrymore und Liv Tylor, den Charakteren auf eingängige und warmherzige Weise Stimmen, die es zu (er-) hören gilt.

Im Draufblick wartet die Autorin mit einem Unterhaltungsroman auf, der auflachen, kräftig schlucken und nachdenken lässt.

F★ZITGefühlsecht. Unverblümt. Reichhaltig.


Dienstag, 11. August 2015

[Rezension] Schau mir in die Augen, Audrey (Sophie Kinsella)

Sophie Kinsella: Schau mir in die Augen, Audrey 

Der Hang, Geschichten zu erzählen, in denen eigenwillige, markante Charaktere die erste Geige spielen, ist der britischen Autorin Sophie Kinsella wahrlich nicht abzusprechen. Daher auch kein Wunder, dass sie mich bereits mit ihren unterhaltsamen Romanen hat bei guter Leselaune halten können.

Nun erschien ihr erster Abstecher in das Genre der Jugendliteratur und ich war gespannt. 

cbj audio, herzlichen Dank für das großzügig zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

Wie würde Sophie Kinsella den Bogen in die Gefühlswelt eines Teenagers schlagen können? Und welche Rolle würde bei der Hörbuchversion die preisgekrönte Sprecherin Maria Koschny spielen? Na, lest selbst!

Cover: cbj Verlag


~ Rezension ~

Das Porträt einer liebenswert chaotischen Familie

Seit die vierzehnjährige Audrey vor einigen Monaten in ihrer Schule Opfer schrecklicher Anfeindungen geworden ist, hat sich für ihre gesamte (schräge) Familie das Leben verändert. Denn Audreys Panikattacken und Angst vor menschlicher Nähe erfordern Verständnis und Einfallsreichtum aller Familienmitglieder. Und während andere Teenager in einer Sonnenbrille ein hübsches Accessoire sehen, ist diese für Audrey der wenigstens ein bisschen Selbstsicherheit gebende Schutzwall, der zwischen ihr und der Welt steht. Als das Mädchen allerdings eines Tages Bekanntschaft mit Linus, einem guten Freund ihres Bruders Frank macht, bekommt dieser Wall Löcher. Löcher, durch die Audrey einen Blick auf viele neue Großartigkeiten erhaschen kann. Dies wirft die Frage auf: Was wäre wenn ... sie die Sonnenbrille eines Tages nicht mehr bräuchte?

Mit Schau mir in die Augen, Audrey feiert Bestsellerautorin Sophie Kinsella nun ihr Jugendbuchdebüt. Hervorragend gelesen wird der Roman in der Version des Hörbuchs von Maria Koschny

Die zurückliegenden Monate waren alles andere als leicht für Audrey. Doch die Gespräche mit Dr. Sarah waren schon recht hilfreich. Was allerdings erstaunlicherweise noch viel angenehmer ist, sind die Korrespondenzen mit Linus. Was geht hier vor sich? Sophie Kinsellas Protagonistin befindet sich in so etwas wie einem umgekehrten freien Fall  von der Hölle in den siebten Himmel. Jene besondere Selbstfindungsreise ist eingebettet in ein warmherziges, bisweilen schrulliges Umfeld aus Mitmenschen.

Die Thematik des Anders- und Außenseiterseins geht die Autorin mit einer angenehmen Mischung aus Dringlichkeit und Charme an. Ersteres, weil immer wieder das Leben nach einer schwerwiegenden Mobbingattacke beleuchtet wird. Wie findet man das Vertrauen in sich und andere Menschen wieder, das einem so jäh entrissen worden ist? Letzteres, indem pfiffige Überspitzungen und drollige Klischees gerade in den Zeichnungen der Charaktere die entsprechende Lockerheit entgegensetzen. 
Weitere Schwerpunkte des Erwachsenwerden, zum denen klopfende Herzen, knallende Türen und kuriose Marotten gehören, flicht Sophie Kinsella auf schwungvolle, amüsante und manchmal nachdenkliche Art und Weise in ihre Geschichte ein. Daraus ergibt sich für mich ein rundum sympathisches Gesamtpaket.

Eine mal legerere, mal tiefschürfend nachhallende Tonalität geht stilistisch Hand in Hand mit der typischen Unterhaltsamkeit à la Kinsella. Das sich Hauptfigur Audrey ihre Welt mittels eines Videotagebuchs erschließt, kommt als bei heutigen Teenagern total beliebtes Medium ergänzend hinzu. Clever und auf Augenhöhe.

Ein absolut unschlagbares Plus dieses Hörbuchs ist die unnachahmlich lebhafte Vortragsweise durch Synchronsprecherin Maria Koschny. Die Individualität der einzelnen Figuren unterlegt sie mit beinahe überschäumender Intensität. Mich persönlich begeistert diese Interpretation rundum.

Summa summarum kommt Sophie Kinsella hier mit einem ersten Jugendbuch daher, dessen Gesamtheit äußerst anspricht. Die Balance zwischen den Höhen und Tiefen des Teenagerseins wird gefunden und durch das Ensemble an einzigartigen Charakteren wirklich schön und feinsinnig und gelegentlich auch stereotyp "gelebt". 

FZIT: Gewinnend. Temperamentvoll. Herzig.


P.S.: Hier ein ausführliches und, wie ich finde, tolles Interview zum Buch, das Jojo Moyes mit Sophie Kinsella geführt hat





Freitag, 31. Juli 2015

[Rezension] Kuschelflosse — Das unheimlich geheime Zauber-Riff (N. Müller)

Nina Müller: Kuschelflosse Das unheimlich geheime Zauber-Riff 

Ein fein geschriebenes Kinderbuch ist (in jedem Alter) Gold wert. Wird dieses nun allerdings noch zusätzlich von einem Vorleser wie Ralf Schmitz vorgetragen, ist das so etwas wie eine unbezahlbare Einladung, die Welt (wieder einmal) mit Kinderaugen sehen zu dürfen. Ebenjenem Wink bin ich natürlich nur zu gern gefolgt. 

Danke schön an dieser Stelle auch an cbj audio für das mir zugesandte Hörbuch! 

Cover: cbj audio


~ Rezension ~

Hinein ins kuschelig-blubbernde Unterwasserabenteuer!

Fellfisch Kuschelflosse, den seine Freunde aus flauschigen Gründen einfach Kuschel nennen, stößt auf eine nur allzu verlockende Radiomeldung: In einem fernen, unheimlich geheimen Riff, soll eine weise Zauber-Schildkröte leben, die Wünsche erfüllen kann. Für Kuschel ist sofort klar, dass er diesem magischen Abenteuer zum Riff der Schildkröte nicht widerstehen kann. Schließlich hat er selbst einen sehr, sehr großen Wunsch. Dass seine quirligen Freunde Emmi, Sebi und Herr Kofferfisch natürlich mit auf Reisen gehen, ist keine Frage. Aber wird es den vier Freunden tatsächlich gelingen, das Zauber-Riff zu finden? Gemeinsam sind sie ein tolles Team, doch als sie auf die fiese Feuerqualle treffen, ist guter Rat teuer.

Kuschelflosse — Das unheimlich geheime Zauber-Riff aus der fantasievollen Feder von Nina Müller ist ein Hörbuch, das Ralf Schmitz zum Besten gibt.

Eines steht fest: Für alle kleinen (und auch etwas größeren) Fans einer herrlich bunten Unterwasserwelt hat Autorin Nina Müller sich etwas wirklich Niedliches einfallen lassen. Wenn das originelle Quartett Fellfisch Kuschelflosse, Schwimmerdbeere Emmi, Seebrillchen Sebi und Herr Kofferfisch erst einmal losschwimmt, sind Wasserpurzelbäume vorprogrammiert.

In ihrem Kinderbuch für "Leser" ab vier Jahren stellt Nina Müller auf quirlig unterhaltsame Weise vieles von dem heraus, was in einem (Kinder-) Leben von Bedeutung ist: Abenteuerlust, Freundschaft und Achtsamkeit. Wertigkeiten wie Loyalität, Mut und Vertrauen bricht die Autorin auf eine Ebene herunter, auf der sie den Kindern auf Augenhöhe begegnet. 

Besonders großer Fan bin ich von den zahlreichen liebevollen Details, mit denen Nina Müller das aufgeweckte Treiben unter der Meeresoberfläche ausstaffiert — von A wie Aquollo 14 bis Z wie Zauber-Riff. Hier verschwimmen Welten miteinander und es macht einfach Spaß Teil dieses Abenteuers zu sein.

Dass nun gerade Ralf Schmitz das Hörbuch eingelesen hat, ist ein absoluter Glücksgriff. Mit seinem Talent fürs Rollenspiel verleiht er den Bewohnern von Fischhausen nicht nur eine Stimme, sondern eine lebhafte Persönlichkeit. Eine Freude wie der Griff in die Auslage voller Brauseblubberbonbons. 

Kurzum, die Nachrichten im Unterwasserradio würden wohl verlesen: Ein flauschig vergnügliches (Hör-) Vergnügen für Kinder und all im Herzen Kind Gebliebenen. 

FZIT: Knuffig. Aufgeweckt. Erlebnisreich. 


Dienstag, 21. Juli 2015

[Neuzugänge] Es gibt etwas auf die Ohren!

Ohne viele Worte lässt sich frei heraus sagen: Ich mag Hörbücher. Sehr! Insbesondere jene, die schon beinahe an Hörspiele erinnern, weil sie eben nicht "nur gelesen" werden.

Aus diesem Grund freue ich mich mächtig über Post aus dem Hause cbj. Innerhalb weniger Tage erreichten mich gleich zwei Neuerscheinungen des Sommers, die in die Kategorie "Hörbuchvergnügen" fallen. Allerliebst! Blubberblubb.

Zum einen das von Nina Müller geschriebene und von Ralf Schmitz vertonte Kinderbuch Kuschelflosse. Knuffig. Kann nur gut werden. 
Zum anderen das erste Jugendbuch von Sophie Kinsella: Schau mir in die Augen, Audrey, das von Maria Koschny eingelesen wurde. Auch auf die mehr als vier Stunden des Lauschens freue ich mich.


Montag, 17. Juni 2013

[Rezension] Sahnehäubchen (Anne Hertz)

Anne Hertz: Sahnehäubchen 

Wer auf der Suche nach einer charmanten Geschichte gespickt mit herrlich chaotischen Anekdoten ist, der darf gut und gerne einen Löffel vom Sahnehäubchen nehmen. Für den einen oder anderen Lacher sorgt dieses Hörbuch definitiv. 
Für mich war's die ideale Unterhaltung für zwischendurch: Kein dramatischer Tiefgang, dafür umso eloquenter! 


~ Rezension ~

Esprit trifft Klischee

Das neue Jahr beginnt für Nina, die in einer PR-Agentur arbeitet, gleich mit einer herben Herausforderung. Zuerst muss sie sich anstelle ihrer Chefin Susanne mit diesem unverschämt lässigen Tom, einem Anwärter auf die Volontariatsstelle, herumschlagen und dann macht sie auch noch Bekanntschaft mit einem der größten Machos der Gegenwart: dem amerikanischen Schriftsteller Dwaine F. Bosworthist.
Da Nina offensichtlich momentan keine Glückssträhne hat, muss sie tatsächlich mit beiden Männern an der deutschlandweiten Vermarktung des reißerischen Bestsellers Ich kann sie alle haben arbeiten. Ein kühler Kopf ist nun gefragt, doch Nina erwartet so manch pikante Überraschung mit herbem Beigeschmack …

Süß und fluffig wie ein Baiser schmeckt dieser Roman (bzw. das Hörbuch dazu) von Anne Hertz. Die Autorin setzt gekonnt auf eine im Rezept ausdrücklich betonte Mischung aus geläufigen Klischees und innovativen Ideen. Dabei fallen Stilmittel  oder in diesem Falle besser: Zutaten  wie Witz, Übertreibung und Individualität besonders ins Gewicht.

Die Figuren überzeugen durch Facettenvielfalt und Originalität – vom Schaumschläger bis hin zur sympathisch überforderten Karrierefrau sind sie allesamt vertreten.
Kuriose und sehr amüsant ausgefeilte Ver- und Enthüllungen sowie die obligatorische Gefühlsachterbahn bilden das solide Fundament dieses Romans. Auch wenn mich während des Hörens bereits die eine oder andere Ahnung beschlich, so gelangt man als Leser/ Hörer durch regelmäßig geschlagene Haken stets auf neue Pfade.

Das Hörbuch wurde von Katrin Fröhlich eingelesen. Eine Stimme, die dem ganzen „Sahnehäubchen“, wie ich finde, die Kirsche aufsetzt. 
Frisch, frech und – ihrem Namen Ehre machend – fröhlich haucht die Sprecherin der Geschichte auf diesem Wege Leben ein, wobei die gesetzten Akzente perfekt zur Geltung kommen.

Alles in allem bietet Sahnehäubchen erwartungsgemäß eine illustre Unterhaltung inklusive einem Augenzwinkern auf die moderne Romantik.

F★ZITBekömmlich. Übermütig. Wendig.


Freitag, 22. Februar 2013

[Rezension] Sternenreiter: Kleine Sterne leuchten ewig (Jando)

Jando: Sternenreiter - Kleine Sterne leuchten ewig 

Viel zu selten vergegenwärtigen wir uns die WIRKLICH bedeutungsvollen Dinge des Lebens. Im Strudel alltäglicher Verpflichtungen, Aufgaben und Erwartungen verschwimmt der eigentliche Fokus schnell und oft ohne, dass wir es bemerken. Doch ein Innehalten kann manches Mal Wunder bewirken und damit lang gehegte Träume und auch völlig neue Ambitionen zutage fördern. Ein Anliegen, welches diese schlichte und zugleich umso wertvollere Erzählung Jandos transportiert. 
Wer bin ich? Was sind meine Wünsche? Mit wem möchte ich die Erfüllung dieser teilen? Nicht, wer risikobereit beschleunigt, sondern derjenige, der einen Gang zurückschaltet, ist mutig und wird belohnt! Lasst uns nach den Sternen greifen!
Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Jando und Sandra von BuchZeiten, die mir den Genuss dieses aussagekräftigen Hörbuches möglich gemacht haben! Welch famoser Gewinn!


~ Rezension ~

Wirklich zu leben ist eine Gabe.

Mats ist Ehemann, Familienvater und er hat in dem Unternehmen, in dem er arbeitet, eine unverzichtbar wichtige Position inne. Für ebenjene Arbeit opfert er nicht nur seine kostbare Familienzeit, sondern ebenfalls sich selbst auf. Immer seltener kommt Mats zum Durchatmen und Reflektieren, vielmehr funktioniert er nur noch. Eines Abends, noch vertieft in ein drängendes Projekt, geschieht das unabwendbare Unglück: Mats gerät in einen Unfall und wird daraufhin über Wochen als Komapatient behandelt. Seine Genesung geht nur schrittweise voran, doch ein kleiner Junge mit einem verträumten Blick und einem großen Herzen nimmt Mats bei der Hand und führt ihm die Leichtigkeit eines erfüllten Lebens endlich wieder vor Augen. Ein Wendepunkt, der Mats eine Entscheidung treffen lässt!

Sternenreiter ist ein Werk, dessen lebensbejahende Botschaft Jando in einen Mantel aus Warmherzigkeit, Kindlichkeit und Zeitlosigkeit gekleidet hat.

In einer schnelllebigen Zeit wie der unseren, dient eine solche Geschichte als Katalysator der anregt, sich der eigenen Wünsche, Fähigkeiten und Möglichkeiten bewusst zu werden. Die kindliche unverfälschte Sicht des kleinen Jungen, der auf subtile und dennoch scharfsinnige Weise Mats, der stellvertretend für den vielmehr hastenden und selten rastenden Mainstream-Bürger unserer Gesellschaft steht, auf die wahrhaft wichtigen Dinge und Perspektiven des Lebens aufmerksam macht, fasziniert und berührt.

Die Worte und Weisheiten, die der Autor wählt, kommen milde und wohltuend daher. Sie überfordern nicht durch strenges Moralisieren, sondern entführen mittels gescheiter Sinnhaftigkeit, die den Leser zum Überdenken der eigenen Vorstellungen von Erfüllung, Zufriedenheit und Glück animieren.

Die einzigartige Freundschaft zwischen den beiden grundverschiedenen Protagonisten wurde für mich durch den vorgenommenen Rollentausch – ein Kind ebnet dem lebenserfahrenen Erwachsenen den Weg zu einer bewusst ge- und erlebten Zukunft – sehr treffend herausgestellt.

Diese ermutigende Geschichte samt philosophisch angehauchten Lebensweisheiten Jandos wird in der Hörbuchversion, welche ich erleben durfte, vom Autor selbst gelesen und durch stimmungsvolle Musik hervorragend ergänzt. Instrumentale Stücke verleihen hierbei ebenso Flügel wie die von Isgaard und Cramen Dethof gesungenen Passagen.

Alles in allem ein modernes Märchen für Erwachsene, das sowohl durch Sanftmut und Gefühl als auch durch Ernsthaftigkeit und Weisheit funkelt wie tausend kleine Sterne. Balsam für die Seele! Ein Wegweiser, der für Entschleunigung und Geborgenheit, Vertrauen und Selbstverwirklichung steht. Sich selbst treu zu bleiben, seine Liebe zu teilen, Träume zu verwirklichen – all das verdient es nicht, aufgeschoben zu werden!

F★ZITBeflügelnd. Ergreifend. Reflektierend.


Samstag, 16. Februar 2013

[Buchpost] ... und die Sterne sind so nah

Wer sagt denn, dass das beste Alter für Märchen die fantasievollen Kindertage sind? Niemand! Genau aus diesem Grund und auch, weil es uns Erwachsenen gelegentlich vergönnt sein sollte, ein wenig in Erinnerung zu schwelgen, Hoffnung zu schöpfen und grundlegende Lebenseinstellungen zu be- und überdenken, gibt es Autoren, die Märchen für Leser jenseits der Jugendweihe und des Schulabschlusses schreiben.

Zu diesem Autoren gehört auch Jando. Er kann als Botschafter moderner und zeitgemäß umhüllter Geschichten, die das Leben schreibt, verstanden werden. Eine Berufung, welche Jung und Alt verzaubern und zum Träumen bestärken kann.

Kürzlich ereignete sich ein echter Glücksfall - die Sterne standen wohl in einer äußerst günstigen Konstellation -, indem ich nämlich von der lieben Fabella auf ihrem Blog BuchZeiten für den Gewinn des Hörbuchs Sternenreiter, geschrieben und gesprochen von Jando, ausgelost worden bin. Wenn das nicht himmlisch ist?! Daher erreichte mich nun eine wundervoll lebensbejahende Post vom Autor selbst, die sowohl das Hörbuch als auch eine persönliche Nachricht und eine Sammlung an Postkarten, die die Liebe zum Leben betonen, enthielt. Hatte ich schon erwähnt, dass ich solch sinnhafte Postkarten unheimlich mag? In der Tat, das tue ich!

Mein herzliches Dankeschön richtet sich an dieser Stelle noch einmal an Fabella und Jando, die mir beide das Ticket für eine Reise ins moderne Märchenland ermöglicht haben! Lasst uns nach den Sternen greifen!


Montag, 17. September 2012

[Rezension] Ich bin dann mal weg (Hape Kerkeling)

Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg 

Meine Vorliebe für (Selbst-) Ironie und unterhaltsamen Witz ließ es logisch erscheinen, mich dem von Hape Kerkeling selbst eingelesenen Hörbuch seiner bewegenden Reise entlang des Jakobswegs zu widmen. Eine Entscheidung, die ich jederzeit erneut treffen würde, keine Frage.

Auf einzigartige Weise werden einem Land und Leute, menschliche Stärken und Schwächen, persönliche Ziele und Entbehrungen, allgemeingültige Weisheiten und niemals verlorener Humor nahe gebracht. Überaus empfehlenswert!


~ Rezension ~

Eine Reise mit und zu sich selbst …

Im Sommer 2001 tritt Hape Kerkeling nach gesundheitlichen Problemen seine ganz persönliche Pilgerreise entlang des Jakobswegs an: Von Sait-Jean-Pied-de-Port soll ihn eine lange beschwerliche und zugleich unheimlich stärkende Wanderung nach Santiago de Compostela geleiten. Über Stock und Sein, bergauf, bergab, durch kalte Nebelschwaden und gleißenden Sonnenschein führt die Pilgerreise, auf der Hape sowohl die absolute Einsamkeit als auch die heitere Gesellschaft besonderer Menschen zu schätzen lernt.
Was anfangs niemand vermutet hätte (am wenigsten wohl er selbst), geschieht: Er erreicht innerlich gewachsen und nach nahezu 800 km voller Entbehrung und Zweifel, Harmonie und Lebensfreude tatsächlich sein Ziel.

Hape Kerkeling schildert mit der gewohnten Portion Humor und Selbstironie die emotionalen Höhenflüge und tiefen Täler, die das Pilgern mit sich bringt. Die Suche zu sich selbst, kann durchaus strapazieren und Grenzen aufweisen. Umso befreiender ist es jedoch, am Ende einer langen Reise gestärkt und um tausend kleine Lebenserfahrungen bereichert den Jakobsweg hinter sich lassen zu können.

Mich begeistert dieses Hörbuch immer wieder. Schon allein, weil ich Hape Kerkelings Erzählweise sehr gern mag: unbeschwert und selbstkritisch, gefühlsbetont und ehrlich, reflektierend, ermutigend, zum Schmunzeln bringend. Kerkeling beweist, dass das Pilgern kein Pappenstiel, aber ebenso kein Ding der Unmöglichkeit ist.

Manchmal findet man, was man sucht. Und manchmal findet man überraschend etwas ganz anderes. So oder so ähnlich gestaltet sich wohl der Grundtenor dieses Perspektiven offenbarenden Erfahrungsberichtes.

Ich bin dann mal weg  durch und durch ein sehr erfrischendes, herrlich humorvolles und wirklich unterhaltsames (Hör-) Buchvergnügen. Denn selten wird das Nachdenkliche und Erdende mit mehr Persönlichkeit und Originalität versehen!

F★ZIT: Kraftvoll. Inspirierend. Witzig. 


Sonntag, 26. August 2012

[Rezension] Wie man 13 wird und überlebt (Pete Johnson)

Pete Johnson: Wie man 13 wird und überlebt 

Die KiBuLos schickten mir dieses Hörbuch zu, um an dieser Stelle sozusagen als Testhörer aufzutreten.
Hinter dem Titel verbirgt sich die Geschichte über einen jungen Halbvampir, der mit seinem Schicksal noch etwas hadert. 
Für gewöhnlich ein Genre, dem ich nicht allzu zugewandt bin. Doch ich wurde vollkommen positiv überrascht und durfte mit Wonne feststellen, dass eine wandelbare Erzählstimme einer kurios-witzigen Handlung die Krone aufsetzt und mich auch Vampirgeschichten überaus unterhaltend finden lässt.


~ Rezension ~

Ein Familiengeheimnis, mit dem eigentlich niemand rechnen würde …

Markus wird 13. Doch dieser Geburtstag soll sein bisheriges Leben vollends auf den Kopf stellen. Denn seine Eltern erklären ihm stolz, dass er tatsächlich ein Halbvampir namens Ved sei. Kein Scherz! Sie zucken nicht einmal mit der Wimper. Unglaublich!
Markus ist vollkommen perplex und kann sich mit diesem Geheimnis niemandem wirklich anvertrauen. Kurzerhand funktioniert er seinen Internet-Blog in sein geheimes Tagebuch um. Hier hält er fortan all die Kuriositäten – von wachsenden Fangzähnen bis zum schwindenden Spiegelbild – fest.
Mit verrückten Freunden, euphorischen Eltern und einem nervigen Cousin im Schlepptau versucht Markus sich an sein neues Ich zu gewöhnen. Wenn dort nicht noch diese eine große Gefahr auf ihn lauern würde …

Eine absolut erfrischende Geschichte, die mich vor allem durch die lebendigen Charaktere und eine Vielzahl amüsanter Anekdoten überzeugt hat. Jugendliche Emotionen und Witz erreichen den Leser/ Hörer. Besonders schmunzeln ließen mich die Konversationen zwischen Markus und seinen Eltern, durchaus drollig.
Pete Johnson lässt Vampire in einem modernen Licht erscheinen – weniger dunkel, dafür umso lebhafter.
Für das Hörbuch präsentiert Anton Sprick die schwungvolle Geschichte. Eine Stimme, die den Figuren auf wunderbar sympathische Weise Leben einhaucht.

Wie man 13 wird und überlebt lädt einfach dazu ein, Vampiren mit Esprit zu begegnen. Diese pfiffige, humorvolle, unterhaltsame Einladung kann man nur schwer abschlagen!

F★ZIT: Temperamentvoll. Charmant. Schräg.