"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Sonntag, 7. Mai 2017

[Laut gedacht] Lasst uns gemeinsam "anders" sein!

Every time you say, "I can't do that," "I don't have what it takes," "It's too late," or "I'm not good enough," you're keeping yourself from living your truth. — Derek Hough

Sei du selbst und alles ist gut!


Uns allen sind sie vertraut: Unsicherheiten, Zweifel, Ängste. Und vielen von uns wird es nicht fremd sein, (von Zeit zu Zeit) eine innere Beklemmung oder auch Andersartigkeit zu empfinden. Aber genau in diesem Punkt zeigt sich doch dann auch schon wieder eine Verbundenheit. So werden aus dem vermeintlichen "Anderssein" und dem Unzugehörigkeitsgefühl, ehe wir's uns versehen, Gemeinsamkeiten. Wer hätte das gedacht?

Egal, ob wir uns nun aufgrund sichtbarer oder für jeden Außenstehenden gar nicht zu erkennender "Makel" nicht als Teil eines vorgegebenen Ganzen betrachten, nie sollten wir das Vertrauen in uns und unsere Fähigkeiten verlieren! Denn es geht im Leben nicht darum, in eine Schablone zu passen oder Standards, die andere für uns definieren, zu erfüllen. Vielmehr ist es erstrebenswert, die eigene Authentizität und damit Identität zu finden und zu leben. Wem das gelingt, der hat vieles verstanden und ist weiser als so manch Gelehrter. 

Natürlich werden wir, auch wenn sich das warme Gefühl des Angekommenseins (irgendwann) eingestellt hat, immer wieder einmal hadern oder hinterfragen. Wäre auch schlimm, wenn das nicht mehr der Fall wäre. Der entscheidende Punkt ist aber, dass solche Momenten des inneren Ringens als Sprungbrett, als Chance gesehen werden. 
Nicht selten hilft es, so geht es mir jedenfalls, sich dabei von Lebenswegen inspirieren zu lassen, die einem zeigen, wohin Neugier, Optimismus und das augenscheinliche Anderssein führen können. Bemerkenswertes lässt sich da (für mich) beispielsweise im eigenen Umfeld, in Büchern, auf Blogs und in TEDTalks finden.


Jedes Manko ist ein Feature


Da ich aus diversen Gründen großer Fan des Tanzsports bin, trifft es sich außerdem hervorragend, dass das erfolgreiche TV-Format Strictly Come Dancing mit seinen weltweiten Adaptionen wie Dancing With The Stars oder Let's Dance in jüngerer Geschichte immer wieder die Bühne für Persönlichkeiten bietet, für die das Erlernen von Fersenschritten und Samba Rolls aufgrund so genannter Handicaps eine doppelte Herausforderung ist. Doch jeder Schwäche steht eine Stärke gegenüber, nicht wahr?!
Das Wundervolle an diesen inspirierenden Auftritten ist, dass Tanzpaare wie Amy Purdy (Snowboarderin, Bronzemedaillengewinnerin bei den Paralympischen Spielen 2014) mit Derek HoughKelly Cartwright (Leichtathletin, mehrfache Medaillengewinnerin bei den Paralympischen Spielen 2012) mit Damian Whitewooddas gehörlose Model Nyle DiMarco mit Peta Murgatroyd oder die kleinwüchsige Terra Jolé mit Sasha Farber beweisen, dass wir allein unsere Grenzen abstecken. Ein Bewusstsein, dass, wie ich finde, viel zu oft abhanden kommt.
Ein großartiges Beispiel dafür, dass es auf emotionaler Ebene unbezahlbar ist und dass es uns guttut, allen Widrigkeiten zum Trotz immer Neues zu wagen, ist für mich persönlich auch Leichtathlet Heinrich PopowEr sorgt hierzulande mit seiner Tanzpartnerin Kathrin Menzinger dafür, die Nichtigkeit von Barrieren zu unterstreichen. Sich selbst oder von der Gesellschaft gestellte Hürden sind (r)eine Kopfsache. Zu zeigen, dass diese nicht unüberwindbar sind, ist eine Herzensangelegenheit mit Aussagekraft— wie auch ihr Contemporary.

Obgleich es manchmal einfacher gesagt als getan ist, Bedenken und Strenge zu sich selbst gegen hemmungsloses Ausprobieren auszutauschen, so zählt auf diesem Weg jeder einzelne kleine oder große, gehüpfte oder gestolperte, filigrane oder federnde Schritt. Worauf es ankommt, ist unsere Entschlossenheit, unser Wille, auszubrechen und gegebenenfalls eben anders zu sein. 

Moment!

Aus diesem Blickwinkel betrachtet, heißt es also ganz offensichtlich, dass es nichts anderes als erfüllend, selbstbestimmt und wegweisend — kurzum: cool — ist, in gewisser Weise unangepasst von der "Norm" abzuweichen. In diesem Sinne, Bühne frei!


Amy Purdy & Derek Hough: Contemporary



Nyle DiMarco & Peta Murgatroyd: Samba



Dienstag, 6. Dezember 2016

[Rezension] Big Magic (Elizabeth Gilbert)

Elizabeth Gilbert: Big Magic — Creative Living Beyond Fear 

Mit ihrem Buch Big Magic hat Elizabeth Gilbert eine flammende Huldigung der Mannigfaltigkeit von Einfallreichtum und Originalität verfasst. 

Dazu gehören, na klar, die überglücklichen Nächte, in denen sie all ihr Herzblut in eine Geschichte gepackt hat, und die leuchtenden Sternstunden nach dem Überraschungserfolg von Eat Pray Love. Aber eine genauso bedeutsame und prägende Rolle spielen hierbei auch die verzweifelte Suche nach dem zündenden Funken und die anfangs bittere, später dankbare Erkenntnis, dass manche mühsam erarbeiteten Manuskripte einfach losgelassen werden müssen. Schmerzhaft? Ja. Das Ende der Welt? Nein.

Cut!

Mit großer Sogwirkung, aber nichtsdestotrotz Freiraum gebend hält Elizabeth Gilbert ihre Leser dazu an, stets mit unbeirrter Neugierde und wachsamen Blick für all das (Un-)Mögliche durchs Leben zu gehen.


~ Rezension ~

Der Zauber der kleinen kreativen Schritte

Elizabeth Gilbert ist eine weltbekannte und von Millionen Menschen geschätzte Bestsellerautorin. Doch auch sie schüttelt ihre Werke nicht aus dem Ärmel, obgleich sie sich seit Jahrzehnten mit größter Hingabe dem Erfinden und Erzählen von Geschichten verschrieben hat. Im Gegenteil. Sie kennt beide Seiten der Medaille nur zu gut: das Für-Genialität-gefeiert-Werden und die beängstigende Leere während des endlosen Wartens auf die Muse — eben die "Big Magic", wie Elizabeth Gilbert diese Initialzündung nennt. 

Elizabeth Gilberts Buch Big Magic — Creative Living Beyond Fear ist eine enthusiastische Hommage an all die (un-)geduldigen, sich (miss-)verstanden fühlenden Künstler dieser Welt. Die Autorin wird dank ihrer teils philosophisch, teils erfrischend unbekümmert geteilten Facetten eigener Lebenserfahrung zu einer Mentorin, die ihr Herz auf der Zunge trägt.

Kreativität ist ein uns (temporär) zuteilwerdendes Geschenk. Wir können sie weder erzwingen, noch garantieren. Wir können schlichtweg dankbar dafür sein, wenn wir mittels unserer eigenen Weltoffenheit, Neugier und Beharrlichkeit einer Idee begegnen, die von uns geformt und geteilt werden möchte. Elizabeth Gilbert unterstreicht konsequent, dass die von ihr beschriebene Big Magic eine Kraft ist, die sich uns aussucht — nicht umgekehrt.

Anhand ihres eigenen Werdegangs, der von jubelnden Hochs und nicht minder verlässlichen Tiefs gezeichnet ist, nimmt die Autorin ihren Lesern Illusionen. Wer nun allerdings glaubt, das mache sie zu einer Spielverderberin, der irrt. Denn obwohl sie vehement die Wunschvorstellung vom leichten, dauerhaft währenden Erfolg als kreativer Kopf demontiert, wird sie zur absoluten Mutmacherin. Weshalb? Weil Elizabeth Gilbert mit ebenso großem Nachdruck den Trugschluss beseitigt, eine kreative Blockade oder ein Scheitern wären das Ende unserer Berufung. Von wegen! Es sind gerade jene gefürchteten Rückschläge, die unserem Schaffen Profil, Wertigkeit und nicht zuletzt Glanz geben. 

Eine Vielzahl von Anekdoten aus dem Leben geistreicher Weggefährten und/oder Leidensgenossen, die unbeirrte Reflexion menschlicher Ecken und Kanten sowie ein Streifzug durch das schier unergründliche Universum der Schöpferkraft ermöglichen dem Leser einen weiteren aufschlussreichen Blick über den Tellerrand des eigenen Flows bzw. des eigenen Haderns hinaus.

Was mich an dieser wunderbaren Lektüre neben der Dichte an inhaltlichen "Weisheiten" besonders in den Bann zieht, ist zweifelsohne die Persönlichkeit Elizabeth Gilberts. Ihre Worte sind scharfsinnig und absolut beflügelnd. Ihr Humor und ihre Selbstironie sind bestechend. Ihre Fähigkeit, Verständnis für Fürsprecher und Querulanten aufzubringen, ist beispielhaft. Die betonte Daseinsberechtigung von gebührendem Erfolg und totaler Pleite, die Dankbarkeit für ihr gegebene Möglichkeiten, die blühende Überzeugung der Sinnhaftigkeit des großen, uns alle überdauernden Ganzen sind schlichtweg ansteckend.

Mit diesem Buch macht Elizabeth Gilbert die vielgestaltige, an sich nicht zu greifende Kreativität doch ein klein wenig (be-)greifbar. Gleichgesinnte werden sich von den gut 270 Seiten umarmt fühlen.

FZIT: Unverblümt. Loyal. Anspornend.


Dienstag, 4. Oktober 2016

[Rezension] You Got This! (Maya S. Penn)

Maya S. Penn: You Got This! Unleash your awesomeness, find your path and change your world 


"What I do know is that we all have a creative gift to share, a way to influence the world, and the power to make our dreams a reality. I don't belive in coincidences. I think we all have a purpose in this life, a destiny."  
— Maya S. Penn (eco-designer, philanthropist, environmentalist)

Zweifelsohne ist You Got This! eines meiner Lieblingsbücher 2016 in der Rubrik "Sachbuch". Die fabelhaft unbeschwerte Schreibweise bildet den wunderbaren Gegenpol zur inhaltlichen Tiefe und dem förmlich überschäumendem Anteil des Erwecke-deinen-Traum-zum-Leben-Ansporns. Ein Buch voller Mehrwert, den ich absolut zu schätzen weiß!!! (Es ist ein Buch, das ich bewusst sehr langsam gelesen habe, um möglichst lange etwas davon zu haben.)


~ Rezension ~

Keine Idee ist zu klein, um Großes zu bewirken!

Seit jüngsten Kindertagen begeistert sich Maya S. Penn für Animation, handgemachte Mode und Umweltschutz. Nicht gerade typisch für ein Mädchen im Vorschulalter, aber für Maya ist ihr etwas spezielles Interesse der Schlüssel, der sie mit acht Jahren ihr eigenes Unternehmen gründen lässt. Das ist nun alles andere als gewöhnlich für ein Kind in diesem Alter. Doch Maya ist beseelt von dem Wunsch und Willen, möglichst viele Menschen davon zu begeistern und zu überzeugen, dass jeder von uns seinen ganz eigenen Teil dazu beitragen kann, unsere Welt durch eine ganzheitliche Nachhaltigkeit in beachtlichem Maße zu erhalten. Mit ihrem rastlosen Engagement für soziale und ökologische Belange gehört Maya, die inzwischen auch eine Non-Profit-Organisation, Maya's Ideas 4 The Planet, gegründet hat, zweifellos zu einem Vorbild und Motivator für ganze Generationen.

In You Got This! Unleash your awesomeness, find your path and change your world teilt Maya S. Penn ihren unbändigen Enthusiasmus für die Umsetzung von kleinen und großen Ideen. Das Resultat ist ein allseitig sympathisches "Handbuch", das all seine (jungen) Leser bestärkt, ihren eigenen Geistesblitzen und Passionen zu vertrauen.

Wohin des (Lebens-) Weges? Worin könnte meine kreative Bestimmung liegen? Wie trage ich meine Idee am besten in die Welt hinaus? Kann es mir wirklich gelingen, tatsächlich etwas Größeres zu bewegen? All diese und zahlreiche weitere Fragen, die vermutlich jeder von uns kennt, beantwortet Maya S. Penn in ihrem Buch auf eine Weise, deren Strahlkraft absorbiert. Denn die Philanthropin weiß, wovon sie spricht. Mit einer Mischung aus jugendlichem Charme, ausgereifter Kompetenz und eloquentem Schneid entzündet die Autorin ein Leuchtfeuer, das vielen (eventuell noch unentschlossenen) kreativen Köpfen wertvoller Impuls sein dürfte.

Was mich neben den großen Leistungen der jungen Autorin an diesem Buch besonders beeindruckt, ist die unglaublich nahbare, inspirative und quirlige Persönlichkeit Maya S. Penns. Auf dem Weg, während des Lesens die eigenen Möglichkeiten und Stärken zu entdecken, fühlt es sich an, als wäre Maya selbst stets als "friend-tor" (Freund und Mentor) präsent. Ihre persönlichen Werte und die Patchworkdecke aus tollen Erfahrungen und ernüchternden Gefühlen teilt sie mit Hingabe. 

Natürlich ist das Buch in erster Linie von einem Teenager für andere Kinder und Jugendliche geschriebenen worden. Was allerdings keinesfalls davon abhalten sollte, sich auch im Alter von 20+ von diesem Werk inspirieren zu lassen. Denn Ambition, Feuereifer und das Finden einer Bestimmung sind bekanntlich alterslos.

Eine absolut inhaltsvolle und hochgradig inspirative Lektüre, deren Funke direkt überspringt und die beweist, dass jede noch so kleine Ideenschmiede Bedeutsames leisten kann. Lasst uns einfach gemeinsam ein bisschen weniger mit der eigenen Courage hadern und schon kann ein Traum Realität werden!

FZIT: Anfeuernd. Gehaltvoll. Mitreißend.


Dienstag, 9. August 2016

[Neu im Regal] Ein kleiner Stein des Anstoßes...


Auf die Inspiration, die manchmal in der Luft, nicht selten zwischen den Buchseiten und tatsächlich insbesondere auch in unserem eigenen Alltag liegt! Wetten?

Als ich das erste Mal auf Maya S. Penns Buch You Got This! aufmerksam wurde, wusste ich SOFORT, dass ich diese Lektüre UNBEDINGT haben musste. Denn seitdem ich Werke, mit (teils) autobiografischem Kontext und vor allem mit großem inspirativen Wert für mich entdeckt habe, wächst meine Sammlung selbiger beständig. Also machte ich kurzen Prozess und das Buch landete in meinem Warenkorb.

Und dass der sechzehnjährige Teenager als Entrepreneur, Philanthropin und Ökodesignerin in diesem Jahr — neben Elizabeth Gilbert, Amy Purdy oder Zendaya zu Oprah Winfreys Super Soul 100 gehört (!!!), ist in diesem Zusammenhang nur einer von allerlei Gründen, die mich überzeugt stimmen, dass ich sehr viel aus diesem Buch mitnehmen werde.


Dienstag, 1. März 2016

[Rezension] Finding My Shine (Nastia Liukin)

Nastia Liukin: Finding My Shine 
"When you finally step up to push your fears away and live the journey of your goal without fear, it is the most empowering thing you can imagine. Only then will life bring you the most amazing experiences. I guarantee that you will not want to miss them."

Vollkommen logische, im Grunde recht simple, aber uns häufig dennoch allzu abhanden gekommene Gedankenanstöße wie diese sind es, die Nastia Liukins Buch für mich zu einem inhaltlichen Schmuckstück machen. Die Autorin stößt mit diesem Memoire die Türen zu ihrer eigenen Welt auf. Aber, noch um einiges wertvoller, sie bestärkt jeden einzelnen Leser dazu, Gleiches für sich persönlich zu tun. 


~ Rezension ~

Kein Traum ist zu groß, um dafür zu leben!

Da Nastia Liukin als Kind zweier Weltklassturner geboren wurde, schien ihre Laufbahn klar. Aber ihre Eltern wussten, wie hart und entbehrungsreich ein Leben als Leistungssportler ist. Daher ermunterten sie Nastia immer dazu, einzig ihrer eigenen Passion zu folgen und möglichst viele Dinge auszuprobieren. Doch Nastia hatte ihren eigenen Kopf und ihr Herz schlug tatsächlich nur fürs Kunstturnen. Mit zwei, drei Jahren tobte sie durch die Sporthalle. Mit sechs Jahren nahm Nastia Liukin an ihrem ersten Wettkampf teil. Und zwölf Jahre später erfüllte sie sich ihren Lebenstraum und wurde Olympiasiegerin im Einzelmehrkampf. Allen Schwarzmalern und Selbstzweifeln zum Trotz hatte Nastia  im wahrsten Sinne des Wortes  den Olymp erreicht. Aber jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten und es gibt eine Zeit "danach". Denn eine Karriere als Kunstturner(in) ist für gewöhnlich im späten Teenageralter schon wieder Geschichte. Wohin Nastias Weg sie nun führen würde, wusste sie eine Zeitlang selbst nicht. Sie hatte ihren Antrieb, ihre Entschlossenheit, ihren Schein verloren. 

In Finding My Shine erzählt die mehrfache Weltmeisterin Nastia Liukin nicht nur von ihrer erfolgreichen Karriere als Leistungssportlerin, die wortwörtlich Knall auf Fall endete. Nein, vielmehr ermutigt die Autorin ihre Leser mit von Herzen kommender Beharrlichkeit, an sich und die eigenen Ziele zu glauben!

Mehr als zwanzig Jahre lang bestimmte das Kunstturnen Nastia Liukins tägliches Leben. Eine Leidenschaft, für welche die Autorin immer wieder über ihre Grenzen hinausging. Für jene Energieleistung wurde sie mit zahlreichen Triumphen belohnt. Dass sie von vielen jedoch einzig als Sportlerin definiert wurde und sie dann, nach einem einschneidenden Wendepunkt, sogar selbst ihre Perspektive verlor, zehrte Nastia Liukin aus. All die Professionalität und das Selbstbewusstsein der wettkampferprobten Athletin hatten sich in Luft aufgelöst. 
Nach dem Ende ihres Profisportlerdaseins musste sie sich völlig neu orientieren. Sie musste sich trauen, aus ihrer Komfortzone auszubrechen. All die Jahre hatte Nastia bewusst auf vieles verzichtet, was eine Kindheit und Teenagerzeit charakterisiert. Sie hatte in ihrer eigenen kleinen, sehr disziplinierten Welt gelebt. Wie schwierig diese Phase ihres Erwachsenwerdens war, schildert die Autorin auf hautnahe und durchaus eingängige Weise.

Das, was ich rundum sympathisch und äußerst bemerkenswert an den geradlinigen Erzählungen Nastia Liukins finde, ist ihre absolut geerdete Art und reflektierende Sichtweise, mit der sie die Kapitel ihres Buches bereichert. Die Liebe zu ihrem Sport im Speziellen, aber vor allem die Entschlossenheit, all die Facetten des Lebens passioniert anzugehen im Allgemeinen, haben mich sofort begeistert. Nicht selten kann ich mich in den Gedanken Nastia Liukins wiederfinden. Immer wieder untermalt sie, wie wenig sich ihre eigenen Zweifel und Ängste, aber auch Hoffnungen und Wünsche von denen ihrer (jungen) Leser unterscheiden. Sie dokumentiert ihr Schaffen und ihr Versagen auf Augenhöhe von jedem anderen. Damit schafft Nastia Liukin eine Verbindung zwischen sich und ihren Fans (und Kritikern), die zum einen absolut authentisch, zum anderen perfekte Motivation ist. Sie ist stolz auf ihre Stärken und steht ungeschminkt zu ihren Schwächen. Und genau zu selbigem ermutigt sie ihre Leser nachdrücklich!

Ob als Sportkommentatorin, Halbfinalistin von Dancing With The Stars oder Initiatorin der eigenen Shine Tour Nastia Liukins Ambition stets aufs Neue mit ganzem Herzen großartige und gelegentlich auch unheimlich einschüchternde Erfahrungen zu sammeln, ist nahezu grenzenlos. Ebenso wie das Bedürfnis, möglichst viele Menschen zu ihrer eigenen persönlichen Erfüllung zu verhelfen. Und es besteht wenig Zweifel, dass Nastia Liukin auch darin glänzen wird.

Ein Memoire, dessen inspirativer Mehrwert strahlt, ohne zu verblenden!

FZIT: Nahbar. Energiegeladen. Wegweisend.




Nastia Liukin bei den Olympischen Spielen 2008


Die entscheidende Wende (2012)


Nastia Liukin & Derek Hough: Rumba (Dancing With The Stars 2015)




Dienstag, 26. Januar 2016

[Neu im Regal] Von großer Magie, die strahlt und ansteckt

Hey ho! Manchmal kommt schlichtweg vieles Gute zusammen. Nämlich dann, wenn das Buch, Finding My Shine, der Weltklasseturnerin/Olympiasiegerin Nastia Liukin und Elizabeth Gilberts Big Magic jeweils in der englischsprachigen Originalausgabe bei einem (also bei mir) eintreffen. Ehrlich, ich finde, besser geht's kaum!

Seitdem ich davon Wind bekommen hatte, dass Nastia Liukin ein Buch veröffentlichen würde, stand es auf meiner Muss-ich-lesen-Liste. Denn nicht nur ihr Werdegang, sondern auch ihre passionierte Einstellung dem Leben gegenüber finde ich ansteckend bemerkenswert. Ganz zu schweigen von dem in jeder Hinsicht glänzenden Titel ihres Schreibdebüts.

Nicht weniger lesens- und erlebenswert erscheint mir das neuste Werk aus der Kreativwerkstatt Elizabeth Gilberts. Aus vertrauten Bloggerfreundequelle konnte ich bereits entnehmen, dass es sich durchaus lohnt, die eigene Nase in dieses Buch zu stecken. Denn gegen ein paar mehr bunte Farbtupfer im Leben gibt's schließlich nicht das Geringste einzuwenden, oder?

Mit dieser Lektüre im Gepäck kann das neue Lesejahr ja wohl nur zur Hochform auflaufen. Was meint ihr? Ich freue mich auf reichlich strahlend magische Momente, die inspirieren.


Dienstag, 15. Dezember 2015

[Schreibzeugkiste] Hinter den Kulissen eines Romanes lesend

Buchblogger zu sein, hat viele schöne Seiten. So viele, dass sich darüber vermutlich selbst einige Seiten oder gar ganze Bücher füllen ließen. Die Begeisterung fürs gedruckte Wort, fürs Lesen, fürs Geschichtenerzählen miteinander zu teilen, ist für mich eine der besonders hübsch illustrierten und kolorierten Seiten dessen. 

Und noch etwas. Etwas ganz Großes. Und wirklich Unbezahlbares. Etwas, das sich nicht rezensieren, tweeten oder fotografieren lässt.

Wenn ich als Leser zu Sherlock Holmes werden darf

Es ist Vertrauen. Das Vertrauen, das ich seitens Autoren erfahre, die mir – weit vor Veröffentlichung – einen Einblick in ihre Skripte gewähren. Mich dort auf Spurensuche gehen lassen und dann nach meinem Eindruck, meiner Meinung fragen. Ganz ehrlich, das sind Erfahrungen, für die ich wohl nie oft genug danke sagen kann. Denn wie häufig kommt man als Bücherwurm schon die Gelegenheit, ein Buch – vielleicht sogar sein neues Lieblingsbuch – von klein auf wachsen zu sehen? 

Normalerweise treffen wir doch auf die Bücher, nachdem sie die Generalprobe erfolgreich absolviert haben und fein in Szene gesetzt aus der Maske kommen, bereit für den Auftritt im Rampenlicht der Büchertheken.
Aber die ersten, vielleicht noch unsicheren Schritte, die mehr oder weniger ernsthaften Kinderkrankheiten und das gute Zureden hinter den Kulissen bekommen wir üblicherweise nicht mit. Umso großartiger und unvergesslicher sind für mich die Stunden, die ich mit Charakteren, von denen ich spüre, dass sie das Zeug dazu haben, die Welt und die Leserherzen gleichermaßen zu erobern, vorab verbringen darf. Ich meine, hey, ich bin weder Literaturagent noch Verlagsscout oder Lektor. Aus diesem Grund ist es für mich keinesfalls an der Tagesordnung, mich von zukünftigen Publikationen umgeben zu wissen. Ich bin lediglich Leserin. Eine von vielen. Vielen hundert, tausend oder zehntausend. Mit diesem Bewusstsein im Kopf und Herzen fühle ich mich umso geehrter, eben diese grandiose Erfahrung an der Seite eines Schriftstellers, dessen Arbeit und Persönlichkeit ich schätze, machen zu dürfen.

Wir alle kennen dieses Gefühl, wenn wir uns die Euphorie packt, weil wir uns in eine Idee verliebt haben. Seien dies nun die schillernd bis verrückten Vorstellungen einer Urlaubsplanung, eine Veränderung im Job oder eben eine Romanidee. Und ebenso kennen die meisten von uns sicher auch diese knirschende Unsicherheit und das penetrante Hadern, wenn es darum geht, der Vorstellungskraft Taten folgen zu lassen. Denn: Was, wenn … oder vielleicht sollte ich ja noch einmal darüber schlafen … oder ... ach, nein … oder doch?

Wenn mir also ein Autor von seinen Ideen, Plänen, Zweifeln erzählt und mir dann gar sein Buchbaby anvertraut, noch bevor es krabbeln, sitzen, geschweige denn laufen kann, ist das für mich einfach nur ein Ritterschlag. Das mag für den einen oder anderen möglicherweise etwas überspitzt klingen, entspricht jedoch voll und ganz meiner Überzeugung.

In diesem Sinne: Ein großes respektvolles Dankeschön an all die Autoren, die mit uns (bloggenden) Lesern auch ihre ungeschliffene, unlektorierte und eventuell noch nicht coverbildtaugliche Seite teilen. Chapeau! Denn wie sang bereits eine nicht völlig unbekannte Boyband vor einigen Jahren? "Don't need make-up to cover up. Being the way that you are is enough." Passt, wie ich finde. 


Dienstag, 19. Mai 2015

[Schreibzeugkiste] Der emotionale Wert eines Wegbegleiters

Von Zeit zu Zeit kommt es vor, dass mich ein Buch, das ich gerade lese, auf einer Skala von eins bis zehn überdimensional, sprich 10***, beeindruckt. Wer kennt dieses Gefühl nicht? Es gibt Bücher, an denen stimmt — heruntergebrochen auf die eigene subjektive Wahrnehmung — schlichtweg ALLES

Empfinden noch andere, im besten Fall viele andere Leser ganz ähnlich, wird ebenjenes Buch zu einem Kassenschlager und platziert sich auf den Bestsellerlisten des Landes. Leser, Autor und nicht zuletzt Verleger sind glücklich und eine folgende Fortsetzung der Autorenkarriere ist so gut wie gewiss. Aber die Plätze auf genau diesen Bestsellerlisten sind heiß begehrt und bei Weitem nicht jedem gutem bis exzellenten Schriftsteller ist es vergönnt, einen solchen fulminanten Verkaufsplatz zu belegen. Doch was sagt das Innehaben oder Verpassen einer derartigen Platzierung tatsächlich über die Qualität und die Wirkung eines Buchs aus?

Natürlich, in den meisten Fällen unterlegen die Verkaufszahlen, dass ein Autor vieles richtig gemacht haben muss. Das soll keinesfalls in Abrede gestellt werden: Ehre, wem Ehre gebührt! Ganz klar. Allerdings tummeln sich unter jenen Spitzenreitern ab und an durchaus auch Werke, bei denen vermutlich eher das Phänomen der Gruppendynamik den Ausschlag gegeben hat. Aber das ist vollkommen okay.

Innere Werte nach außen kehren

Was hingegen weniger okay ist, ist die Tatsache, dass Autoren von Zeit zu Zeit und im Zuge einer stetig wachsenden Konkurrenzsituation der Branche häufig auf ihr bisheriges Erreichen oder Nicht-Erreichen nennenswerter Marktwerte reduziert werden. Marktwirtschaftlich ist das verständlich. Jedoch verkaufen Autoren nicht nur ein x-beliebiges Produkt. Sie pflegen ein Handwerk. Sie sind Künstler. Sie kreieren Emotionen. Sie vermitteln Lebensgefühl. Sie materialisieren Träume. Sie schenken uns Wegbegleiter. Kurz gesagt: Autoren sind vieles. Nur eben nicht auf blanke schwarze oder vielleicht auch nur graue Zahlen zu reduzieren. Denn nur, weil es ein Autor (dieses Mal) nicht auf die Bestsellerliste geschafft hat, heißt es nicht, dass seine Arbeit weniger wertvoll ist.

Wenn es einem Autor mit seinem Werk gelingt, selbst nur eine Handvoll Leser zu berühren, ist das ein Erfolg. Zugegeben, kein kommerzieller. Aber ein persönlicher! Was sagt uns eine Bestsellerliste schließlich über die zwischenmenschlichen Saiten aus, die ein Buch anschlägt? Es ist der Arbeit eines Autoren gegenüber nicht fair, dass seine Qualitäten als Mentor, Motivator und/oder Unterhaltungskünstler weniger geschätzt werden, nur weil die Summe der Endabrechnung "nicht stimmt". Spätestens hier sollten wir uns die Frage stellen: Was stimmt mit unserer Weltsicht eigentlich nicht mehr?

Dass ein Buch wenig(er) Vorbestellungen hat, seltener über den Ladentisch geht und folglich in weniger heimischen Buchregalen landet, hat nicht immer nur etwas mit dem Können des Autors zu tun. Diverse Faktoren bedingen den monetären Erfolg eines Buchs. Und noch etwas: Es ist wohl nicht gerade produktiv, als Verleger, Manager & Co. die eigenen Schützlinge stets an das über ihrem Kopf schwebende Damoklesschwert, das über Sein oder Nichtsein entscheidet, zu erinnern und damit zusätzlichen Selbstzweifel zu schüren.

Eine Herzensangelegenheit

Das Schreiben, Lesen, Geschichtenerzählen ist ein kreatives "Business", in dem immateriell geprägten Attributen wie Begeisterung, Motivation, Lebenshunger eine weitaus höhere Wertigkeit zugestanden werden sollte, als es gegenwärtig der Fall ist. Wenn mich ein Schriftsteller auf eine einzigartige Weise zu berühren und mein Leben gar positiv zu verändern weiß, dann ist es mir als Leser mit Verlaub gesagt schnurzpiepegal, ob und wie lange der Autor auf dieser oder jener Bestenliste gestanden hat. Für mich zählt dann das ohnehin unbezahlbare Gefühl, welches das Buch XY bei mir hervorgerufen hat. 

Daher: Weshalb eigentlich nicht zunehmend auf "best feeling", statt auf "best selling" achten und Wert legen?!


Dienstag, 7. April 2015

[Review] The School of Greatness: Podcasts by Lewis Howes

Lewis Howes: The School of Greatness (Talkshow/podcast) 

Little did I know that watching one (specific) interview/podcast would open something much bigger. It's almost like hitting through the wall on platform 9 3/4. Except that I didn't travel to Hogwarts, but to The School of Greatness.

In March 2015 Lewis Howes shared an interview with dancer/singer/actress/philanthropist Julianne Hough whom I a fan of. It's called Julianne Hough on Finding Your Passion and Following Your Purpose. I'm not going to lie, this interview's one of the BEST I've ever watched. Its positive energy and cool kindness are super contagiously. As are the given insights and epiphanies. I think both host and guest created something really unique and ... great.

As we all know, one thing often leads to another ... That's how I plunged into the massive pool of inviting podcasts provided by Lewis Howes. And, hey, I'm glad I did.

Picture: www.lewishowes.com


~ Review ~

Be the one YOU want to be!

Life should be lived passionately  that is the message former athlete and entrepreneur Lewis Howes is most enthusiastic about. He had big dreams back then as a professional sportsman, and he is still striving for an equally fulfilled life today. After a rollercoaster ride of a career Lewis Howes discovered his passion for business, marketing and sharing visions with people all around the world. Since then he has become a successful lifestyle entrepreneur, book author and host of a very inspirational podcast series called "The School of Greatness". The latter is an absoulte gem to listen to, and I'd like to tell you why ...

Since early 2013 The School of Greatness proudly presentend by Lewis Howes is not only a top rated talkshow in form of a podcast, but more important it is an effervescent and profound source of life lessons, advice and encouragement.

First, I'd like to say that I'm a huge fan of people sharing their journey, and underlining that struggles make life even more exciting because the variety of ups and downs can become a most motivational drive. This said, discovering the work of Lewis Howes is just a lucky strike. So, if you haven't "attended" The School of Greatness yet it is about time!

Lewis Howes shares loads and loads of honest, encouraging and well reflective thoughts, memories and ideas on his show. Every podcast is headlined with its own catchy title  like "You Are Limitless" or "How to Build a Business and Life You Love". But, the best thing is that the podcasts are totally brimming with content as good as it gets. The topics featured on the show include, among others, health and lifestyle, communication, art and science.

The awesome thing about the collection of podcasts is that you can't go wrong with whatever episode you pick. The Five Minutes Fridays which are short podcasts that feel like a brainstorming among friends provide a friendly dose of motivation. 
Then there is a wide range of longer interviews with artists, entrepreneurs, nutritionists — to name but a few. This line-up of guests makes it so easy to enjoy the show because many different views, interesting stories and helpful food for thought are shared. As well as there are always some useful take home messages for the audience listed on the blog.

Speaking of sharing messages, what I absolutely enjoy about these podcasts is the high level of authenticity. Lewis Howes comes across very likeable. The passion for his mission is constantly palpable. He connects with his audience. He builds beneficial bridges that last. And his guests make the show even livlier and more competent. 

You can either go to Lewis Howes' website/blog or to iTunes to listen to this podcast series for free.  

To sum it up: The School of Greatness is a "place" where ambition and dreams, charisma and intelligence, resilience and down-to-earthness become one. Lewis Howes is one of the people we should listen to more often! Unlock your inner greatness!

IN  NUTSHELL: Determined. Caring. Eye-opening.


Donnerstag, 25. September 2014

[Schreibzeugkiste] Klein, aber (möglicherweise doch) richtig oho.

Die Welt der (Buch-) Blogger ist groß. Um nicht zu sagen RIESIG. Damit geht eine immense Auswahl für uns Blogleser einher. Logisch. Ein "Kurz mal stöbern" ist nicht selten nur in der Theorie machbar. Denn herrlich bunte und interessant und/oder witzig und/oder inspirierend und/oder einladend ... (die Reihe ist beliebig fortzusetzen) geschriebene Beiträge locken. Und fesseln!

Es gibt viele, viele Blogs. Ein gehöriger Teil davon besticht durch eine Persönlichkeit, die einlädt, doch ein Weilchen (eventuell gar als Abonnent) zu verweilen. Einige jener Blogs haben sich zu Recht bereits einen echten Namen gemacht, denn sie überzeugen sowohl durch Expertise als auch durch Unterhaltungswert. Andere dieser gelungenen Blogs haben vielleicht weniger sich offensiv bekennende Abonnenten und noch keine vierstellige Followerzahl in sozialen Netzwerken und können dennoch begeistern.

Ich selbst verfolge das Wirken von Bloggern beider Kategorien. Denn ich höre schließlich auch mit großer Freude Musik von Künstlern, die (hierzulande bzw. in meinem persönlichen Umfeld) weniger angesagt sind. Oder ich lese mit Vergnügen Bücher von kleineren Autoren. Klein(er) nicht zwangläufig auf die Körpergröße bezogen, sondern im Sinne von "weniger bekannt", versteht sich.

Weshalb ich das heute derart explizit betone? Weil ich finde, dass es nicht verkehrt sein kann, auf die Qualität, Beständigkeit und Aussagekraft der Blogs hinzuweisen, die auf den ersten Blick nicht in der Hitliste erscheinen. Dieser Gedanke soll keinesfalls die tolle Arbeit der "Großen" reduzieren. Sie sind — ganz gleich, welcher Branche angehörig — unsere Leuchttürme. Was ich sagen möchte, ist, dass es in jedem Metier gute, sehr gute und weniger gute Beispiele gibt. Weniger Leser, Fans und Follower zu haben, ist nicht zwangsläufig der Indikator für die Klasse geleisteter Arbeit.

Musiker, die in Bars und Clubs anstatt in Stadien spielen, oder Autoren, die sich selbst verlegen, oder Blogger ohne einen Twitter-Account und große Gewinnspelankündigungen sind nicht automatisch weniger talentiert als ihre Kollegen. Nur eben weniger bekannt. Aber andererseits kann der Status "Geheimtipp" doch auch etwas Schönes haben.

Ich persönlich achte nicht großartig auf die bestehende Fangemeinde eines Bloggers, Sängers, Schriftstellers. Die Hauptsache für mich ist, dass ich mich angesprochen fühle. Wenn ich einer von ganz vielen Fans bin, dann ist das in Ordnung. Wenn ich einer von wenigeren Fans bin, dann ist nicht minder okay.

Es wird sie immer und überall geben: Die Guten, die wirklich etwas auf dem Kasten haben und die dafür wertgeschätzt werden. Die halb so Guten, denen das durchaus bewusst ist, die aber dennoch mit dabei sind. Die Unterschätzten, die von Insiderkreisen Anerkennung erfahren. Die Überbewerteten, die es wissen, sich zu positionieren. Letztlich ist das Ganze auch stets eine Geschmacksfrage und liegt im Auge des Betrachters ...

Lange Rede, kurzer Sinn: Dass der erste Blick auf die Fanzahlen im Allgemeinen weniger ausschlaggebend dafür sein sollte, ob wir als Anhänger bleiben oder doch lieber weiterziehen, ist die Quintessenz, auf die ich hinweisen möchte. Wir sollten einzig auf unser Bauchgefühl hören. Denn, ja, auch die "Kleinen" können manches Mal ziemlich oho sein.


Montag, 4. August 2014

[Schreibzeugkiste] Der Krabbelgruppe entwachsen?!

Sieh sich das einer an, mit einem kleinen Blick auf den Kalender offenbart sich Folgendes: 2 Jahre Creativity First sind (so gut wie) um. Donnerwetter. Das heißt, es liegen bereits hunderte Tage und Beiräge sowie zahlreiche Ideen gebloggter Lese- und Schreibfreude hinter mir und euch. 

Ich könnte nun mit ein paar Statistiken aufwarten. (Ich mag Statistiken im Allgemeinen überaus. Aber möchte sie an dieser Stelle doch lieber außen vorlassen, da ich das Zwischenmenschliche, um das es mir geht, nicht in eine Reihe Zahlen oder eine nett anzuschauende Graphik packen möchte.)
Ich könnte jetzt vieles Großartiges anmerken. Ihr wisst schon, in etwa so, wie in den Danksagungen bei Preisverleihungen. Doch vermutlich würde es mir dann ähnlich ergehen wie den Rednern dort. Zeit und Raum sind zu knapp gesteckt für langatmige Ausführungen. Ich würde einen Großteil der herzlichen Menschen, die mir stets zur Blogger-Seite stehen, aus Versehen glatt unerwähnt lassen. Und spätestens nach dem fünften "Danke. Hey, das ist toll" würde deutlich, wie es wirklich um meinen Wortschatz steht.

Aus diesem Grund möchte ich ein einziges großes DANKESCHÖN an euch alle — Teil- oder Vollzeitleser und Abonnenten, Blog-Kollegen und Freunde, Fürsprecher und Motivationscoaches, Autoren und Verlage — richten! Wenn ihr euch zu mindestens einer dieser Kategorie zugehörig fühlt, seid genau ihr gemeint. Mich als kleinen Krümel der Bloggersphäre in eurem Kreise zu wissen, ist etwas sehr Schönes.


Als kleines mit Zuckerguss verziertes Häppchen zum Anlass des Posts habe ich dann noch das hier für euch: 

"My great kiwi adventure has begun on the 1st April when I flew from Berlin (Germany) with several stopovers to Auckland (New Zealand).
After almost 30 hours on a plane the feeling after my arrival in the ‘City of Sails’ was pretty special. And even my missing suitcase couldn’t really stop my happiness." [...]

Ihr wisst nicht, was das ist. Nun, das sind meine ersten öffentlich geteilten Zeilen als Blogger. Verfasst anno 2009. In Neuseeland. Weshalb ich ausgerechnet diese jetzt herausgekramt habe? 

Ziemlich einfach. 

Meine Zeit und Erlebnisse in Neuseeland haben mich geprägt und vieles bewirkt. Unter anderem haben sie mich zu einem Reiseblogger gemacht. Erstmalig habe ich "meine Geschichten" und Erlebnisse mit sprichwörtlich aller Welt geteilt ... und Resonanz darauf bekommen. Seit damals schon darf ich erfahren, wie viel Gemeinschaftssinn das Bloggen bringen kann. Einfach wunderbar.
Zum anderen fielen mir in jener Zeit reichlich Bücher in die Hände und es kam erstmals der Gedanke auf, ebenfalls über diese Passion zu bloggen. Zugegeben, ich ließ diesen Ansatz dann noch für ein geraumes Weilchen ruhen. Bis zum 5. August 2012. Seither heißt's nun eben auch Creativity First. Eine andere Reise, die in vielerlei Hinsicht mächtig allumfassend, bereichernd und facettenreich ist.


Montag, 21. Juli 2014

[Schreibzeugkiste] Das "Schwarze Loch" der Bloggersphäre

Für (Literatur-) Blogger und Autoren versteht es sich von selbst, gern und viel zu schreiben. Daher wird in häufigen Fällen nicht nur eifrig auf dem eigenen Blog gepostet oder am nächsten Manuskript getüftelt. Es wird gleichsam äußerst aktiv und engagiert über die sich bietende Vielfalt der sozialen Netzwerke mit Lesern, Fans und Followern kommuniziert. Das bringt Begeisterung!

Das ist Teil einer großen, beinahe schon ein wenig zelebrierten Digital-Native-Kultur, von der sich eben auch die bloggenden Zeitgenossen umgeben und eingenommen sehen. Es hat wirklich etwas faszinierend Praktisches (nahezu) in Echtzeit einem Gedankenaustausch nachkommen zu können. Nie gestaltete sich Kommunikation bequemer. Ein "Gefällt mir" auf einer Fanseite oder das Abo eines Blogs genügt, und schon erwarten einen wöchentlich, täglich oder gar stündlich Updates zu jeglichen Lieblingsthemen.

Doch kann es passieren, dass sich beispielsweise ein Blogger, dem das Schreiben, Posten und Vernetztsein für gewöhnlich viel Freude bereitet, plötzlich in Zugzwang gebracht sieht?

Durchaus.

Denn frische Posts auf allen Brettern, die die virtuelle Welt bedeuten, werden von den treuen Lesern förmlich erwartet. Erwartet im Sinne von "gewünscht". Im Laufe eines Bloggerjahres im Grunde kein Problem, denn es gibt genügend zu erzählen und demzufolge auch zu lesen, liken und teilen. Allerdings — und das soll tatsächlich vorkommen — verabschieden sich auch die eifrigsten Schreiberlinge gelegentlich in eine kleine oder gar mittelgroße Auszeit. So weit, so gut.

Jedoch kann das als erholsam ausgemalte "Willkommen im Off" auch schnell zur kritischen Größe eines Bloggers werden und damit die Regeneration erheblich stören. Weshalb? Weil sich das Leben abseits des WWW unerwartet anfühlen kann wie ein Schwarzes Loch: Zwei, drei Tage nichts gepostet, schon darin verschwunden. Schließlich gibt es eine Menge Blogs, die sich nicht nur als souveräne "Urlaubsvertretung" gut machen ... Die Vorhersage Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen würde dem einen oder anderen vielleicht noch schmecken, aber dieses fiese Schwarze Loch vor Augen. Welch Szenario! 

Dieses schlechte Gewissen, welches das vermeintliche Nichtstun verursacht, kann schon an einem Blogger nagen. Sollte es aber nicht! Denn trotz der gewissen Verantwortung des Leser gegenüber, spricht längst nichts gegen eine Auszeit, ein Durchatmen. Im Gegenteil. Selbst die angenehmsten Dinge unserer täglichen Beschäftigung dürfen ab und an durch andere schöne Dinge  sprich durch das echte Leben —  abgefangen werden. 
Außerdem kann eine kleine Distanz zu Blog, Social Media & Co. neuen Wind in Form frischer Ideen und Projekte bringen. Und diese sind in den meisten Fällen dann recht willkommene Souvenirs für die Leser. Von einem kleinen "Ich bin dann mal weg" hat demzufolge jeder etwas. So soll das sein.

Und wenn hierbei etwas im Schwarzen Loch verschwinden sollte, dann die Befürchtung des Leser- bzw. Fanschwunds, denke ich. Denn diejenigen unter den Lesern, die einem Blogger um dessen Beiträge und Originalität willen folgen und nicht wegen der reinen Frequenz an Posts, freuen sich immer über Nachschub — ob nach zwei Tagen oder zwei Wochen ... oder gar zwei Monaten. 

Denn, wenngleich das Kreative viel Spaß bereitet und sich sowohl Verfasser als auch Leser stets an neuen Einfällen erfreuen, zeichnet es sich vor allem durch Individualität aus. Im Umkehrschluss bedeutet dies, kreative Köpfe liefern eben keine Ware, bei der die Module in der Mentalität eines Fließbandmassenprodukts zusammengesetzt werden. Auszeit ist daher inklusive. Denn, wie gesagt, wir Blogger haben eine Verantwortung — ebenso uns selbst gegenüber.