"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Mittwoch, 8. August 2012

[Rezension] Nineteen Minutes (Jodi Picoult)

Jodi Picoult: Nineteen Minutes 
[Deutscher Titel: 19 Minuten]

Für mich zählt Jodi Picoult zu den Schriftstellern, die mich mit jedem ihrer Werke begeistern können. Ich mag ihre sehr spezielle und präzise Mischung aus viel Empathie und den Blick für das Reale, der gesellschaftliche Themen aufgreift und in eine fiktive Handlung authentisch einwebt.
Dieses 2007 erschienene Werk hat seinen Ursprung in einer Reihe von Amokläufen an Schulen, welche die USA zuvor erschüttert haben. Picoult (ver)urteilt in diesem Buch, das zu meinen Lieblingsbüchern von ihr gehört, nicht, sondern hinterfragt und analysiert.

~ Rezension ~
Unberechenbare Kurzschlussreaktion oder akribisch geplanter Feldzug? 
Diese Frage stellt sich, nachdem der unauffällige, zurückgezogene Schüler Peter durch einen grauenvollen Amoklauf an der New Hampshire Highschool das Leben vieler Familien - auch seiner eigenen - in den Grundfesten erschüttert. 19 Minuten, die alles verändern. Nichts ist mehr wie es schien. Persönliche Abgründe und vollkommene Ungereimtheiten tun sich auf, und stellen Ermittler und Justiz, Familie und Gesellschaft vor unergründliche Fragen.
Was bewegte Peter dazu, emotionslos und maschinengleich seine Mitschüler aus dem Leben zu reißen? Besonders die Rolle von Peters einstiger besten Freundin Josie, die sich mittlerweile den Status einer beliebten Schülerin, die hohe positive Aufmerksamkeit genießt, erarbeitet hat, lässt sich nicht ohne Weiteres herleiten. Während ihr Freund Matt besonders radikal in Peters Feuerhagel zu Tode kam, beteuert Josie ihre Amnesie bezüglich der traumatischen Ereignisse in der hiesigen Schule.
In Nineteen Minutes hinterfragt Jodi Picoult messerscharf und dennoch mit Fingerspitzengefühl neben gesellschaftlichen Konventionen auch den gesunden Menschenverstand. 

Dieser fiktive Roman fokussiert eine Thematik, die auch in der Realität Menschen schon zu oft erschüttert hat. Ausschluss und Mobbing sind ernsthafte Probleme, die Kinder und Jugendliche jeder gesellschaftlichen Struktur betreffen können. Die Spätfolgen sind unabsehbar.
Meiner Meinung nach hat Picoult die Gabe, hochbrisante Thematiken auf den Punkt zu bringen. Als Leser wird man unwillkürlich zum Grübeln angeregt. Auch wenn es sich hierbei 'nur' um einen Roman handelt, fühlt man sich dennoch berührt, als würde eine wahre Begebenheit beschrieben. Hilflos, verzweifelt, nachdenklich - so stimmte mich das Buch an verschiedensten Stellen, sodass ich authentisch mit den Protagonisten, sowohl Opfern als auch Täter, empfinden konnte. 

Nineteen Minutes beschreibt, analysiert, diskutiert und hat in der heutigen Zeit eine absolute Daseinsberechtigung! 
F★ZITBewegend. Schonungslos. Ehrlich.


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