"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Montag, 19. August 2013

[Rezension] The Lucky One (Nicholas Sparks)

Nicholas Sparks: The Lucky One 
[deutscher Titel: Für immer der Deine]

Nachdem ich in dem Falle dieses Mal zuerst auf den Film gestoßen war und er mir sehr zusagte, konnte ich natürlich nicht anders, als ebenso die Romanvorlage für die Verfilmung näher unter die Lupe zu nehmen. Mit welcher Erkenntnis? Nun, auch das verschriftlichte Original ist wie für mich gemacht und weckte beim Lesen eine außergewöhnlich starke Verbindung zu den Charakteren. Wie genau Nicholas Sparks das hinbekommen hat, kann ich nicht allein auf einen Aspekt festnageln. Ich schätze, das Gesamtpaket macht's.
Als Randnotiz meines "Erst-Film-dann-Buch-Experiments" bleibt festzustellen, dass ich während der Lektüre stets Zac Efron als Logan Thibault vor Augen hatte und nicht den beschriebenen kantigen, langhaarigen Zeitgenossen. Allerdings konnte ich damit sehr wohl gut leben.


~ Rezension ~

Vom Schicksal gelenkt

Nach seinen Einsätzen im Irakkrieg beschließt Logan Thibault, zu einer Reise quer durch die USA aufzubrechen. Denn eine Mission hat er noch zu erfüllen: Er möchte die Frau ausfindig machen, deren Foto er inmitten des Kampfes gefunden hat und das ihm seither scheinbar stets erfolgreich vor Unheil bewahrte. Als er schließlich auf Beth trifft, für ihre Großmutter arbeitet und sich mit Ben, ihrem Sohn, anfreundet, eröffnen sich Logan Perspektiven, die ihm bisher verborgen geblieben sind. Doch nicht jeder in Beth’ Umfeld ist glücklich, über Logans Erscheinen. Im Gegenteil, Keith Clayton, Beth’ einflussreicher Exmann, setzt alles in seiner ungeheuerlichen Machtposition stehende daran, die aufblühende Vertrautheit zwischen Beth und Logan im Höllenfeuer zu verbrennen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht!

Nicholas Sparks zählt zu den meistgelesenen Autoren von Liebesromanen weltweit und auch mit The Lucky One beweist er, wie einzigartig, berührend und gleichzeitig aufwühlend die Beziehung von Fremden, die Seelenverwandte zu sein scheinen, sein kann.

Ausgefeilter und gekonnt in Szene gesetzter Kontrastreichtum zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman – angefangen bei den persönlichen Geschichten und Ambitionen der einzelnen Charaktere, über die Facetten der beschriebenen Gefühlswelten bis hin zu den gewählten Kulissen.
Wenngleich die Grundzüge natürlich durch Elemente einer klassischen Liebesgeschichte à la „Liebe auf den zweiten Blick“ bestimmt werden, so gelingt es dem Autor, oftmals auch das Bittere, das Unausweichliche, das Endgültige in den Vordergrund zu rücken, sodass alles andere als eine Zuckerwattewolke den Handlungsstrang einhüllt.

Die Geschichte wird aus den Blickwinkeln der zerrissenen Beth, des suchenden Logan und des besessenen Keith wiedergegeben, wodurch eine Komposition entsteht, die einerseits sanftmütig und hoffnungsvoll sowie andererseits berechnend und kaltblütig anmutet. Ein Wechselbad der Gefühle, das mich als Leser überzeugte.

Das Ensemble der Figuren wurde passend und eine gewisse Klischeehaftigkeit bedienend zusammengestellt, wobei herzliche Sympathieträger wie Nana und Ben einem unberechenbaren Clayton die Stirn zu bieten haben. Doch besonders die Vorliebe Nanas für Metaphorik und Bens Kämpferherz und eben auch Claytons zermürbende Ungerechtigkeit entsprechen dem Salz in der Suppe dieses Buches. Ebenjene unwillkürlich entstandene Nähe – in Form von Zu- oder Abneigung – den Figuren gegenüber empfand ich während des Lesens als sehr charakteristisch. Herzklopfen und Donnergrollen par excellence sind demzufolge inklusive.

Die gezeichneten inneren Konflikte, Traumata und Sehnsüchte werden vom Nicholas Sparks filigran ausgestaltet, sodass sie – ob rational erklärlich oder unerklärlich – die Logik oder eben das Bauchgefühl, für welches diese Geschichte symbolisch stehen kann, fließend transportieren.

Ein Roman, der nicht nur die (nahezu) unerschütterliche Liebe zweier Menschen hervorhebt, sondern im gleichen Atemzug die Liebe zum Leben und die Dankbarkeit für das eigene Leben unterstreicht.

F★ZIT: Hingebungsvoll. Entschlossen. Zermarternd.


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