"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Freitag, 18. Januar 2013

[Rezension] Kurzgeschichten-Special (C. M. Singer)

C. M. Singer: Kurzgeschichten

Wie euch gegebenenfalls nicht entgangen ist, bin ich ein riesiger Fan der „... und der Preis ist dein Leben“-Trilogie von C. M. Singer. Teil eins, zwei und drei habe ich ruckzuck förmlich verschlungen!
Doch so wunderbar der Genuss war, gleichfalls schmerzlich durchfuhr mich die Erkenntnis nun (vorerst) nicht mehr „gemeinsame Sache mit Liz und Danny machen zu können“.
Aber glücklicherweise schaffte die sympathische Autorin für alle Fans, denen es ähnlich ergeht, eine kleine Abhilfe in Form dreier Kurzgeschichten, welche die Reihe gebührend ergänzen. Brillant, nichts wie her damit! 
Dass ich jenes Lesevergnügen nicht unkommentiert lassen kann, wundert euch nun sicherlich wenig, nehme ich an ... Perfekt!


~ Rezension ~

Da diese drei Novellen auf die Handlung der Trilogie aufbauen, ist es sehr zu empfehlen, sich erst den Romanen zu widmen. Dies nur als gut gemeinte Notiz vorweg.

Mit Rossinis Silberdieb, San Francisco Blues und Der Geist der Weihnacht tut C. M. Singer ihren Lesern einen großen Gefallen, da die magische Geschichte um Elizabeth, Danny & Co. auf diese Weise kein jähes Ende, sondern vielmehr einen veredelten Ausklang auf leisen Sohlen findet.

In Rossinis Silberdieb begegnen Elizabeth und Danny auf ihrer Reise durch Italien einem Geist, der um die Zukunft seiner Witwe Rosa bangt. Die beiden können nicht anders, als Rosa, die nichts von der Existenz des Geistes ihres Vincenzos ahnt, zur Seite zu stehen. Dabei kommen sie einem Schwindel auf die Schliche, der sie dazu zwingt, einen großen Bluff auszuspielen.

San Francisco Blues erzählt die Geschichte der gutmütigen Abby, die von ihrer verstorbenen Schwester Botschaften erhält, die ein vertrauensvolles Medium ihr übermittelt. Elizabeth und Danny treffen auf ihrer Weltreise auf Abbys Neffen, der von seiner Tante berichtet. Schnell werden die zwei hellhörig, doch lassen die Zweifel fallen, als sie Abby und ihr Medium Cynthia kennen lernen. Bis eine Séance, der sie bewohnen, eine folgenschwere Wendung bringt.

Mit Der Geist der Weihnacht erfährt der junge Riley die Rolle des Protagonisten. Trifft er, in der Zeit des Jahres, in der ihm die Geister mehr zu schaffen machen denn je, auf Fiona. Sie ist ein Mädchen, das ihn sowohl fasziniert als auch gehörig vor den Kopf stößt. Doch schon bald erfährt Riley ihr Geheimnis und versucht ihr zu helfen. Wenn nur nicht dieser verhängnisvolle Moment im Pub gewesen wäre, in dem Susan diese eine Bemerkung hat fallen lassen ...


Wie in den Ausführungen der Romane gelingt es C. M. Singer, eine Atmosphäre zu kreieren, die geradezu entzückt. Auch wenn die Kurzgeschichten weitaus weniger brisant daherkommen und sich die Beziehung zwischen Elizabeth und Danny gewandelt hat, so punkten die Geschichten durch den gewohnt überzeugenden Charme. Das Knistern zwischen den Seiten gehört schlichtweg zum nicht mehr missen wollenden Standardrepertoire.

Mir hat besonders gut gefallen, dass C. M. Singer in den Geschichten ihren Fokus leicht geändert hat, zu neuen Ufern aufbricht und sich dabei dennoch treu bleibt.

Die von der Autorin aufgegriffenen malerischen Kulissen – Rom, San Francisco und London – werden dem Leser aufs Feinste schmackhaft gemacht. Die liebevollen Details lokaler Eigenheiten, die voller Flair stecken, empfand ich als sehr passgenau auf den Punkt gebracht und bestens in die Handlung integriert. Dies dürfte vor allem den weltwärts schauenden Leser ansprechen.

Die alt bekannten Charaktere werden in einem etwas anderen Licht gezeigt, was in erster Linie der „harmonisierten“ Stimmung zuzuschreiben ist. Dennoch heilen die schmerzhaften Wunden nur gemächlich. Des Weiteren begegnet der Leser einem Ensemble neu eingeführter (Gast-) Protagonisten, deren Rolle nicht selten undurchsichtig erscheinen mag.
Dass es Riley in Der Geist der Weihnacht nahezu im Alleingang ins „Rampenlicht der Kurzgeschichte“ schafft, ist für mich absolut gerechtfertigt. Seine innere Zerrüttung wird gleichermaßen fokussiert wie seine Liebenswürdigkeit und sein (Über-) Eifer. Eine Bestimmung, die unterhält und mindestens genauso (be-) rührt!

Wenngleich die Novellen einen spürbar weniger zum Zerreißen gespannten Spannungsbogen aufweisen als die Trilogie selbst, verzaubern sie insbesondere durch neckische Spukgeschichten, mittels eines über den Tellerrand der Romane hinausgehenden Kontexts und durch das Talent der Autorin, ihre Leser – wie aufs Stichwort hin – in fantasievolle, alles andere als alltäglich erscheinende Welten zu entführen.
Die Kontraste zwischen Liebe und Leid, Verwirrung und Trost, Warmherzigkeit und  Abgeklärtheit sind auch hier die besten Zutaten für eine wunderschöne Unterhaltung à la Singer. 

Mit ihrem ganz eigenen markanten Stil Geschichten nicht nur zu erzählen, sondern zum Leben zu erwecken, hat sich die Autorin längst bei ihren Lesern unvergessen gemacht, keine Frage!

FZIT: Charmant. Wandelbar. Einladend.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Herzlichen Dank für deine Worte.