"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 6. Oktober 2015

[Rezension] Memoirs of an Imaginary Friend (Matthew Green)

Matthew Green: Memoirs of an Imaginary Friend 

Einst, als Kinder, hatten wir genügend Fantasie und Überzeugungskraft, um uns voll und ganz einem imaginären Freund anzuvertrauen. Wer kennt das nicht? 

Dieser Roman greift jene Begeisterungsfähigkeit nun auf großartig ins Licht gerückte Weise wieder auf. Und Matthew Green geht noch ein kleines Stückchen weiter ... Er schafft es, besondere Umstände zu kreieren, die seine beiden Protagonisten noch ein klein wenig unvergesslicher machen.


~ Rezension ~

Mutiger als all die anderen.

Max ist anderes als die Kinder in seinem Alter. Er lebt am liebsten in seiner eigenen Welt. Denn dort hat er alles, was ihn glücklich macht: Bücher, Legobausteine und vor allem Budo. Budo ist seit fünf Jahren Max' bester Freund. Die beiden gehen gemeinsam durch dick und dünn. Budo ermutigt Max dazu, einfach er selbst zu sein. Beide verbindet eine Freundschaft, die unbeschreiblich ist. Denn Budo ist für die Menschen um Max herum unsichtbar. Budo ist das, was die Erwachsenen einen imaginären Freund nennen. Doch für Max ist er real ... und eines Tages auch die einzige Rettung vor einer Gefahr mit unabsehbarem Ausgang.

Matthew Greens (alias Matthew Dicks) beschreibt in Memoirs of an Imaginary Friend eine Freundschaft, die fantasievoller und berührender kaum sein könnte.

Max ist ein cleverer Achtjähriger. Er sieht die Welt lediglich mit etwas anderen Augen. Manche Dinge, die ihm seine Mom, sein Dad oder seine Lieblingslehrerin Mrs Gosk versuchen zu erklären, erscheinen ihm ziemlich befremdlich. Wieso sollte er mit den anderen Kindern die Mittagspause verbringen wollen? Weshalb macht es seine Mom traurig, dass er bei ihrem Gutenachtkuss zurückschreckt? Warum will sein Dad unbedingt, dass er Ballspiele mag? Und das Allerwichtigste: Wieso tut jeder so, als würde es Budo nicht geben?

Matthew Green gelingt es auf einfühlsame, aufrichtige und rührende Weise, die Freundschaft zwischen einem Kind und seinem (imaginären) besten Freund in einen Kontext zu legen, der zu Herzen geht. Dabei greift der Autor die folgenreiche Diagnose Autismus sowie den Umgang mit diesem Krankheitsbild auf, ohne es jedoch tatsächlich einmal namentlich zu nennen. Vielmehr schenkt er Max' Umfeld und damit stellvertretend dem Lebensalltag betroffener Familien einen bekömmlichen Realitätssinn. Eine Tiefenschärfe, die unmittelbares Identifikationspotential bietet.

Budo als imaginärer Freund fügt sich in dieses Bild perfekt und mit beständiger bitterer Süße ein. Zum einen gibt es wohl kaum einen Leser, zu dessen Kindheitserinnerungen kein unsichtbarer Freund gehört. Zum anderen verleiht die Präsenz Budos Max die Flügel, die ihn zu diesem mutigen, entschlossenen Jungen machen, zu dem er sich schrittweise entwickelt. Das unbezahlbare Miteinander zwischen Max und Budo ist der tragende Pfeiler der Geschichte.

Zum Erzähler des Romans wird Budo. Mag er auch unsichtbar sein, er hat eine Stimme, besitzt Charakterstärke und hat das Herz am rechten Fleck. Als imaginärer Freund ist sich Budo im Klaren darüber, dass er nur dank Max' kindlicher Vorstellungskraft an dessen Seite ist. Dieses Bewusstsein sorgt einerseits zu einem mächtigen Gewissenskonflikt, zum anderen aber auch dafür, dass er spürt, was echte Freundschaft bedeutet. Eine Stellvertreterrolle für uns alle, von der ich großer Fan bin.
Auch stilistisch passt sich die Erzählung des Romans hervorragend in die mit Kinderaugen gesehene und mit Kindermund kundgetane Welt ein. 

Obgleich ich mir insbesondere zum Ende doch ein wenig "erwachsene Konsequenz" gewünscht hätte, besticht dieser Roman durch seine inneren und sich zwischen den Zeilen befindenden Werte. Es gibt dort draußen immer jemanden, der dich versteht, annimmt, sieht. Immer.

FZIT: Warmherzig. Authentisch. Einnehmend.


Dienstag, 30. Dezember 2014

[Jahresrückblick] 2•0•1•4 en bloc

Mit dem vor der Tür stehenden Jahreswechsel wird es schleunigst einmal Zeit, auf mein Buchblogjahr 2014 zurückzusehen, oder? 
Genau das möchte ich an dieser Stelle auch tun, weil ich denke, dass es nie verkehrt sein kann, schöne Erinnerungen noch einmal lebendig werden zu lassen.

Selbstredend, die zurückliegenden 12 Blogmonate hatten so manches in petto für mich, dem ich entweder schon mit eifriger Vorfreude entgegengefiebert hatte oder von dem ich nie gedacht hätte, dass ich Teil solch toller und mich positiv einnehmender Projekte hätte werden können.

Da ich in der komfortablen Lage bin, die Wahl der Qual gehabt zu haben, kann ich natürlich nur einige der Highlights anschneiden. Ansonsten würde es den Rahmen womöglich sprengen und wie säßen nächstes Jahr noch an diesem einen Blogpost ...

Besonders gefreut habe ich mich beispielsweise auf sehr bereichernde und unterhaltsame Weise in die Arbeit der beiden Autorinnen Adriana Popescu (Carrie Price) und Anne Freytag (Ally Taylor und auch Anne Sonntag) involviert zu sein. Zwei quirlige und herzlich-verschrobene Persönlichkeiten, die nicht ohne Grund von ihren Lesern mit Jubel, Trubel, Heiterkeit überall empfangen werden, wo sie aufschlagen. Die Lieblingsgefühle-Blogtour war daher ebenso ein Vergnügen wie das Verfassen der Pressestimmen zu den "Make it count"-Romanen und das leibhaftige Treffen mit den beiden auf der diesjährigen LoveLetter Convention in Berlin.

Apropos Adriana Popescu. Habe ich es als Pressestimme doch tatsächlich auf den Buchrücken ihrer italienischen Version von Lieblingsmomente, Stanotte il cielo ci appartiene, geschafft. Wie krass ist das denn bitte??? Schon ziemlich. Und eine echte Ehre obendrein.

Außerdem durfte ich im Verlaufe des Jahres mehrfach erleben, wie freundschaftlich es zwischen Bloggern, die als Menschen auf gleicher Wellenlänge agieren, zugehen kann. Ob Urlaubspost (im abgestempelten Briefumschlag), Überraschungspäckchen oder beständig enthusiastische Worte der Bestärkung — all das gab's reichlich von verschiedenen Seiten und ich bin mehr als dankbar dafür. Besonders möchte ich stellvertretend als prädikat-wertvoll-verdienende Wegbegleiter Katha, Ellen und Bröselchen anführen. Und auch Hannah über den virtuellen Weg gelaufen zu sein, ist eine stete Freude.
Überhaupt ist es irgendwie erstaunlich (und dann auch irgendwie doch so gar nicht), in welche kleinen und großen Netzwerke, freundschaftliche Verbundenheiten und tolle Begegnungen wir durchs Bloggen hineinwachsen. Autoren und Verlage, gleichgesinnte Bücherwürmer und Blogger, Fans und Follower — ein Miteinander, das Spaß macht. Danke euch allen!

Okay, wie es sich für einen Jahresrückblick auf einem Buchblog gehört, kann ich euch natürlich nicht ins neue Jahr schicken, ohne ein paar meiner absoluten Buchhighlights noch einmal ins rechte Licht zu rücken. Ihr wisst ja, wie das so ist, nicht wahr? Lange Rede, kurzer Sinn, hier nun in loser Reihenfolge einige Buchperlen meines Schmuckkästchens (samt Verlinkung zu den jeweiligen Rezensionen)

Adriana Popescu: Lieblingsgefühle
Mit diesem Roman verbindet mich einiges mehr als das "reine Lesen". Vielmehr repräsentiert er so etwas wie das Ticket zu einer Reise, die in vielerlei Hinsicht über ein Heute-Gelesen-und-morgen-Weiterempfohlen hinauswirkt.

Anne Freytag: Renate Hoffmann
Ein Roman, der zwar nicht "mainstream" sein mag, mich dafür umso mehr begeistert hat. Wenn ich sage, dieses Buch ist wie für mich gemacht, dann stimmt das zu 434%. Eine "Andersartigkeit", die ich liebe.

Derek Hough: Taking The Lead — Lessons From A Life In Motion
Jeder hat so Bücher, die ihn lange Zeit begleiten. Dieses hier hat sich im Nu zu einem meiner ewigen und wohl gehüteten Buchschätze gemausert. Ein inhaltliches Schwergewicht, das mit keiner größeren Persönlichkeit in jedem einzelnen Kapitel daherkommen könnte.

Ellen DeGeneres: Seriously ... I'm Kidding
Humor, Liebe zum Leben und filigrane Skurrilität vom Feinsten. Ein Buch, dessen enormer Unterhaltungswert mehr als lebhaft zwischen den Zeilen herumtollt. Für mich Lektüre exakt nach meinem Geschmack.

Huntley Fitzpatrick: Mein Sommer nebenan
Ein Jugendbuch, dessen gesamtes Erscheinungsbild und Wirkungsgefüge mich nachdrücklich angesprochen hat. Tatsächlich wurde ich als Leser von der vielschichtigen Welt der Figuren förmlich absorbiert.

Rachel Cohn & David Levithan: Dash & Lily's Book of Dares
Eines jener Jugendbücher, dessen Protagonisten mich ab der ersten Seite sofort um den Finger gewickelt haben. Beinahe zu schön, um wahr zu sein, doch schlicht und ergreifend eine Hommage an die Freundschaft.

Shawn Johnson: Winning Balance
Ein Buch voller lebensbejahender Botschaften und reflektierter Episoden aus dem Leben einer Hochleistungssportlerin. Der lebendige Erzählstil sorgte dafür, dass ich das Buch nicht aus den Händen legen konnte und wollte.


Des Weiteren fällt die Verfilmung von John Greens Das Schicksal ist ein mieser Verräter ebenso in meine Highlight-Rubrik. 
Als ich im letzten Jahr den Roman gelesen habe, war ich schon mehr als begeistert und berührt. Die Geschichte jetzt in bewegten Bildern zu erleben, war noch einmal ein ziemlich besonderes und emotional nachdrückliches Erlebnis. Dass die verfilmte Adaption eines Romans ein völlig anderes Medium ist als das Original zwischen zwei Buchdeckeln, dessen bin ich mir immer bewusst. Daher vergleiche ich beides auch nie wirklich bis ins kleinste Detail, weil ich eben weiß, dass die Prioritäten und Möglichkeiten der Umsetzung vollkommen verschieden sind. An diesem Beispiel nun allerdings zu sehen, mit welch formidablen Fingerspitzengefühl der Romanvorlage schauspielerisches Leben eingehaucht worden ist, ist phänomenal. Ein großer Pluspunkt, und der Film rückte schnurstracks in die Gruppe meiner Lieblingsfilme. Jetzt nicht wirklich die Überraschung. 


Ach ja, Musik durfte in diesem Jahr selbstverständlich auch nicht fehlen! Demzufolge bin ich wahrlich dankbar für so manche unvergessen bleibenden Konzertabende, aber auch für all die Künstler, die mich mit ihrer Musik abseits der Bühne zu begeistern wussten. Einige der Lieder, die aus verschiedenen Gründen und dank eines kontinuierlichen Dauerhörens auf meinem "Mixtape 2014" keinesfalls fehlen dürften, sind Folgende:


Unbreakable von Nick Howard


I Want Crazy von Hunter Hayes


Wake Me Up In Nashville von Sam Palladio


Thinking Out Loud von Ed Sheeran


Ohne zurück zu sehen von Tim Bendzko



Und auch das Interagieren auf Twitter sorgte bei mir manches Mal für Staunen. Besonders als ich dort ein paar favorisierte Tweets und Retweets von Persönlichkeiten/Künstlern (Nick Howard, Shawn Johnsons Body Department, Sam Palladio, Michael Kessler, Monique Coleman, Bec Lavelle, Clare Bowen, Amy Purdy, Hannah Trigwell), die in meinem Verständnis durchaus namhaft sind und Inspiration liefern, entdeckte. Hach ja, die unbegrenzten Möglichkeiten der sozialen Medien ...





Ich hoffe, ihr hattet 
(auf allen Ebenen eures Wirken) ein ähnlich grenzenlos bereicherndes Jahr 2014. Literarische Highlights natürlich inklusive. Für welches Buch oder Leseerlebnis seid ihr besonders dankbar? Da gibt es doch bestimmt das eine oder andere zu nennen ...


Hier noch eines meines Lieblingszitate: 

"Every time you say, "I can't do that," "I don't have what it takes," "It's too late," or "I'm not good enough," you're keeping yourself from living your truth." 

— Derek Hough

In diesem Sinne: Lasst euer Jahr nun ganz nach eurem Geschmack ausklingen! Wir lesen uns dann 2015 wieder. Es würde mich riesig freuen, wenn ihr dann noch immer neugierig auf Neues und die (schreibend ausgelebte) Kreativität liebend mit von der Partie wärt. 

Bis dahin: Macht's gut und feiert einen bunten, gesunden und vielversprechenden Jahreswechsel!!!


Montag, 30. Dezember 2013

[Jahresrückblick] 2 0 1 3

Es lässt sich jetzt (selbst mit aller Fantasie) nicht mehr anders sagen als: "Das Jahr 2013 neigt sich zielsicher dem Ende entgegen." Der ideale Zeitpunkt also, für einen kleinen Jahresrückblick meinerseits. 

2013, ich darf es hier unterstreichen, war ein wahrlich tolles, vielseitiges und bereicherndes Buchbloggerjahr für meine Wenigkeit.

Dankbar bin ich in diesem Zusammenhang für all die schönen, neuen und zum Teil unerwarteten Möglichkeiten, welche die Tätigkeit als bloggender Bücherwurm für mich in petto hielt. 
Dazu gehören eine Vielzahl an Rezensionsexemplaren von Autoren und Verlagen, gleich mehrere Blogtouren zu Büchern, die ihr Publikum (mich eingeschlossen) entzückt haben, die Berufung zum Betaleser sowie großartige Interviews in Form des blogeigenen Kreativplauschs mit Adriana Popescu, C. M. Singer, Ellen Dunne, Katrin Koppold und Katharina Gröger von Textverliebt.

Des Weiteren möchte ich für die herzlichen Austausche und (Blog-) Freundschaften, die sich dank des Bloggens ergeben haben, danke sagen! Ohne die lebhaften und engagierten Wortwechsel zu den verschiedensten Tages- und Nachtzeiten wäre mein virtuelles Jahr nur halb so vergnüglich gewesen. Denn jede einzelne Nachricht — ob Zweizeiler als Kommentar oder Kurzgeschichte als E-Mail — war ein Beweis dafür, dass die Liebe zum geschriebenen Wort (über das reine Bloggen hinaus) verbindet. Ein schönes Gefühl!

Außerdem gab es so viele unterhaltsame Bücher, spannende Themen und Erlebnisse wie die Leipziger Buchmesse und Konzertabende, dass ich eine Menge kreatives Schreiben an den Tag legen konnte und durfte. Denn solche Highlights müssen schließlich geteilt werden!

Aus all jenen Beiträgen meine persönlichen Favoriten zu wählen, ist ein nahezu unmögliches Unterfangen, versteht sich. Dennoch möchte ich (neben den oben bereits verlinkten) ein paar Artikel benennen, die mir aus verschiedensten Hinter- und Beweggründen besonders viel Freude bereitet haben. 

Jene Aufzählung steht als würdiger Stellvertreter für all die tollen Dinge, über die ich berichtet habe:

Rezensionen zu Büchern, die ich schlichtweg empfehlen muss:

Aussicht auf Sternschnuppen (Katrin Koppold)
Einfach Freunde (Abdel Sellou)
Der Tintenschnüffler und die Weltenweber (Iris Deitermann)
Lieblingsmomente (Adriana Popescu)
The Fault in Our Stars [Das Schicksal ist ein mieser Verräter] (John Green)
Wunder muss man selber machen (Sina Trinkwalder)

Live-Erlebnisse, die Eindruck hinterlassen haben:

Leipziger Buchmesse 2013
Tim Bendzkos "Mission Waldbühne"
Tom Beck macht auf seiner "To The Roots Tour" Halt in Berlin


Und um diesen Jahresrückblick gebührend abzurunden, möchte ich euch natürlich auch die Top 10 der Publikumslieblinge unter den Blogposts nicht vorenthalten. Denn sie zeigen, wie sehr IHR als Leser (m)einen Blog zu dem macht, was er ist. 

Welche Posts wurden nun also von EUCH in diesem Jahr am häufigsten aufgerufen?

Seht ihr, ich sag doch, ihr seid klasse Leser und beweist das ganze Jahr über echt Geschmack. Sehr schön bunt gemischte Beiträge haben in eurer Gunst ganz weit oben gelegen. Ich bin begeistert!


Mit einem herzlichen Dankeschön an euch alle versehen, die ihr Creativity First mit zu einer Herzensangelegenheit macht, möchte ich euch ein funkensprühendes Silvester sowie ein glückliches, gesundes und buchstabenreiches Jahr 2014 wünschen! Wir lesen uns bestimmt.


Mittwoch, 3. Juli 2013

[Neu im Regal] Was muss, das muss

Nun, was soll ich sagen? Es kam wieder einmal eins zum anderen und ich konnte mich dieser zwei Werke hier beim besten Willen und aller Hartnäckigkeit nicht entziehen. 

Weshalb? Weil ich a) zurzeit mächtig auf englischsprachige Lektüre gepolt bin; weil sich b) Memoirs of an Imaginary Friend von Matthew Green nach einem Roman anhört, der genau nach meinem Geschmack sein dürfte; und weil ich c) egal, ob nun ein Jingle Bells in der Luft liegt oder nicht, ein absoluter Weihnachtsfan bin und ich mich für diese Zeit des Jahres nie früh genug wappnen kann. Was dann auch die eindeutige Erklärung für das Eintrudeln von Twelve Days of Christmas von Trisha Ashley darstellen dürfte.

Oh ja, da warten ein paar perfekte Lesestunden auf mich. Ich kann es fühlen.


Donnerstag, 4. April 2013

[Rezension] The Fault in Our Stars (John Green)

John Green: The Fault in Our Stars

Dieses Buch in bewegtem Bild auf Leinwand gebracht könnte mich kaum mehr berühren, als es das Buch getan hat! Ein erstklassiger Roman, der die Leichtigkeit des Seins, juvenile Ambitionen und niederschmetternde Schicksalsschläge auf einfühlsame, hauchzarte und dennoch den Hals zuschnürende Weise vermittelt.
Eine Geschichte, die mich in ihren Bann zog und mich mit den Figuren lachen und weinen, federleicht schweben und nach Luft ringen ließ. 
Ein Werk, das aufzeigt, wie wertvoll, wie verlockend und wie grauenvoll ungerecht das Leben sein kann. Ein Wink des Schicksals, welcher den Rat gibt, ein Rad zu schlagen, auch wenn sich die Sterne augenscheinlich gegen einen verschworen haben.


~ Rezension ~

Auf Messers Schneide zwischen Leben und Tod

Mit ihren gerade einmal sechzehn Jahren kann Hazel bereits auf einen langen Leidensweg zurückblicken, denn schon vor Jahren erkrankte sie an Schilddrüsenkrebs, der mittlerweile ebenso ihre Lunge befallen hat. Aus Liebe zu ihren Eltern wohnt sie regelmäßig der lokalen Selbsthilfegruppe bei – ein Trauerspiel, das dennoch Kraft spenden soll. Als Hazel dort eines Tages völlig unverhofft auf den charismatischen Augustus Waters trifft, beginnt sie das Leben mit anderen Augen und ihr Schicksal in anderen Relationen zu sehen. Eine unvorhergesehene Verbindung zwischen den beiden Teenagern wird zum stärksten Halt im Kampf um jeden neuen Tag.

The Fault in Our Stars ist ein Drama, dessen Tragik nicht schwerer wiegen und dessen Lebenskraft nicht deutlicher herausstechen könnte. Mit dem Blick für sowohl unheimlich große Realitätsnähe als auch für ansteckende Verträumtheit brachte John Green eine Geschichte zu Papier, die einem Orkan gleicht.

Der Spagat zwischen todernster Zerbrechlichkeit und jugendlichem Lebenshunger ist definitiv gelungen. Charakterstarke Protagonisten, bittersüße Erinnerungen und aufblitzende Hoffnungsschimmer vereinen sich zu einer kraftvollen Geschichte, deren Höhen und Tiefen mitreißen. Gänsehautgarantie!

Hazel und Augustus werden als Figuren gezeichnet, die Identifikationspotential bieten. Sie sind Helden, die sich mit ihrem Schicksal arrangieren und gleichzeitig durch einen unheimlichen Zusammenhalt allen Widrigkeiten trotzen.

Mir haben die zu Herzen gehende Poesie und die trotzige Ironie zwischen den Zeilen, welche der scharfen Brutalität jeder unsäglichen Diagnose entgegenstehen, wunderbar gefallen. Unglaublich fokussierte Lebensweisheiten werden an den Leser herangetragen, die einerseits ermutigen, anderseits ernüchtern. Freud und Leid könnten nicht enger beieinander liegen.

John Green leuchtet mit dieser Geschichte die emotionale Gratwanderung eines Krebspatienten aus, wobei er stets Fingerspitzengefühl beweist. Auch wenn Schmerz und Ungewissheit stete Begleiter sind, so gilt es die Momente der Hoffnung, des Lebenseifers und der Unbeschwertheit umso intensiver wahrzunehmen.

Dieses Buch entspricht einem Kaleidoskop an Gefühlen – Verbundenheit und Einsamkeit, Entschlossenheit und Resignation, Liebe und Verbitterung –, das schattierter kaum einzufangen ist. Dem zufriedenen Lächeln folgt unmittelbar ein schmerzhafter Schluchzer. Als Leser erlebt man die emotionale Achterbahn nach der Diagnose „Krebs“ hautnah und uneingeschränkt mit. Dass, obgleich die Welt der Betroffenen aus den Angeln gehoben wird, Selbstverwirklichung vor der Selbstaufgabe stehen sollte, unterstreicht Hazels Geschichte.

Die Erkenntnis Hazels, dass Krebsbücher doof wären, trifft auf jenes Werk ganz und gar nicht zu. Vielmehr reflektiert diese Aussage die filigrane Selbstironie der Geschichte, die eines der Stilmittel ist, welches auffordert, den Genuss des Lebens tatsächlich auszukosten! Das Leben ist kein Wunschkonzert, doch manchmal lässt sich eine Melodie neu komponieren.

F★ZITBeeindruckend. Unverhohlen. Herzerweichend.


Donnerstag, 21. Februar 2013

[Neuzugänge] Ein Potpourri an Emotionen

Wie es sich bestimmt mittlerweile herumgesprochen hat, bin ich ein riesengroßer Neuseelandfan. Außerdem mag ich Musik, die sich nicht zwangsläufig in eine Schublade packen lässt und durch Individualität entzückt. 

Diese beiden Vorlieben ergänzen sich im Falle des Albums Gravel & Wine der neuseeländischen Sängerin und Texterin Gin Wigmore nahezu in Perfektion. Eine sehr markante Stimme, Wandelbarkeit und emotionsgeladene Lieder - genau mein Ding. 

Gin Wigmores Stil empfinde ich als eine Mischung aus lebendigem Jazz und schwungvollem Swing, angehauchtem Country und berührendem Tiefgang. Einfach außergewöhnlich, die farbenfrohe Facetten des Lebens einfangend und mich vollkommen ansprechend! Daher musste ich mir das neue Album dieser in Auckland geborenen Künstlerin unbedingt zulegen. 

Darüber hinaus flatterte noch John Greens The Fault in Our Stars (Das Schicksal ist ein mieser Verräter) ins Haus. Erstens, weil ich bereits unzählige Male immens berührte Wortmeldungen zu diesem Werk vernommen habe. Zweitens, weil ich gefühlvolle Geschichten mit schallendem Humor und beißender Dramatik schlicht und ergreifend liebe. Und drittens, weil es wieder einmal an der Zeit für ein englischsprachiges Buch war. Ich freue mich wirklich enorm darauf!


P.S.: 
Hier noch eine "Hörprobe", um zu testen, ob ihr gegebenenfalls auch Gin Wigmore kompatibel seid