"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 10. Januar 2017

[Rezension] New York Diaries — Claire (Ally Taylor)

Ally Taylor: New York Diaries — Claire 

Übersprudelnd und umarmend, kokett und überwältigend. Einfach ein bisschen mehr von allem vereint nicht nur die Stadt, die niemals schläft, sondern eben auch die neue von Knaur veröffentlichte Romanreihe von Ally Taylor und Carrie Price. Vielversprechend! Denn wann immer Geschichten der beiden Autorinnen "in Serie gehen", ist eloquente Popcornunterhaltung garniert mit Herzschmerz ziemlich wahrscheinlich. So auch dieses Mal?

P.S.: Dass NEW YORK nun dank der beiden Bühne des großen Geschehens wird, macht das Entzücken für mich persönlich bereits zu so etwas wie einem Selbstläufer. Die Hälfte der (in NY zugegeben teuren) Miete ist also so gut wie drin...


~ Rezension ~

If you can make it here...

Nachdem Claire Gershwin wieder einmal das Herz gebrochen wurde, kehrt sie mit ins Kellergeschoss gerutschtem Stolz zurück nach New York. Dort findet sie Unterschlupf im Kleiderschrank ihrer besten Freundin June — und das mit Anfang dreißig. Was ist nur aus ihren Visionen geworden? Und als hätte Claire nicht schon genug mit den Scherben ihrer Gegenwart zu kämpfen, treten da auch noch Jamie, Claires erste große Liebe, und Danny, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet zurück in ihr Leben. Katastrophe oder Segen? Schließlich gab es triftige Gründe, weshalb seit Jahren Funkstille herrschte. Aber wurden die eigentlich jemals tatsächlich offen angesprochen? 

New York Diaries — Claire aus der Feder von Ally Taylor bildet den Auftakt der New York Diaries. Dies ist eine Romanreihe, die in das prächtige Kaleidoskop aus Alltagswahnsinn, Liebe und der Suche nach dem angekommen Ich in eine Weltstadt entführt.

Vertraut gewandt, bildsprachlich ausgeklügelt und emotional ansprechend wirft Ally Taylor ihre Leser/innen unmittelbar ins Geschehen. Bei diesem handelt es sich um das verworrene und gerade unbeschreiblich aufgewühlte Leben Claires. Die Autorin porträtiert eine junge Frau, die zum einen liebenswert chaotisch und witzig, zum anderen von Emotionen überwältigt daherkommt. Sie möchte endlich einen Haken hinter eine ihrer Meinung nach verkorkste Vergangenheit machen und übersieht dabei allerdings das Wesentliche: Dass sie ohne ebenjene Erfahrungen nicht die mutige, loyale Persönlichkeit geworden wäre, die nie aufgehört hat, ein wenig an den Zauber von Disney zu glauben.

Dass sich Claire nun abermals in einem Netz aus verdrängten Gefühlen, ungeahnten Ängsten und unausgesprochenen Worten zu verheddern droht, gehört einfach zu ihrem Schicksal wie die Freiheitsstatue zu New York. Natürlich sind knisternde und bittersüße Klischees und hyperventilierende Überspitzungen da nicht weit. Hallo? Das sind immerhin maßgebliche Klassiker des von der Autorin geprägten Genres! Meiner Meinung nach wird der Bogen aber nie überspannt. Denn das hohe Maß an packender Emotionalität und innerer Zerrissenheit sorgt dafür, dass die Fiktion in einen Mantel lebensnaher Glaubwürdigkeit und Tiefenwirksamkeit gehüllt wird.

Was mich an diesem Roman zudem besonders begeistert, ist die große Liebe zum Detail, mit der New York den Leser förmlich in den Bann zieht. Die Stadt wird nicht nur als Setting lebhaft in Szene gesetzt, sondern wird mit ihrer Ausstrahlung und Sogkraft zu einer weiteren Protagonistin. Ally Taylor gelingt es, uns den New Yorker "way of life" zu kredenzen wie ein köstliches Stück Apple Pie mit Sahne. Chapeau... und Nachschlag, bitte!

Ein Roman, der es seiner gewählten Kulisse gleich macht und Herzen springen, brechen und heilen lässt. Seine Botschaft? Manchmal sehen wir das Zuhause unseres Seelenheils vor lauter Wolkenkratzern nicht. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht da ist.

F★ZIT: Aufmüpfig. Attraktiv. Aufwühlend.


Dienstag, 29. November 2016

[Neu im Regal] Ein Trio gegen die Novembertristesse

Dass ich es mir keinesfalls entgehen lassen kann, wenn Ally Taylor alias Anne Freytag mit ihrem ersten Roman einer neuen lebhaften Reihe, die sie gemeinsam mit Carrie Price alias Adriana Popescu zum Leben erweckt, aufwartet, versteht sich von selbst, nicht wahr? Daher konnte ich den goldgelb strahlenden Teil New York Diaries — Claire natürlich nicht stehen lassen, als er mich im hiesigen Buchgeschäft geradezu hypnotisierend anlachte. WOOHOO, NEW YORK, ICH KOMME!!! 

Darüber hinaus bahnte sich die (fiktive) Biografie von Erika Mustermann ihren Weg zu mir. Ein herzliches Dankeschön an Eden Books für diese Überraschung im Postkasten. Schließlich hatte doch "die Erika von nebenan" Geburtstag und nicht ich. Aber so kann es gehen. 

Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, freue ich mich obendrein über das liebevoll gepackte Paket, auch Herzensbag genannt, das ich im Rahmen der Herzenstage, die Bücherwürmern daheim rund um die Frankfurter Buchmesse ein Lächeln ins Gesicht zauberten, tatsächlich gewonnen habe. Überschwängliche Leserfreude auf ganzer Linie, glaubt es mir! Vielen Dank an all die Mitwirkenden. Ihr bekommt das Prädikat "Liebenswert!" verliehen, keine Frage. 
P.S.: Bin aus verschiedenen Gründen augenblicklich großer Fan der beiden Stoffbeutel. Entzückend!

Mit all dieser spritzigen Lektüre ausgestattet (und mit den obligatorischen Weihnachtsmelodien im Ohr) steuere ich nun also bester Dinge dem Dezember entgegen. Ganz ähnlich ergeht es euch hoffentlich auch.


Dienstag, 22. März 2016

[Rezension] Make it count: Dreisam (Ally Taylor)

Ally Taylor: Make it count: Dreisam

Wer Ally Taylor (Anne Freytag) kennt, weiß, dass ihr großes Talent darin liegt, die feinsten Initialzündungen für ein exquisites Kopfkino zu verfassen. Dem Leser den Eindruck zu vermitteln, er wäre leibhaftig mit von der Partie, gelingt ihr (auch dieses Mal) spielerisch. Eine Gabe, die ich überaus bewundere! Danke fürs Daran-teilhaben-Lassen! 

Mit Dreisam hat Knaur ein Werk veröffentlicht, das für Herzzerbrechen sorgen wird. Eine Metamorphose, die gelungen ist und wünschenswerter nicht sein könnte, immerhin handelt es sich hier um junges Drama.

Mein Dankeschön gilt dem Verlag für die Zusendung der neu aufgelegten Fassung des Romans!

Cover: Knaur


~ Rezension ~

Dreisam ... und dennoch einsam, weil die Zweisamkeit zu sehr schmerzt.

Als Jake die vermeintlich ertrinkende Julie aus dem Pool zieht, trifft ihn der Blitz. Auch Julie spürt sofort diese Magie, die zwischen ihnen knistert. Es ist Liebe auf den ersten Blick! Doch Julie muss möglichst schnell und energisch genügend Abstand zwischen sich und Jake bringen. Denn dieser Sommer soll schließlich der von ihr und ihrem besten Freund Kyle werden. Er ist derjenige, der Julie besser kennt als jeder andere Mensch. Er ist ihr Fels in der Brandung. Diesen Sommer ist sie ihm schuldig. Alles könnte passen. Doch jetzt scheint dieser Fels sie zu erdrücken. Julie möchte sich offenbaren, hat aber nicht den Mut dazu. Stattdessen schluckt sie ihre Zweifel hinunter. Einzig Jakes Nähe gibt ihr Halt. Bis Julie mit einer schmerzhaften Wahrheit konfrontiert wird, die alles verändert und das Sommeridyll in einen Albtraum verwandelt. 

Ally Taylors Make it count: Dreisam erzählt auf einnehmende Weise die Geschichte einer Hals-über-Kopf-und-bis-über-beide-Ohren-Liebe, die sich viel zu schnell mit einer emotionalen und moralischen Zerreißprobe konfrontiert sieht.

Jake, Julie, Kyle: Das Trio, das im beschaulichen Oceanside sein Herz verlieren soll. Drei Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Drei Protagonisten, die — unter den sich aufbäumenden Emotionen — weder ohneeinander noch miteinander können. Eine Konstellation, die polarisiert. Denn Ally Taylor kreiert eine heikle Dreisamkeit, welche die Grenzen zwischen Gewissen und Gefühl, Richtig und Falsch, Freundschaft und Liebe verschwimmen lässt. Sie schickt ihre Hauptfiguren auf eine unberechenbare Suche nach Wahrhaftigkeit und Glück. Eine Herausforderung, bei der Versteckspiel und Offenbarung nur einen Wimpernschlag voneinander entfernt liegen.

Das Kribbeln im Bauch — Fluch und Segen zugleich. Bereits der Titel des Romans lässt den Leser schlussfolgern, dass die emotionale Strömung in der Bucht von Oceanside für gehörige Turbulenzen sorgen wird. Aber die konkrete Umsetzung, mit der Ally Taylor aufwartet, weiß den Fan junger, brisanter Liebesgeschichten binnen kurzer Momente für sich zu gewinnen. Die Gratwanderung zwischen hüllenloser Hingabe und moralischer Aufrichtigkeit sorgt dafür, dass das Buch zu einem Page-Turner wird. Das Damoklesschwert namens "in flagranti" schwebt haarscharf über allem.

Trotzdem der Fokus der Handlung deutlich auf die gleichsam brisante wie rasante Zuspitzung der Liebesgeschichte(n) liegt und nur sehr wenige weitere Schwerpunkte tangiert, gelingt es der Autorin, einen Tiefgang zu erzeugen. Besonders der Leitgedanke "Ich will doch wollen" nimmt für mich in dieser Hinsicht eine Tragkraft ein, die vielsagend und bedeutungsvoll ist. Außerdem werden Aspekte wie Selbstwahrnehmung und Selbstfindung zu unmittelbaren Säulen der Handlung, die in die Profile der Protagonisten eingearbeitet werden.

Die Bildhaftigkeit und der Detailreichtum, mit denen den einzelnen Szenen und Gedanken an Plastizität gewinnen, stechen als Stärke der Autorin abermals heraus. Äußerst beeindruckend ist es, mit welch scheinbarer Leichtigkeit Ally Taylor mithilfe von Worten Akzente setzt.
Die Sprache und Ausdrucksweise des Romans ist, der vornehmlichen Zielgruppe entsprechend, unverblümt und authentisch ausgestaltet. Insbesondere Jakes herbe, direkt artikulierte Denk- und Ausdrucksweise fallen durch die Wortwahl und den angeschlagenen Ton auf. Passt zweifellos zum Charakter, machte ihn allerdings für mich teilweise weniger umgänglich.

Insgesamt ein Roman, dessen Dynamik und Überraschungsmoment auf Anhieb nicht nur Funken zum Glimmen, sondern Flammen zum Auflodern bringen. Mit Präzision wird die Amplitude zwischen Loyalität und Leidenschaft ausgeschöpft. Ein Buch, dem es gelingt, den Leser zwischen die Seiten zu ziehen und dort festzuhalten.

F★ZIT: Intensiv. Zwiegespalten. Telegen.


Dienstag, 15. März 2016

[Buchpost] Feuriges Trio à la "Drama, Baby!"

Dank des Dreigestirns an neuer Lektüre, das mich in jüngster Vergangenheit erreicht hat, schaue ich einem abwechslungsreichen Lesevergnügen entgegen. 

Mit Willkommen in der Bürohölle!,  das von Heike Abidi und Anja Koeseling herausgegeben worden ist, werden mit Sicherheit erneut aus dem Leben gegriffene Anekdoten serviert, die amüsant bis abstrus anmuten. Ally Taylors Dreisam, nun auch von Knaur publiziert, macht hingegen durch knisternd-brisante Herzensangelegenheiten auf sich aufmerksam. Und bei Die Nacht brennt von Sarah Butler handelt es sich um einen Roman für junge Erwachsene, der die Thematik der Trauerbewältigung in ein ganz eigenes Licht rückt.

Ihr seht, ein fulminantes Trio zwischen Höllenfeuer und brennender Sehnsucht, das es durchaus in sich hat. Lasset die Lesefestspiele beginnen und "make it count"!


Dienstag, 10. November 2015

[Rezension] Make it count: Gefühlsgewitter (Ally Taylor)

Ally Taylor: Make It Count: Gefühlsgewitter 

Ein Roman wie eine US-Fernsehserie für junge Erwachsene. Nur irgendwie um einiges cooler, weil Tragik, Herzschmerz und bittersüße Erkenntnis eben in feinstem Buchformat für ein ausschweifendes Kopfkino sorgen.
Eine Geschichte, die absolut dazu im Stande ist, für einen donnergrollenden Leserausch in Blitzgeschwindigkeit zu sorgen.
An die Autorin von Herzen ein großes Dankeschön für diese wunderbar intensive Reise nach Oceanside ... und darüber hinaus! Ein Zusammenvergnügen, das unvergessen bleibt, liebe Ally alias Anne.

Dass nach der Erstveröffentlichung 2014 in Eigenregie Knaur nun rund eineinhalb Jahre später Katie und Dillens emotional aufgeladene Geschichte noch einmal in vollem Glanz aufblitzen lässt, stimmt mich rundum froh. Ein Dank an den Verlag für eines der hübsch ausgestalteten Exemplare der neu aufgelegten Edition! 

Cover: Knaur


~ Rezension ~

Auch die dunkelsten Wolken werden von einem alles erleuchtenden Blitz durchzogen ...

Katies Ankunft in Oceanside steht unter keinem guten Stern. Genauer genommen steht er unter gar keinem Stern mehr. Denn Katies Firmament wurde vor kurzem vollends zerschlagen, als sie ihren Dad durch ein tragisches Unglück verlor. Er war ihre größte Vertrauensperson, ihre immerwährende Stütze. Jetzt zwingt das Leben den Teenager dazu, kopfüber in eine Welt zu springen, die nicht die ihre ist: Katie muss den Sommer bei ihrer leiblichen Mutter, zu der sie keinerlei emotionale Bindung hat, und deren "neuen" Familie verbringen. Alles in Katie sträubt sich gegen diesen heiligen Schein, den das Leben in Oceanside suggeriert. Doch ebenso lernt Katie schnell, dass es auch hier Menschen gibt, die ihr gleichgesinnt sind. Allen voran ihr auf Konventionen pfeifender Stiefbruder Andrew. Als Katie an ihrem ersten Schultag an der Oceanside High dann noch dem undurchdringlichen Dillen sprichwörtlich in die Arme fällt, ist sie endgültig hin- und hergerissen.

Mit Make It Count: Gefühlsgewitter fegt Ally Taylor förmlich über die Bücherregale hierzulande hinweg. Sie bedient mit Fingerspitzengefühl Klischees und Fantasien und kombiniert diese mit zu Herzen gehender Wucht des Schicksals. 

Die siebzehnjährige Katie ist auf den ersten Blick das, was landläufig als mustergültig bezeichnet wird: klug, strebsam, chancenreich. Aber schnell wird deutlich, dass es mindestens genauso viele Dinge in ihrem Leben gibt, die alles andere als beneidenswert sind — insbesondere ihre zerrütteten Familienverhältnisse samt dem Tod ihres geliebten Dads. Nicht weniger polarisierend wird Dillen, der männliche Protagonist, gezeigt. Er ist cool, äußerst beliebt und Mädchenschwarm erster Güte. Doch auch er kann den Schatten der Vergangenheit nicht entkommen. Seine größte Furcht: die Wahrheit.
Ally Taylor hat  ein Figurenensemble auf die Beine gestellt, das für ordentlich Zündstoff sorgt. Dunkle Geheimnisse und vehemente Sehnsüchte sind ebenso charakteristisch wie allzu menschliche Ängste und eine Risikobereitschaft, die vieles möglich macht.

Hierbei knistert es gehörig zwischen den Zeilen und der ausgelöste Flächenbrand entpuppt sich schnell als einnehmend. Dennoch gelingt Ally Taylor mit Leichtigkeit die Gratwanderung zwischen offensivem Kokettieren und aufrichtiger Hingabe. Der Bogen, der das experimentelle Jugendlichsein mit dem pflichtbewussten Erwachsensein verbindet, wird geschlagen und spricht an.

Mit Liebe zum Detail und typisch amerikanisch wird von der Autorin die Kulisse des Küstenstädtchens Oceanside wortmalerisch ausgestaltet. Doch auch hier gilt die Devise: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Abgründe tun sich bekanntlich vor allem hinter einer Fassade auf, die beschaulicher kaum sein könnte.

Besonderes Augenmerk ist neben der inhaltlichen Bandbreite dieses Romans für Leser im jungen Erwachsenenalter verstärkt auf die schriftstellerische Umsetzung zu legen. Denn Ally Taylor zieht so einige Register. Ein Trumpf ihrerseits liegt zweifellos in graziler Bildhaftigkeit, mit welcher sie verheißungsvolles Kribbeln transportiert und gleichermaßen eine emotionale Grenze tangiert, die ins Mark trifft. Ganz nebenbei überzeugt der ungezwungene Jargon einer Generation, die im Begriff ist, sich (selbst) zu finden. Eine souveräne Stilsicherheit, die mich nachdrücklich beeindruckt. 

Alles in allem ein Roman im vorzüglichen US-Serienformat für (junges) Leserpublikum, das Liebe und Leid, Freundschaft und Loyalität, Hoffnung und zerplatze Seifenblasen aus der Sicht dynamischer Charaktere erleben möchte. 

F★ZIT: Verspielt. Entzündend. Präzise. 


Dienstag, 13. Oktober 2015

[Buchpost] Oceanside reloaded

An dieser Stelle MUSS ich einfach einmal anmerken, WIE SEHR es mich freut, dass Anne Freytag alias Ally Taylor und Adriana Popescu alias Carrie Price nun den Sprung in den Knaur Verlag geschafft haben. 

Für mich sind diese beiden zwei echte Unikate der deutschen Schriftstellerszene und daher auch aus den Bücherregalen nicht mehr wegzudenken. Ernsthaft, ohne dieses Duo würde (mir) etwas fehlen und uns allen etwas entgehen! 

Dass ich nun die fein überarbeitete Verlagsveröffentlichung von Make it count – Gefühlsgewitter aus der Feder von Ally Taylor in Händen halten darf, ist schlichtweg wunderbar. Ich weiß, wie viel Herzblut Anne/Ally von Zeile eins an in den Auftakt ihrer "Oceanside experience" gesteckt hat. Das Buch daher nun im neuen Gewand zu sehen, ist klasse. Ich persönlich finde ja, dass das Cover prächtig passt und der Atmosphäre Oceansides gerecht wird. Ganz zu schweigen von der neckischen 3D-Ausgestaltung des Titels und den hübschen Kapitelübergängen im Inneren.

Hach, auch dieses Mal kann die erneute Reise an der Seite von Katie und Dillen nur einmalig werden ...


Dienstag, 22. September 2015

[Rezension] Make it count: Liebesfunken (Ally Taylor)

Ally Taylor: Make it count: Liebesfunken

Was für eine Freude und Ehre gleichermaßen: Ich durfte den dritten "Make it count"-Band aus der Kreativschmiede von Anne Freytag, die in diesem Falle erneut als ihr Alter Ego Ally Taylor glänzt, noch vor der offiziellen Veröffentlichung lesen. Und nicht nur das. 
Nein! 
Ich wurde sogar nach meiner Bloggermeinung für den Buchumschlag gefragt. Liebe Anne alias Ally, es ist unglaublich toll, mit dir als schreibenden, das Wortspiel schätzenden und stets mit neuen Facetten auftrumpfendem kreativen Kopf befreundet zu sein! Danke.

Cover: Freytag Literatur


~ Rezension ~

Eine Elektrizität lädt die Herzen auf

Es muss sich etwas ändern! Andrew hat sein Leben, so wie es momentan läuft, satt. Er will endgültig den Schatten seiner Familie zu entfliehen. Amy könnte zufrieden mit ihrem Leben sein. Wäre da nicht Derek, der zwar den Weg in ihr Bett, jedoch bedauerlicherweise nicht in ihr Herz gefunden hat. Als Amy und Andrew sich bei einer WG-Party in Boston über den Weg laufen, lädt sich die Atmosphäre zwischen ihnen augenblicklich statisch auf: Anziehungskraft und Abstoßung liegen — aus triftigen Gründen — nur einen winzigen Funken voneinander entfernt. Doch wie lange können sie wirklich den Schein wahren, ohne dass das Bild ihres vorgeblich belanglosen Miteinanders verdächtige Risse bekommt? Außerdem wäre der Kollateralschaden, den ihre Bekenntnisse mit sich brächte, nicht zu verantworten. Wieder einmal ist das Leben nicht fair zu Amy und Andrew! Denn vieles darf nur in ihren Köpfen geschehen.

Liebesfunken ist bereits der dritte "Make it count"-Band, den Ally Taylor veröffentlicht. Auch diese Mal erfasst den geneigten Leser die vollends ausgespielte Breitseite aufwühlender, direkter Herzklopfen-versus-Herzschmerz-Momente.

Die Welt in Boston gerät aus den Fugen, als sich die Wege der toughen Amy und des Womanizers Andrew kreuzen. Das mit dieser schicksalshaften Begegnung entflammende Gerangel zwischen Sinnlichkeit und Abneigung hält Ally Taylor in unmissverständlich intensiver Art und (Ausdrucks-) Weise am Lodern.
Des Weiteren pflegt die Autorin in diesem Roman darüber hinaus sehr angenehm die Präsenz anderer Figuren, die den Lesern aus früheren Oceanside-Episoden ans Herz gewachsen sind. Ein serienreifer Crossovercharakter entsteht, der mir überaus willkommen ist.

Auch diese MIC-Fortsetzung hebt, wie ich es empfinde, die wortspielerische Brillanz der Ally Taylor hervor. Der Bezug zum nur allzu passenden Titel, Liebesfunken, wird durch eine explosive Klimax an Eloquenz perfekt unterstrichen. Ferner etabliert die Autorin einen Umgangston, der gelegentlich zwar recht unverhohlen deftig, dafür aber authentisch daherkommt.

Die Fülle der ausgiebigen Bettgeschichten und -fantasien wird nicht wenige Fans der Buchreihe beglücken, das steht außer Frage. Die aufbrausende Mischung aus Testosteron und Östrogen ist markant. Hier und da hätte ich mir als Gegenwert ein wenig mehr Tiefgang außerhalb des Schlaf- oder Badezimmers vorstellen können. Allerdings schmälert dieser Aspekt kaum das Gewicht, mit welchem dieser Roman seinem Genre gerecht wird.

Kopf-, Herz- und Bauchentscheidungen spielen eine wichtige Rolle in der schwierigen Liebesgeschichte von Amy und Andrew. Das bewusst reflektierte Für und Wider liefern sich einen verbissenen Kampf, bis eine bittere Fügung das Zepter in die Hand nimmt. Ein Spannungsfeld, welches Ally Taylor gekonnt unter Strom gesetzt hat.

In der Summe bietet dieses Buch ein Gesamtpaket, in dem es knistert und knirscht. Doch, in welche Richtung es Protagonisten und Leser bei einer wahrscheinlichen Detonation auch verschlagen mag, eines sollte nie in Vergessenheit geraten: Make it count!

F★ZIT: Zerrissen. Begierig. Verankernd. 


Freitag, 22. August 2014

[Kreativplausch] Ein Duo, das seinen Lesern sagt: "Make it count!"

Sie sind für nicht wenige Leser das deutsche Autorinnen-Doppel im Bereich Love Stories. Weshalb? Weil, wenn sie zusammen an einem Projekt, an einer Idee arbeiten, nur extravagant Originelles herauskommen kann. Von ihren Lesern werden sie das A-Team genannt. Sie sind die Gründerinnen der (fiktiven) Küstenstadt Oceanside an der US-Ostküste. Dort weht nicht nur eine frische Brise Seeluft, sondern vor allem ein gehöriges Lüftchen Drama. 


Sie sind Ally Taylor (Anne Freytag) und Carrie Price (Adriana Popescu). 



Nachdem im letzten Frühjahr ihre ersten beiden "Make it count"-Romane, Gefühlsgewitter und Gefühlsbeben, großen Anklang gefunden haben, folgt nun der zweite Streich. Im August 2014 ist es also so weit: Der Rummelplatz am Pier lädt erneut zu einer Fahrt entlang der Gefühlsachterbahn ein. Wer ist mit von der Partie?

Mit Dreisam von Ally Taylor und Sommersturm aus der Feder von Carrie Price, erscheinen zwei brandneue, nicht weniger intensive Romane. Diese reißen die Protagonisten und die Leser abermals in einen Strudel aus großen Gefühlen, handfesten Konflikten und Entscheidungen, die Courage verlangen. 
Wie die Weißer-Gartenzaun-gepflegter-Pool-und-getrimmter-Rasen-Idylle des beschaulichen Ocensides doch täuschen kann? Dahin ist die Sonne-Strand-Surfboard-Atmosphäre. Sogar der hiesige Radiosender, OSCB, warnt offiziell und inständig vor dem aufziehenden Sturm. Es sieht gar nicht gut aus. Am besten ihr schnappt euch die Romane, sucht euch ein gemütlich(er)es Plätzchen und taucht ab, bis sich das Unwetter gelegt hat ...

Mir war nun die Freude vergönnt, mit den beiden Autorinnen, erneut ins Gespräch zu kommen. Danke schön dafür! Welch Vergnügen es doch wieder war. 
Ally und Carrie, die bekanntlich nicht auf den Mund gefallen sind, brauchten nichts weiter zu tun, als ein paar Aussagen zu vervollständigen. Was dabei herausgekommen ist ... Seht selbst!




Hi lovelies!

We can't wait to meet you in Oceanside this summer.

We hope you're gonna have a crazily awesome holiday at the sea.

Don't forget to pop in at Joe's Burger or at the Café de Paris. We love it there.

Ally & Carrie

xxx


☆☆☆



Liebe Anne alias Ally, liebe Adriana alias Carrie,

danke für die Einladung ins Shell Shack nach Clearwater Bay! Wohl eines der nettesten und vor allem appetitlichsten Plätzchen für einen neuen kleinen Kreativplausch mit euch.

Dieses Mal gibt’s keine Fragen für euch, sondern zu komplettierenden Aussagen. Auf geht’s! Was fällt euch zu Folgendem ein?

☆

Der Titel meines Buchs …

... lautet „Dreisam“ und soll in ein kleines bisschen in die Irre führen und Fragen aufwerfen. Wenn er das tut, dann freue ich mich. Es geht um drei Menschen und um Beziehungen. Und sie sind einsam. Oder doch dreisam?

... lautet „Sommersturm“ ist könnte wohl kaum passender sein. Also die Schwimmwesten bitte nicht vergessen.

☆

Ohne Carrie wäre ...

... mein Leben viel weniger bunt, lustig, laut. Wir mussten uns finden. Freundschaftlich gesehen ist sie mein Deckel. Oder mein Topf. Wie auch immer. Das gilt übrigens auch oder erst recht für Adriana.

Ohne Ally wäre …

... nicht nur Oceanside verdammt öde, sondern auch mein Leben außerhalb der Buchseiten. Sie ist mehr als nur meine Schreibpartnerin. Es wäre wie Oceanside ohne Sonne, ohne Pier, ohne Strand, ohne gutes Essen und ohne das Lachen. Unvorstellbar!

☆

Musikalische Begleitung, die ich während meiner Aufenthalte in Oceanside nicht missen wollte, …

... "Fleur Blanche" von Orsten, "First Light" von My Morning Jacket und "A September Song – Original Remix" von Simon Herron. Bei diesen Liedern habe ich mich regelrecht in den Rausch geschrieben. Zumindest sind das drei davon. Ich hatte eine Playlist und die kann man am Ende des Buches genauer unter die Lupe nehmen.

... war der Song "The River" von Sam Garrett. Ich kann nicht mal sagen wieso, aber ich fand dieses Lied so herrlich motivierend, da flogen die Finger nur so über die Tasten und es lief wie am Schnürchen.

☆

Das Schreiben dieses Buchs hat mich gelehrt, …

... dass das Schreiben manchmal wirklich ein hartes Stück Arbeit ist. Ich habe noch nie so kämpfen müssen. Aber das Gefühl, dass es fertig ist, lässt mich jetzt auf Wolken gehen.

... dass man manchmal durchhalten muss. So wie Patrick und auch Jen. Aufgeben ist keine Option, weil man nie wissen kann, wie nah man am Ziel war. Immer weitermachen, auch wenn alles wehtut.

☆

Meine Protagonisten in drei Worten:

Hin- und hergerissen

Verletzlich, mutig, hoffnungsvoll.

☆

Mein persönliches Lieblingsplätzchen in Oceanside und Umgebung ist …

... Puh, das ist schier unmöglich. Ich liebe KTs Dach, ich liebe das Bootshaus. Aber auch das Pier und die Angestelltenunterkünfte im Pinienwald... Von Clearwater Bays Attraktionen ganz zu schweigen...

... Ich mag nach wie vor den Pier unheimlich gerne. Wobei ich mich jetzt auch gerne am Yachthafen aufhalte - zumindest in meinem Kopf. In Clearwater Bay ist es, ohne Zweifel, das Shell Shack.

☆

Ein gewaltiger Sommersturm fegt für ein Wochenende über das Küstenstädtchen hinweg. Es herrscht Katastrophenalarm. Dreisam würde ich in einer solchen Ausnahmesituation vorzugsweise mit ...

... Carrie und Adriana ausharren, weil sie immer weiß, was zu tun ist, wenn ich es nicht tue und umgekehrt. Außerdem würden wir so lachen, dass wir den Sturm gar nicht wirklich mitbekommen würden ... 

... Ally und Anne ausharren, weil es dann auf jeden Fall sehr lustig wird und kein Sturm der Welt kann uns die Laune verhageln.

☆

Die Herausforderung an immer neuen Liebesgeschichten ist für mich, ...

... dass es nicht endlose Wiederholungen sind. Dass jede wirklich eine eigene Handlung hat und kein trauriger Abklatsch des Vorgängers ist. Ich möchte, dass die Protagonisten echt sind. Ich will, dass man die Liebe spürt. Das ist nicht einfach, aber es ist grandios, wenn es dann klappt.

... jeder neuen Figur ihre ganz eigene Liebesgeschichte zu schenken. Jede Figur ist anders, also würde jede Figur auch anders reagieren. Würde sich Jen auch in Jared verlieben können? Ich glaube nicht. Lynn würde vermutlich auch nicht Patricks Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ich denke, das ist die größte Herausforderung für mich. Jedem Charakter die passende und für ihn richtige Liebesgeschichte zu finden und zu schreiben.

☆

Mein idealer Tag in Oceanside ... 

... beginnt mit einem Sprung in den Pool, gefolgt von einem frischen Butter-Croissant im Café de Paris in Clearwater Bay und wird abgerundet durch einen tollen Film beim Kino am Pier mit Freunden, ein paar Pizzen und eiskaltem Bier.

... beginnt mit einem Spaziergang am Strand, wenn die Sonne gerade aufgeht, gefolgt von einem Kaffee am Pier, dann Lunch bei Joe’s Burger und wird abgerundet mit einem Tanz mit Patrick am Yachthafen. The usual eben.

☆

In ein Goody Bag voller Souvenirs aus Oceanside gehören zweifelsohne ...

... eine der vielen Postkarten, etwas Sand und ein paar Muscheln. Aber Oceanside muss man erleben. Man muss eintauchen. Einen Sea-Breeze trinken, im La Mer essen oder auf einen Snack zu Joe’s Burger (die Süßkartoffel-Pommes sind fantastisch). Man muss den Sonnenuntergang sehen und den Duft der Pinienwälder einatmen. Man muss sich verzaubern lassen...

... die Postkarten, die es am Pier zu kaufen gibt, das Welcome to Oceanceside-Shirt und einige Muscheln, die man am Strand finden kann. Ganz uneigennützig würde ich Gefühlsbeben und Sommersturm noch dazu legen.

☆

Der finale Satz meines Buchs …

... Zumindest der erste davon.

... Und in genau diesem Moment ist es das auch.

☆


Allerbesten Dank für diese illustren und stilechten Einblicke, ihr beiden! Wenn wir jetzt mal nicht noch neugieriger auf die neuen Gesichter in Oceanside und ihr emotionales Wildwasser-Rafting geworden sind?!

In diesem Sinne: Ahoi Ally! Ahoi Carrie!


Mittwoch, 28. Mai 2014

[Erster Eindruck] Make it count (Ally Taylor & Carrie Price)

Ally Taylor & Carrie Price: Make it count

Nachdem Ally Taylor und Carrie Price bereits mit Gefühlsgewitter und Gefühlsbeben eine rege New-Adult-Fangemeinde für sich gewinnen konnten, starten die beiden Autorinnen im kommenden Sommer erneut durch. Ihre Leserschaft wird es mehr als freuen, zurück an den Pier nach Oceanside kommen zu dürfen!

Die LoveLetter Convention 2014 nahmen die zwei nun zum Anlass, um die druckfrischen und signierten Leseproben — oder Sneak Peeks wie es im Sprachgebrauch der Autorinnen stilecht heißt — zu den demnächst erscheinenden Romanen an ihre Leser weiterzugeben.

Darin gelingt Ally Taylor binnen weniger Zeilen ein recht dramatischer Einstieg in die Geschichte rund um ihre Protagonisten Julie Ortega und Jake Baker. Unmittelbar werden Ängste geschürt, Fassaden geraten ins Waken und Fragen rotieren. Kurzum: packende Atmosphäre wird geschaffen. Des Weiteren vergehen keine fünf Sätze und schon wird der bestechend einnehmende Stil Allys deutlich. 

Carrie Price beginnt ihren Roman ebenso mit einer Szene, in der das kühle Nass, welches symbolisch für Oceanside steht, zur Kulisse wird. Die erste Begegnung von Jen Main und Patrick Steel gestaltet sich ... andeutungsvoll. Jedoch macht die Autorin keinen Hehl daraus, dass es mindestens einen Gegenspieler geben wird, der für Furore sorgen kann und vermutlich auch wird. Die sich anbahnenden Differenzen verheißen Zündstoff.

Es zeichnet sich der Eindruck ab, dass es Ally Taylor und Carrie Price auch in den unabhängigen Fortsetzungen ihrer Romanreihe mit behänder Stilistik und zeitgenössischem Spannungsbogen gelingen kann, sowohl an die beliebten Make-it-count-Stereotype anzuknüpfen als auch neue Pfade einzuschlagen. Ob und wie genau dies tatsächlich der Fall sein wird, darauf dürfen Leser der Serie nun mit Vorfreude wetten ...

F★ZIT: Oceanside ist im Sommer der Ort, an dem die Wellen hoch schlagen werden. Emotionale Sturmwarnung am Yachthafen inklusive. 



Montag, 26. Mai 2014

[Live-Erlebnis] Dort, wo Lieblingsmomente gesammelt werden ...



passend zum heiteren Frühsommerwetter hast du am 24./25. Mai 2014 nun inzwischen zum dritten Mal in Berlin stattgefunden. 

Ein Zusammentreffen, das erneut Autoren, Leser und Verleger von (primär) Liebesromanen zusammenbrachte. Viele schreibende Größen der Branche folgten auch in diesem Jahr deiner Einladung, die ein lockeres und persönliches Miteinander auf Augenhöhe versprach. Allen voran Leserlieblinge wie Abbi Glines, Samantha Young sowie Emily Bold.

Und ich mitten im Spektakel. Zugegeben, ich mag Romantik in Büchern absolut gern. Bin allerdings nicht der ultimativ-inbrünstigste Liebesromanleser, der nicht bis über beide Ohren in der Materie steckt. Das mag daran liegen, dass ich eine gewisse Subtilität bevorzuge, die manchmal eben besonders in Romanen mitschwingt, die keine expliziten Liebesgeschichten sind. Aber das ist nur mein individueller Geschmack. 
Nichtsdestotrotz gab es mehrere gute Gründe für mich, einmal persönlich vorbeizuschauen. Zwei der triftigsten waren zweifelsohne Adriana Popescu und Anne Freytag. Denn diese beiden gehören zu meinen Lieblingsautorinnen, was wohl mittlerweile ein ebenso offenes Geheimnis ist wie die New-Adult-Pseudonyme der zwei: Carrie Price und Ally Taylor.

Noch bevor du zu um 8 Uhr mit dem Einlass begonnen hast, hatte sich vor deinen Türen eine Warteschlange begeisterter Besucher(innen) gebildet. Was vielerorts kreischende Teenies bei den Konzerten ihrer Lieblingsboyband sind, waren hier mit reichlich Büchern zum Signieren, Kameras und unermüdlichem Elan ausgestattete Leser(innen) von Literatur, die Herz(schmerz) auszeichnet.  

Deine Vielzahl von Workshops, Panels, stilechten Blind Dates, Lesungen, Signierstunden, netten Meet & Greets und mit Schokoladenglasur verzierten Donuts erwarteten die Besucher. Kurzum: ein Schlaraffenland für jeden Bücherwurm, indem gleichfalls ein Romantiker steckt. 
Die Themenvielfalt der einzelnen Veranstaltungen bot einiges. Verlage gewährten Einblick in die Arbeit hinter den Kulissen, Indie-Autoren sprachen übers Self-Publishing, Blogger wurden mit neuen Ideen ausgestattet. Außerdem standen die national und international beliebten Autorinnen plus Christoph Lode/Daniel Wolf als einziger männlicher Vertreter der schreibenden Zunft nicht nur gern Rede und Antwort, sondern auch Modell für unzählige Fotos. Ein wirklich angenehmes Miteinander.

Mein absolutes Highlight war, wie bereits angedeutet, das große Hallo mit Adriana Popescu und Anne Freytag. Wer bereits ihre Bücher und Blogeinträge gelesen hat und mag, kann sich wohl ein ungefähres Bild der beiden machen. Und ja, dieses entspricht so ziemlich der Realität. Denn Adriana und Anne sind nicht nur ultimativ redegewandt und unterhaltsam wenn sie schreiben, sondern auch wenn sie direkt vor einem stehen. Für mich zwei Autorinnen, deren bodenständige und aufgeschlossene Persönlichkeit einfach Freude bereitet. Ferner war es ein Vergnügen, das lebhafte Team Underdog einmal live in Aktion zu erleben. (Von Adrianas im Vorfeld befürchtetem Inkognito-Auftritt nicht der kleinste Hauch einer Spur. Im Gegenteil.)
Ähnlich bestechend übrigens auch Britta Sabbag, die sowohl erfrischend schreibt als auch völlig ungezwungen aus dem Nähkästchen ihres Schaffens und ihres Lebens plaudert. 

Insgesamt hast du also einmal mehr mit einem hochkarätig und mannigfaltig ausgestalteten Programm gelockt, das für gute Laune, Selfies en masse und fröhliche Gesichter, so weit der Campus der GLS Sprachenschule reichte, gesorgt hat — bei eifrigen Liebesromanlesern allemal.

Dir nun einen flirrenden Countdown für eine vierte Auflage der LoveLetter Convention im kommenden Jahr!

Resümierende Grüße an dich!


Montag, 17. März 2014

[Kreativplausch] Mit Ally und Carrie am Pier von Oceanside

Dass das Schreiben von Büchern längst nicht mehr nur im stillen Kämmerlein erfolgt, beweist das Autorenduo Ally Taylor und Carrie Price in absolut bestechender Art und Weise. 

Zwei Frauen, die der "Szene" bisher zweifelsohne gefehlt haben. Zwei starke Persönlichkeiten, die einen Hang zu Kaffeespezialitäten haben. Zwei Schriftstellerinnen, die den meisten von uns bisher (noch) besser bekannt sein dürften als Anne Freytag und Adriana Popescu. 

Beide werden zu Recht jeweils für ihre eloquente Gegenwartslektüre geschätzt und haben mit ihren bisherigen Werken die Gunst der Leser nahezu spielerisch für sich gewinnen können. 
Sowohl Adriana Popescu als auch Anne Freytag haben ihre Leserschar, die stetig wächst, bis dato durch Romane überzeugen können, deren Kombination aus markigen Charakteren, Charisma und Geschichten voller Ausdruckskraft überaus bezeichnend ist.


         
Anne Freytag aka Ally Taylor

+

Adriana Popescu aka Carrie Price
                                       __________________________________________________________________________________

= make it count

                                                                             
Kürzlich, genauer gesagt zu Jahresbeginn, gaben die beiden nun ihren nächsten Coup bekannt und entfachten damit einen wahren (Begeisterungs-) Sturm auf ihren Fanseiten: Als Ally Taylor und Carrie Price würden sie sich einem gemeinsamen Projekt widmen. 
Dieses steht unter dem bedeutungsvollen Titel Make It Count (kurz mic) und umfasst separat voneinander erzählte Geschichten der heranwachsenden Generation im einladenden Oceanside an der amerikanischen Westküste. Dass Liebe und Leid dabei wie Pech und Schwefel aneinanderkleben, gilt als unverzichtbare Voraussetzung, nicht wahr?!

Bei den ersten Auskopplungen handelt es sich nun um Gefühlsgewitter (Ally Taylor) und Gefühlsbeben (Carrie Price). Diese leben von Charakteren, die zum einen vom konsequenten Erwachsensein noch ein Stück weit entfernt sind und zum anderen aufgrund persönlicher Schicksale teilweise viel zu schnell erwachsen werden mussten. Konfliktpotential ist demnach für Katie und Dillen sowie Lynn und Jared auf ganzer Linie vorprogrammiert.

Ally und Carrie kreieren mit mic nicht nur eine Achterbahn der Gefühle, sondern einen allumfassenden Rummelplatz inmitten des Oceanside-Stadions, der uns Leser willkommen heißt. 
Bildlich gesprochen erwartet die Figuren wie auch die Leser: Traute Zweisamkeit im Riesenrad und aufbrausende Fahrten in der Wildwasserbahn, Vertrauensbeweise am Free Fall Tower und Krawalle an der Schießbude ... 



© Freytag Literatur

(Hat Freytag Literatur mit diesem exklusiven Design nicht ganze Arbeit geleistet? 
Großartig, oder?!)


Und jetzt kommt schnell mit!

Seht die folgende Notiz als stilechte Einladung:


Hi y'all!

Let's meet down by the waterfront. We'll bring some coffee and snacks.

Don't miss out on this Oceanside experience! 
We'll count on you!


A & C
xx



Nicht's wie los, Anne und Adriana samt Alter Egos erwarten uns (so ultimativ kurz vor der Veröffentlichung ihrer Romane) mit Popcorn, Hot Dog und Zuckerwatte am Pier zu einem netten Gespräch! Es wird quirlig ... 


☆


~ Kreativplausch ~

Liebe Adriana, liebe Anne,

viele bis so ziemlich alle eure Fans dürften seit Anfang des Jahres noch einmal mächtig die Ohren gespitzt haben. Denn da habt ihr bekannt gegeben, euch als Autorinnen ein brandneues, nicht weniger bequemes Gewand überzuwerfen. Kurzum: anderes Genre, neue Namen, erweiterte Zielgruppe, neue Dramen.
Dass ihr euch mitten im absoluten Endspurt – und das ist partout keine Übertreibung (!) – eures gemeinsamen Projekts Make It Count (mic) jetzt sofort die Zeit für einen exklusiven Kreativplausch nehmt, ist fabelhaft und mit Sicherheit ein riesiges Geschenk an eure Leser. Danke schön!

☆

Dass ihr Romane schreibt, die es in sich haben und die den Fans im Nu ans Herz wachsen, dafür seid ihr bekannt – um nicht zu sagen berühmt berüchtigt. Das Genre New Adult Literatur ist nun allerdings bewusst gewähltes Neuland für euch. Wie Kolumbus habt ihr den amerikanischen Kontinent für euch entdeckt. Dort steht New Adult längst hoch im Kurs. Was macht für euch persönlich den besonderen Reiz aus, sich in diesem Genre auszuprobieren? Welche eurer (bisher vielleicht) verborgenen Seiten erwarten uns?

Adriana: Wer meine Bücher kennt, der weiß wohl wie ich mich in Stuttgart fühle und wie gerne ich meine Figuren in meiner Wahlheimat ins turbulente Gefühlschaos schubse. Allerdings sind mir da natürlich Grenzen gesteckt. Ich weiß, was man in Stuttgart erleben kann, was im Bereich des Möglichen ist. In Oceanside haben wir diese Grenzen nicht. Wir können uns etwas weiter in die Fiktion trauen, die Stadt und ihre Möglichkeiten unserer Fantasie anpassen. Das bietet eine sehr große Spielwiese auf der wir uns austoben können. Das empfand ich zur Abwechslung als sehr befreiend. Das Genre lässt ebenfalls mehr Luft für große Gefühle, das Kribbeln. Einfach mal ein bisschen larger than life. Die Jungs können ein bisschen perfekter sein, die Mädchen ein bisschen hübscher, die Abenteuer ein bisschen aufregender sein.

Anne: Ganz genauso sehe ich es auch. Mehr Freiheiten und neue Perspektiven. Und ich liiiiebe es einfach, knisternde Geschichten zu schreiben. Vor allem, wenn die Erotik dabei etwas bedeutet. Also, wenn es zum Beispiel die erste Liebe ist, oder dieser EINE Mensch, der einen besser macht, der einen besser versteht als alle anderen. Zu dem man sich nicht nur körperlich hingezogen fühlt, sondern zu dessen gesamtem Wesen, seinen Gedanken, den Blicken, der Art, wie er spricht und sich bewegt. Ich glaube, das ist besonders einfach, wenn man über junge Menschen schreibt, weil da alles so absolut ist. Der Glaube an die eine wahre große Liebe und dass die wahre Liebe alles überwinden kann. Vielleicht, weil man ihnen noch nicht wehgetan hat. Na jedenfalls, bedeutet der Sex etwas. Er ist mal schüchtern und mal fordernd, aber er ist nie leer. Das gefällt mir bei New Adult Literatur ganz besonders. Die USA als Land der unbegrenzten Möglichkeiten und Heimat der cineastischen und schönsten Liebesgeschichten schien dabei der perfekte Schauplatz für die MIC-Romane.

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Mit Ally Taylor (Anne Freytag) und Carrie Price (Adriana Popescu) erscheinen zwei neue, sehr US-amerikanische Autorinnen auf der Bühne der New Adult Schriftsteller. Pseudonyme, die unter anderem für Authentizität stehen. Dabei spielt ihr unverblümt mit Klischeehaftigkeiten. Welches sind wohl die größten Stereotype, die die beiden in ihren Charakteren vereinen?

Adriana: Ich stelle mir Carrie wie eine junge Sarah Jessica Parker vor. Vermutlich lebt sie in NY und schreibt auf ihrem Laptop im Starbucks am Times Square oder so. Sie trinkt Crazy Candy Choca Mocha decaf extra large mit doppelt Schaum mit Schikane und Beleuchtung und liebt ihre Marc Jacobs Tasche mehr als ihr Leben. Schaut gerne Serien auf DVD und ist verliebt in Joe Bennett aus Lipstick Jungle. Komisch, so unähnlich sind wir uns wohl doch nicht.

Anne: Ally ist natürlich Carries allerbeste Freundin. Sie arbeitet bei einem angesagten Magazin und scheucht Praktikanten durch die Gegend. Sie hat Stil und eine eigene Meinung, trägt immer Nagellack und steht totaaaal auf Kenzo-Stoffe. Gerade hat sie sich wieder drei Kissenbezüge daraus machen lassen. Am liebsten mag sie Unikate und für die gibt sie gut und gerne auch einige Dollar aus. Sie liebt Filme und Serien, trinkt ihren Espresso schwarz und bitter (so wie das Leben ;-) ) und ist mit einem Kerl zusammen, der ihre gepflegten Füße liebt und jeden Abend massiert. Sarkasmus ist ihr zweiter Name und Klischees sind nur Teil ihrer fiktionalen Welt.

☆

Wer sind für euch Persönlichkeiten aus Literatur, Film und/oder Fernsehen, die ihr mit der amerikanischen Unterhaltungskultur unmittelbar in Verbindung bringt? Was macht sie für euch zu den Glanzlichtern der Branche?

Adriana: Ich war und bin ein großer TV-Junkie, wie alle wissen dürften. Ich habe von den großen 80er-Jahre-Soaps bis zu den aktuellen Serien wohl alles gesehen. Joan Collins im Denver Clan als Alexis ist die wohl schillerndste Figur der TV-Ära. Ich habe es geliebt, sie als Biest in stylischen Klamotten erleben zu dürfen. Natürlich habe ich alle Folgen gesehen, habe Charaktere verflucht, andere geliebt und war traurig, als alles vorbei war. Später dann Beverly Hills 90210, das Traumpaar Dylan und Brenda, die West Beverly High, das Peach Pit. Ich mag sowas ja ausgesprochen gerne. Sex and the City, Carrie Bradshaw, die natürlich aus als Namenspatin für mein Pseudonym herhalten musste. Lipstick Jungle, der großartige Joe Bennett ... die Liste ist endlos! Wenn ich mich aber für eine Figur entscheiden müsste: es wäre Aaron Spelling, der so viele wunderbare TV-Serien geprägt hat. Vielleicht hätten wir ihn zu einer Serie von Make it count überreden können.

Anne: Puh. Ich liebe Filme und Serien und bin keine Leseratte – was viele komisch finden, da ich gerne scheibe. Aber meine Leseliste 2013 umfasste vielleicht 5 Bücher. Ich nutze meine Zeit lieber zum Schreiben. Die Liste meiner Lieblingsfilme ist dafür echt laaaaaang. Zu lang. Bei Serien ist es nicht viel besser. Sex and the City. Damages. 24. Game of Thrones. Aber auch Beverly Hills 90210, Grey’s Anatomy und Vampire Diaries. Breaking Bad. Homeland...UND UND UND. Ich bin den Drehbuchautoren und den Schauspielern unheimlich dankbar. Aber die ersteren kenne ich oft gar nicht. Sie bleiben im Verborgenen. Meine Helden sind tatsächlich andere... (Ich liebe ja Georg Schramm, aber das ist ein anderes Thema. ;-) )

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Die Titel eurer Romane lassen mit Gefühlsgewitter und Gefühlsbeben bereits im Vorfeld einige Schlüsse zu. Doch neben emotionalen Höhen und Untiefen der heranwachsenden Generation spiegelt sich auch die entschlossene Botschaft Make It Count in den Handlungen wider. Worin bestand für euch die größte Herausforderung, den Spagat zwischen juvenilem Erfahrungsschatz und der Nuance an Lebensweisheit zu vollführen?

Adriana: Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass vor allem junge und junggebliebene Leser auf solche Lebensweisheiten stehen. Wenn man jung ist, fällt es leichter ein „Carpe Diem“ oder „Make it count“ aufzunehmen. Ich mag mich irren, aber mein Ordner in der Schule war vollgekritzelt mit solchen Zitaten, die mich angespornt und motiviert haben. Make it count sollte natürlich für alle Generationen gelten, weil es sich immer lohnt einen Lieblingsmoment einzufangen. Ich glaube nicht, dass man ein jüngeres Zielpublikum anders behandeln sollte, damit begeht man den großen Fehler und unterschätzt die Leser. Mein 17-jähriges Ich hätte sich den Spruch Make it count auf jeden Fall in den Ordner geschrieben.

Anne: Ja, meines auch. Und ich denke, dass die Grundprobleme des Lebens dieselben bleiben. Die Inhalte sind nur anders. Ich denke, das was uns Menschen bewegt, sind immer dieselben Dinge: Liebe, Familie, Freundschaft, Zweifel, Angst..... die Liste ist endlos. Bei den Jüngeren ist das vielleicht ‚naiver’ oder ‚absoluter’, weil alles schwarz oder weiß ist, aber Liebe bleibt Liebe, Verletzungen tun weh und Missverständnisse zerstören Dinge, die hätten klappen können, wenn nicht Angst und Stolz im Weg gestanden hätten. Das alles ist doch altersunabhängig. Und wer erinnert sich nicht an die großen Gefühle, die erste Liebe? Gefühle sind eine Sprache, die Menschen instinktiv verstehen. Tränen, den Knoten im Magen, den Kloß im Hals. Außerdem bekomme ich oft die weisesten Einsichten durch meine beiden Nichten (4 und 6), weil die ungefiltert zeigen, was sie empfinden. Ich denke nicht wirklich, dass Erwachsensein und Lebensweisheit immer Hand in Hand gehen. Zumindest nicht zwangsläufig.

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Mit Oceanside kreiert ihr eine fiktive Kulisse, die euren Geschichten den wohl idealen Rahmen gibt: eine beschauliche Nachbarschaft nebst rauer See und vor allem nicht wenige knisternde Geheimnisse. Wie müssen wir uns den Aufbau dieses Städtchens vorstellen, wenn sozusagen zwei Bürgermeisterinnen das Zepter in der Hand halten? Worauf seid ihr hinsichtlich der geschaffenen Szenerie besonders stolz?

Adriana: Ich hoffe Ally stimmt mir zu, wenn ich sage der Pier bildet das Herzstück des Städtchens. Ich könnte Stunden dort verbringen, auf den Ozean schauen und träumen. Ich mag auch die schönen Herrenhäuser, die an Südstaaten-Sagen erinnern. Das Stadion ist ebenfalls unser großer Stolz. Obwohl Oceanside beschaulich ist, gibt es auch Viertel, die nicht so schön sind. Wir sammeln Spenden um diese aufzubessern ... ;)

Anne: Da stimme ich Carrie unumwunden zu. Wir teilen das Zepter gerne, teilen die ganze Verantwortung und feiern jeden Erfolg gemeinsam mit einem frischen Eistee am Pier. Wir versuchen wirklich alles, um den weniger gut gestellten Mitgliedern unserer Gemeinde zu helfen, aber die Mittel sind begrenzt. Alles, was in unserer Macht steht geschieht. Aber diese Korruption... ;-) Ich jogge morgens am Strand und genieße das Rauschen der Wellen. Am liebsten bin ich am Steg meines Herrenhauses oder gehe auf meinem Anwesen spazieren. Diese Ruhe fernab der Hektik und des Alltags ist unbezahlbar. Abends betrachte ich gerne den schier endlosen Horizont. Aber am meisten bewegt es mich in Oceanside die Sommergewitter anrollen zu sehen. Dieser Anblick ist gigantisch. Wie ein Beben, das meinen Körper erschüttert.

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Die Make-It-Count-Reihe erinnert (mich) in manchen Zügen an die guten alten TV-Zeiten von Dawson’s Creek, O.C. California & Co. Wie sehr prägte euch das Bild solcher Kultserien zu ihren damaligen Spitzenzeiten? Und nehmen wir an, eure Romane würden verfilmt werden. Unter uns, welcher Cast an Schauspielern würde euer Herz erwärmen?

Adriana: Ich glaube meine Teenie-Zeit war sehr von eben solchen Serien geprägt. Beverly Hills 90210, Party of five, Willkommen im Leben, Dawson’s Creek ... ich habe sie alle geliebt! Wenn ich meine beiden Figuren besetzen dürfte: es wäre wohl der junge Jared Leto, allerdings mit einem Kurzhaarschnitt. Lynn könnte ich mir eine junge Natalie Portman vorstellen – natürlich weiß ich, dass sie nie in Serien mitgespielt hat. Aber man darf ja träumen!

Anne: O ja, diese Kultserien habe ich auch alle angesehen und geliebt. Schon ne Weile her. Hm. Was den Cast angeht, das ist fast albern. Es sind tatsächlich die beiden, die auf meinem Cover zu sehen sind. Anna hat mir das Bild gezeigt und da war es klar. DAS sind die beiden. Und ich habe keine Ahnung wer sie sind. In meiner Welt sind es Katie und Dillen.

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Stellt euch vor, ihr hättet als Teenie und junger Erwachsener in einem Ort wie Oceanside gelebt. Welche Rolle hättet ihr wohl in der Gemeinschaft eingenommen? Ambitionierte Cheerleaderin, ehrgeizige Schülersprecherin, toughe Surferin, … Wir sind ganz Ohr!

Adriana: Ich wäre in Oceanside vermutlich die Ulknudel gewesen. So wie auch während meiner Schulzeit in Speyer. Natürlich hätte ich einen schöneren Teint vom ganzen Rumhängen am Strand und am Pier. In der Schule wäre ich der Klassenclown. Cheerleader? Ich? Niemals!

Anne: Ich denke ich wäre eine Mischung aus Misfit und Ms. Sarcasm gewesen. Immer einen Spruch auf den Lippen, heimlich (und unsterblich) verliebt in den intelligenten Jungen mit dem undurchdringlichen Blick. Viel zu uncool, um echt cool zu sein, aber auch zu aufgedreht für die Mauerblümchen-Rolle. So eine Midi-Rebellin? Eine Lynn vielleicht?

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Was ich äußerst beeindruckend finde, ist das eng gesteckte Zeitfenster, in dem ihr an den Romanen gearbeitet habt. Das zeugt von äußerster Disziplin, immenser Motivation und einem enormen Input an Ideen auf Abruf. Worin liegen für euch in einem derartigen Hochleistungsschreiben die ärgsten Knackpunkte? Welche Variablen sind dabei die verlässlichsten Konstanten, welche die unberechenbaren Unsicherheiten?

Adriana: Wir hatten schon etwas früher mit dem Grundgerüst begonnen, haben ein paar Infos, Ideen und Charaktere gesammelt. Somit ist die Zeit, mit der wir uns mit Make it count beschäftigen gar nicht so kurz, wie man vermuten könnte. Dennoch war klar, wir müssen am Ball bleiben. Ally – ich meine Anne – war mir eine große Hilfe, meine Konstante, hat mich motiviert nicht vom Pier ins Meer zu hüpfen, sondern Lynn und Jared ihre Geschichte zu schenken. Ein Geschichte, die auch qualitativ auf einem guten Niveau liegt. Das war uns beiden wichtig. Wir wollten nicht einfach etwas hinschmieren, es war immer Zeit für Überarbeitungen, Testleser und Lektorat. Das war uns wichtig.
Und die unberechenbaren Unsicherheiten waren meine Figuren. Oft wollten sie nicht so wie ich, haben sich quer gestellt und manchmal musste ich mit dem Teppichmesser drohen! Aber es ist ja zum Glück alles gut gegangen!

Anne: Außerdem darf man nicht vergessen, dass es zu zweit echt viel einfacher ist/ sein kann, weil wir beide drin sind, beide wissen, worum es geht, wie wir und gegenseitig helfen und motivieren können. Wir konnten gegenseitig lesen (und das schon während des Schreibens). Wir haben stundenlang (und damit meine ich wirklich ganz echt STUNDENLANG) telefoniert und geplottet und gegrübelt. Aber mit zwei Hirnen denkt es sich eben besser. Carrie hatte oft den zündenden Gedanken, der mich dann wieder zurück auf in die Bahn geworfen hat. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis. Unberechenbare Unsicherheiten? Viele neue Ideen für viele weitere MIC-Plots, die so spannend waren, dass ich immer mal wieder dachte: ‚Mensch, ich will jetzt mit der neuen Geschichte anfangen...’ (Habe ich aber nicht. Mayors Ally und Carrie haben es unter Strafe gestellt. Und mit denen ist nicht zu spaßen...) Alles in allem muss ich sagen, dass Ally sich in Oceanside und im New Adult Genre tatsächlich sehr sehr wohlfühlt... Sex & Drama en masse. Was will man mehr? :-)

☆

Ihr seid beide Autorinnen, die eine unheimlich starke Präsenz zeigen. Ihr mischt euch sozusagen direkt unter eure Leser. Schon im laufenden Schreibprozess wendet ihr euch mit Vorschauen, Nachfragen und Beiträgen an die Fans. Ihr kommuniziert sehr sympathisch auf Augenhöhe. Was bedeutet euch jener unmittelbare Austausch mit euren Lesern? Bestätigt er? Erhöht er den Druck? Bringt er gar neue Ideen?

Adriana: Es erhöht den Druck. Und spornt enorm an. Der rege Austausch mit den Lesern zeigt mir ziemlich deutlich, was gut ankam, wo man vielleicht noch etwas verbessern kann. Aber man will sie natürlich nicht enttäuschen. Natürlich kenne ich nicht alle Leser persönlich, aber manchmal fühlt es sich so an. Deswegen würde ich nichts abgeben, nichts veröffentlichen hinter dem ich nicht stehe. Und wann immer ich gedacht habe: Das packst du nie! war zum Glück immer Ally da.

Anne: Das ging mir ganz genauso. Wenn Carrie geschrieben hat: Die neue Stelle ist klasse, dann ist mir ein riesen Stein vom Herzen gefallen. Wir haben einander bestätigt und kritisiert, an Texten gefeilt und einander geholfen. Was die Leser angeht: Ich bin immer wieder baff, wie viel Rückmeldung kommt. Es ist so toll, wenn man nicht in einen leeren Raum schreit, sondern, wenn ein Echo kommt. Und wenn das Echo dann auch noch gut ist, dann ist das wie... hm... wie ein Drogentrip? (So stelle ich mir das zumindest vor, ich bin da der Anti-Experte. Ich finde Apfelmost schon ziemlich stark.) Auf jeden Fall ist es genauso wie Adriana/Carrie sagt. Es ist herrlich und man möchte auf keinen Fall enttäuschen.

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Euer beider Schreibstil ist von filigraner Leichtigkeit und einem beeindruckenden Gewicht an Bildhaftigkeit gekennzeichnet. Wie leicht oder schwer fiel euch die Zeitreise zurück ins Erwachsenwerden? Mit welchem Hintergedanken seid ihr ans Werk gegangen: Habt ihr euch einen lang gehegten Traum erfüllt? Wart ihr auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? Handelte es sich um die Verkettung glücklicher Blitzideen? Lasst hören!

Adriana: Ich denke Anne und ich haben sehr viel miteinander gesprochen, wir haben Ideen ausgetauscht, über Figuren gesprochen und haben schnell gemerkt, dass wir auf der gleichen Welle surfen. Und da wir junggeblieben sind – wie man wohl auch bei unseren zahlreichen Posts merkt – war der Schritt zurück ans College oder die Highschool gar nicht so schrecklich schwer. Ich muss schließlich immer noch meinen Ausweis vorzeigen, wenn ich Alkohol kaufe. Der einzige Hintergedanke für mich war: dann schreiben wir zusammen mal was!

Anne: HAHAHAHAHA. Ja, so auch hier. Ich denke, wir haben etwas ziemlich Alters- und Zeitloses in uns. Bei Renate Hoffmann hat ein Leser in einer Rezension geschrieben, dass er vermutet, dass es sich um viele autobiografische Elemente handelt. Ein anderer meinte, ich wäre alt. Und auch bei 434 Tage vermutete manch ein Leser Parallelen zum eigenen Leben. Aber ich versichere, das ist alles nur Fantasie. Ich hatte noch nie den Wunsch zu sterben, noch war ich verheiratet, und habe folglich auch nie meinen Mann betrogen (nein, auch nicht den Freund!!). Ich würde sagen, es ist (einer der wunderbarsten) Bestandteile unseres Berufs, abdriften zu können... in neue Welten. Und das Driften zu Katie und Dillen war nicht allzu schwierig. Die Chemie hat gestimmt. Und Carrie und ich sind ja jung(geblieben).

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Wenngleich wir dieses Gespräch liebend gern noch auf eine unbestimmte Anzahl an Fragen ausdehnen könnten, nun vorerst eine letzte: Unabhängig voneinander schreibt ihr Romane, die im mic-Kosmos spielen. Ein Gedanke der mir dabei sofort in den Sinn kam, als ich davon hörte, ist der des Crossovers. Wie steht ihr dieser Option – vollkommen unverbindlich natürlich – gegenüber?

Adriana: Du meinst, dass ihre Charaktere auch mal bei mir vorkommen und vice versa? Ausgeschlossen ist nichts. Aber Ally kennt ihre Figuren so viel besser als ich das tun könnte. Es soll kein Mischmasch werden, die Figuren sollen sich treu bleiben. In Szenen als Nebenfiguren aufzutauchen ist aber gewünscht, geplant und bereits geschehen. Make it count bietet sich für ein Crossover ja geradezu an!

Anne: Und manche unserer Nebenfiguren werden vielleicht einmal zu Hauptfiguren und die sind mit Figuren der anderen Geschichten befreundet. Wie im Leben eben. Da steht bei Facebook ja auch: 3 gemeinsame Freunde. Make it count und die Charaktere sind aus dem Leben gegriffen. Gut, sie leben in den USA und sie sind nicht real. Zumindest im herkömmlichen Sinne. Denn in unseren Köpfen wurden sie lebendig.

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Ihr glaubt gar nicht, was es für ein Vergnügen war, mit euch zu plaudern. Es hat mich ungemein gefreut, dass ihr mir und damit uns allen Rede und Antwort zu ein paar brennenden – seien wir ehrlich: ein paar essentiellen – Fragen gestanden habt. Ein großes Dankeschön dafür!

Bleibt mir an dieser Stelle nur noch, euch für euer New Adult Debüt alles Gute zu wünschen. Ally & Carrie, make it count!!!