"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Dienstag, 22. September 2015

[Rezension] Make it count: Liebesfunken (Ally Taylor)

Ally Taylor: Make it count: Liebesfunken

Was für eine Freude und Ehre gleichermaßen: Ich durfte den dritten "Make it count"-Band aus der Kreativschmiede von Anne Freytag, die in diesem Falle erneut als ihr Alter Ego Ally Taylor glänzt, noch vor der offiziellen Veröffentlichung lesen. Und nicht nur das. 
Nein! 
Ich wurde sogar nach meiner Bloggermeinung für den Buchumschlag gefragt. Liebe Anne alias Ally, es ist unglaublich toll, mit dir als schreibenden, das Wortspiel schätzenden und stets mit neuen Facetten auftrumpfendem kreativen Kopf befreundet zu sein! Danke.

Cover: Freytag Literatur


~ Rezension ~

Eine Elektrizität lädt die Herzen auf

Es muss sich etwas ändern! Andrew hat sein Leben, so wie es momentan läuft, satt. Er will endgültig den Schatten seiner Familie zu entfliehen. Amy könnte zufrieden mit ihrem Leben sein. Wäre da nicht Derek, der zwar den Weg in ihr Bett, jedoch bedauerlicherweise nicht in ihr Herz gefunden hat. Als Amy und Andrew sich bei einer WG-Party in Boston über den Weg laufen, lädt sich die Atmosphäre zwischen ihnen augenblicklich statisch auf: Anziehungskraft und Abstoßung liegen  aus triftigen Gründen  nur einen winzigen Funken voneinander entfernt. Doch wie lange können sie wirklich den Schein wahren, ohne dass das Bild ihres vorgeblich belanglosen Miteinanders verdächtige Risse bekommt? Außerdem wäre der Kollateralschaden, den ihre Bekenntnisse mit sich brächte, nicht zu verantworten. Wieder einmal ist das Leben nicht fair zu Amy und Andrew! Denn vieles darf nur in ihren Köpfen geschehen.

Liebesfunken ist bereits der dritte "Make it count"-Band, den Ally Taylor veröffentlicht. Auch diese Mal erfasst den geneigten Leser die vollends ausgespielte Breitseite aufwühlender, direkter Herzklopfen-versus-Herzschmerz-Momente.

Die Welt in Boston gerät aus den Fugen, als sich die Wege der toughen Amy und des Womanizers Andrew kreuzen. Das mit dieser schicksalshaften Begegnung entflammende Gerangel zwischen Sinnlichkeit und Abneigung hält Ally Taylor in unmissverständlich intensiver Art und (Ausdrucks-) Weise am Lodern.
Des Weiteren pflegt die Autorin in diesem Roman darüber hinaus sehr angenehm die Präsenz anderer Figuren, die den Lesern aus früheren Oceanside-Episoden ans Herz gewachsen sind. Ein serienreifer Crossovercharakter entsteht, der mir überaus willkommen ist.

Auch diese MIC-Fortsetzung hebt, wie ich es empfinde, die wortspielerische Brillanz der Ally Taylor hervor. Der Bezug zum nur allzu passenden Titel, Liebesfunken, wird durch eine explosive Klimax an Eloquenz perfekt unterstrichen. Ferner etabliert die Autorin einen Umgangston, der gelegentlich zwar recht unverhohlen deftig, dafür aber authentisch daherkommt.

Die Fülle der ausgiebigen Bettgeschichten und -fantasien wird nicht wenige Fans der Buchreihe beglücken, das steht außer Frage. Die aufbrausende Mischung aus Testosteron und Östrogen ist markant. Hier und da hätte ich mir als Gegenwert ein wenig mehr Tiefgang außerhalb des Schlaf- oder Badezimmers vorstellen können. Allerdings schmälert dieser Aspekt kaum das Gewicht, mit welchem dieser Roman seinem Genre gerecht wird.

Kopf-, Herz- und Bauchentscheidungen spielen eine wichtige Rolle in der schwierigen Liebesgeschichte von Amy und Andrew. Das bewusst reflektierte Für und Wider liefern sich einen verbissenen Kampf, bis eine bittere Fügung das Zepter in die Hand nimmt. Ein Spannungsfeld, welches Ally Taylor gekonnt unter Strom gesetzt hat.

In der Summe bietet dieses Buch ein Gesamtpaket, in dem es knistert und knirscht. Doch, in welche Richtung es Protagonisten und Leser bei einer wahrscheinlichen Detonation auch verschlagen mag, eines sollte nie in Vergessenheit geraten: Make it count!

FZIT: Zerrissen. Begierig. Verankernd. 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Herzlichen Dank für deine Worte.