"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 16. Februar 2016

[Rezension] Todsicher Mord (Elke Rouger u.a.)

Elke Rouger (Hrsg.): Todsicher Mord

Das Tolle und Schätzenswerte an Elke Rouger und ihren Autorenpartnern ist, dass sie vor allem aus Spaß an der Freude schreiben und sich mit den Veröffentlichungen ihrer Geschichten einfach einen Traum "nebenher" erfüllen. 
Nachdem schon An(gst)ruf, ihre erste Publikation, einiges an Spannung versprochen hat, freute ich mich nun natürlich auf die nächsten kriminalistischen Auszüge, welche das Autorenteam zusammengestellt hat.

Danke möchte ich an dieser Stelle für das mir von Elke Rouger freundlichst bereitgestellte Rezensionsexemplar sagen! 


~ Rezension ~

Vor dir der schwarze Abgrund

Es gibt Geheimnisse, deren Existenz alles verändert. Es gibt Menschen, deren geheime Seite nicht nur verstörend ist, sondern auch reuelos zerstört. Das Leid anderer ist der Quell ihrer bösen Fantasien. Aber was, wenn ebenjene Fantasie eines Tages nicht mehr genügt, um sich zu laben? Was, wenn sich einzig ein tödlicher Showdown die wahre Erfüllung bringt?

Todsicher Mord wurde von Elke Rouger herausgegeben und umfasst eine Sammlung markanter Krimikurzgeschichten aus der Feder von Heike Judy, Wolfgang Wörner, Thomas Sillmann, Maria Neustifter, Bettina Neustifter und Elke Rouger selbst.

Von der hintergangenen Ehefrau über den handlangenden Pyromanen bis zur psychisch labilen Mutter — sie alle kommen als Täter infrage. Oder geraten sie einfach nur in die sprichwörtliche Schusslinie und sind vielleicht doch gar nicht so schuldig, wie sie scheinen? Die Autoren beschwören mit ihren jeweiligen Kurzgeschichten einen Strudel aus diversen Unfassbarkeiten herauf, die an die Substanz gehen. 
Kränkung, Boshaftigkeit und Wahn können desaströse Bahnen einschlagen. Die in diesem Buch zusammengebrachten Kurzgeschichten komprimieren diese erschütternden Entwicklungen in Form kleiner Dosierungen, die jedoch nachdrückliche Wirksamkeit aufweisen.

Während manche Geschichten auf einen klaren Schnitt hinauslaufen, behalten sich andere Episoden ein Ende vor, das Raum für Spekulation und Interpretation bietet. Gemein haben die sieben Kurzkrimis allerdings, dass ihre geschilderten Szenarien und deren verdichteten Handlungsbögen für ein Schaudern sorgen — wohl gerade bei Lesern, die selbst ein lebhaftes Vorstellungsvermögen haben. Zugegeben, die Patronen zischen nicht wie ein Hagelsturm durch die Luft und auch das Blut fließt nicht in Strömen. Nein, denn es geht durchaus ausgeklügelter und um einiges erschreckender zu. 

Eine Anthologie an kurzen Krimis, deren Umsetzung Fans des Genres gewissermaßen zu packen weiß. Denn die Autoren unterstützen mit ihrer Arbeit definitiv die These "In der Kürze liegt die Würze". Aber Vorsicht, diese Würze kann durchaus eine Giftmischung sein.

FZIT: Düster. Schleichend. Endlich.


Dienstag, 17. November 2015

[Rezension] Destined: Sommerregen (Laura Meyer)

Laura Meyer: Destined: Sommerregen

Clever, spritzig und geheimnisvoll kommt dieses in magische Momente gehüllte Buch daher. Und das gefällt mir unheimlich gut. Laura Meyers Gespür für die mehrdimensionalen Handlungsstränge, denen es an Feinsinnigkeit und Pfiffigkeit nicht mangelt, ist bemerkenswert. Ihre Liebe zum Genre Fantasy kommt markant zu Geltung. Ein Autorenauftakt nach Maß, dessen Fortsetzung nur eine Frage der Zeit sein dürfte, würde ich meinen.

Liebe Laura, ein großes Dankeschön für das mir in diesem Rahmen anvertraute Exemplar deines Romans!

P.S.: Liebe Adriana, das war eine Empfehlung mit Gewicht. Danke.

Cover: Laura Meyer


~ Rezension ~

Ein Regenguss an Unglaublichkeiten

Ellies Leben verläuft in geordneten New Yorker Bahnen. Bis zu dem Moment, in dem die schwere Krankheit und der Tod ihrer jüngeren Schwester alles aus den Fugen werfen. Ellies unaufhaltsamer Fall beginnt. Bis sie eines Tages auf unerklärliche Weise in Slumbertown landet. Einem kleinen Städtchen, in dem positive Leichtigkeit das Leben bestimmt. Hier trifft Ellie auf Dan und Jer und schließt schnell Freundschaft mit den beiden charmanten und nicht minder vorwitzigen Männern. Ihr Vorhaben, in Slumbertown nur auf der Durchreise zu sein, wirft Ellie kurzerhand über Bord. Doch irgendetwas irritiert an dem vollmundigen Wohlfühlaroma in dieser freundlichen Kleinstadt. Etwas, das erst nicht greifbar ist und schon bald unbegreiflich anmutet.

Mit ihrem Debüt, Destined: Sommerregen, gelingt Laura Meyer der Auftakt einer mit fantasievollen Überraschungsmomenten bestechenden Geschichte, die sich keinesfalls unter einem Tarnumhang zu verstecken braucht.

Die Charaktere des Buches — allen voran Ellie und Dan, Rosie und Jer — verleihen der Geschichte etwas Zauberhaftes. Originalität, Kantigkeit und Liebenswürdigkeit liegen hierbei eng beieinander. Die Mischung aus aufrichtiger Loyalität, rumorender Ungewissheit und verbissener Entschlossenheit sorgt für einen stetig aufrecht gehaltenen und, was ich noch viel bedeutsamer finde, konsequent wachsenden Spannungsbogen. Mit welcher (un)sichtbaren Intensität es der Autorin gelingt, den Leser mit wachsender Kapitelzahl und über Zeit und Raum hinaus an die von ihr geschriebenen Seiten zu fesseln, ist beispielhaft.

Was (mich) anfangs nicht unwesentlich an einen feinen Roman aus der Feder Cecelia Aherns erinnert, wird wenig später von einem magischen Zirkel à la Charmed — Zauberhafte Hexen umrahmt. Ein Balanceakt, der gelingt. Nicht zuletzt dürfte das an den ausgefeilten Momentaufnahmen, den mitschwingenden Fragezeichen und der bisweilen köstlichen Schlagfertigkeit der Charaktere liegen. Herzen klopfen, Ungereimtheiten nagen, Fähigkeiten erblühen.

Laura Meyer hat ihren Stil gefunden  und manifestiert. Aufgeweckte Dialoge, Pro- und Antagonisten mit Profil und verzweigter Einfallsreichtum ergeben das große Ganze. Rhetorisch fällt insbesondere eine unverstellte, unverschnörkelte Echtheit auf. Zwar musste ich mich erst an Ellies Vorliebe fürs häufig verschluckte "T" gewöhnen, aber gut, das geht schon, nich' wahr?

Dieses gut 500 Seiten umfassende Erstlingswerk lässt keine Längen zu. Sorgfältig erweckt die Autorin eine in doppelter Hinsicht bestehende Mehrschichtigkeit zum Leben, die zu begeistern weiß. Verbundenheit, Verstand sowie Vertrauen werden zu Leuchtsignalen in der Undurchdringlichkeit eines prasselnden Niederschlages. Apropos, wie sich die Bedeutung des Titels im Laufe der Zeit erklärt, finde ich im Übrigen überaus gelungen. 

FZIT: Raffiniert. Genussvoll. Nachhallend.


Dienstag, 22. September 2015

[Rezension] Make it count: Liebesfunken (Ally Taylor)

Ally Taylor: Make it count: Liebesfunken

Was für eine Freude und Ehre gleichermaßen: Ich durfte den dritten "Make it count"-Band aus der Kreativschmiede von Anne Freytag, die in diesem Falle erneut als ihr Alter Ego Ally Taylor glänzt, noch vor der offiziellen Veröffentlichung lesen. Und nicht nur das. 
Nein! 
Ich wurde sogar nach meiner Bloggermeinung für den Buchumschlag gefragt. Liebe Anne alias Ally, es ist unglaublich toll, mit dir als schreibenden, das Wortspiel schätzenden und stets mit neuen Facetten auftrumpfendem kreativen Kopf befreundet zu sein! Danke.

Cover: Freytag Literatur


~ Rezension ~

Eine Elektrizität lädt die Herzen auf

Es muss sich etwas ändern! Andrew hat sein Leben, so wie es momentan läuft, satt. Er will endgültig den Schatten seiner Familie zu entfliehen. Amy könnte zufrieden mit ihrem Leben sein. Wäre da nicht Derek, der zwar den Weg in ihr Bett, jedoch bedauerlicherweise nicht in ihr Herz gefunden hat. Als Amy und Andrew sich bei einer WG-Party in Boston über den Weg laufen, lädt sich die Atmosphäre zwischen ihnen augenblicklich statisch auf: Anziehungskraft und Abstoßung liegen  aus triftigen Gründen  nur einen winzigen Funken voneinander entfernt. Doch wie lange können sie wirklich den Schein wahren, ohne dass das Bild ihres vorgeblich belanglosen Miteinanders verdächtige Risse bekommt? Außerdem wäre der Kollateralschaden, den ihre Bekenntnisse mit sich brächte, nicht zu verantworten. Wieder einmal ist das Leben nicht fair zu Amy und Andrew! Denn vieles darf nur in ihren Köpfen geschehen.

Liebesfunken ist bereits der dritte "Make it count"-Band, den Ally Taylor veröffentlicht. Auch diese Mal erfasst den geneigten Leser die vollends ausgespielte Breitseite aufwühlender, direkter Herzklopfen-versus-Herzschmerz-Momente.

Die Welt in Boston gerät aus den Fugen, als sich die Wege der toughen Amy und des Womanizers Andrew kreuzen. Das mit dieser schicksalshaften Begegnung entflammende Gerangel zwischen Sinnlichkeit und Abneigung hält Ally Taylor in unmissverständlich intensiver Art und (Ausdrucks-) Weise am Lodern.
Des Weiteren pflegt die Autorin in diesem Roman darüber hinaus sehr angenehm die Präsenz anderer Figuren, die den Lesern aus früheren Oceanside-Episoden ans Herz gewachsen sind. Ein serienreifer Crossovercharakter entsteht, der mir überaus willkommen ist.

Auch diese MIC-Fortsetzung hebt, wie ich es empfinde, die wortspielerische Brillanz der Ally Taylor hervor. Der Bezug zum nur allzu passenden Titel, Liebesfunken, wird durch eine explosive Klimax an Eloquenz perfekt unterstrichen. Ferner etabliert die Autorin einen Umgangston, der gelegentlich zwar recht unverhohlen deftig, dafür aber authentisch daherkommt.

Die Fülle der ausgiebigen Bettgeschichten und -fantasien wird nicht wenige Fans der Buchreihe beglücken, das steht außer Frage. Die aufbrausende Mischung aus Testosteron und Östrogen ist markant. Hier und da hätte ich mir als Gegenwert ein wenig mehr Tiefgang außerhalb des Schlaf- oder Badezimmers vorstellen können. Allerdings schmälert dieser Aspekt kaum das Gewicht, mit welchem dieser Roman seinem Genre gerecht wird.

Kopf-, Herz- und Bauchentscheidungen spielen eine wichtige Rolle in der schwierigen Liebesgeschichte von Amy und Andrew. Das bewusst reflektierte Für und Wider liefern sich einen verbissenen Kampf, bis eine bittere Fügung das Zepter in die Hand nimmt. Ein Spannungsfeld, welches Ally Taylor gekonnt unter Strom gesetzt hat.

In der Summe bietet dieses Buch ein Gesamtpaket, in dem es knistert und knirscht. Doch, in welche Richtung es Protagonisten und Leser bei einer wahrscheinlichen Detonation auch verschlagen mag, eines sollte nie in Vergessenheit geraten: Make it count!

FZIT: Zerrissen. Begierig. Verankernd. 


Freitag, 30. Mai 2014

[Books on Demand] E-Short im Kurzporträt

Vielleicht wenig(er) verwunderlich: Das Ausschauhalten nach den verschiedenen Eventualitäten, die der Markt für Buchveröffentlichungen bereithält, ist etwas, wofür ich schon gern zu Fernglas, Lupe und Zoom greife. Dies nur als kurzes Vorwort zum folgenden Kurzporträt ...

Seit mehr als 10 Jahren gilt Books on Demand (BoD) in der Buchbranche als Ansprech- und Vertriebspartner für kreative Köpfe, die ihre Werke veröffentlichen möchten. Dabei sind der Fantasie und den Möglichkeiten kaum bis keine Grenzen gesetzt. Denn sowohl die nach wie vor beliebten Printexemplare als auch eBooks können über BoD an die Leserin und den Leser gebracht werden. Damit bietet sich, wie ich finde, eine Reihe von Optionen, die für Autoren — gerade auch als (angehende) Self-Publisher — durchaus einen Blick wert sein dürfte.

Des Weiteren ergänzt nun ein neues Produkt, das E-Short, den BoD-Service. Ein Angebot, das nicht nur Autoren, sondern auch Blogger wie dich und mich anspricht. Weshalb genau? Nun, hier ein paar einladende Gründe, die das E-Short für den einen oder anderen interessant machen könnten ...


© BoD


Was ist E-Short?

Das neue Produkt E-Short eignet sich optimal für Blogger wie uns, die ihre Inhalte über ihren Blog hinaus einfach, schnell und digital veröffentlichen wollen. So können nicht nur neue Leser erreicht werden, sondern auch Erlöse mit Blogartikeln erzielt werden.

Wie genau das geht? 

Mit BoD E-Short werden Inhalte als eBook veröffentlicht. Ob 80 Wörter oder 80 Seiten, ob Blogartikel, Artikelsammlung, Kurzgeschichte, Gedicht oder Essay  das Schreiben und Gestalten der Inhalte inklusive Cover im intuitiven easyEditor wird leicht gemacht. Mit einem Klick steht (d)ein eBook dann über alle relevanten Online-Shops wie Amazon, eBook.de und Co. zum Verkauf bereit  und zwar binnen 48 Stunden.

Die E-Short Vorteile auf einen Blick:

Erreiche mit Blogtexten oder bislang unveröffentlichten Inhalten neue Zielgruppen, die das spontane und mobile Lesen auf E-Readern, Tablets und Smartphones bevorzugen

Gestalte Inhalt, Cover und Verkaufspreis (auch 0€ möglich) nach eigenem Wunsch

Teste E-Short zum Einführungspreis von 0€, keine Mindestlaufzeit, keine laufenden Kosten


Wenn ihr nun meint, dieses Format ist wie für euch oder einen Schreiberling, den ihr kennt, gemacht, dann schaut vorbei, informiert euch ausführlich und probiert das E-Short doch vielleicht einfach einmal aus!


In diesem Sinne: 
Fröhliches und eifriges Entdecken und Empfehlen, Schreiben und Veröffentlichen!


Mit freundlicher Unterstützung von BoD


Montag, 7. April 2014

[Schreibzeugkiste] David und Goliath in der Ideenschmiede


Es folgt ein individueller Eindruck, dem ich mich nicht gänzlich entziehen kann:

Sie stecken viel Herzblut, großen Einfallsreichtum, wertvolle Botschaften und einen nicht zu unterschätzenden Fond an Zeit in ihre Geschichten. Geschichten, die einfach gelesen, gehört und weitergetragen werden müssen. Und zwar aus einem überzeugenden Beweggrund: Ihre Autoren wissen, was es heißt, gute Geschichten zu kreieren und zu erzählen. 

Das "Problem" (der "Makel"): Sie sind Autoren, die (noch) nicht das leuchtende Aushängeschild eines Verlags sind bzw. selbigen zumindest als Paten (alias Vertragspartner) nennen können. Eine Formalität, die unglücklicherweise nicht eben nur dies, sondern eine ziemlich entscheidende Variable in der Gesamtgleichung ist.

So wundervoll es wäre, würde es in erster Linie tatsächlich auf die inneren Werte ankommen, so unsensibel und kommerziell ist die Realität. Denn obgleich die Ambition, die mühevolle Kleinstarbeit und das Talent hinter einem fertigen Indie-Buch in der Summe nicht weniger schätzenswert sind als die hinter einem Verlagsprodukt, ist das Feedback im Allgemeinen klar geteilt. 
Während das eine Buch (nahezu) sämtliche Aufmerksamkeit auf sich zieht und Schulterklopfer mit sich bringt, bleiben für das zweite Exemplar vorwiegend "mitleidige" Blicke. Und das oftmals noch nicht einmal hinsichtlich der eben genannten "inneren Werte", sondern aufgrund seiner Herkunft. Was demnach in anderem Kontext klar als Diskriminierung zu bezeichnen ist, gehört in der Buchbranche (bzw. im künstlerischen Wirkungsgefüge generell) zum herkömmlichen Miteinander.

Um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, wird in einer anderen Sparte und einem anderen Format beispielsweise äußerst effektiv auf sog. Blind Auditions zurückgegriffen. Hier zählt dann nicht, wer du bist oder woher du kommst, sondern was du kannst.
Denn im Grunde steckt hinter einem schiefen Blick oder einer in Falten gelegten Stirn eines "Kritikers" in vielen Fällen wohl Ahnungslosigkeit/Unwissenheit. Schließlich kann ein im Prozess des Self-Publishings erschienenes Buch richtig beeindrucken und bewegen. Ebenso kann ein unter der Schirmherrschaft eines Verlags veröffentlichtes Werk den Leser durchaus ernüchert zurücklassen.

Natürlich, in unserer heutigen Zeit, in der Buchneuerscheinungen im Wochentakt den Markt einnehmen, muss selektiert werden. Hierbei geben Bücher, die in namhaften Verlagen erscheinen, eine Richtschnur vor. Sie signalisieren Qualität. Immerhin hat es der besagte Autor "bis dahin geschafft". Das muss doch etwas heißen! Keine Frage, einen Vertrag für eine Buchveröffentlichung zu unterzeichnen, ist ein großer, sehr verdienter Schritt. 
Dennoch heißt das im Umkehrschluss keineswegs, dass Autoren ohne Verlag im Rücken, weniger hart arbeiten würden oder weniger spannende Geschichten zu erzählen hätten. Ganz im Gegenteil! Daher empfinde ich es als nicht gerechtfertigt, sie mit einem vorzugsweise mitleidigen Lächeln oder einem lapidaren "Nett" zu bedenken oder sie gar als nicht konkurrenzwürdig anzusehen. 

In meinen Augen haben Self-Publisher oder kleine Verlage nicht keine Chance (verdient), sondern sie haben lediglich andere Möglichkeiten. Natürlich sollten jene Möglichkeiten nicht der Freibrief sein, auf Teufel komm raus zu veröffentlichen.
Doch bei (sehr) guter Arbeit sollte der Mindestlohn für Eigeninitiative ergreifende Autoren sein, ihnen wenigstens Respekt ihrem Wirken gegenüber zu zollen. Ihnen allein aus Prinzip den Rücken zuzukehren oder sie gar durch ungerechtfertigt schlechtere Bewertungen zu sabotieren, sollte gegen unser aller Gefühl für Fairness sowie gegen einen gewissen Ehrenkodex verstoßen. Samthandschuhe sind nicht gewollt, eben aber die Chance auf eine Begegnung auf Augenhöhe.

Unterm Strich dürfte es mir als Leser herzlich egal sein, ob mein Lieblingsbuch nun aus der Feder eines Self-Publishers oder eines Autoren mit etabliertem Verlag als Rückendeckung stammt: Denn Lieblingsbuch ist nun einmal Lieblingsbuch.