"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Mittwoch, 25. Juni 2014

[Schreibzeugkiste] Rezensionen gut und individuell abgeschmeckt

Als Buchblogger gehört das Schreiben von Rezensionen sozusagen zum "Kerngeschäft" des Auftritts. In diesen Buchbesprechungen geben wir Leser (Kritiker) eine subjektive Meinung zu einem Buch ab. Je nach Rahmen und Hintergrund geschieht das geprägt von unterschiedlichen Schwerpunkten und verschieden ausgefeilter Stilistik (= Eigenheit). 

Ich persönlich schreibe Buchrezensionen, weil es für mich einer der Wege ist, die Freude am Lesen zu teilen und vielleicht hin und wieder einen Stein des Anstoßes zu geben. Ein wenig Inspiration zu streuen, darauf liegt mein Fokus. 
Über die Zeit kristallisiert sich dabei natürlich eine Art eigener Stil heraus. Ich beispielsweise schreibe gern darüber, was zwischen den Zeilen steht (bzw. was ich glaube, dort entdeckt zu haben). Dabei vernachlässige ich, das ist mir bewusst, die Ansprüche des professionellen Journalismus'. Vielmehr kommt es mir darauf an, die emotionale Ebene ins Scheinwerferlicht zu stellen. Weshalb? Weil es genau das ist, was mich interessiert, wenn ich in Rezensionen stöbere. Weil es das ist, was mich als Leser eines Buches erreicht (oder auch nicht). Weil es das ist, was ich mit individuellen Argumenten begründen kann.

Rezensionen sollen (im besten Fall) natürlich als Empfehlung für potentielle Leser dienen. Dabei dürfen sie auch gern dem Autoren selbst ein Feedback geben. Denn es gibt wohl nicht Tolleres für einen Schriftsteller, als direkt und ohne Umwege Reaktionen seines Publikums zu erhalten! Dies soll natürlich nicht heißen, dass alles in ein rosaroten Tüll gehüllt werden muss, aber wenn mir etwas besonders gefallen hat, zögere ich nicht, das auch auszusprechen.

Ich mag die unterschiedlichen Stilistiken, in denen Rezensionen verfasst werden. Denn sich anhand von Richtlinien entlanghangeln zu müssen, sagt mir nicht wirklich zu. Orientierung ist gut und schön, aber in diesem Falle mag ich es lieber individuell und kreativ. Rezension ist demnach nicht gleich Rezension. Das ist gut. Das sollte man stets im Hinterkopf behalten.

Klar, ein generelles Statement wie Das Buch hat mir super gefallen ist nett. Es deutet eine Richtung an. Okay, in der Kürze liegt die Würze, doch an Stellen wie diesen könnte ich einen Nachschlag vertragen. Manchmal gibt es ihn, manchmal nicht.
Das Gegenteil sind wiederum Rezensionen, die einen überhäufen mit Details. Wieso bitte? In Ordnung, ich sagte, ich mag Begründungen, doch Spoiler en masse sind nicht unbedingt die feinfühligste Art, seine Meinung kundzutun. 

Das Patentrezept für die ideale Rezension gibt es (meines Erachtens nach) nicht. Glücklicherweise. Denn das macht das Ganze so spannend. Es gibt Bücher, die mir gefallen, und Bücher, die vielleicht nicht ganz meinen Nerv treffen. Gleiches gilt für Rezensionen. Eine Geschmackssache eben, die jedem zugestanden werden sollte.
Was sich mir hingegen weniger bis gar nicht erschließt, sind mehr als offensichtlich an den Haaren herbeigezogene Rundumschläge. Respekt der Arbeit anderer gegenüber sollte man erwarten können. Ich muss, wie gesagt, nicht in deren Fanlager wechseln, aber gelegentlich ist Schweigen vielleicht doch Gold ... 

Wie gesagt: Für mich gibt es kein Richtig oder Falsch beim Rezensieren. Höchstens ein Ansprechend oder ein Aha, okay. Ich weiß nicht, wie es euch geht? Aber ich mag es, wenn ich das Gefühl habe, sowohl das Buch als auch den Rezensenten nach dem Lesen der Buchbesprechung ein wenig "besser zu kennen".


Kommentare:

  1. Hallo Kora!

    Das geht mir wie dir! Manchmal kommen mir beim Lesen einer Rezension von einem Buch, das ich kenne, Gedanken wie "Oh, echt? Hab ich so gar nicht aufgefasst..." oder "Ah, ja, genau, das denke ich auch." Und wenn ich mir vor dem Kauf eines Buches die Meinungen durchlese, passiert es leider auch relativ oft, dass ich dann gar keine Lust mehr auf das Buch habe, obwohl es gut besprochen worden ist. Nur eben mit diesen vielen Details, die in den Rezensionen manchmal schon verraten werden (sei es auch unbewusst), weiß ich meistens schon im Vorwege, ob ich das Buch dann unbedingt noch lesen muss(?)! Geht dir das auch manchmal so?

    Anbei interessiert mich nun sehr, was du zu meinen Rezensionen sagst (falls du welche kennst)? Ich hoffe, du verzeihst mir meine direkte Frage; ich brenne geradezu auf deine ehrliche(!) Meinung!

    Liebe Grüße
    Francine

    PS: Gern setze ich Verbesserungsvorschläge in die Tat um...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Francine,

      erst einmal danke, dass du dir Zeit für einen solch ausführlichen Kommentar genommen hast!

      Mir geht es oft so, dass ich Rezensionen zu Büchern lese, die ich selbst gern lesen möchte. Meist bleibt dies auch nach dem Durchstöbern der Rezensionen der Fall. Nur eben, dass ich ein erstes Stimmungsbild eingefangen habe. Oder aber ich werde durch sehr einladend geschriebene Rezensionen zu Büchern, deren Genre ich mag, aufmerksam auf echt tolle Lektüre.

      Zu deinem anderen Anliegen: Ich mag deine Blogbeiträge, sowohl die Rezensionen als auch deine anderen Artikel. Ich finde, man merkt dir deine Begeisterung fürs Filigrane an. Und vor allem begründest du deine Eindrücke mit eigener Note. Das gefällt mir persönlich wirklich gut.
      Ich denke, du kannst guten Gewissens deinem Stil treu bleiben. Immerhin hat dieser schon genügend Leser angesprochen, die mir wahrscheinlich beipflichten würden.

      Liebe Grüße zurück,
      Kora

      Löschen

Herzlichen Dank für deine Worte.