"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Dienstag, 14. Juni 2016

[Empfehlung] "Crikey! Magazine" — Prädikat wertvoll

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"It is our time to be the change we wish to see in the world. We need to act now to create a beautiful world for the generations to come."  Bindi Irwin 

Wem das Thema des aktiven und nachhaltigen Artenschutzes ein echtes Anliegen ist, den wird das Crikey! Magazine geradezu begeistern. Hierbei handelt es sich um das vom Australia Zoo herausgegebene Magazin, das die Augen von Tier- und Naturschutzfreunden im Handumdrehen zum Leuchten bringen wird. 

Seit 1970 hat es sich die Familie Irwin zur Aufgabe gemacht, ihre Herzensangelegenheit, "Erhaltung einer natürlichen Biodiversität", in die Welt hinauszutragen und Menschen allen Alters rund um den Globus als sogenannte Wildlife Warriors zu gewinnen. Eine Mission, welcher die Familie des weltweit bekannten (und 2006 tödlich verunglückten) Crocodile Hunters Steve Iriwin mit allergrößter Überzeugung und unendlichem Engagement nachgeht. Ganz ehrlich, mich beeindruckt die Hingabe und sympathische Unnachgiebigkeit der Irwins jedes Mal aufs Neue.

Im vier Mal im Jahr erscheinenden Crikey! Magazine wird die beharrliche Arbeit des Zoos, der so manch bedrohter Art ein Zuhause ist, und das aufgeweckte Leben vor und hinter den Kulissen auf vielseitige und unglaublich publikumsnahe Art mit den Lesern geteilt. Terri, Bindi und Robert Irwin geben ebenso spannende wie aufschlussreiche und toll bebilderte Einblicke in ihre Lebensaufgabe wie viele weitere Wildlife Warriors und Weggefährten. Ganz zu schweigen von dem wundervoll dekorativen Effekt der Cover, die voller khakifarbener Liebe und Lebenseinstellung stecken.

Drei (der vielen guten) Gründe, das Crikey! Magazine zu lesen

  • Eine vielschichtige Expertise rund um die Facetten der Tierwelt und den dringend notwendigen Erhalt einer weltweiten Artenvielfalt wird uns auf hochgradig anschauliche Weise mit auf den Weg gegeben. 
  • Als Leser fühlt man sich unmittelbar in die Mitte des Australia Zoos katapultiert. Denn die Begeisterung der Irwins und all der anderen Gastautoren des Magazins ist schlichtweg ansteckend. Ohne den lehrmeisterlichen Finger unangenehm zu heben und dafür mit lebhaftem Charme, wird deutlich, wie wichtig ein Engagement für den Tierschutz ist.
  • Das Crikey! Magazine ist ein Heft für die ganze Familie. Quicklebendige Erfahrungs- und Erlebnisberichte, wissenswerte Fakten, Kidsseiten, kreative Mitmachaktionen sorgen für Abwechslung, die Groß und Klein gemeinsame Denkanstöße gibt und riesige Lust macht, selbst ein Wildlife Warrior zu sein. Ein Anliegen, das sich als Familie doch besonders schön umsetzen lässt, oder? 

Ich könnte vermutlich noch zahlreiche Worte dafür finden, wie sehr mich der unermüdliche Elan der Irwins und deren Freunde motiviert. Sie halten uns mit ihrer wertvollen Arbeit einen Spiegel vor. In diesem sehen wir sowohl die traurigen Ergebnisse eines rücksichtslosen Umgangs mit den Tieren auf unserem Planeten als auch die wunderbaren Fortschritte, die durch ein wachsendes Bewusstsein für den Tierschutz erreicht werden. Positiv,  ausdauernd und unheimlich lebensfroh kommt die Irwin Familie daher und das Crikey! Magazine macht es für uns alle möglich, sich ebenjenes einzigartige mit Herz und Seele gefüllte "khaki feeling" ein Stück weit nach Hause zu holen, auch wenn wir auf der anderen Seite der Erde leben.

All dies und so einiges mehr war für mich ausschlaggebend dafür, das Crikey! Magazine zu abonnieren. Und das will bei meinem für gewöhnlichen nicht allzu ausgeprägten Abo-Verhalten wirklich etwas heißen.

"It's those moments of connecting with wildlife that are so profoundly special." — Terri Irwin 
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P.S.: 

Lasst uns alle ein wenig "Crocodile Rocker" sein   
dem Erhalt einer gesunden Artenvielfalt zuliebe 

(Bindi Irwin & Derek Hough während Dancing With The Stars, Staffel 21)




Dienstag, 7. Juni 2016

[Rezension] Pop Girl (Tallia Storm)

Tallia Storm: Pop Girl 

Tallia Storm ist Soulsängerin, Bloggerin der Huffington Post Teen und Gesicht verschiedener TEDxTeen-Veranstaltungen. 2012 veränderte eine folgenreiche Begegnung am Frühstücksbuffet im Familienurlaub für Tallia alles. 

Ebenjene beinahe irreale Begebenheit verwandelte der Teenager in einen aufgeweckten Jugendroman mit autobiographischer Nuance. Als Fan dieses Genres konnte ich einfach nicht widerstehen und MUSSTE diese glitzernde Lektüre ins Rampenlicht meines Bücherregals holen. 


~ Rezension ~

Das Leben ist ein Wirbelsturm 

Da ist die Erfüllung ihres allergrößten Traumes zum Greifen nah und dann zerplatzt diese einmalige Chance doch wie eine Seifenblase: Die dreizehnjährige Storm Hall ist am Boden zerstört, als sie, anstatt einen Solopart des Schulchors bei einer nationalen Radioausstrahlung singen zu dürfen, mit ihrer Familie in den (eigentlich lang ersehnten) Urlaub nach Hawaii fliegen muss. Wie kann das Leben nur ein dermaßen ungerechtes Timing haben? Aber Storm ist fest entschlossen, das halbwegs Beste aus ihrer persönlichen Katastrophe zu machen. Schließlich verschlägt es sie nicht jeden Tag dorthin, wo Sonne, Meer und Bongobeats die Ferien versüßen...

Mit ihrem temperamentvollen Debütroman, Pop Girl, hat die aus Schottland stammende Singer/Songwriterin Tallia Storm ein mit ganz besonderer Note versehenes Jugendbuch geschrieben.

Das Fabelhafte an dieser locker-flockigen fiktiven Geschichte ist ihre absolut greifbare Authentizität. Diese rührt, so unglaublich es klingen mag, aus Tallia Storms eigenem Leben. Denn sie selbst wurde durch einen irren Zufall mit gerade einmal 13 Jahren von Elton John angesprochen, ob sie nicht in seinem Konzertvorprogramm singen möchte? Seitdem hat sich für das talentierte Stimmwunder vieles verändert.

Mit dieser eigenen Erfahrung im Gepäck schickt Tallia Storm ihre Protagonistin Storm Hall auf eine aufregende Reise von Glasgow nach Hawaii, die voller Witz, Dynamik und vor allem Musikalität steckt. Die hochdosierte Achterbahnfahrt der Gefühle, die Storm im Laufe des Urlaubs erlebt, sprudelt nur so vor Enthusiasmus. Es gelingt der Autorin spielerisch, die Liebe zur Musik in ein schwungvolles und vor allem passioniertes Porträt zu fassen.

Die Charaktere — allen voran die sechsköpfige Familie Hall — verleiht der Handlung eine erfrischende und aus dem Leben gegriffenen Plastizität. Was mich, neben den sympathischen, aber keineswegs unchaotischen Figuren nachdrücklich angesprochen hat, ist die ungezwungene Leichtigkeit und die lebhafte Bildhaftigkeit Tallia Storms, die Geschichte zu transportieren. Ich hatte während des Lesens das angenehmen Gefühl, als würde Tallia/Storm die Geschichte erzählen im Sinne von "in einem tatsächlichen Gespräch schildern". Von peinlichen Anekdoten bis hin zur vibrierender Euphorie ist alles inklusive. Als englischsprachige Lektüre auch für deutsche Leser der Zielgruppe mehr als geeignet.

"Seid jederzeit und ohne Wenn und Aber bereit, euren Traum zu leben!", lautet wohl die hübsch unterhaltend verpackte Botschaft dieses (außen und innen) glitzernden Jugendbuchs. Unverhofft kommt oft. Aber noch viel wichtiger ist es, seinen eigenen Weg voller Überzeugung und Passion zu gehen. Halleluja!

FZIT: Quirlig. Glanzvoll. Hitverdächtig. 


Dienstag, 31. Mai 2016

[Rezension] Free again — alles auf Anfang (Heike Abidi)

Heike Abidi: Free again — alles auf Anfang 

Wieder eines dieser Bücher von Heike Abidi, bei dem ich mich bei dem Gedanken ertappe: Welch auf den ersten Blick abstruse, auf den zweiten Blick allerdings total logische Idee. 
Es ist doch das Wundervolle am Autor- und folglich auch am Lesersein, dass wir all die Sachen, die manchmal vielleicht zu verrückt klingen mögen, ausprobieren und erleben dürfen. 

Ein herzliches Dankeschön an Autorin und Verlag für das mir offerierte E-Book. Welch possierliches Vergnügen.

Cover: Droemer Feelings


~ Rezension ~

Gebrochene Herzen reloaded?!

Die erfolgreichen Hochzeitsplanerin Juliane Frey steht vor einem Neubeginn. Wem hat sie das zu verdanken? Ihrem treulosen Exmann und ehemaligem Geschäftspartner Malte natürlich. Aber dieser emotionale Rückschlag kann Juliane nicht aufhalten — lediglich davon abhalten, jemals wieder eine romantische Hochzeit zu organisieren! Nein, diese Gefühlsduselei hat ein für alle Mal ein Ende. Nur gut, dass sich die resolute Roberta, eine frühere Kundin Julianes, auf deren Planungstalent besinnt und ihr kurzerhand den Hut dafür aufsetzt, eine unvergessliche Scheidungsparty auf die Beine zu stellen. Was Juliane anfangs einfach zu absurd erscheint, macht sie schon bald zu einer ziemlich gefragten Frau. Denn scheidungswillige Damen mit dem extravaganten Hang zur Zelebration gibt es reichlich und auch die Männerwelt hat doch tatsächlich wieder ein Auge auf Juliane geworfen.

Bei Free again — alles auf Anfang aus der Feder Heike Abidis handelt es sich um einen waschechten Gute-Laune-Roman, der so manch skurrile Nuance humorig für sich zu verorten weiß.

Das (für mich) Großartige an Heike Abidis Literatur ist es, dass es der Autorin immer wieder gelingt, eine erfrischend grotesk anmutende Grundidee in ein Gewand voller Liebenswürdigkeit und nahbarer Momente zu hüllen. So eben auch geschehen bei der schwungvollen Handlung rund um Protagonistin Juliane Frey und deren Eventagentur für Scheidungen Free again

Die Autorin glänzt einmal mehr mit einem Potpourri aus charmant überspitzten Gegebenheiten, schlagfertigen Charakteren und einer Sammlung drolliger Verquickungen, die amüsieren. Aus der Not macht Juliane Frey eine Tugend und wird somit von der zweifelnden Existenzsuchenden zur Initiatorin ihrer eigenen Freiheit. Schließlich muss Juliane ihrem Namen Ehre machen. Unverhofft kommt, wie es so schön heißt, oft und manchmal eben in Form eines schicken Vans mit markigem Werbeslogan als Zugpferd. 

Mit ihrer dynamischen und gleichsam humorvollen Geschichte unterhält Heike Abidi jedoch nicht nur gut. Sie wird in gewisser Weise zur Botin, die dafür plädiert, der eigenen Courage (wieder mehr) zu vertrauen. Denn aus jeder noch so verfahren erscheinenden Situation kann der Funken hervorgehen, der uns neuen Antrieb verleiht. Die einen nennen es Zufall, die anderen Schicksal.

Ein Roman, der Fans adretter Unterhaltungslektüre und überzeugten Abidi-Lesern sowieso ein Lächeln ins in die Planungen der nächsten Scheidungsparty vertiefte Gesicht zaubern wird.

FZIT: Innovativ. Schmissig. Bazinga.


Dienstag, 24. Mai 2016

[Rezension] Die Glasglocke (Sylvia Plath)

Sylvia Plath: Die Glasglocke

Es handelt sich hierbei um einen Roman, der mittels der schicksalsträchtigen Begebenheiten "hinter den Kulissen" an zusätzlicher Ausdruckskraft gewinnt.
Auf den Punkt gebracht filtert die Autorin das heraus, was in einer makellos anmutenden Kulisse oftmals verloren geht: Selbstzweifel, Resignation, Verzweiflung. Sie lässt das zu, was zu Genüge gedeckelt wird und greift damit gewissermaßen Tabus auf, die es anzusprechen gilt.


~ Rezension ~

Wann dürfen wir frei sein und wann wir selbst?

Es könnte die Chance ihres Lebens sein. Viele ihrer Altersgenossinnen träumen davon, den Gewinn einer Hospitanz bei einem renommierten New Yorker Modemagazin ihr Eigen nennen zu können. Doch für die zielstrebige Esther entwickelt sich das turbulente und vom flachsigen Vergnügen bestimmte Leben in der Metropole schnell zu einem Strudel, dem sie sich am liebsten entziehen würde. Denn trotz der suggerierten Freiheit legt sich bald ein dunkler Schleier über die erhoffte und vor Selbstbestimmung sprühende Perspektive der jungen Esther. Um dem Vakuum, das ihr die Luft zu rauben scheint, zu entkommen, sieht sie bald nur noch einen Ausweg.

Mit ihrem tragenden Roman, der sehr stark in autobiographische Züge getaucht ist, schürt Sylvia Plath seit gut 50 Jahren das Interesse der Leser. 

Die Glasglocke ist ein Werk, dessen emotionalen Gegensätze unmittelbar polarisieren. Einerseits werden Ambitionen, Verlockung und Selbstfindung großgeschrieben, anderseits malt die Autorin das traurige Bild einer Protagonistin, deren depressive Ausweglosigkeit schmerzt. Wie sehr sich Sylvia Plath ihrer Hauptfigur verbunden gefühlt haben muss, kristallisiert sich für den Leser besonders deutlich heraus, da das Schicksal der Autorin wie ein Schatten über der Geschichte schwebt: Nur einen Monat nach dem Erscheinen ihres Buches nahm sich die Autorin das Leben.

Für mich liegt die Stärke dieses Werkes in der authentischen Gegensätzlichkeit der Gefühle. Das innere Ringen der Hauptfigur wird inmitten einer schillernden Welt offenbart, die doch als Spielwiese Ausgelassenheit und Sorglosigkeit offerieren müsste. Dass der Schein oftmals mehr als trügen kann, ist die markante Botschaft des Romans. Gegen das Gefühl von erstickender Einsamkeit kommt auch der experimentellste Cocktail großer Verheißungen nicht an.

Der Schreibstil der Autorin ist nicht außergewöhnlich auftrumpfend, was der pointierten Hauptaussage allerdings keinerlei Nachdruck nimmt. Im Gegenteil, die Melancholie, die in Lethargie mündet, schwimmt zwischen den Zeilen stets mit, sodass die Grundstimmung des Gesamtwerks ideal zur heraufbeschworenen Dramatik passt.

Insgesamt ein Roman, dessen Intensität bereits ein halbes Jahrhundert überdauert hat, und dabei Generationen miteinander verbindet. Denn das Streben nach Individualität und Orginalität, nach Wertschätzung und Selbstverwirklichung ist ein zeitloses Unterfangen.

FZIT: Überdauernd. Tragisch. Verstehend.


Dienstag, 17. Mai 2016

[Rezension] Fairarscht (Sina Trinkwalder)

Sina Trinkwalder: Fairarscht 

Seit ich das erste Mal von Sina Trinkwalder und ihrem wunderbaren Unternehmen manomama gehört hatte, war ich aus vielerlei (persönlichen) Gründen Fan. Genauso erging es mir mit dem geschriebenen Debüt der nachhaltigen Unternehmerin: Wunder muss man selber machen

Nun brachte Sina Trinkwalder ihr zweites Buch in unsere Bücherregale. Einmal mehr eine vielversprechende, schonungslos kritische, aber vor allem Hoffnung gebende Lektüre. Klar, Innovation und Wachstum sind erstrebenswert. Doch niemals darf der Verfall von Moral, Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein gegenüber den nachfolgenden Generationen der dafür zu zahlende Preis sein! 

Ein großes grünes Dankeschön an den Knaur Verlag für das mir zugesandte Rezensionsexemplar!

Cover: Knaur


~ Rezension ~

Mehrwert in Reinkultur

Unser regionaler (und globaler) Konsum muss bewusster, nachhaltiger und, damit einhergehend, auch unversiegelter werden! Dafür plädiert Sina Trinkwalder, die erste Social Business Unternehmerin Deutschlands, unmissverständlich. Dass jeder individuelle und noch so kleine Schritt genau in die richtige Richtung führt und dass hingegen große Greewashing-Kampagnen und viele international agierende Runde Tische zu weiten Teilen einzig dem guten Gewissen und den übervollen Konten der Wirtschaft zugute kommen, belegen die Ausführungen dieses Werks.

Noch nie war die Gesellschaft so aufgeklärt wie heute. Uns stehen rund um die Uhr Informationsflüsse zur Verfügung, aus denen wir fischen können. Aber offensichtlich geht mit ebenjener Reizüberflutung auch eine gehörige Verklärung einher. Oder aus welchen Gründen gelingt es der Wirtschaft immer leichter, uns Konsumenten um den Finger (den ach so grünen Daumen) zu wickeln? Genau dieser Entwicklung geht Sina Trinkwalder in ihrem zweiten Buch, Fairarscht, investigativ auf die Spur.

Wir leben in einer Zeit, in der die Auswahl an guten Produkten schier unerschöpflich scheint. Da müssen wir uns doch nur einmal die Vielfalt an Siegeln und Zertifizierungen anschauen, die sich auf den Produkten — vom Joghurt bis zum Holzregal — tummeln. Eben! Schauen wir einmal genauer hin! Dazu fordert die Autorin ausdrücklich auf. Denn unter der Oberfläche all der als "absolut fair" gehandelten Waren tut sich in einer allzu mächtigen Überzahl ein Abgrund auf, der unfairer nicht sein könnte. Statt der werbewirksam suggerierten Absicherung von Existenzgrundlagen und der Erhaltung von Biodiversität geschieht das Gegenteil: Es findet Raubbau allererster Güte an Mensch und Natur statt. Ein "Siegel", dessen bitterer Beigeschmack den Konsumenten, die um diese Missstände wissen, nachvollziehbar übel aufstößt. 


Sina Trinkwalder gibt den Lesern mit ihrem neusten Buch einen Augen öffnenden Leitfaden in die Hand, der mit berechtigtem Nachdruck dazu auffordert, selbst viel konsumkritischer hinter Herkunft, Entstehung und Qualität von Produkten zu schauen. Dabei macht sie nicht Halt davor, ihre eigenes Konsumdenken reflektierend in die Waagschale zu werfen. Prioritäten gilt es zu verschieben! Ich bin begeistert. Regionale Wertschöpfung, soziale Verantwortung, ökologische Verträglichkeit müssen das Streben nach dem 24/7 befriedigten "Neuer, Schöner, Hipper" vom Thron stoßen. Daran führt kein Weg vorbei! 

In ihrem Anliegen beweist Sina Trinkwalder eine bemerkenswerte Unnachgiebigkeit, die ansteckend ist. Es bleibt, zu unserem aller langfristigen Wohlergehen auf dieser Erde zu wünschen, dass es viele clevere Menschen/Leser gibt, die sich nicht (länger) fairarschen lassen.

FZIT: Instruktiv. Holistisch. Nachhaltig.


Dienstag, 10. Mai 2016

[Buchpost] Welch Urlaubs(alb)traum!

Sonnenschein, Sommer, gute Laune ... Katastrophe?!

In ein paar Tagen, am 17. Mai,  erscheint mit Urlaubstraum(a) die sehr offensichtlich perfekte Einstimmung auf die von den meisten heiß herbeigesehnte wundervollste Auszeit des Jahres. 

Heike Abidi und Anja Koeseling haben es sich nicht nehmen lassen, auch zu dieser Thematik, die mindestens so vielschichtig ist wie eine akribisch aufgehäufte Kleckerburg am Strand, eine bisweilen herrlich grotesk anmutende Anthologie zusammenzustellen. 

Ich freue mich bereits jetzt also nicht nur auf den eigenen Urlaub, sondern vor allem auch auf die mir nun vorliegende Lektüre. Ich tauche dann demnächst einfach einmal ab ...


Dienstag, 3. Mai 2016

[Rezension] Ein bisschen mehr als Liebe (Sarah Saxx)

Sarah Saxx: Ein bisschen mehr als Liebe 

Von Greenwater Hill gehört/gelesen hatte ich ja in A Place to Remember ~ Chloe & Hugh bereits. Ein absoluter Grund, weshalb ich es kaum abwarten konnte, jetzt tatsächlich dorthin reisen zu dürfen. Wenn es Sarah Saxx gelingen sollte, die Geschichte von ihrem zwei neuen Hauptcharakteren annähernd so allerliebst zu gestalten wie die bisherigen, dann würde alles gut werden ... 

Danke schön, liebe Sarah, für die Einladung nach Greenwater Hill. Es war mir eine Freude, Louise und Noah dort ein Stück ihres Weges zu begleiten.

Cover: Sarah Saxx


~ Rezension ~

Wenn eine zufällige Begegnung deine Pläne torpediert 

Mit großer Euphorie zieht es Lousie Foley im Anschluss ihres Studiums nach Greenwater Hill, einem kleinen Städtchen an der kanadischen Grenze, dem sie zu wirtschaftlichem Aufschwung verhelfen soll. Als Louise beim Einzug in ihre eigenen vier Wände auf Noah Baker, ihrem Möbelpacker, trifft, ist es sofort um sie geschehen. Und auch Noah scheint es nicht anders zu ergehen. Die beiden sind sofort unzertrennlich. Bis, ja, bis zu dem Augenblick, in dem Noah eine Bombe platzen lässt: Er hat die einmalige Gelegenheit, seinem lang ersehnten Traumjob anzunehmen  in New York. Ist das bereits der Anfang vom Ende noch bevor Lousie und Noah überhaupt eine echte Chance bekommen haben?

Ein bisschen mehr als Liebe von Sarah Saxx erzählt die Geschichte einer aufwühlenden Liebe auf den ersten Blick, die sich plötzlich damit konfrontiert sieht, gegen einen großen Lebenstraum ins Feld zu ziehen.

Es bedarf nur weniger Seiten dieses Romans und Sarah Saxx erobert bereits zum ersten Mal das Herz vieler "Liebe auf den ersten Blick"-Fans. Mit liebevoller Präzision und mit einer Reihe an süßen Stereotypen versehen macht sie es sich zur Mission, das Herzklopfen der beiden Protagonisten in die Zeilen ihrer Kapitel einzubetten. Neben der aufgeweckten und gelegentlich impulsiven Louise und dem charismatischen Noah sorgen gleichermaßen die Nebencharaktere dafür, das Greenwater Hill zu einem Ort wird, an den der Leser gern sein Herz verschenkt.

Das charmante Städtchen wird zu einem echten Highlight und somit einem (vielleicht gar nicht allzu) heimlichen Star des Buchs. Ganz ehrlich, Greenwater Hill ist wohl eine meiner Lieblingskulissen eines Romans seit einiger Zeit. Das von Sarah Saxx mit Worten gemalte Bild der Stadt glänzt einfach durch eine Mischung aus Verträumtheit, Rustikalität und Dramaturgie.

Zwar ergibt sich hinsichtlich der Knall-auf-Fall-Herzensangelegenheit zwischen Louise und Noah der Eindruck einer Uptempoentwicklung, aber andererseits macht gerade dieses auf gewisse Art durchdringende Rosarot den Teint der Handlung aus. Den Gegenpol zu ebenjener intensiven Emotionalität bildet der Spannungsbogen rund um Noahs berufliche Entscheidung, die alles verändern kann und vermutlich auch wird. 

Insgesamt ein Liebesroman, der bei Fans dieses Genres bestimmt für leuchtende Augen sorgen wird — trotz oder insbesondere wegen der einen oder anderen einnehmenden Reizüberflutung. Zweifellos der gelungene Auftakt einer neuen eigenständigen Buchreihe!

FZIT: Knisternd. Gewinnend. Böig.