"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Dienstag, 21. Oktober 2014

[Live-Erlebnis] Die Renaissance des Verfallenen


Ein klein wenig kam zu diesem feierlichen Anlass ein Lieblingsgefühle-Gefühl auf. Nicht, weil mein erster Besuch einer Vernissage sich womöglich so gestaltete wie es Autorin Adriana Popescu in ihrem Roman für ihre Protagonistin Layla vorgesehen hat, sondern vielmehr aus symbolhafteren positiven Nuancen, die dieses Erlebnis färbten und die eben auch im Buch lebhaft ausgeleuchtet werden.

Doch wovon spreche ich nun genau?

Davon, dass die abenteuerlustige und sich aus gegebenen Interesse gern auf "Abwegen" befindliche Fotografin Claudia Günther Freunde der Fotografie nun zur offiziellen Vernissage ihrer Vergessenes-Ausstellung lud. Seit Sommer 2014 (und bis Ende des Jahres) schmückt eine fein getroffene Auswahl ihrer Bilder den Gastraum des Jelänger Jelieber in Berlin. 

Selbst vor Ort sein zu dürfen und die ausgelassene, freundschaftliche Atmosphäre an diesem doch nicht gewöhnlichen Abend miterleben zu können, war nicht nur für mich, sondern wohl für all die Anwesenden ein illusteres Erlebnis. Eine Mischung auf Aufregung und Vorfreude, Gespanntheit und Faszination lag in der Luft.

Nachdem ich bereits das Vergnügen hatte, in einem Kreativplausch mit Claudia ein klein wenig über ihre Berufung zu erfahren, war es nun noch einmal das Tüpfelchen auf dem i, ihre Fotos gerahmt und wohl arrangiert an den Wänden zu sehen. Dabei fällt sofort auch wieder auf: Hier weiß jemand, was es heißt, Erinnerungen plastisch in die Gegenwart zu transportieren. Nicht nur sprechen die Bilder eine eigene Sprache, sondern ihnen wurde in jeder Hinsicht ein stilechter Rahmen verliehen. Denn jedes der Fotos findet in einem handgefertigten Holzbilderrahmen wieder, welcher die Rustikalität seiner Inhalte gleichermaßen widerspiegelt wie dessen Originalität. 

An der Seite der Fotografin hatten die Gäste der Vernissage die Möglichkeit, Orte — sogenannte Lost Places — zu entdecken, deren Reiz eine allmählich in sich zerfallende Vergangenheit ausmacht.

Die Ambition der Fotografin, ebenjene geheimnisvollen Zeitzeugen der (Bau-) Geschichte in ein besonderes Licht zu stellen, wurde, nach einem kleinen Sektempfang der Gäste, auch in der Ansprache des Abends durch Jennifer Usadel unterstrichen. Ergänzt wurde der offizielle Programmteil der Vernissage durch musikalische Untermalung Eileen Rosners auf dem Piano und durch eine kleine Lesung aus Johannes Groschupfs Lost Places. Ein Jugendroman, aus dem ich lesen durfte und dessen Kulissen sich zu Teilen in den Bildern, die uns umgaben, nahezu perfekt wiedergefunden haben.

Insgesamt also ein entspannter Abend, der die Begeisterung Claudia Günthers, das Gewöhnliche zum Außergewöhnlichen zu machen, für Familie, Freunde und Fotografieinteressierte miterleben ließ.


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