"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Montag, 24. Februar 2014

[Rezension] Süß ist der Tod (Emma Conrad)

Emma Conrad: Süß ist der Tod 

Schokolade, ein Muss für mich. Krimis in jeglicher Form, ich mag sie wirklich.
Jetzt konnte ich beide Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn ich durfte ein im Gemeiner Verlag veröffentlichtes Krimidebüt lesen. Also, mir auf der Zunge zergehen lassen. Was allein die Titelwahl doch bewirken kann!
Ein Dank geht hier und jetzt an die Autorin sowie den Verlag für das Rezensionsexemplar, das mich erreichte!

[Bildquelle: Gmeiner Verlag]


~ Rezension ~

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen … und manchmal verschluckt man sich am Inhalt

Als die freiberufliche Journalistin Constanze Freitag den Auftrag annimmt, den Steuerberater Dietmar Molitor zu interviewen, ahnt sie nichts Böses. Weit gefehlt! Denn kurz nach ihrer Begegnung ist Molitor Senior tot. Vergiftet. Sein exquisiter Geschmack in Form von belgischen Pralinen hat ihm das Genick gebrochen. Ohne es wirklich zu wollen, steckt Constanze somit mir nichts, dir nichts inmitten eines Mordfalls. Während ihr Auftraggeber nämlich die große Exklusivgeschichte wittert, beauftragen sie gleich mehrere Mitglieder der undurchsichtigen Familie Molitor mit Nachforschungen. Dabei ist Constanze alles andere als ambitionierte Detektivin. Wobei, mit den ermittelnden Kommissaren kann sie es allemal aufnehmen. Oder?

Süß ist der Tod von Emma Conrad – eine Versuchung für Krimileser? Ja, doch, so ließe es sich wohl verpacken. Denn der erste Kriminalroman aus der Feder der Autorin ist durchaus ein Schmankerl.

Die Protagonistin dieser Geschichte, Constanze Freitag, wird von der freischaffenden Wortakrobatin zur Privatdetektivin wider Willen. Ein Weg, der Stolpersteine und Missverständnisse vorprogrammiert, aber gleichfalls bahnbrechende Erkenntnisse.
Hinzu gesellen sich Charaktere, denen die Autorin das Otto-Normal-Sein gleichermaßen erfrischend auf den Leib geschrieben hat wie süffige Klischees.

Der Handlungsverlauf ist gespickt von Spekulationen und Perspektivwechseln, einem starken Miteinander der Figuren, welches zu einem Knäuel an Verstrickungen führt, sowie kleinen und größeren Ver- und Misstrauensbeweisen.

Während ich zugegebenermaßen ein kleines Weilchen brauchte, um die Namen des pfälzischen Ermittlungsteams den entsprechenden Charakteren zuzuordnen, fand ich den Erzählstil dieses Krimis von Beginn an vorzüglich. Häufige Szenenwechsel, mehrdeutige Handlungsstränge und lose Spitzen erinnern stark an einen Krimi in gediegenem TV-Format.
Emma Conrad kreierte mittels ihrer ungezwungenen und lockeren Schreibweise einen Krimi, der nicht vom Schrecken, der für Herzrasen sorgt, sondern vielmehr von pfiffigen Überraschungsmomenten lebt.

Irrungen und Wirrungen, Familienzwist und ein abhandengekommener Status sorgen für reichlich Potential, um an der Seite einer relaxten Protagonistin, ihrer aufgeweckten Großtante und eines nicht allzeit harmonisierenden Ermittlerteams auf Spurensuche zu gehen. Abgeschmeckt mit dem ganz normalen Familienwahnsinn entwickelt sich die Geschichte zu einer wohlschmeckenden Köstlichkeit.

Alles in allem ein Krimi, der anspricht, weil seine wenig typische Rollenverteilung und die richtige Komponente an bitterer Süße nebulös scharfsinnig daherkommen. Anstelle des sich überschätzenden Möchtegerns dreht Emma Conrad den Spieß behände um und schickt eine clevere Möchteungern ins Rennen. Sympathisch.

F★ZIT: Gewieft. Einfangend. Mehrgleisig.


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