"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Freitag, 17. August 2012

[Rezension] Between the Lines (J. Picoult & S. van Leer)


Jodi Picoult & Samantha van Leer: Between the Lines 

Zu diesem Buch, welches auf dem englischsprachigen Büchermarkt am 26. Juni 2012 erschienen ist, kam ich durch die Sommer-Challenge von Idealo. Es war mein absolutes Wunschbuch!
Die deutsche Version des Buches wird vermutlich erst in einem Jahr erscheinen, so teilte es mir Jodi Picoult selbst (!) mit. Daher empfehle ich, diese Wartezeit einfach mit dem Lesen des Originals zu überbrücken.

Jodi Picoult gehört zu meinen Lieblingsschriftstellerinnen und ist bekannt für ihre feinfühligen und nicht selten gesellschaftskritischen Romane. Dieses Mal schrieb sie ein Buch für Jugendliche, wobei ihre Tochter Sammy ihr als Co-Autorin zur Hand ging. Die gesamte Geschichte beruht auf einer Idee, die Sammy vor ein paar Jahren hatte. 
Ich finde, dieses moderne Märchenbuch brilliert rundum. Somit wundert es mich nicht, dass es beispielsweise jetzt bereits den Sprung auf die Liste der zu lesenden Jugendbücher 2012 des Canadian Gift Guide geschafft hat. 
Für mich ein Buch, welches es mit Leichtigkeit auch auf meine persönliche Hitliste geschafft hat.


~ Rezension ~

Und wenn sie nicht gestorben sind …

Delilah ist kein gewöhnlicher Teenager. Anstatt sich für Mode und Filmstars zu interessieren, verbringt sie ihre freie Zeit am liebsten mit dem Lesen von Büchern. Das unterstreicht ihre Außenseiterrolle umso mehr und bereitet ihrer Mutter allmählich Sorge. 
Als Delilah eines Tages in der Bibliothek auf ein Kindermärchen stößt, soll das ihr Leben verändern. Heimlich, schließlich handelt es sich bei Between the Lines um ein Kinderbuch, liest sie es wieder und wieder. Dann beginnt der Märchenprinz mit ihr zu sprechen. Absurd! Doch nach anfänglichen Zweifeln ist Delilah hin und weg. Endlich scheint sie einen Freund, der ähnlich empfindet wie sie, gefunden zu haben. 
Prinz Oliver hat einen Wunsch, bei dem nur Delilah ihm helfen kann. Er offenbart ihr, dass das Leben als Märchenfigur nicht immer traumhaft ist. Von nun an vergisst der Teenager die Welt um sich herum und setzt Vertrauen und ihre einzige real existierende Freundschaft zu Jules aufs Spiel. Würde Oliver nur in diesem Moment dreidimensional und real neben Delilah im Baumhaus sitzen ...

Gemeinsam mit ihrer Tochter Samantha kreierte Jodi Picoult ein modernes Märchen, dem es an Vorstellungsvermögen, liebevoll gezeichneten Figuren und einer verzwickten Liebesgeschichte nicht mangelt. Die typischen Klischees eines Märchens werden aufgegriffen und gleichzeitig verworfen, was die Komplexität der Handlung unterstreicht und derweil bestens unterhält.
Mich begeisterte das Buch restlos. Die Mischung aus jugendlicher Sehnsucht, ehrlichen Problemen und fantastischer Märchenwelt lässt die Grenzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit verwischen. Der Leser begleitet die raffiniert gezeichneten Charaktere auf einer Reise, deren Ziel eigentlich zum Scheitern verurteilt ist. Eine bitterere Regel, die in der Realität und in Märchen gleichermaßen zu gelten scheint.

Eine jugendlich lockere Sprache, herrlich ausgestaltete Illustrationen und nicht zuletzt eine außergewöhnliche Handlung verleihen dem Image der Märchen neuen Glanz. An so manche Fantasygeschichte mag das Buch erinnern, greift dabei jedoch eindrucksvoll stets neue prägnante Motive und Gedanken auf.

Insgesamt strahlt Between the Lines zahlreiche zauberhaft anmutende Ideen, viel Liebe zum Detail und eine nicht unwesentliche Moral aus, welche das Buch zu einem Schatz in meinem Bücherregal werden lässt. Eine Geschichte, die nicht nur junge Märchenliebhaber und Träumer besticht. 
Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, hinter die Kulissen eines Märchens zu sehen und zu erleben, dass der furchteinflößende Pirat sich eigentlich der Zahnheilkunde verschrieben hat, wenn der Deckel des Buches geschlossen ist.

F★ZIT: Magisch. Jugendlich. Gewieft. 


Donnerstag, 16. August 2012

[Rezension] Der Klang der Sehnsucht (Manisha J. Amin)


Manisha Jolie Amin: Der Klang der Sehnsucht 

Ich hatte das Glück im Rahmen einer von LovelyBooks initiierten Aktion als Testleser für dieses Buch ausgelost worden zu sein. Denn auf diese Weise stieß ich auf die Arbeit einer Autorin, deren eigene Familiengeschichte und Vergangenheit sich teilweise in einer wundervoll gezeichneten Geschichte widerspiegelt.
Dieses Buch lädt auf eine Reise nach Indien ein und betont so manche Facette des Landes. Dabei stehen die Liebe zur Musik, Freundschaft und der Griff nach den Sternen im Mittelpunkt und werden liebevoll ausgestaltet.


~ Rezension ~

Eine Melodie sagt mehr als tausend Worte.

Kalu, ein Straßenjunge in Hastinapur, wird jeden Tag aufs Neue mit der Härte des Lebens konfrontiert. Allein seine besten Freunde Malti und Bal, die Großzügigkeit der wohlhabenden Ganga Ba sowie seine Liebe zum Flötenspiel lassen ihn den Lebensmut nicht verlieren.
Eines Tages begegnet der verletzte Kalu einem fremden Heiler, der ihn nicht nur genesen lässt, sondern ihm als Bezahlung ein Versprechen abnimmt, wodurch Kalus heimlicher Lebenstraum in greifbare Nähe zu rücken scheint. Doch um sich vollkommen der Musik hingeben zu können, muss Kalu seine Freunde verlassen und in der Fremde einer langjährigen, disziplinierten Ausbildung im Hause des hervorragenden, allerdings eigensinnigen Gurujis beiwohnen.

Manisha Jolie Amin besticht in ihrem Debütroman vor allem durch eine wunderbare Wortmalerei. Ich fühlte mich sowohl der indischen Kultur als auch den liebevoll beschriebenen Protagonisten augenblicklich verbunden. Die Härte vom Leben auf der Straße wird genauso authentisch beschrieben wie die Notwendigkeit, an seine Träume zu glauben und auch einen hohen Preis für deren Erfüllung zu zahlen. 
Der Klang der Sehnsucht entführt in ein Indien, in dem Freundschaft und Verbundenheit wichtiger sind als die Kaste; in dem Musik verzaubert und Leid mindern kann; in dem die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben erfüllt werden kann.

Auf mitreißende, aber nicht aufdringliche Art wird der Leser mit auf eine Reise genommen. Die indische Sprache und traditionelle Mythen werden ungezwungen in die Handlung eingeflochten, wodurch eine warme und zugleich berührende Atmosphäre entsteht. Für mich ein wahrlich gelungenes Buch, das Lesegenuss in Aussicht stellt.

F★ZIT: Hoffnungsvoll. Traditionell. Loyal.


Mittwoch, 15. August 2012

[Rezension] Kalte Asche (Simon Beckett)

Simon Beckett: Kalte Asche 

Nachdem ich die gesamte Reihe um Dr. David Hunter gelesen habe, kann ich sagen, dass mich alle Bücher durchweg begeistert haben. Doch aus irgendeinem Grund mag ich dieses Werk besonders. 
Beckett, dem Meister der unerwarteten Wendung, ist es gelungen, mich kopfschüttelnd vor Erstaunen und nickend vor Anerkennung an eine solche kreativ durchdachte Leistung über dem beendeten Buch sitzen zu lassen.


~ Rezension ~

Wenn eines gewiss ist, dann ist es die Ungewissheit.

Dr. Hunter wird als forensischer Anthropologe auf die kleine Insel Runa gebeten, um dort einen nur noch aus Ascheresten bestehenden Tatort zu untersuchen. Jegliche Zeichen weisen auf alles andere als einen Unfall hin.
Die Stimmung auf der Insel schlägt innerhalb weniger Tage um, sodass tiefes Misstrauen, undurchsichtige Geheimnisse und aufkeimende Zweifel die Atmosphäre ungemütlich gestalten. Die Folgen eines Unwetters machen es unmöglich, mit der Außenwelt zu kommunizieren, sodass Hunter und die örtliche Polizei auf sich gestellt sind. Das Einmischen übereifriger Hobbyermittler, die deutliche Missgunst gegenüber Hunter sowie weitere Attentaten lassen die feurige  Situation auflodern und explodieren.

Für mich ist Kalte Asche eines der spannendsten Bücher überhaupt. Die Handlung packt den Leser von der ersten Seite an und lässt einen bis zur letzten Zeile den Atem anhalten. Beckett schafft es, den Leser gemeinsam mit Dr. Hunter auf eine ungewisse Reise zu schicken, im Laufe derer die Schlaufe um den eigenen Hals immer enger gezogen wird. 
Keinesfalls sollte man den Trugschluss ziehen und sich in Sicherheit wiegen. Besonders imposant ist auch die detailgetreue Beschreibung der forensischen Arbeit, welche in die packende Handlung eingeflochten, für interessante Einblicke sorgt.

Hochspannung par excellence und für Freunde der Gänsehautatmosphäre ein wahrer Lesegenuss. Mir wurde das Buch als unbedingt zu lesen empfohlen und ich habe es keine winzige Sekunde bereut. 

F★ZIT: Undurchsichtig. Mörderisch. Besessen.


Dienstag, 14. August 2012

[Buchpost] Unverhofft kommt oft

Als ich heute ein an mich adressiertes Päckchen vom Schirner Verlag aus dem Briefkasten fischte, staunte ich nicht schlecht. Hmmm, irgendwie musste ich zu dieser Ehre doch gekommen sein?
Als ich schließlich den Inhalt des Päckchens zutage förderte, dämmerte es mir: Ach ja, da war doch was. Aber damit hätte ich nun wahrlich nicht gerechnet ...

Ende Juli hatte ich den Aufruf des Verlages entdeckt, in dem nach Testlesern für eines der neusten Taschenbücher im Repertoire,  Wunschfigur von Marlies Fösges, gefragt worden war. 

Da ich auf den ersten Blick sowohl mit dem Titel als auch mit dem schokoladigen Cover, welches einen nicht geringen Ausschlag für mein Interesse gegeben haben mag, eine heitere Sommerlektüre verband, habe ich mich spontan einmal beworben. 
Et voilà, wer hätte es gedacht, nun bin ich als tatsächlich mit einem Exemplar bedacht worden - was mich selbstverständlich freut!

Laut Beschreibung handelt es sich bei dem Buch um eine Mischung aus Sachbuch (das motivieren soll, in diesem Sommer mit einer passenden Figur entlang der Strandpromenade flanieren zu können) und Roman (der Lesevergnügen garantieren soll, wenn man vorzugsweise im Strandkorb entspannt, anstatt zu flanieren). Jedem das Seine also. 
Ich lass mich einfach einmal überraschen und hoffentlich gelungen unterhalten. 

[Rezension] Perfect Match (Jodi Picoult)


Jodi Picoult: Perfect Match 
[deutscher Titel: "Die Macht des Zweifels"]

In diesem Buch greift Jodi Picoult das Thema des sexuellen Missbrauchs (innerhalb der Familie) auf. Höchst sensibel und zugleich kraftvoll gestaltet sich eine Handlung, die von plötzlichen und erschreckenden Wendungen geprägt ist.
Mich hat die heikle Brisanz dieses Werks sehr berührt, womit mich die Autorin ein weiteres Mal vollkommen überzeugt hat.


~ Rezension ~

Die Hölle auf Erden durchleben – das ist mehr als nur ein Sprichwort

Als Anwältin hat sich Nina Frost den jüngsten Opfern der Gesellschaft verschrieben. Sie ist die Stimme der Kinder, die durch Missbrauch grausam gepeinigt wurden. Sie ist ehrgeizig, dynamisch, erfolgreich und sie ist Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Als ihr kleiner Nathaniel scheinbar plötzlich seine Stimme verliert, wandelt sich das Blatt von heute auf morgen. Nina und ihr Ehemann Caleb erkennen, dass das Unfassbare der Welt auch vor der eigenen Familie keinen Halt gemacht hat - Nathaniel wurde missbraucht. 
Nina kennt das Gesetz wie keine andere und mit einem Schlag scheint es, das einzig Richtige zu sein, nicht mehr auf die Justiz zu vertrauen. Nina setzt mithilfe ihres besten Freundes, dem Polizisten Patrick Ducharme, das Puzzle zusammen - alles ergibt einen eindeutigen Sinn. Daraufhin entscheidet sich Nina zu einem gewaltigen Schritt. Ein zweites Mal wird damit ihre Familie an den Rand des Abgrunds gedrängt, doch für Nina steht das Wohl ihres Sohnes über allem. Koste es, was es wolle. 

Jodi Picoult beschreibt in Perfect Match eines der grauenvollsten Schicksale, welches eine Familie ereilen kann: Kindesmissbrauch. Eine Schockstarre gefolgt von rasender Wut und dem tiefen Wunsch nach Vergeltung - eine Gefühlsachterbahn, die mich schnell mit in den Bann gezogen hat. Rationale Entscheidungen stehen nicht mehr zur Debatte. Doch wie steht eine durch Gesetze und Recht geregelte Gesellschaft zu Selbstjustiz?
Mit Nina Frost schafft Picoult eine Protagonistin, deren heile Welt aus den Fugen gerät, die sich jedoch auch den Fehler ihres Lebens eingestehen muss. Des Weiteren wird durch Einblicke in die Gedanken des kleinen Nathaniels die ganze Zerbrechlichkeit einer Kinderseele gezeigt. Da muss man als Leser unwillkürlich kräftig schlucken.
Für mich ist dies ein sehr sensibel und zugleich aufwühlend geschriebener Roman, der besonders auch durch eine unzertrennliche Mutter-Kind-Beziehung berührt.

F★ZIT: Schonungslos. Bewegend. Erschreckend.


Montag, 13. August 2012

[Buchpost] Wünsch dir was!

Vor einigen Tagen habe ich im Rahmen der Idealo-Sommerchallenge beschrieben, wo mein liebster Leseort an einem verregneten Sommertag zu finden ist. Mit diesem Beitrag folgte ich der Einladung von Idealo und löste gleichzeitig ein Ticket, welches die Aussicht auf ein Wunschbuch im Wert bis zu 20 Euro beinhaltete.

Ich hatte meinen Beitrag kaum auf meinen Blog gestellt und mich, wie angegeben, an die verantwortliche Koordinatorin dieser Aktion gewandt, als mich auch schon eine Dankeschön-Mail mit der  positiven Nachricht erreichte, dass mein Wunschbuch verfügbar sei und somit schon so gut wie auf dem Weg zu mir wäre. Innerhalb weniger Tage würde ich es demnach in Händen halten können. Wenn das kein Grund zur Freude ist?

Heute läutete nun die Post und brachte ein Päckchen für mich vorbei und - simsalabim - blickte ich auf das Cover meines Wunschbuches, das da wäre: Between the Lines von Jodi Picoult und Samantha van Leer. Großartig! 
Und ich kann euch sagen, dieses Buch ist wahrhaftig ein Wunschbuch. Denn seitdem ich erfahren habe, dass Jodi Picoult, die, wie einige von euch gegebenenfalls bereits mitbekommen haben, eine meiner Lieblingsautorinnen ist, gemeinsam mit ihrer Tochter ein Jugendbuch veröffentlichen wird, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen muss!
Daher bin ich umso dankbarer, dass ich nun bereits auf so relativ unvorhersehbarem Wege derartig schnell zu diesem Buch kam. Idealo sei Dank!
Fabelhaft, schon allein der erste Blick ins Buch bestätigte meine Vorfreude. Ich liebe die Gestaltung jetzt schon. Wenn die Geschichte ebenso lebhaft wird, kann (m)einem Lesevergnügen nichts mehr im Wege stehen.
Einen Spaß, den ich zum Teil auch der lieben Katy von BookLover zu verdanken habe, da sie mich bestärkte, der Sommerchallenge eine Chance zu geben. Zu Recht!

[Rezension] Ein Traum und zwei Füße (Sarah Rubin)


Sarah Rubin: Ein Traum und zwei Füße 

Auf dieses Buch wurde ich durch die Buchbotschafter aufmerksam und nach der Schilderung meines ersten Leseeindrucks bin ich tatsächlich als einer der Testleser auserkoren worden, was mich sichtlich erfreut hat.
Das Buch wird ab dem 24. August 2012 auf dem deutschen Buchmarkt (Verlag: Chicken House) erhältlich sein und ich kann es, vor allem für tanzbegeisterte Mädchen ab 12 Jahren, sehr empfehlen. Darauf deutet, meiner Meinung nach, bereits dieses Eleganz und Bewegung ausstrahlende Cover hin. 
Die Geschichte wird insbesondere von dem Mut und dem Willen der jungen Casey getragen. Ein Charakter mit Ecken und Kanten und der Gabe schon ein paar aneinandergereihte Klänge hingebungsvoll in einen mitreißenden Tanz zu verwandeln. 


~ Rezension ~

Wenn ein Wunsch Flügel verleiht …

USA in den späten 1950er Jahren: Casey Quinn steht kurz vor der High School, doch viel wichtiger erscheint ihr die Erfüllung ihres sehnlichsten Wunsches. Sie möchte sich, ihrer Mama und Omi und der ganzen weiten Welt beweisen, dass sie zur Tänzerin geboren ist.
Doch ihre eher schlichten Lebensverhältnisse erlauben es nicht, an den Ballettstunden teilzunehmen, zu denen Ann-Lee, genannt Miss Protz, Caseys ärgste Widersacherin, schwebt, als gehöre ihr die Tanzschule. Allen Schikanen zum Trotz hält Casey an ihrem Traum fest und glaubt mehr an sich denn je.
Eines Tages tut sich für Casey die Chance ihres Lebens auf, allerdings muss sie dafür einen hohen moralischen Preis zahlen. Die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges ist alles andere als viel versprechend und Casey muss sich mit dem Gedanken an ein Scheitern auseinandersetzen, den Biss verliert sie dennoch nicht.

Die Geschichte der tapferen, verbissen kämpfenden Casey Quinn unterstreicht, dass Willenskraft, Disziplin und das Überschreiten eigener Grenzen auf dem Weg zur Erfüllung eines Lebenstraumes wichtig sind. Talent macht nicht Halt vor von der Gesellschaft willkürlich gezogenen sozialen Barrieren.
Sarah Rubin verleiht ihrer Hauptfigur eine starke Persönlichkeit, die von Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl und Selbstvertrauen, aber auch hier und dort von jugendlicher Naivität geprägt ist.
Die Handlung wird getragen von Emotionen, die von allem überstrahlender Freude und Stolz bis hin zu tiefen Schuldgefühlen und Hass reichen. Das Schicksal führt manchmal auf seltsame Wege, die auf den ersten Blick Verwirrung und Unsicherheit stiften, doch im Nachhinein einen Fels in der Brandung darstellen.
Besonders gefallen haben mir die zahlreichen bildhaften Vergleiche, welche der Ich-Erzählerin Casey in den Mund gelegt werden. Dadurch wird ein rundum stimmiges Bild gezeichnet, in dem der Leser seinen eigenen Platz finden kann.
Ein Traum und zwei Füße trägt sowohl die Figuren als auch den Leser von der verstaubten Provinz auf die schillernden Bretter, die die Welt bedeuten. Dabei werden Vertrauen, Mut und Durchhaltevermögen als tragende Säulen formuliert. Denn hinter der federleicht aussehenden Traumerfüllung, steckt ein enorm harter Prozess des Wachstums. Eine Moral, die ehrlich ist, aber nicht weniger zum Träumen animiert.

F★ZIT:  Lebensnah. Wirbelnd. Rhythmisch.