"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Dienstag, 17. März 2015

[Rezension] Märchenprinzen gibt es nicht!? (Constanze Budde)

Constanze Budde: Märchenprinzen gibt es nicht!?

Wer auf der Suche nach einer pfiffigen kleinen Liebesgeschichte ist, könnte seine Freude an diesem Roman haben.

Als mir Autorin Constanze Budde anbot, ihr Buch zu lesen, habe ich nicht lange gezögert. Denn ab und an ein klein wenig in moderne Märchen abzutauchen, ist schließlich recht willkommen. Außerdem unterstütze ich liebend gern das Wirken von Schriftstellern, die ihren Weg auch abseits der größtmöglichen Aufmerksamkeit gehen. Ein weiterer Pluspunkt also.

Nochmals: Danke schön an Constanze Budde für das großzügig zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

Cover: Forever


~ Rezension ~

Herzklopfen royale

Lene hat genug. Wie konnte Uli ihr nur derartig vor den Kopf stoßen? Es fühlte sich doch alles so einladend rosarot ein. Darüber, das ihre Freundinnen Lene versichern, dass auch sie noch ihrem Prinzen begegnen wird, kann sie nur müde lächeln. So ein Quatsch, Märchenprinzen gibt es nicht. Punkt. Doch dann wird Lene eines Abends in der Studentenbar, in der sie jobbt, auf einen jungen Mann aufmerksam, der so ganz anders auftritt, als all die Männer, denen sie bisher begegnet ist. Und weshalb bitte nennen ihn seine Freunde eigentlich "Prinz Poldi"?

Der Roman Märchenprinzen gibt es nicht!? von Constanze Budde erzählt auf königlich kurzweilige Weise von den Irrungen und Wirrungen einer großen Herzensangelegenheit.

Lene hat das Herz am rechten Fleck. Was sie allerdings nicht davor bewahrt, das ihr selbiges eben erst wieder gebrochen worden ist. Ihre Skepsis Prinz Poldi gegenüber ist demnach schon begründet. Dennoch, seine charmante, zuvorkommende und gewählte Art und Weise lassen ihr Herz schneller schlagen. Was Lene nicht ahnt: Auch Julius, wie Poldi richtig heißt, hat noch nicht gefunden, wonach er sich sehnt. 
Die Autorin hat zwei Protagonisten geschaffen, die sich angenehm ergänzen. Denn beide sind auf der Suche. Auf der Suche nach einem Anker, der bleibt. Beide Charaktere entwickeln sich im Laufe des Buchs. Und obgleich mich Lenes Misstrauen gelegentlich schon hat mit den Zähnen knirschen lassen, spült sie genau jener emotionale Wellengang letztlich in die Bucht, die Geborgenheit bietet. Nur an Land gehen, das muss sie selbst ...

Natürlich, ganz ohne watteweiche Klischees kommt dieser Liebesroman nicht aus. Wäre in diesem Genre auch irgendwie schade, nicht wahr? Aber die Autorin findet ein liebliches Maß, das filmreife Romantik mit lebensechter Selbstfindung verbindet. Denn neben Schmetterlinge-im-Bauch-Momenten spielt eine andere, wie ich finde, nicht unwesentliche Komponente eine wichtige Rolle: die Dankbarkeit dem Leben gegenüber. Einem Leben, das wir mitunter ohne die Menschen führen müssen, die uns am nähsten stehen. Was in einem Augenblick unermesslicher Ungerechtigkeit entspricht, ist im nächsten Wimpernschlag womöglich die größte Chance.

Der Stil, mit dem Constanze Budde ihre Geschichte erzählt, spiegelt einen erfrischenden, unkomplizierten und beflügelnden Unterhaltungswert wider. Mal hat der Leser das Gefühl, direkt mit Lene im Vorlesungssaal zu sitzen; dann wiederum bestechen die dänischen Wurzeln der Protagonistin. Neckische Applikationen, die das Gesamtbild gekonnt abrunden. Dazu zählt beispielsweise auch der überaus originell gestaltete Titel eines jeden Kapitels.

In der Summe ein Roman mit Chick-Lit-Charakter, der unbeschwerte Lesefreude bereitet und zugleich gewisse Ecken und Kanten des Lebens reflektiert. Nicht alles ist Gold, was glänzt. Aber das zu erwarten, wäre wohl wiederum auch äußerst eintönig, oder? 

FZIT: Apart. Lebhaft. Grübelnd.


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