"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Mittwoch, 16. Oktober 2013

[Rezension] Es klopft bei Wanja in der Nacht (T. Michels & R. Michl)

Tilde Michels & Reinhard Michl: Es klopft bei Wanja in der Nacht 

Kinderbücher stellen einen besonderen Schatz in unseren Bücherregalen dar. Denn sie erlauben uns, auch im Erwachsenenalter hin und wieder die Welt mit Kinderaugen zu sehen. Ein wahrlich schönes Geschenk, denke ich. Eine eben solche Einladung spricht auch das Büchlein der Autorin Tilde Michels aus, das in diesem Oktober im Oetinger Verlag erschienen ist. 
Danke schön an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars im Rahmen des aktuellen Herbstprogramms.

[Bildquelle: Oetinger]


~ Rezension ~

Es ist eine bitterkalte Winternacht. Vor der Tür faucht ein gewaltiger Schneesturm. Wanja kann diese eisige Nacht allerdings nichts anhaben, da er in seinem wohlig warmen Bett schläft. Plötzlich klopft es an seiner Haustür und ein verfrorener Hase bittet um Einlass. Wanja lädt ihn ein, sich bei ihm aufzuwärmen und geht erneut zu Bett. Wenig später klopft es abermals. Nun ist es ein Fuchs, der ins Warme möchte. Dem Hasen wird flau im Magen, doch Wanja traut dem Versprechen des Fuchs', dem Hasen kein Haar zu krümmen und lässt ihn in die warme Stube hinein. Kaum hat Wanja wieder in den Schlaf gefunden, klopft es ein drittes Mal. Dieser Gast sorgt nun wiederum beim Fuchs für ein ängstliches Zittern, aber Wanja ist guten Mutes ...

Es klopft bei Wanja in der Nacht aus der Feder von Tilde Michels und abgerundet durch liebevolle Illustrationen von Reinhard Michl ist ein kleines, aber sehr feines Kinderbuch für Kinder ab 4 Jahren, das seit Generationen entzückt. Denn seine Ersterscheinung erfolgte bereits im Jahr 1985.

Die Geschichte Wanjas, der in einer klirrenden Winternacht überraschenden Besuch von drei Waldbewohnern erhält, die sich für gewöhnlich eher als Räuber und Beute begegnen, wird in eingängigen kurzen Versen erzählt. Auf diesem Wege wird den kleinen Lesern das Genre der Lyrik auf wunderbar possierliche Weise näher gebracht.

Des Weiteren bringt die Geschichte zum Ausdruck, dass Herzenswärme, Gastfreundschaft und Vertrauen jedes Eis brechen können. Da entschließen sich Kontrahenten zur friedlichen Co-Existenz und sobald sich die Zeit genommen wird, in sich zu gehen, blitzt das (schlechte) Gewissen hervor und besänftigt. Meiner Meinung nach ist es Tilde Michels gelungen, den genau treffenden und blitzgescheiten Ton anzuschlagen, um sowohl zu unterhalten, als auch zu lehren.

Hinzu kommen die wunderhübsch filigranen Zeichnungen, mit denen Reinhard Michl die Geschichte zu einem wahren Hingucker macht. Sie verleihen der Worten der Autorin die dazugehörige Wärme und lassen das Feuer, das Wanja anheizt, aufflammen.

Ein niedliches Kinderbuch, dass sich hervorragend als gemütliche Gutenachtgeschichte eignet und die Winterzeit ein klein wenig heller macht.

FZIT: Wohlig. Reimend. Freundschaftlich.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Herzlichen Dank für deine Worte.