"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Donnerstag, 8. November 2012

[Rezension] Falsches Spiel (Mariano Hamilton)

Mariano Hamilton: Falsches Spiel 

Dieser Roman fand seinen Weg durch eine Verlosung auf dem großartigen BookLover-Blog zu mir. 
Ich mag Krimis und ließ mich daher einfach einmal überraschen. Außerdem empfand ich es schon als Wink mit dem Zaunpfahl, einmal ein Buch zu lesen, dessen Autor genauso heißt wie die Stadt, in der ich bereits ein Weilchen gelebt habe - das nur als Randnotiz.
Den Einstieg in die Geschichte ist mir recht unkompliziert gelungen, auch wenn oder vielleicht gerade weil der Protagonist als Lebemann seinen ganz eigenen Lebensstil pflegt, der im starken Kontrast zum lebensbedrohlichen Verlauf der Handlung steht.


~ Rezension ~

„Spezialdienste“ ist die eher dürftig rentable Privatdetektei in Buenos Aires des draufgängerischen Roque Centurion. In den vergangenen Monaten schlug er sich mehr schlecht als recht durch. Doch dann engagiert ihn die wohlhabende Arztfamilie Forrester, um ihre vermisste Tochter Carla zu finden.
Was für Centurion anfangs ein äußerst gewinnbringender Deal zu sein scheint, entpuppt sich allmählich als Sumpf eines skrupellosen Politikums auf höchstem Niveau. Die Schlinge um den Hals des Detektivs zieht sich unaufhaltsam enger. Auf eigene Faust nimmt er es schließlich mit ranghohen Kriminellen auf, um seinen Auftrag erfüllen und das eigene Leben retten zu können.

Mariano Hamilton erweckt mit Roque Centurion einen Charakter zu Leben, dessen Moral und Lebensstil nicht unbedingt vorbildhaft sind. Doch gerade diese Eigenschaften kombiniert mit der im Ursprung verantwortungsvollen Arbeit eines Privatdetektivs geben Öl ins Feuer des argentinischen Temperaments.

Centurion wird als Ich-Erzähler eingesetzt, wodurch eine machomäßig angehauchte Sichtweise in dem Netz aus kriminellen Verstrickungen nicht zu kurz kommt.
Die Handlung beinhaltet sowohl sich wiederholende Routinen aus dem Alltag des Detektivs als auch einen komplexen politischen Konflikt. Sie lebt vor allem vom Wettlauf Gut gegen Böse, wobei die Grenzen nicht immer eindeutig zu ziehen sind.

Falsches Spiel - ein Roman, der seine eigenen (blutigen) Spielregeln aufstellt und die erst im Verlaufe der Geschichte peu à peu offenbart werden. Bei Freunden von Politkrimis und/ oder verschrobenen Charakteren in der Hauptrolle kann dieses Buch durchaus in der heimischen Bibliothek landen.

F★ZITEigenwillig. Feurig. Skrupellos. 


Dienstag, 6. November 2012

[Geschenkidee] Weihnachten in Sicht (Teil 1)


Allmählich liegen sie in der Luft: die weihnachtlichen Vorboten. In sieben Wochen befinden wir uns inmitten der Weihnachtsfeiertage. Aus diesem Grund halte ich es durchaus für angebracht genau jetzt damit zu beginnen, ein wenig Inspiration für mögliche Geschenkideen zu streuen. (Abgesehen davon, dass es für Leseratten nie zu früh ist, sich um reichlich literarischen Nachschub zu bemühen.) Dabei dürfen sich sämtliche Feststagsbegeisterte im Allgemeinen sowie alle Buchliebhaber im Speziellen besonders angesprochen fühlen. Noch ist etwas Zeit, um sich fröhlich stöbernd auf die Suche zu begeben ... 

Die folgende Auflistung kann demnach als exemplarischer Wunschzettel gelten, wobei anderweitige Kombinationen und Zusammenstellungen natürlich erlaubt sind. Versteht sich doch von selbst.
Die genannten Titel sind entweder als persönliche Empfehlungen meinerseits zu werten, da ich von ihnen kürzlich, schon vor einiger Zeit bzw. in regelmäßiger Wiederholung – aus diversen Gründen – sehr angetan war bzw. bin oder sie entsprechen gar Titeln, die ich auch unbedingt noch in meiner heimischen Sammlung wissen möchte.

So könnte ein erster Familenwunschzettel beispielhaft aussehen:

✓ Für die Kleinen: Der unsichtbare Wink von Emily Jenkins
✓ Für Spürnasen UND Fantasyliebhaber: … und der Preis ist dein Leben von C. M. Singer
✓ Für Jung und jung Gebliebene: Grüne Eier und Speck von Dr. Seuss
✓ Für Ermittler aller erster Güte: Kalte Asche von Simon Beckett
✓ Für begeisterte Weihnachtsliedhörer: Christmas (Album) von Michael Bublé


In diesem Sinne: Uns allen eine eifrige, erfolgreiche und von klingenden Glöckchen begleitete Einstimmung auf die warmherzigste Zeit des Jahres!

Montag, 5. November 2012

[Rezension] Can You Keep a Secret? (Sophie Kinsella)

Sophie Kinsella: Can You Keep a Secret? 
[deutscher Titel: Sag's nicht weiter, Liebling]

Auf meiner Suche nach beschwingter Lektüre für eine erfrischende Unterhaltung zwischendurch bin ich irgendwann auf Sophie Kinsella gestoßen. Eine Autorin, deren Werke für ihren Witz und Charme bekannt sind und von einer gewissen Zielgruppe geradezu verschlugen werden. Prima, nach so etwas hatte ich doch Ausschau gehalten. Also griff ich zu.
Auch wenn die Handlung nicht tiefschürfend ist, wurde ich nicht enttäuscht und fühlte mich inmitten dieser sympathisch-turbulenten Geschichte sehr wohl.


~ Rezension ~

Was geschieht, wenn Geheimnisse nicht mehr ganz so geheim sind?

Emma ist motiviert, liebenswürdig, quirlig und sehnt sich danach, nur ein einziges Mal ihre arrogante, alle überflügelnde Cousine in den Schatten zu stellen. Auf dem Flug zur Beförderung und von einem wichtigen Geschäftstreffen gerät das Flugzeug in Turbulenzen, was Emma dazu bewegt, ihren Sitznachbarn wie einen Wasserfall mit all den kleinen und großen Geheimnissen ihres Lebens zu überschütten. Welch Kurzschlussreaktion, aber gut, solange man diesen Fremden niemals wieder sieht, ließe sich diese Peinlichkeit vereiteln.
Kurz darauf muss Emma feststellen, dass jener Fremde eine Position innehat, die ihr rein gar nicht gefällt. Beschämt und auf Schadensbegrenzung bedacht schlittert Emma allerdings ungewollt von einer misslichen Lage in die andere. Heile Welt war gestern, heute ist der chaotische Hindernislauf um die schlimmsten Fettnäpfchen ihres Lebens angesagt.

Can You Keep a Secret? ist ein Roman, der durch absolute Kurzweiligkeit und Schmunzelalarm besticht. Sophie Kinsella schafft eine Hauptfigur, mit welcher der Leser jedes Hoch und Tief mitfühlt. Ich war immer wieder überrascht, in welch noch kurioser werdende Bahnen die Handlung mündet. 
Die Spritzigkeit der von Kinsella gewählten umgangssprachlichen Ausdrucksweise führt zu einem lockeren Lesespaß, der die Figuren, deren Gedanken und Gefühle sehr lebensnah erscheinen lässt.

Die Handlung selbst ist nicht hoch kompliziert. Allerdings bleibt der Leser gespannt, welches ausgeplauderte Geheimnis Emma als nächstes zum Verhängnis werden wird.

Wer an unterhaltsamer Lektüre interessiert ist, die Geschichten beinhaltet, die abwechslungsreich, amüsant und unverwechselbar sind, dem wird dieses Buch gefallen.

F★ZIT: Amüsant. Chaotisch. Agil.


Sonntag, 4. November 2012

[Sonntagsbrunch] Am 04. November 2012


Wenn die Blicke umherschweifen und Gedanken wie bunte Blätter auf Reisen gehen ...



~ eingefangen während des Herbsts in Deutschland ~


Samstag, 3. November 2012

[Challenge] Lasst uns den Buch-November eröffnen!

Auch der November beginnt mit einer Challenge, die uns von der lieben Soli auf Solitary's Bücherecke gestellt wird. Ein Blick in den Rückspiegel lohnt sich, um zu sehen, welche literarischen Meilensteine man für sich verbuchen konnte. Außerdem werden wir gleichfalls ein wenig zu Was-wäre-wenn-Szenarien angehalten. Also bitte ...


Meine Buch-Woche

Diese Woche war es lesetechnisch wieder einmal keineswegs eintönig.
An Neuzugängen konnte ich Die Bekenntnisse der Sullivan-Schwestern von Natalie Standiford und Dancing to the Flute von Manisha J. Amin verbuchen.
Wenn es kommende Woche draußen trüb und ekelig ist, dann mache ich es mir mit den Sullivan-Schwestern gemütlich. 
Das langweiligste Buch, welches ich je gelesen habe, war ist mir unbekannt  und das habe ich noch nicht gelesen.
Wenn ich ein Buch lese, dann vergesse ich am liebsten alles um mich herum.
Selbst ein Buch zu schreiben, das wäre war schon ewig ein Herzenswunsch, dessen Erfüllung mir glücklicherweise bereits vergönnt gewesen ist. Fortsetzung nicht ausgeschlossen ...
Wenn ich ein Buch über mich schreiben müsste, dann würde der Titel Ich hab da so eine Idee lauten und es wäre [vermutlich] eine  unendliche Geschichte.
Mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen, konnte ich mir früher nur schwer vorstellen, ist jedoch machbar, wie ich feststellen durfte.


Freitag, 2. November 2012

[Buchpost] Überraschung aus Down Under

Noch immer bin ich ganz begeistert, erreichte mich doch kürzlich ein mit dem AirMail-Siegel versehenes Päckchen aus AUSTRALIEN. Tatsächlich! Ich traute meinen Augen kaum. 
Der Inhalt war als book deklariert und als ich auf den Absender schaute, wurde mir einiges klar und die Überraschung war perfekt. Wahnsinn! Die Post stammte nämlich von der in Australien lebenden Autorin Manisha Jolie Amin, deren Roman Der Klang der Sehnsucht (im Original: Dancing to the Flute) seit ein paar Monaten die Leser weltweit nach Indien einlädt, wo auch Manisha J. Amins eigene Wurzeln liegen.

Nachdem ich die deutsche Version ihres Buches vor einiger Zeit gelesen hatte, schrieb ich der Autorin einfach einmal ein kurzes Feedback, da mich die Geschichte schlicht und ergreifend berührt und überzeugt hat. 
Daraufhin bot Manisha an, mir zusätzlich ein englischsprachiges Exemplar zukommen zu lassen, sodass sich einmal den Vergleich zwischen Original und deutscher Übersetzung ziehen könne. Immerhin sei sie selbst als Schriftstellerin sehr daran interessiert, wie die Geschichte in den verschiedenen Sprachen wiedergegeben und wahrgenommen werde. Sobald eine neue Auflage gedruckt sei, würde ich eines dieser Exemplare bekommen. Was für ein Angebot?! Viel zu gut, um es auch nur annähernd auszuschlagen. Natürlich sagte ich JA und war entzückt, denn ich lese die englischen Originale richtig gern. ... Das geschah im Mai 2012. 

Nun, zum Ende des Jahres, trudelte doch wahrhaftig Buchpost aus Down Under bei mir ein: Dabei handelt es sich um ein signiertes und unverkäufliches Vorabexemplar der Version, die ab Februar 2013 auf dem US-amerikanischen Büchermarkt erhältlich sein wird. Genial! Außerdem enthielt das Päckchen eine liebe Karte mit persönlichen Grüßen der Autorin.

Yay, das ist echt ein Coup und mit Sicherheit das weitgereisteste Rezensionexemplar in meiner Sammlung. Nun bin ich riesig gespannt inwieweit sich Wortmalerei, Aussagekraft & Co. mit dem ins Deutsche übersetzte Werk vergleichen lassen.

Dancing to the Flute: Was für ein Geschenk?! Ich fühle mich geehrt, dass ich ein zweites Mal mit dem jungen Kalu (ein wenig auch im Auftrag der Autorin) auf Reisen gehen darf. Herzlichen Dank, liebe Manisha J. Amin! Ganz gewiss werde ich mit diesem Roman fortan noch mehr verbinden als die übliche Begeisterung über wundervolle Geschichten. ... Besser kann der Buch-Monat November doch wohl kaum beginnen?


Donnerstag, 1. November 2012

[Rezension] Graf Wenzelslaus, der Geräuschesammler (Thomas J. Hauck)

Thomas J. Hauck: Graf Wenzelslaus, der Geräuschesammler 

Für die KiBuLos durfte ich dieses Kinderbuch lesen. Dabei handelt es sich um eine niedlich gestaltete Geschichte rund um den kreativen, wenn auch leicht tollpatschigen Erfinder Wenzelslaus. Ein gemeinsames Lesen und Entdecken einer facettenreichen Kulisse wird Kindern und Eltern Freude bereiten.


~ Rezension ~

Psst, hörst du das auch?

Graf Wenzelslaus zu Vegesack lebt allein hoch oben und mit bester Aussicht über die Stadt in einem eigenen Hochhaus. Doch ganz allein ist er nicht wirklich, denn dank seines wunderbar erfinderischen Berufes hat er eine Gesellschaft der besonderen Art: Graf Wenzelslaus ist Geräuschesammler und wohnt umgeben von einer riesigen Sammlung alltäglicher und auch manch verrückter Töne und Klänge.
Eines Tages bringt dann ausgerechnet eines seiner liebsten Geräusche, das Knabbern eines Holzwurms, sein Haus und damit seine prächtige Sammlung an Einweckgläsern gefüllt mit Geräuschen stark ins Wanken.

Thomas J. Hauck kreierte mit Graf Wenzelslaus, der Geräuschesammler einen pfiffigen, liebenswerten Charakter, der einer sehr außergewöhnlichen Leidenschaft nachgeht. Betie Pankoke illustrierte die rege Geschichte mit bunten Bildern, die an von Kindern mit Wasserfarbe gemalte Kunstwerke erinnern.

Das Buch hat den Anspruch, der Zielgruppe der jungen Zuhörer und Leser (ab 5 Jahren empfohlen) eine abwechslungsreiche Geschichte zu präsentieren, die Vergnügen bereitet und Raum zum aufmerksamen Selbstexperimentieren bietet. Ich denke, das ist durchaus gelungen.

Eine altersgruppengerechte Wortwahl samt eigener Wenzelslaus-Sprache, detaillierte Bilder und eine freundliche Handlung punkten. Die Idee, die eigene Umwelt einmal mit gespitzten Ohren wahrzunehmen, regt auch die Kleinsten an, die eigene Welt aus einer neuen Perspektive für sich zu entdecken.

F★ZIT: Experimentell. Freundschaftlich. Kreativ.