"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Montag, 27. Januar 2014

[Live-Erlebnis] Wie ein Wohnzimmer voller Gäste

Als ich im vergangenen Sommer durch eine Radiomeldung auf Elif, eine junge Sängerin und Texterin aus Berlin, aufmerksam wurde, war für mich klar, mir erst Album und dann ebenfalls Konzertticket zu sichern. 

Gesagt, getan.

Im Januar 2014 ist es nun so weit: Elif auf ihrer ersten Tour. Im Zuge derer macht(e) sie sowohl in Berlin als auch in acht weiteren deutschen Städten Halt. Nach ihrem Debütalbum benannt macht die Unter meiner Haut Tour ihrem Titel zweifelsohne alle Ehre und geht mit Esprit und Emotion unter ebenjene. 

Nächster Stopp: Lido in Berlin

Die Kulisse dieses Abends bildete Elifs Wohnzimmer. Ach nein, aber beinahe. Denn irgendwie versprühte die Bühne, auf der die Sängerin im Verlaufe des Abends eine Punktlandung vollführen würde, warmes Wohnzimmerflair. Das lag wohl nicht zuletzt am ausrollten Teppich, gemütlichen Schirmlampen und handgemachter Dekoration — alles von der Künstlerin selbst zusammengetragen und zum Gesamtbild arrangiert.

Bevor Elif nun während ihres ausverkauften Konzerts mit dem Publikum auf Tuchfühlung ging, eröffnete die stimmgewaltige Sängerin und Liedermacherin Alina den Abend gebührend und entlockte dem Publikum ganz eigene Zugabe-Rufe.

Dann erschien Elif, griff sich das Mikrofon und begrüßte das Publikum ihrer Heimatstadt mit musikalischer Großherzigkeit. Es dauerte nicht wirklich lang und schon erfuhr die Sängerin kräftige Unterstützung von den Fans. Sämtliche Facetten der Begeisterungsstürme wehten Elif entgegen. Kein Wunder. Denn mit ihrer sympathischen, unverkrampften und sichtlich gerührten Art begegnete sie ihrem Publikum — ja, ihrem Publikum oder mit Elifs Worten "... endlich spiele ich nicht nur den Support und ich kann hier oben so viel erzählen, wie ich will ..." — auf Augenhöhe.

Dementsprechend ließ Elif es sich nicht nehmen, sowohl die persönlichen Geschichten hinter ihren Liedern zu erläutern als auch zu unterstreichen, wie bedeutsam ihre erste eigene Tour für sie sei. 
"Davon hab ich geträumt, seit ich 14 war", sind ihre Worte, die sie an eine lauthals mitsingende Fangemeinde richtet. Nicht minder scheute sie vor der Betonung, dass das Musikbusiness nicht immer nur aus dem Sinn fürs Künsterlische bestünde. Es kann gleichermaßen ein ziemlich hartes Brot sein. Recht hat sie!

Darf ich jetzt schon sagen, dass ich begeistert war?

Präsenz zeigte die Sängerin, deren feinsinnigen Ballanden gleichermaßen berühren wie ihre kantigen, selbstbewussten Stücke, auf ganzer Linie. Zu dem gesungenen Wort kamen extrovertierte Tanzeinlagen, die wiederum ansprechen und für zufriedene Gesichter vor der Bühne sorgten.

Elif und ihre Band bildeten eine Einheit, die mitriss. Doch spätestens als sie Feuer einsang und sich Andreas Bourani zu ihr gesellte, war das Eis geschmolzen (die -12°C herrschten eben ausschließlich draußen vor der Clubtür) und die Herzen im Raum schlugen nur noch im Takt der handgemachten Musik Elifs. Das Duett  eine Überraschung, die, dem erfreuten Raunen des Publikums nach zu urteilen, vollends gelungen war.

Dass dieser musikalisch bestechend unterhaltsame Abend viel zu schnell ein Ende fand, muss ich, glaube ich, nicht hervorheben, oder?

Elif nahm ihre Fans buchstäblich bei der Hand, teilte mit ihnen genauso wie mit ihren eigenen Eltern im Publikum ganz große Emotionen und besondere Momente. Mal sanft und nachdenklich, mal außer Rand und Band — im Draufblick ein Konzert, dem noch zahlreiche folgen dürfen. Denn wie viel Herz, Seele und Temperament in Elif und in ihrer Arbeit stecken, war förmlich greifbar. Mehr davon würde nicht nur ihren (Zu-) Hörern zusagen, sondern der gesamten deutschen Musikbranche mit Sicherheit guttun.


Montag, 13. Januar 2014

[Live-Erlebnis] Wenn du die Magie förmlich einatmest

Illusionen, Magie, Zauberei — kaum etwas fasziniert derart und spaltet die Gemüter andererseits in diesem Maße. 

Die einen können gar nicht genug von jenem perfekt beherrschten Handwerk und den minutiös arrangierten Darbietungen bekommen und lieben das allumfassende Gefühl der Verblüffung. 
Die anderen stehen jenen akribisch vorbereiteten Unterhaltungskünsten hingegen mit rationaler Denke gegenüber und mögen es überhaupt nicht, sich etwas gerade scheinbar Unerklärliches eben nicht erklären zu können. 

Ich gehöre mit allergrößter Begeisterung zur ersten Kategorie!

Bereits seit Kindertagen liebe ich es, (offensichtlich) zum Leben erweckter Magie zuzusehen. Mein eigenes Repertoire an Zaubereiutensilien samt stilechtem Zylinder durfte dabei nicht fehlen. Und heute ziehe ich nicht nur den Hut vor jeder aufs i-Tüpfelchen stimmigen Zauberdarbietung, sondern vor allem auch vor der harten Arbeit, der unendlichen Disziplin und dem Talent der Magier das Publikum mit aller Leichtigkeit für sich einzunehmen.

Daher ist es wohl kaum verwunderlich, dass ich  diese Vorrede in die Waagschale geworfen — augenblicklich Feuer und Flamme war, als ich hörte, dass die Ehrlich Brothers im Rahmen ihrer Deutschlandtour Magie — Träume erleben! ganz in meine Nähe kommen würden ...

~ Abrakadabra, Simsalabim:  Lasset uns Träume erleben! ~

Eine charmant verpackte, bestimmte Ansage, dass jegliche Bild- und Filmaufnahmen untersagt seien, hallt durch die Messehalle in Frankfurt (Oder), als das Licht ausgeht. Denn selbst ein noch so scharfer Zoom könne nicht hinter die Kulisse der nun folgenden Darbietung schauen. Daher sei es viel sinnvoller, sich zurückzulehnen und in die auf der Bühne, deren Bild ein wenig an einen belebten Jahrmarkt erinnert, zum Leben erweckten Träume einzutauchen. 

Und schon beginnt der Zauber. Noch von hinter der Bühne aus. Ein erstes erstauntes Raunen zieht sich durchs Publikum. Dann geht alles Schlag auf Schlag. Zeit für ein Durchatmen bleibt kaum, während Andreas und Chris Ehrlich ein — im wahrsten Sinne des Wortes — Feuerwerk an magischer Unnachahmlichkeit entzünden.

Ob nun der kalte Frauenschuh im Eisblock, per Hand zu einem Herzen gebogene Eisenbahnschienen oder die Münze, die durch Glas wandert — die Magier des Jahres 2004 beherrschen die Kunst der Unterhaltung in jedem Maßstab und bis ins kleinste Detail. Denn sowohl die von schwerer Technik unterstützten Tricks als auch die Close-up-Magie setzen eigene Standards. 

Nicht weniger beeindruckend kommt das selbst gestaltete Bühnenbild daher. Das aufgetragene Ensemble an Apparaturen und Applikationen erinnert an eine Mischung aus Ghostbusters, Winkelgasse und Charlie und die Schokoladenfabrik.

Darüber hinaus verleiht das sympathische und schlagfertige Interagieren mit dem Publikum der Show der Brüder einen sehr besonderen Charme. Herrlich! Wer schon immer einmal Assistent der ganz Großen sein wollte, hat an der Seite der Ehrlichs die Chance, einen Applaus der Stufe drei auszulösen.
Nach dem immer wiederkehrenden herzhaften Auflachen im Saal, wundert es keineswegs, in der Pause Kommentare wie "Ich habe selten so gelacht" vernehmen zu können. 
Einen Anteil an einem solchen Resümee trägt mit Sicherheit der Einsatz des flauschigen Praktikanten Alexandrio, auch bekannt als Filou vom Dienst. Er hat es drauf wie kein Zweiter, das (weibliche) Publikum um den Finger zu wickeln. Vielleicht liegt es daran, dass er aus seinem Herzschlag keinen Hehl macht, rrrrrrhhh.

Rasante Showeinlagen voller Magie, flambierte Bühnenbilder und ein verbaler brüderlicher Schlagabtausch ziehen sich durch das Programm, das mitreißt. Viel zu schnell verfliegen die gut zwei Stunden inklusive Pause. Das können die Ehrlich Brothers also auch: Sie bringen nicht nur Stahl zum Schmelzen, sondern gleichermaßen die Zeit. 

Ach ja, der Durchblutung ist die Show ebenfalls mächtig zuträglich. Am Ende des Abends glich mein Applaudieren förmlich einem automatisierten Mechanismus. Oder sollte ich sagen, es funktionierte wie von Zauberhand geleitet?! So oder so, ich spürte meine Hände kaum noch. Doch jenes "Opfer" hatte sich gelohnt!

Dass sich die Ehrlich Brothers im Anschluss an ihren Auftritt noch die Zeit genommen haben, um in unmittelbaren Kontakt mit ihren Fans zu treten, rundete das zauberhafte Vergnügen gelungen ab.

Summa summarum bleibt für mich die Erkenntnis, dass die zwei Hauptdarsteller durch ihre Liebe zur Zauberei und ihrem einmalig ausgetüftelten Erfindungsreichtum eine exquisite Show auf die Beine stellen, in der sich Träume wahrhaftig erleben lassen. 
Jeder einzelne Moment ein Genuss. Jeder Atemzug gespickt von magischer Essenz. Damit bringen die Ehrlich Brothers das spektakuläre Flair Las Vegas' in die Hallen deutscher Klein- und Großstädte. Exzellent, empfehlenswert, einzigartig! Ganz ehrlich, mehr davon jederzeit wieder und sehr gern!