"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 30. September 2014

[Live-Erlebnis] Für die Bühne geboren. VOM FEINSTEN!

Bereits auf Platte verewigt konnte mich Nick Howards Musik binnen weniger Augenblicke für sich gewinnen. Nun stand in der vergangenen Woche der Auftakt seiner Untouchable Tour 2014 durch Europa ins Haus. Ein, wie ich schnell wusste, Pflichttermin für mich. Denn dass Nick Howard ein Vollblutmusiker ist, dem vor allem die Liveauftritte am Herzen liegen, war mir schon öfter zu Ohren gekommen. Zeit, sich selbst davon zu überzeugen, nicht wahr?!

An einem von kühlen Regenschauern begleiteten Herbstabend lud der sympathische Künstler, dessen stets präsentes breites, herzliches und zufriedenes Lachen übers ganze Gesicht reicht,  in die Kulturbrauerei nach Berlin. 
Die wolkenverhangene oder gar verregnete Laune war mit Betreten der Location augenblicklich verschwunden. Diesen eventuellen Trübsinn sollte das Publikum, ebenfalls wie sämtliche Sorgen des Alltags, vor der Tür lassen! So die charmante, aber bestimmte Ansage des Sängers. 

Im Vorprogramm zum Konzert spielte der New Yorker Singer-Songwriter Matt Simons. Als Weggefährte Nick Howards ließ es sich Matt Simons nicht nehmen, dem Publikum eine Auswahl seiner profunden Lieder zu präsentieren. Dabei stach er vor allem durch eine in sich ruhende Musikalität hervor, die ich mochte.

Als Nick Howard und seine Band schließlich die Bühne betraten, welche in der Zwischenzeit mit reichlich Luftballons den letzten dekorativen Schliff bekommen hatte, stand einem herrlich ausgelassenen Abend rein gar nicht mehr im Wege. Mit wie viel positiver Energie der Singer-Songwriter aus Großbritannien zu Werke ging, sollte sich schnell herausstellen. Denn bereits nach wenigen Griffen riss die erste Saite einer seiner Gitarre. Nur gut, dass die Crew eine ansehnliche Auswahl an Instrumenten für diesen Abend in petto hatte.

Mit einer erfrischenden Mischung aus ansteckender Begeisterung und handgemachter Musik führte Nick Howard sein Publikum durch den Abend. Die gewählte Setlist überzeugte dabei durch ein abwechslungsreich zusammengesetztes Potpourri seiner eigenen Stücke. Den Anfang machte gleich eines meiner Lieblingslieder, Plane Crash. (Wobei ich im Grunde überhaupt nicht den einen Favoriten habe, weil mich eben so ziemlich jedes Lied auf eigene Weise anspricht. Echter und sehr geschätzter Luxus!) Hinzu kam eine illuster interpretierte Neuauflage großer internationaler Hits anderer Künstler, die das Publikum gleichermaßen zum Mitsingen und Tanzen animierte. Ganz dem Motto Dancing As One entsprechend. 

Apropos mitsingen, zu einem meiner persönlichen Highlights, weil es das Miteinander des Abends nicht besser hätte symbolisieren können, kam es, als Nick Howard abseits des Mikrofons Falling For You anstimmte. Denn als hätte er einen Schalter umgelegt, übernahm die textsichere Fangemeinde, darunter ein paar eingeschworene Nick Naks, den Part der Background-Sänger. Ohne Weiteres überstimmte dieser Chor den sichtlich verzückten Musiker auf der Bühne.

Nicht nur unterstrich Nick Howard mit diesem Tourauftakt, dass er Musiker mit Herz und Seele ist, sondern auch, wie wichtig ihm die Nähe zu seinen Fans und deren beständige Loyalität ist. Dabei ließ er durchblicken, wie sehr ihm diese Fanbase an einem beruflichen Scheideweg vor wenigen Jahren den Rücken gestärkt hat. Und das bis heute tut. 
Mit spontanem Witz, leuchtenden Augen und nicht zuletzt mit markant warmer Stimme und spritzig-euphorischer Darbietung gelang es dem bodenständigen Musiker gemeinsam mit seiner Band für eine musikalische Unterhaltung zu sorgen, die einfach nur Spaß gemacht hat. Wie ein singender und Gitarre spielender Superhero sorgte Nick Howard für eine lebendige Leichtigkeit, die unzerbrechlich — sprich Unbreakable — war. 

Bleibt am Ende mein persönliches Fazit: Life Is Great und Nick Howards Konzerte sind sehr berechtigterweise bestes Beispiel dafür. Manche Künstler sind eben für die Bühne geboren. Eindeutig: Nick Howard in seiner absoluten Komfortzone! Daher: Eine Zugabe — jederzeit!!!


Dienstag, 16. September 2014

[Rezension] {♫♫} Living In Stereo (Nick Howard)

Nick Howard: Living In Stereo 

Nachdem Nick Howards Album Stay Who You Are vor einiger Zeit binnen eines einzigen Durchlaufs zu einem meiner Dauerfavoriten geworden ist, wollte [nein, konnte (!!!)] ich mir dessen Nachfolger selbstverständlich keinesfalls entgehen lassen.
Obgleich die von mir sehr gemochten Folkeinflüsse auf diesem Album zugunsten erfrischender Popkultur deutlich dezimiert worden sind, kann ich nur Gutes — anderes, aber rundum Positives — über diese Platte sagen. 
Ein Album, dessen leger-temperamentvoll ausgestaltetes Gesamtpaket ein Geschenk ist und bei mir nicht selten im Repeat-Modus spielt.


~ Rezension ~

Ein Gitarrenkoffer voller Charme

Den Eindrücken und dem Esprit langer Reisen widmet Nick Howard auf seinem 2014 erschienenen Album 12 Lieder, die sich durch kernige Lebensphilosophie ebenso auszeichnen wie durch angenehme Leichtfüßigkeit. Ganz den Erlebnissen als Musiker auf Tour entsprechend. Hierbei wird das gebrochenen Herz mit Galgenhumor genommen, von der Liebe zum Leben gesungen oder Seelenverwandtschaft mit dem Bildnis des Klebestifts gleichgesetzt. Die Unbeschwertheit eines aus dem (Gitarren-) Koffer lebenden Künstlers fängt der britische Musiker geradezu demonstrativ behände ein.

Mit Living In Stereo erfüllt sich Nick Howard einen gehegten Wunsch: Er möchte eine neue, aufgewecktere und einfach nur entspannte Seite von sich als Singer/Songwriter zeigen. Ein Anliegen, das mit diesem dynamisch daherkommenden Album gelungen sein dürfte.

Obwohl oder gerade weil Nick Howard sich deutlich hörbar aus seinen bisher abgesteckten musikalischen Terrain herauslehnt, bleibt er sich auch auf seinem vierten Album treu. Denn bei aller Experimentierfreude mit selbst geschriebenem Text und Ton werden gewohnte stimmliche Qualitäten und inhaltliche Steckenpferde aufs Neue solide herausgestellt.

Wenngleich sich unter die 12 Tracks eine Mehrheit aus quirligen Uptempo-Nummern mischt, bleibt ein ausdrucksvoller Grundtenor, der Nick Howard und sein Können charakterisiert. Denn auch die (zahlenmäßig reduzierteren) Titel im Balladenformat sprechen für sich. Ein clever und sympathisch in Szene gesetztes Gesamtpaket, wie ich finde. 

Eine Intention, die dem Sänger wichtig ist, liegt darin, mit dieser Zusammenstellung an Musikstücken eine Wundertüte gefüllt mit Lebensfreude an den Hörer heranzutragen. Und ziemlich genau so gestaltet es sich, wenn das Album eingelegt und auf Play gedrückt wird. Dank einer Vielzahl bezeichnender Kleinigkeiten und eines durchaus "britischem" Sounds, bringt die Musik auf diesem Album Abwechslung und Spritzigkeit mit sich. Es hat den Eindruck, als würde die Musik stets ein Stück über dem Boden schweben, ohne dabei die grundlegende Bodenhaftung zu verlieren. Für meinen Geschmack sehr ansprechend.

In der Summe ein Album, dessen Beschwingtheit und gute Laune ansteckend sind. Musikalische Behändigkeit, die ins Ohr geht und dort auch bleibt.

FZIT: Positiv. Mannigfaltig. Aufgeweckt.


Freitag, 25. Juli 2014

[Rezension] {♫♫} Stay Who You Are (Nick Howard)

Nick Howard: Stay Who You Are

Ich kann es jetzt schwerlich anders oder präziser sagen als: 

Dieses Musikalbum war "Liebe auf den ersten Ton"! 

Zugeschnittener auf mich könnte ein gutes Bündel eingängiger, eindrucksvoller Musik kaum sein. Die Gesamtkomposition stimmt einfach durchweg. Definitiv ein Album, das zusätzlichen Glanz in meine Musiksammlung bringt. Ich bin — und werde es mit Sicherheit lange Zeit bleiben — in höchstem Maße begeistert!


~ Rezension ~

Ein musikalisches Schmuckstück

Die Botschaft Stay Who You Are (Bleib, wie du bist) könnte schöner und betonter kaum verpackt sein. Ein Dutzend Mal singt Nick Howard auf diesem Album davon, den eigenen Weg zu finden. Dabei klingt der Charme eines Neuanfangs ebenso an wie die Unbezwingbarkeit von Willensstärke und das Festhalten an dem, was wirklich wichtig ist. In die Zukunft kann niemand schauen, aber mit etwas Überzeugung, Hartnäckigkeit und Übermut können wir einiges erreichen. Nicht zuletzt ist der in Brighton geborene Singer/Songwriter, der lange an der Verwirklichung seines Traums gearbeitet hat, selbst das beste Beispiel dafür.

Nick Howards Stay Who You Are ist ein Album, dessen Inhalt schwer wiegt. Denn nicht nur die Kunst des Musikmachens wird hervorragend präsentiert, sondern es wird Atmosphäre der besonderen Art geschaffen — mal flirrend unbedarft, oft gesetzt bis nachdenklich. 

Ich persönlich bin großer Fan der ruhigen, tiefgängigen Töne. Außerdem mag ich es, wenn die Stimme eines Sängers aus der instrumentalen Begleitung heraussticht. Weniger ist für ich mehr, Akustikgitarre genügt vollkommen.
Dass mich Nick Howards Album also voll und ganz für sich einnehmen konnte, ist letzten Endes keine allzu riesige Überraschung. Denn der Sänger überzeugt genau durch diese Dinge.

Das Charisma, das in seiner Stimme liegt, ist einfach unüberhörbar. Eine  besondere Stimmfarbe, aber auch das intensive Gefühl, welches Nick Howard in seinen Gesang legt, sind nicht alltäglich. Sehr geerdet und animierend zugleich.

Die Lieder des Albums hat der Sänger selbst zu überwiegenden Teilen (mit-) geschrieben, sodass sie ein Stück weit eine sehr persönliche Intention transportieren. Leise, ausdrucksvolle und gar einen Hauch von Melancholie in sich tragende Passagen zeichnen sich als klares Steckenpferd Nick Howards aus. Stete Begleiter hierbei sind Piano, Violine und die von ihm selbst gespielte Akustikgitarre. Allerdings kommt trotz der Gediegenheit kein Schwermut auf, vielmehr Inspiration zum In-sich-Gehen. Doch auch das Unkomplizierte, das Tanzbare hat der Musiker in petto.

Auffällig ist, und das macht das Album für mich umso hörenswerter, der leicht anklingende Stil- und Epochenmix, der sich in der Musik wiederfindet. Denn dass sowohl die Beatles als auch John Mayer und Coldplay zu Nick Howards Inspirationen zählen, wird auf eine eigene sympathische und kreative Weise deutlich. Abwechslungsreich und unverkennbar mischen sich Chic und Lebensgefühl sehr verschiedener Lebensphasen, Orte und Jahrzehnte in die Tracks.

Insgesamt ein Album, dessen Titel Programm ist und dessen Künstler dank warmer Stimme und beständiger Liebe zur Musik für Lieder sorgt, die mal Ohrwurmcharakter haben und mal zum Sinnieren einladen. 

FZIT: Ausdrucksstark. Natürlich. Hochwertig.