"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 12. Januar 2016

[Rezension] Ein anderes Paradies (Chelsey Philpot)

Chelsey Philpot: Ein anderes Paradies 

Unbeschwert, schillernd, entschlossen. Welcher Teenager möchte wohl nicht so sein? In ihrem Debüt zeichnet die Amerikanerin Chelsey Philpot den offenkundig zweischneidigen Weg eines Mädchens nach, das genau solch eine Aura ausstrahlt. Doch wie lange leuchtet dieser Stern noch, wenn jenes eine alles überschattende Geheimnis an die Oberfläche dringt?

Danke dem Carlsen Verlag für das mir freundlich zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Cover: Carlsen Verlag


~ Rezension ~

Von der Transparenz des Glücks

Als Charlotte in ihrem Internat eher zufällig in den elitären Dunstkreis der glamourösen Familie Buchanan gerät, ändert sich ihr Leben schlagartig. Julia Buchanan wird zu Charottes bester Freundin, deren Bruder Sebastian zu ihrer großen Liebe. Plötzlich eröffnet sich dem Teenager eine Welt voller ausschweifender Partys, Rebellion und offensichtlicher Dekadenz. Ein Leben, das fernab von Charlottes eigener Realität liegt. Aber das neue (scheinbare) Glück perlt wie Champagner und ist unwiderstehlich. Bis Charlotte eines Tages einen Blick hinter die Fassade des riesigen Anwesens und der strahlenden Gesichter erhaschen kann. Die Vergangenheit können selbst die Buchanans nicht ungeschehen machen ...

Ein anderes Paradies von Chelsey Philpot ist ein Jugendbuch, in dem der von den Schönen und Reichen ausgehende Sog in den Mittelpunkt rückt. Ein Erstlingswerk, in dem Grenzen verschwimmen, aber nicht ausradiert werden.

Charlotte Ryder und Julia Buchanan trennen eigentlich Welten. Während Charlotte bescheiden, engagiert und zielorientiert ist, zieht Julia durch ihre selbstbewusste und zugleich geheimnisvoll distanzierte Art die Blicke auf sich. Chelsey Philpot kreiert ein Protagonistenduo, das für Gesprächsstoff sorgt. Die Dominanz Julias ist in der Freundschaft der beiden Teenager federführend. Charlottes Intention ist hingegen in erster Linie davon geprägt, unbedingt dazugehören zu wollen. Dass die Buchanans Charlotte sowohl mit ihrem Charme als auch mit ihrer bis dato fein kaschierten Familienhistorie überrollen, wird rasch deutlich und zu einem der Eckpfeiler der Handlung.

Der Autorin gelingt es auf eingängige Weise, ein wankendes und mit schmückenden Klischees versehenes Kraftfeld zu schaffen. Zum einen werden entlang des Weges Vertrauen und Liebe gefunden. Zum anderen wird Loyalität ausgereizt und Verantwortungsgefühl oktroyiert. Die einen wachsen ins Leben hinein, die anderen schlichtweg in eine Rolle. Der Grat dazwischen ist manchmal ziemlich schmal. Eine, wie ich finde, sehr gut herausgestellte Entwicklung, der wir uns früher oder später alle zu stellen haben.

Kleine markante Eigenheiten geben der Geschichte ihren ganz eigenen Wert. Hierzu zählen beispielsweise die Vorliebe der Familie Buchanan für die französische Sprache oder immer wieder zwischen den einzelnen Kapiteln eingeschobene Passagen, welche dem Handlungsverlauf zusätzlichen Hintergrund verleihen. Dennoch muss ich gestehen, dass ich bis zum Grande Finale nicht den endgültigen Zugang zum Roman gefunden habe. Die konsequent tiefgründig betonte Oberflächlichkeit mag daran nicht völlig unschuldig gewesen sein.

Insgesamt ein Jugendroman, welcher dem Sprichwort "Jeder ist seines Glückes Schmied" ein zeitgemäßes Gewand gibt, das insbesondere bei jungen Lesern in Mode sein dürfte.

FZIT: Aufbegehrend. Zwiegespalten. Triftig. 


Dienstag, 1. Dezember 2015

[Buchpost] Gefühlsbeben im Paradies

Einmal mehr, und das auch noch in der wunderbaren Adventszeit, erreichte ich brillante Buchpost. Allein die beiden Titel versprechen einiges an aufbrausenden Wogen, Drama, Rebellion und Herzklopfen eingebettet in eine Kulisse mit dem gewissen Etwas!

Make it count: Gefühlsbeben von Carrie Price erscheint nach dem Erfolg im Selbstverlag nun in Neuauflage und mit Rüschchen versehen bei Knaur. Ich könnte mich nicht mehr über diese gedruckte Tatsache freuen!!! 

Und auch Chelsey Philpots Ein anderes Paradies passt nicht weniger in meine stetig wachsende Sammlung an Jugendbüchern, deren Ecken und Kanten Profil geben. Ich bin gespannt.

Falls ihr mich sucht: Ich sitze dann also mit meiner Lektüre draußen am Pier. Ist schließlich das perfekte Plätzchen ...


Freitag, 14. August 2015

[Rezension] Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem (Nina LaCour)

Nina LaCour: Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem

Da mein Herz für gute "Roadmovie-Lektüre" schlägt, war ich überaus verzückt, als ich vom Carlsen Verlag die Einladung bekam, das neuste Jugendbuch von Nina LaCour zu lesen. Danke schön dafür!

Schon allein das Cover finde ich klasse. Es verspricht Frische, Erlebnis und Flair. Nichts ist gegen einen derartig feinen ersten Eindruck einzuwenden, oder?

Wie mir nun die Woche mit Bev, Colby, Alexa und Meg, in der Umbrüche unvermeidlich waren, bekommen ist? Nun ja, lest selbst. 

Cover: Carlsen


~ Rezension ~

Kann sich etwas Richtiges falsch anfühlen?

Nach der Highschool soll für die besten Freunde Bev und Colby das große, unwiderstehliche Abenteuer beginnen: Gemeinsam möchten sie für ein Jahr durch Europa reisen, während ihre ehemaligen Mitschüler am College im Vorlesungssaal sitzen. Ein Jahr, in dem vieles passieren kann. Doch bevor die beiden Abfliegen gehen sie noch mit Bevs Girlband, The Disenchantments, auf Tour. Ein Roadtrip, der die Wende bringen und Colbys Welt aus den Angeln reißen soll. Denn noch während der Tour offenbart ihm Bev, dass sie keinesfalls plant, mit ihm nach Europa zu reisen. Colby ist geschockt und seine Vorstellung einer glücklichen, vielleicht sogar beiderseits verliebten Zukunft mit Bev zerplatzt wie eine Seifenblase. Weshalb hat Bev ihm nur so verdammt lange nichts von ihren eigenen Collegeplänen erzählt? Welche Geheimnisse hat sie noch vor ihm?

In ihrem Jugendbuch Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem erzählt Nina LaCour lebhaft die Geschichte einer tief verwurzelten Freundschaft, die plötzlich an einem Scheideweg angekommen ist.

Bev und Colby sind seit ihrem neunten Lebensjahr beste Freunde, die Seite an Seite durch dick und dünn gegangen sind — bis zu diesem Sommer. Die Wellenlänge der beiden scheint mit einem Mal sehr unterschiedlich. Ungewissheit, Enttäuschung und Verlustangst dehnen das beständige Band ihrer Freundschaft plötzlich bis zum Zerreißen aus. Nina LaCour gelingt es, ein emotionales Spannungsverhältnis zwischen ihren Protagonisten zu kreieren, das anspricht. Lebenshunger und Liebeskummer mischen sich unter Abenteuerlust und Sprachlosigkeit. Damit fängt die Autorin die Phase des Erwachsenwerdens am Puls der Zeit ein.

Als Setting für ein sich mehr und mehr zuspitzendes Gefühlschaos bietet sich die gewählte Bandtour und der damit verbundene Roadtrip durch die USA ideal an. Das ekstatische Gefühl von Selbstbestimmung vibriert zwischen den Zeilen und macht es dem Leser leicht, Bev, Colby und ihren Freunden nicht von der Seite weichen zu wollen. Besonders gut gefällt mir an diesem Jugendroman, dass die Leichtigkeit des Seins mit einer deutlichen Prise Melancholie und Nachdenklichkeit versehen ist. Damit macht Nina LaCour deutlich, dass das Leben eben oft eine emotionale Achterbahn- oder eben VW-Busfahrt sein kann.

Ausgefeilt bringt die Autorin viele kleine originelle Details zum Leuchten. Die Charaktere überzeugen durch unterschiedlichste Facetten, die Kulisse durch einen authentischen Charme des wenig Pompösen, die Tonalität durch eine Mischung aus jovialer Beschwingtheit und wachsendem Verantwortungsbewusstsein für das große Ganze. Obgleich sich der Roman durchweg sehr kurzweilig liest, habe ich das Gefühl, dass er nach einem fulminanten Start in der zweiten Hälfte einen Gang zurückschaltet. Dennoch bleibt der Spannungsbogen hinsichtlich des tatsächlichen Ausgangs dieses Roadtrips bis zum letzten Tag, was dem letzten Kapitel entspricht, bestehen.

Insgesamt ein Jugendbuch, welches wie gemacht ist für Freunde des Weltenbummelns. Alles hat seine Zeit: das Unbeschwerte, das Verrückte, das Desillusionierte. Nina LaCour lädt zu "einer Woche" voller bittersüßer Erinnerungen ein, die es wert sind, gesammelt zu werden.  

FZIT: Abenteuerlustig. Zerbrechlich. Endlich.


Dienstag, 28. Juli 2015

[Buchpost] Es geht auf Tour³

Lasst uns aufbrechen! Als offenkundiger Fan von Roadtrip-Lektüre freue ich mich nicht zu knapp über diese drei vielversprechenden Romane, die mich kürzlich erreichten:

Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem geschrieben von Nina LaCour und Driving Phil Clune aus der Feder von Susanne Fuß.

Ihres Zeichens zwei Bücher, die regelrecht dazu einladen, sich als Leser den Protagonisten anzuschließen und auf verrückte Reise zu gehen. Zu verlockend, um nicht den Rucksack zu packen, oder?

Und dann, ich muss es einfach einmal gesondert betonen, wäre da noch DAS BUCH, dessen Veröffentlichung ich bereits seit Monaten entgegengefiebert habe:

Adriana Popescus Debüt als Jugendbuchautorin mit Ein Sommer und vier Tage

Paula, Lewis, Italien erwartet uns. Lasst uns gehen ... also, fahren. SOFORT! Per favore. 


Donnerstag, 26. Februar 2015

[Buchpost] Was du siehst, wird dir den Atem nehmen ...

Heute erscheint im Chicken House Verlang offiziell die gebundene Ausgabe von Ich sehe was, was niemand sieht aus der Feder Tim O'Rourkes. Pünktlich zur Veröffentlichung erreichte mich diese Lektüre nun per Post. Gar nicht übel! Ein Jugendbuch, auf dessen Erscheinen bereits im Vorfeld ein großes Augenmerk seitens des Verlags gelegt worden ist. Das steigert natürlich den Spannungsbogen, keine Frage. 

Ich, als Fan von kriminalistischen Ermittlungen in Buchformat, bin besonders darauf gespannt, inwieweit sich die eigene Historie als Police Officer im Schreiben Tim O'Rourkes herauskristallisiert. Darüber hinaus ist sein Werdegang, vom Self-Publisher zum internationalen Bestsellerautor, natürlich nicht minder beachtenswert, wie ich finde. 


Montag, 21. Oktober 2013

[Rezension] Das Buch YOLO (Y-Titty)

Y-Titty: Das Buch YOLO

Wer eine Schwäche für Lektüre hat, deren Level an abstrusem Witz und ausgelebten Übertreibungen in hohen Sphären rangiert, für den könnte das neuste Buch der YouTuber Y-Titty etwas sein. 
Ohne Umschweife sprechen sie wohl (einem Teil) der Was-kostet-die-Welt-Generation aus der Seele und sorgen dafür, dass ein wenig Ernsthaftigkeit aus unserem sowieso viel zu oft streng strukturiertem Alltag genommen wird.
Dem Carlsen Verlag möchte ich auf diesem Wege natürlich auch danke schön für das Rezensionsexemplar sagen!

[Bildquelle: Carlsen Verlag]


~ Rezension ~

Mach was draus, aus diesem einen Leben!

„YOLO – You Only Live Once“, das ist die Devise, die Y-Titty den Lesern ihres Buches ans Herz legen. Bevor die Reise des ausgekosteten Lebens so richtig beginnen kann, darf sich der Leser zuerst einmal dem Wie-YOLO-bist-du-Test unterziehen. Ist dieser absolviert, werden Schlag auf Schlag schräge Episoden in alphabetischer Reihenfolge – von A wie Action über P wie Party bis hin zu Y wie YOLO und Z wie Zitate – präsentiert, die ohne Kompromisse zeigen, wie die echte unverfälschte YOLO-Philosophie zu leben ist.

Y-Titty, ihres Zeichens erfolgreiche YouTuber mit der Lizenz zu YOLO-Predigern, haben mit Das Buch YOLO ein Nachschlagewerk der besonderen Art kreiert. Selbstverständlich keineswegs wissenschaftlich, dafür umso mehr vom Leben (der jungen Generationen) und in bekannter Y-Titty-Manier geschrieben.

Offensichtlich und permanent überspitzt lassen es sich die drei Autoren nicht nehmen, typische Klischees der sogenannten Spaßgesellschaft samt Digital Natives auszumalen. Vieles von dem, was uns selbst beim mehr oder weniger genaueren Beobachten unserer Umwelt auffallen dürfte, verpacken Y-Titty in unterhaltende Kapitel. Hierbei macht vor allem der ironische und wenig schüchterne Ton die Musik macht.

Besonders männlichen Lesern dürfte dieses Buch zusagen, da dem Sprachstil durchaus ein gewisser Hau-drauf-Humor zugeschrieben werden kann – subtil ist anders. Und aus diesem Grund empfinde ich die Altersempfehlung von "ab 11 Jahren" in gewisser Hinsicht auch als leicht überdenkenswert.
Am meisten hat mir die eingeflochtene Ironie zugesagt, welche den überspannten Bogen der geschilderten Ausführungen wie ein neonfarbener Marker unterstreicht.

Das Design des Buches entspricht dementsprechend ebenso weniger dem eines klassischen Nachschlagewerks, dafür umso mehr dem eines chaotisch-ausgeflippten Poesiealbums. Zahlreiche Bilder, Cartoons und mit Hashtags ausgestattete Paragraphen sprechen eine deutlich jugendliche, einfach nachzuvollziehende und eingängige Sprache.

Unter dem Strich ein kurzweiliges Buch, das sich durch Lässigkeit, verrücktem Einfallsreichtum und einem recht speziellen YOLO-istischen Sinn für Humor auszeichnet. Inwieweit an der einen oder anderen Stelle Identifikationspotential gegeben ist, hängt wohl von der Lebensphase, der Experimentierfreude oder dem Blutalkoholspiegel des einzelnen Lesers ab.

F★ZIT: Abgedreht. Experimentell. YOLO.


Mittwoch, 9. Oktober 2013

[Buchpost] Wie gemacht für den Lese-Herbst

Wenn die Tage im Herbst nun merklich kürzer werden und auch der goldene Oktober gelegentlich ein wenig seine Dienste einstellt, dann gilt es, all dies dennoch mit Humor und Vorfreude auf die kuschelige Winterzeit zu sehen! 

Beides ist mir dank der Buchpost, die ich vor ein paar Tagen entgegennehmen durfte, möglich:

Zum einen verspricht Das Buch YOLO der bekannten YouTube-Gesichter Y-Titty aus dem Carlsen Verlag abgedreht witzige und sehr schräge Momente zwischen den Buchseiten.

Zum anderen freue ich mich über und auf Es klopft bei Wanja in der Nacht aus der Feder von Tilde Michels. Ein niedliches Kinderbüchlein wunderhübsch ausstaffiert mit Illustrationen von Reinhard Michl aus dem Hause Oetinger.


Montag, 26. August 2013

[Rezension] Carlsen Explorer Band 3 & 4 (A. Gehrmann & Th. Feibel)

Alva Gehrmann: Der Mensch (Carlsen Explorer, Band 3) 
Thomas Feibel: Facebook, Twitter & Co. (Carlsen Explorer, Band 4)


Als der Carlsen Verlag mich vor gar nicht allzu langer Zeit auf Carlsen Explorer, seine druckfrische hauseigene Sachbuchreihe für Kinder aufmerksam gemacht hat – danke schön dafür , war ich flugs angetan und wollte mich selbst von der Qualität dieses neuen Quell des Wissens überzeugen. Immerhin mangelt es heutzutage kaum an Möglichkeiten für die Kleinen Wissen zu generieren. Dabei die Spreu vom Weizen zu trennen, ist die Kunst, die Eltern, Großeltern, Lehrer & Co. beherrschen müssen.
Eine Empfehlung erlangt die Reihe von mir insbesondere aufgrund der aus Kinderaugen gesehenen Blickwinkel und einer Kindermund entsprechenden Wiedergabe der gesammelten, erquickend ungezwungen aufbereiteten Informationen. 

Bildquellen: Carlsen Verlag


~ Rezension ~

Wissen ist gut. Mehr Wissen ist cool.

Schläft unser Gehirn irgendwann einmal? Wer war Hippokrates? Wofür sorgen Menschenrechte? Diese und zahlreiche weitere Fragen beantwortet Der Mensch von Alva Gehrmann als Band 3 der Reihe Carlsen Explorer auf anschauliche Art und Weise. Darüber hinaus nimmt die Autorin die (jungen) Leser auf eine facettenreiche Reise, welche von der Wiege der Menschheit bis zu den Vermutungen zur zukünftigen Weiterentwicklung durch Zukunftsforscher reicht. Dabei wird auch geklärt, welche Entwicklungstendenzen unserer (Um-) Welt möglich, wahrscheinlich oder auch wünschenswert sind.

Thomas Feibel greift in Band 4 der Sachbuchreihe, Facebook, Twitter & Co., das allgegenwärtige Phänomen der sogenannten sozialen Online-Netzwerke auf. Hierbei veranschaulicht der Autor die praktische Handhabung sowie die angenehmen Aspekte dieser Netzwerke, verpasst es allerdings nicht, im nächsten Atemzug auf die Risiken einzugehen. Neben einem Abriss der historischen Entwicklung der Computertechnologie werden ebenso zahlreiche Bedienungshinweise für die jungen Nutzer gegeben. Aspekte, die gleichermaßen auch die Eltern ansprechen und in die Pflicht nehmen.

Mit Carlsen Explorer hat der Carlsen Verlag eine hauseigene Sachbuchreihe für Kinder ab 8 Jahren ins Leben gerufen, die verschiedene Themenschwerpunkte – wie auch Planeten und Sterne oder Römer und Gladiatoren – in Softcoverheften von jeweils 32 Seiten altersspezifisch und plastisch dargestellt aufbereiten.

Die Grundlage für ein fundiertes Allgemeinwissen wird den Kindern geliefert, wobei das Wissens- und Staunenswerte in einem kindgerechten Wortlaut und in interessante Anekdoten verpackt wird. Hinzu kommt eine Vielzahl von Illustrationen und Graphiken, welche den vermittelten Informationen Anschaulichkeit und Präzision verleihen.

Das Gesamtpaket, mit dem Carlsen Explorer punktet, empfinde ich als sehr empfehlenswert. Dabei spielen hohe Aktualität, eine lockere, obgleich mit Wissen ausstaffierte Erzählweise sowie eine aus Kinderaugen gesehene Perspektive die bedeutenden Rollen.
Es wurde darauf geachtet, dass die jungen Leser nicht überfordert werden, jedoch ein Wissenszuwachs gewährt wird. Eine Balance, die ich als wichtig und gut getroffen erachte.

Das dynamische, farbenfrohe Design der Hefte entspricht einer Mischung aus Wissenschaftszeitschrift und Kinder- und Jugendmagazin, sodass sowohl Seriosität als auch Kindlichkeit gewahrt bleiben.

Insgesamt beweist Carlsen mit dieser pfiffigen Sachbuchreihe, dass Lernen durchaus ein Kinderspiel sein kann. Der Wissensdurst wird gestillt, die Beobachtungsgabe wird gefördert und der Entdeckerdrang wird inspiriert – und zwar generationsübergreifend.

F★ZIT: Clever. Familienfreundlich. Innovativ.


Mittwoch, 21. August 2013

[Buchpost] Eine Wahrheit, ein Fall und die Explorer

Kürzlich wurde ich vom Carlsen Verlag darauf aufmerksam gemacht, dass dieser eine eigene Kinder-Sachbuchreihe namens Carlsen Explorer ins Leben gerufen hat. Ein Konzept, mit welchem den jungen Lesern spannende und durchaus komplexe Themen modern und altersgerecht aufbereitet nahegebracht werden soll. Und somit eine Idee, die ich mir genauer betrachten muss! Aus diesem Grund bin ich gespannt auf Facebook, Twitter & Co. von Thomas Feibel sowie Der Mensch von Alva Gehrmann

Darüber hinaus trudelte Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert aus der Feder von Joël Dicker bei mir ein. Ein Roman, dessen Original in Frankreich ein wahrer Bestseller wurde und nun im Piper Verlag erschienen ist. Der erste Blick auf das Buch hinterließ einen entsprechenden Eindruck bei mir, sodass ich nun mächtig gespannt auf dieses Werk mit all seinen Leichen im Keller bin.


Freitag, 9. August 2013

[Rezension] Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen (Rick Riordan)

Rick Riordan: Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen 

In Kürze erobert Percy Jackson bereits zum zweiten Mal die Kinoleinwände bei uns im Land. Grund genug, um sich seinen Erlebnissen zuvor nochmals schwarz auf weiß festgehalten zu widmen. Für diese Gelegenheit durch das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar gilt dem Carlsen Verlag mein Dank!
Mit Percy Jackson hat sein Autor definitiv einen Charakter geschaffen, der seinen Platz zurecht im Bücherolymp der (jungen) Leser gefunden hat, trumpft die Serie doch mit Vielseitigkeit, Spannung und Wissenswertem auf.

Bildquelle: Carlsen Verlag


~ Rezension ~

Entschlossene Heroen braucht die Welt

Der letzte Schultag ist eingeläutet und Percy kann es kaum mehr abwarten, in den Sommerferien ins Camp Half-Blood zurückzukehren. Doch schon allein die Tatsache, dass ihn ein übler Alptraum quälte, trübt Percys Enthusiasmus. Dann macht seine Mutter auch noch eine undurchsichtige Andeutung und zu guter Letzt muss sich Percy noch in der Schule gegen einen heftigen Angriff zur Wehr setzen. Als ihm gemeinsam mit Annabeth und Tyson, einem Waisen, dem er sich angenommen hat, die Flucht ins Camp gelingt, wartet dort ein heilloses Chaos auf ihn. Böse Mächte drohen Überhand zu gewinnen, Gift drängt Camp Half-Blood in die Enge und Percys bester Freund Grover scheint in lebensbedrohlicher Gefahr zu schweben. All dies lässt den jungen Halbgott eine folgenschwere Entscheidung treffen, denn ihm rinnt die Zeit durch die Finger. Der ungewisse Wettlauf gegen einen Feind, der hinterhältiger nicht sein könnte, beginnt.

Mit dem zweiten Band, Im Bann des Zyklopen, der beliebten Reihe um den Titelhelden Percy Jackson kreierte Rick Riordan ein temporeiches Abenteuer, das kaum Zeit zum Durchatmen gibt und insbesondere die jungen Leser in den beschriebenen Bann ziehen wird.

Als Leser fühlte ich mich unmittelbar in die Handlung katapultiert und ging an der Seite von Percy und seinen Freunden auf Reisen. Eine Tatsache, die das Lesen vor allem für das Zielpublikum sehr ansprechend machen dürfte. Der wenig umschnörkelte, nicht allzu tiefgründige und dafür umso zackigere Erzählstil des Autors passt, wie ich finde, äußerst gut zum Gesamtpaket des Buches.

Die Hauptfiguren werden gezeigt, wie sie wachsen - mit ihren Herausforderungen, Verantwortungen und Bestimmungen. Dennoch erhält Rick Riordan weiterhin eine Prise Unbedarftheit, Hitzköpfigkeit und Naivität. Eigenschaften, welche die Helden um einiges nahbarer machen.

Auch überzeugt die Art und Weise, mit der der Autor die Brücke zwischen den Mythen der Historie, Fantasyelementen sowie der realen Gegenwart schlägt. Dadurch entsteht ein komplexer Handlungsstrang, dessen Stärken im Facettenreichtum der gezeichneten Rollenbilder, in den Überraschungsmomenten und den (noch) nicht vollends gelüfteten Geheimnissen liegt. 
Um uns Lesern den Überblick zu gewähren, befindet sich am Ende der Geschichte ein Glossar, das die wichtigsten Gottheiten und Wesen des Olymps näher beschreibt. Eine Ergänzung, die ich für überaus bereichernd - auch über das Buch hinaus - erachte.

Akzente werden unverkennbar gesetzt: Diese liegen auf dem großen, nebulösen Abenteuer voller Hürden, die es zu überwinden gilt, und Kämpfe, denen sich gestellt werden muss. Darüber hinaus werden Werte wie Loyalität, Freundschaft und Bescheidenheit großgeschrieben. Eine Botschaft, die ich als Leser als sehr angenehm empfand. Hinzu kommt ein wahrer Cliffhanger, der ohne Frage für Neugier auf die Fortsetzung sorgt.

Als besonderes Feature beinhaltet diese Neuauflage, die mit Das Buch zum Film betitelt wurde und damit die Wartezeit bis zum Kinostart geschickt überbrücken soll, exklusive Filmbilder. 

Alles in allem eine Lektüre für Bücherwürmer, die Fantasy, Action und/oder Mythologie lieben. Sozusagen ein Kessel, der ordentlich brodelt und der in der Schmiede der Gottheiten für gehörig Dampf sorgt.

FZIT: Abenteuerlich. Flott. Pfiffig.


Dienstag, 30. Juli 2013

[Buchpost] Olympisch geht es zu

Pünktlich zur bald die Kinoleinwände erobernden zweiten Verfilmung aus der Percy-Jackson-Reihe von Rick Riordan veröffentlicht der Carlsen Verlag den Band Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen erneut. Und zwar dieses Mal als bebilderte als Filmausgabe. 

Eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lassen konnte, da ich a) Fantasylitertaur im Allgemeinen mag und da b) die Idee/das Vorhaben, die Abenteuer des Percy Jacksons zu lesen, schon länger in meinem Kopf kreiste.

Lasset die Reise an der Seite olympischer Helden beginnen!


Montag, 29. Juli 2013

[Rezension] Der Geschmack von Glück (Jennifer E. Smith)

Jennifer E. Smith: Der Geschmack von Glück 

Unser Miteinander wird stets vernetzter. Nie zuvor schienen Fans ihren Idolen so nah zu sein und andersherum. Die fragile Grenze zwischen freiwilliger Preisgabe und aufrechterhaltener Privatsphäre wankt mehr denn je. ... Die perfekten Cliffhanger für eine Geschichte, in der sich viele von uns ein wenig wiederfinden können.

Von Beginn an hatte es mir dieses Buch angetan, sowohl die Leseprobe als auch die Covergestaltung à la "Guck-mich-an" trafen exakt meinen Geschmack, sodass ich dem Carlsen Verlag überaus dankbar bin für ein Rezensionsexemplar zu jener kürzlichen Neuerscheinung.
Es handelt sich hierbei um ein Werk, von welchem ich mir, wenn ich gefragt werden würde, sofort eine Fortsetzung wünschen würde. Das Gesamtpaket von Inhalt, Botschaft und Schreibstil machen dieses Buch zu einem meiner Sommerhighlights. Darin besteht nicht der leiseste Zweifel!

Bildquelle: Carlsen


~ Rezension ~

Wie ein Orangensorbet in der Sonne …

Ein winziger Flüchtigkeitsfehler leitet eine E-Mail von Graham Larkin, dem wohl begehrtesten Teeniestar Hollywoods, quer durch die USA an Ellie O’Neill weiter. In der anonymen Weite der digitalen Welt treten die beiden daraufhin in einen ausgiebigen und unbeschwerten Austausch – etwas, zu dem es unter normalen Umständen niemals gekommen wäre. Als Grahams Filmteam während des Sommers wenig später in Ellies beschaulichem Heimatstädtchen Halt macht, ahnt die zurückhaltende Ellie nicht, dass die Dreharbeiten nur aus einem einzigen Grund in Total Tote Hose, Maine, stattfinden. Für beide Teenager beginnt ein stürmischer Sommer, in dem wohl gehütete Geheimnisse ans Licht zu kommen drohen, der Glamour des Showbusiness seine Schattenseiten aufwirft und eine unumgängliche Entscheidung getroffen werden muss.

Jennifer E. Smith gestaltete mit Der Geschmack von Glück einen schmissigen Pageturner explizit für jungendliche Leser aus, in dem eine große Portion Esprit steckt und der auf der Zunge zergeht.

Eine Erzählung, die auf den ersten Blick schon ein wenig vorhersehbar erscheint, entpuppt sich als sprühende Wundertüte voller markanter Überraschungen. Spannungsmomente werden clever aneinandergereiht und schüren das Bedürfnis, ohne Wenn und Aber durch die Seiten zu fliegen. Genauso erging es mir!

Entsprechend der Zielgruppe wählte die Autorin einen unkomplizierten, possierlichen und temporeichen Stil, um ihre Geschichte zu erzählen. Als sehr angenehme Ergänzung dazu kommt eine Bildsprache zur Geltung, die dem Buch bestens zu Gesicht steht.

Mich hat insbesondere das akzentuiert skizzierte Für und Wider, welches die beiden Protagonisten sehr bewegt, begeistert. Das Familiengeheimnis Ellies empfand ich als erfrischende Alternative zu vielleicht Vermutetem und auch Grahams Facetten, die zeigen, dass es von Zeit zu Zeit eine Bürde ist, von der Öffentlichkeit angehimmelt zu werden, mochte ich absolut.

Die Charaktere wurden von Jennifer E. Smith mit Persönlichkeit versehen, sodass ein sehr greifbares Bild von ihnen entsteht. Eine Schachzug, der das Eintauchen in die Gesamtkulisse umso unwiderstehlicher macht.
Schnelllebige Szenenwechsel und eine zerrissene innere Stimme, unüberwindbar scheinende Klüfte und impulsive Entscheidungen, eine Herzensangelegenheit und schiere Ernüchterung – all dies sind Komponenten, mit denen die Autorin ihr Werk spickt.

Obgleich es hier und dort scheint, als würde die Glückssträhne doch ein wenig mehr ausgereizt werden, so bleibt der Blick fürs Reale stets präsent: Im Leben gibt es Verantwortungen, Wahrheiten und Erkenntnisse, denen man sich stellen muss. Inwieweit der Einzelne damit umzugehen weiß, dafür wurden in diesem Buch zwei (von zahlreichen) nahbare Stellvertreter geschaffen.

Ein überaus gelungenes Jugendbuch reichlich verziert mit Witz, Willen und Wünschen, das einem Film der Traumfabrik in nichts nachsteht und durch emotionalen sowie gestalterischen Facettenreichtum aufzutrumpfen weiß.

F★ZIT: Unterhaltend. Zerbrechlich. Einnehmend.


Mittwoch, 24. Juli 2013

[Buchpost] Sommerlektüre, die schmeckt?!

Kürzlich bin ich auf eine Neuerscheinung für den Monat Juli aufmerksam geworden, die umgehend mein Interesse entflammt hat. Nicht nur die ersten Einblicke in die Geschichte selbst, sondern auch das Cover (wer fällt diesbezüglich wirklich aus allen Wolken?) sprachen mich unmittelbar an, sodass dieses im Carlsen Verlag erscheinende Jugendbuch flugs auf meine Dieses-Buch-möchte-ich-schnellstmöglich-lesen-Liste wanderte. 

Nun freue ich mich mächtig gewaltig, dass ich dank des Verlages Der Geschmack von Glück aus der Feder von Jennifer E. Smith tatsächlich pünktlich zur offiziellen Erscheinung am 25. Juli 2013 in Händen halten darf. Sommerlich perfekt!


Montag, 8. Juli 2013

[Rezension] Frida Superstar (Martina Sahler & Heiko Wolz)

Martina Sahler & Heiko Wolz: Frida Superstar

Seitens des Carlsen Verlags bekam ich vor Kurzem die Einladung dazu, eines der Kinderbücher, das seit diesem Sommer  erhältlich ist, zu lesen - vielen Dank für jene Gelegenheit! Dabei sollte es sich um den Startschuss einer Reihe handeln, der die Thematik des Castingerfolgs von Musikstars (welche im Übrigen keine absolute Neuheit, sondern vielmehr eine erneut aufbrausende Welle ist) ins rechte Scheinwerferlicht rückt.
Dank einer kunterbunten und eingängigen Melange aus flotter Handlung, netten Figuren und hoher Bezugnahme auf eine alltägliche Präsenz entpuppte sich die Geschichte der hingebungsvoll singenden Frida als Fingerzeig Richtung illustrer Leseunterhaltung.

Bildquelle: Carlsen


~ Rezension ~

Gemacht für die Bretter, die die Welt bedeuten?

Nur mit äußerst großem Unbehagen kann sich Frida mit der Entscheidung ihrer Eltern arrangieren, aus der Großstadt Berlin hinaus aufs Land zu ziehen. Dort hat die Familie eine alte Villa gekauft, welche ihre Eltern als Architekten wieder aufpolieren möchten. Auch Tony und Theo, Fridas Geschwister, finden dieses Vorhaben klasse. Haben sich denn alle gegen Frida verschworen? Chaotischer wird es für Frida dann nur noch in ihrer neuen Klasse, denn mit einer einzigen unbedachten Bemerkung hat sie sich in eine Situation katapultiert, aus der sie keinen Rückzieher mehr zu machen wagt: Gemeinsam mit der Außenseiterin der Klasse steht ihr die Teilnahme an einem Gesangswettbewerb bevor, der Träume wahr werden aber ebenso gut zerplatzen lassen kann. Frida weiß nicht, wo ihr der Kopf steht!

In Zeiten, in denen die Suche nach Talenten sämtliche Castingformate wie Pilze aus dem Boden sprießen lässt, hat das Autorenduo Martina Sahler und Heiko Wolz mit Frida Superstar den Beginn einer den richtigen Ton treffenden Buchreihe geschaffen.

Die Geschichte der zwölfjährigen Frida, die einen heimlichen Traum hegt und auch das Talent hat, diesen zu leben, sich allerdings durch ihre Zurückhaltung eine große Chance zu verbauen droht und sich letzten Endes doch traut, mutig zu sein, bildet die Basis eines Kinderbuches, das einem Großteil seines Leserpublikums aus dem Herzen sprechen dürfte.

Ein quirliges und bunt ausgestaltetes Ensemble an Figuren, die jeweils in gewisser Hinsicht einen bestimmten Stereotypen verkörpern – vom Klassenclown über die coole große Schwester bis hin zum talentierten Mauerblümchen – wurde von den Autoren in eine Handlung eingepasst, deren aufgeweckte Dynamik sie unterstreichen. Dabei hat es mir vor allem der quietschfidele Theo angetan, der an seine Schwester ohne Wenn und Aber und mit geballter kindlicher Überzeugung glaubt.

Der Erzählstil greift auf lebensnahe Weise die Gefühle und die Denkweise von zwölfjährigen Mädchen auf, was sich ebenfalls in der Wortwahl und Ausdrucksweise widerspiegelt. Der Erzählfluss ist – um an den musikalischen Grundtenor des Buches anzuknüpfen – sehr harmonisch, obgleich ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefenschärfe gut hätte vorstellen können. Wobei der Fokus plausibel auf die Prioritäten eines Mädchens in Fridas Situation gelegt worden ist, daran besteht kaum ein Zweifel.

Mir hat vor allem gefallen, dass in die Geschichte der aufstrebenden Kinderstars zwischenmenschliche Werte und Problematiken wie Chancengleichheit, Loyalität und Akzeptanz und mögliche Lösungsansätze zu aufkommenden Konflikten eingewoben wurden.

Insgesamt ein Buch für (musikbegeisterte) Leser ab 10 Jahren, das den Spagat zwischen Hausaufgaben und Rampenlicht thematisiert und darin bestärkt, an sich selbst und die eigenen Stärken zu glauben. Eine Geschichte, deren entschlossene Protagonistin Frida auch im folgenden Band das Potential hat, zu wachsen.

F★ZITMotivierend. Temperamentvoll. Modern.


Freitag, 28. Juni 2013

[Rezension] Wo kommst du denn her? (Peter Laufmann)

Peter Laufmann: Wo kommst du denn her?

Dieses Sachbuch für Kinder aus dem Hause Carlsen darf gut und gern als Reiseführer der etwas anderen Art gesehen werden. Viel Wissenswertes über die Flora und Fauna unserer Heimat wird vermittelt, wobei zugleich nicht minder tolle Aha-Erlebnisse generiert werden. Ein Buch, das ich jedem, der seinem Kind etwas Gutes tun möchte, nur empfehlen kann. Denn mit diesem Buch unterm Arm oder im Picknickkorb wird jeder ohnehin schon erlebnisreiche Aufenthalt im Freien noch ein Stückchen spannender.
Einen Dank möchte ich an dieser Stelle noch an den Verlag aussprechen, der mir jenes Rezensionsexemplar hat zukommen lassen.

Bildquelle: Carslen Verlag


~ Rezension ~

Wenn Waschbären ihre Wanderschuhe schnüren ...

Dass wir Deutsche zu den Reiseweltmeistern gehören ist keine großartige Neuigkeit. Doch gleichermaßen beliebt ist unser Heimatland als Reiseziel: vor allem für Tier- und Pflanzenarten, die nicht selten vom anderen Ende der Welt stammen. Denn genau unser eigenes eifriges Reisen bietet häufig die perfekte Gelegenheit für ein Tier oder eine Pflanze, um als "blinder Passagier" zu reisen und sich in Deutschland anzusiedeln. Ob im Wald, auf dem Feld oder im Wasser - überall lassen sich Arten aufspüren, die einen Reisepass in petto haben müssten. Dazu zählen beispielsweise der Waschbär, der Regenwurm oder die Blaubeere. Interessant, nicht wahr?

Bei Wo kommst du denn her? von Peter Laufmann handelt es sich um ein reich illustriertes Sachbuch, das Kindern ab acht Jahren und der gesamten Familie auf sehr anschaulichem Wege berichtet, wie kunterbunt und international sich die Artenvielfalt unserer (vermeintlich) einheimischen Pflanzen- und Tierwelt zusammensetzt.

Fundiertes und komprimiert wiedergegebenes Wissen wird interessant, abwechslungsreich und bildhaft vermittelt, sodass während des Lesens keinesfalls der Eindruck entsteht, belehrt zu werden. Vielmehr wird Neugier geweckt, selbst zum Entdecker zu werden und bewusst zu beobachten.

Das Gesamtpaket des Buches hat einen überaus positiven Eindruck bei mir hinterlassen, denn der lehrreich und zugleich illuster formulierte Text in Form überschaubarer Absätze wird durch eine Vielzahl treffend arrangierter Bilder aufgelockert. Historischer Kontext, wissenschaftliche Bezeichnungen oder auch skurrile Eigenheiten mancher Arten werden in einem kindgerechten Wortlaut verpackt.
Darüber hinaus werden die Kapitel in aller Regelmäßigkeit durch Notizseiten, die von den Kindern mit ganz eigenen wichtigen Erkenntnissen und Beobachtungen gefüllt werden können, sowie eine Sammelmappe für Anschauungsmaterial ergänzt.

Ein Buch, das Klein und Groß begeistern kann, denn die Melange aus Wissens- und Staunenswertem und der direkten Aufforderung, die eigene Umgebung einmal mit aufmerksameren Augen zu betrachten, überzeugt. Die Natur als Erlebnisort aufzuzeigen, der generationsübergreifend einlädt, sich selbst als Entdecker zu betätigen, gelingt auf beste Art und Weise.

FZIT: Informativ. Unterhaltsam. Inspirierend.


Donnerstag, 27. Juni 2013

[Buchpost] Be a star!

Das Phänomen sämtlicher Castingshows, in welchen Talente entdeckt werden und eine sorglose, glorreiche Zukunft im Rampenlicht schmackhaft gemacht wird, prägt nach wie vor unsere Fernsehlandschaft.
Mit Frida Superstar greift das Autorenduo Martina Sahler und Heiko Wolz exakt jene Thematik auf und packt sie in eine quirlige Geschichte für Leseratten ab 10 Jahren.

Auf eine musikalische Reise im handlichen Hardcoverformat werde ich mich dank des Carlsen Verlags sehr bald begeben und schauen, inwieweit das Leben Fridas tatsächlich ein Wunschkonzert sein kann.


Dienstag, 25. Juni 2013

[Buchpost] Ab auf Entdeckungstour!

Darüber, dass mich der Carlsen Verlag mit einem Exemplar zu Wo kommst du denn her? von Peter Laufmann bedacht hat, freue ich mich sehr. Denn dieses ab heute in diesem Format erhältliche Kinderbuch visiert das Lernen durch Lesen, Spielen und Entdecken wahrhaft gekonnt an. 

Kinder werden dazu angehalten gemeinsam mit ihren Eltern Wissen über die Artenvielfalt der Flora und Fauna in Deutschland zu generieren und dabei die eigene Beobachtungsgabe zu schärfen. In bin und bleibe gespannt!



Freitag, 31. Mai 2013

[Rezension] Freak City (Kathrin Schrocke)

Kathrin Schrocke: Freak City 

Entschlossen und geradewegs heraus konfrontiert die Autorin dieses Buches ihre Leser mit einer Geschichte, die sowohl durch Dynamik als auch durch Atemlosigkeit bewegt. Persepektivenreich wird das Leben einer gehörlosen Protagonistin geschildert, deren unerschütterlich scheinende Stärke bewundernswert ist.
Akzeptanz, Toleranz und das Miteinander zu fördern, ist das erklärte Ziel dieses zu Recht mehrfach ausgezeichneten Jugendbuches. Ebendieses wird definitiv erreicht. Dank des Carlsen Verlags durfte ich ein Stück weit in einen Lebensweg eintauchen, der anders ist. Anders, aber nicht weniger (er-) lebenswert.

Bildquelle: Carlsen Verlag


~ Rezension ~

Eine Welt, in der weder leise noch laute Töne von Bedeutung sind

Bereits die erste flüchtige Begegnung mit ihr bleibt ihm, dem fünfzehnjährigen Mika, in bleibender Erinnerung. Diese unerschrockene und zugleich zauberhaft zarte Aura, die das Mädchen umgab, ließ ihn nicht mehr los. Als Mika wenig später durch einen Zufall erneut auf Lea trifft und erfährt, dass sie gehörlos ist, eröffnet sich ihm eine Welt, deren Sog zu stark ist, um unberührt zu bleiben. Hals über Kopf beschließt Mika einen Intensivkurs in Gebärdensprache zu besuchen, um Lea besser kennenlernen zu können. Doch schneller als ihm lieb ist, türmen sich Hürden vor ihm auf, mit denen er so nie gerechnet hätte.

Mit großer Intensität beschreibt Kathrin Schrocke in ihrem Jugendbuch wie es sich anfühlt, wenn zwei Welten aufeinanderprallen und trotz ihrer Verschiedenheit gibt es eine bemerkenswerte Schnittmenge, die es wert ist, zu entdecken.

Freak City portraitiert das Leben zweier Jugendlicher, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Mika ist lässig, schüchtern und an ihm nagt der Liebeskummer. Lea ist charismatisch, wild und direkt. Mika kann hören. Lea ist gehörlos.
Die Autorin kreierte zwei Charaktere, deren Willen und Wagemut als Vorbilder gelten können und sollten. Zum einen prägen aufrichtiges Interesse und Vertrautheit ihre Beziehung, zum anderen werden Zweifel und Zurückhaltung deutlich.

Kathrin Schrocke verleiht der Thematik „Gehörlosigkeit“ eine ernstzunehmende und gleichermaßen angenehm ungezwungen wirkende Stimme. Eine Stimme, die sowohl von Hörenden als auch von Gehörlosen wahrgenommen werden kann. Ebenjene Selbstverständlichkeit hat mit besonders gefallen. Es werden Vorurteile ungeschminkt dargestellt, während im nächsten Atemzug gezeigt wird, dass Berührungsangst eine unnötige Hemmung darstellt. Wer Initiative ergreift und sich aufgeschlossen zeigt, erkennt rasch die Lebensqualität eines Gehörlosen.

Mithilfe dieses Buches, dessen legerer, gelegentlich gar betont flapsige Umgangston vor allem dem jungen Publikum in die Karten spielen dürfte, schickt die Autorin uns Leser auf eine gelungen Achterbahnfahrt: Ängste und Verstimmungen, Zuneigung und Hilfsbereitschaft, Verständnislosigkeit und Ignoranz, Loyalität und Integration – Werte und Emotionen, die gesellschaftliche Wellen schlagen und denen wir uns schleunigst stellen sollten.

Alles in allem ein Buch, das mithilfe einer lockeren Grundstimmung auch weiß, ernsthafte Töne anzuschlagen und dessen Etablierung als Schullektüre überaus zu empfehlen ist.

F★ZITModern. Fühlbar. Bedeutsam.