"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 22. September 2015

[Rezension] Make it count: Liebesfunken (Ally Taylor)

Ally Taylor: Make it count: Liebesfunken

Was für eine Freude und Ehre gleichermaßen: Ich durfte den dritten "Make it count"-Band aus der Kreativschmiede von Anne Freytag, die in diesem Falle erneut als ihr Alter Ego Ally Taylor glänzt, noch vor der offiziellen Veröffentlichung lesen. Und nicht nur das. 
Nein! 
Ich wurde sogar nach meiner Bloggermeinung für den Buchumschlag gefragt. Liebe Anne alias Ally, es ist unglaublich toll, mit dir als schreibenden, das Wortspiel schätzenden und stets mit neuen Facetten auftrumpfendem kreativen Kopf befreundet zu sein! Danke.

Cover: Freytag Literatur


~ Rezension ~

Eine Elektrizität lädt die Herzen auf

Es muss sich etwas ändern! Andrew hat sein Leben, so wie es momentan läuft, satt. Er will endgültig den Schatten seiner Familie zu entfliehen. Amy könnte zufrieden mit ihrem Leben sein. Wäre da nicht Derek, der zwar den Weg in ihr Bett, jedoch bedauerlicherweise nicht in ihr Herz gefunden hat. Als Amy und Andrew sich bei einer WG-Party in Boston über den Weg laufen, lädt sich die Atmosphäre zwischen ihnen augenblicklich statisch auf: Anziehungskraft und Abstoßung liegen  aus triftigen Gründen  nur einen winzigen Funken voneinander entfernt. Doch wie lange können sie wirklich den Schein wahren, ohne dass das Bild ihres vorgeblich belanglosen Miteinanders verdächtige Risse bekommt? Außerdem wäre der Kollateralschaden, den ihre Bekenntnisse mit sich brächte, nicht zu verantworten. Wieder einmal ist das Leben nicht fair zu Amy und Andrew! Denn vieles darf nur in ihren Köpfen geschehen.

Liebesfunken ist bereits der dritte "Make it count"-Band, den Ally Taylor veröffentlicht. Auch diese Mal erfasst den geneigten Leser die vollends ausgespielte Breitseite aufwühlender, direkter Herzklopfen-versus-Herzschmerz-Momente.

Die Welt in Boston gerät aus den Fugen, als sich die Wege der toughen Amy und des Womanizers Andrew kreuzen. Das mit dieser schicksalshaften Begegnung entflammende Gerangel zwischen Sinnlichkeit und Abneigung hält Ally Taylor in unmissverständlich intensiver Art und (Ausdrucks-) Weise am Lodern.
Des Weiteren pflegt die Autorin in diesem Roman darüber hinaus sehr angenehm die Präsenz anderer Figuren, die den Lesern aus früheren Oceanside-Episoden ans Herz gewachsen sind. Ein serienreifer Crossovercharakter entsteht, der mir überaus willkommen ist.

Auch diese MIC-Fortsetzung hebt, wie ich es empfinde, die wortspielerische Brillanz der Ally Taylor hervor. Der Bezug zum nur allzu passenden Titel, Liebesfunken, wird durch eine explosive Klimax an Eloquenz perfekt unterstrichen. Ferner etabliert die Autorin einen Umgangston, der gelegentlich zwar recht unverhohlen deftig, dafür aber authentisch daherkommt.

Die Fülle der ausgiebigen Bettgeschichten und -fantasien wird nicht wenige Fans der Buchreihe beglücken, das steht außer Frage. Die aufbrausende Mischung aus Testosteron und Östrogen ist markant. Hier und da hätte ich mir als Gegenwert ein wenig mehr Tiefgang außerhalb des Schlaf- oder Badezimmers vorstellen können. Allerdings schmälert dieser Aspekt kaum das Gewicht, mit welchem dieser Roman seinem Genre gerecht wird.

Kopf-, Herz- und Bauchentscheidungen spielen eine wichtige Rolle in der schwierigen Liebesgeschichte von Amy und Andrew. Das bewusst reflektierte Für und Wider liefern sich einen verbissenen Kampf, bis eine bittere Fügung das Zepter in die Hand nimmt. Ein Spannungsfeld, welches Ally Taylor gekonnt unter Strom gesetzt hat.

In der Summe bietet dieses Buch ein Gesamtpaket, in dem es knistert und knirscht. Doch, in welche Richtung es Protagonisten und Leser bei einer wahrscheinlichen Detonation auch verschlagen mag, eines sollte nie in Vergessenheit geraten: Make it count!

FZIT: Zerrissen. Begierig. Verankernd. 


Donnerstag, 28. August 2014

[Rezension] Make it count: Sommersturm (Carrie Price)

Carrie Price: Make it count: Sommersturm

Es ist, wie es ist. Ich kann es nicht anders sagen: Die Geschichten, die Carrie Price (Adriana Popescu) erzählt, sprühen nur so vor Persönlichkeit. Ihr gelingt es immer wieder, einer Reise, deren Ziel offensichtlich scheint, eine Route zu verleihen, die mit einer Vielzahl an liebevollen Details ausgeschmückt ist. Es ist beinahe so, als würde sich entlang besagter Route ein Souvenirlädchen am anderen befinden. Zwischen Oceanside und Clearwater Bay gibt's da nicht nur Segeltuch und Muschelketten, sondern Schmuckkästchen voller Emotionen und Poesiealben voller Erinnerungen und Träume ... 
Ein Dankeschön an dieser Stelle an Carrie Price für die allumfassende Einladung zu diesem Herzschlag-Segeltörn!

Cover: ad.


~ Rezension ~

Eine Sturmflut an brausenden Emotionen

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein: Sie, Jennifer Main, die Tochter aus angesehenem Hause, die ihre Rolle perfektioniert hat und jegliche Rebellion herunterschluckt. Er, Patrick Steel, der saisonal eingestellte Mitarbeiter, mit dem ramponierten Image, der nur das eine Ziel fest vor Augen hat. Doch in Oceanside prallen Jen und Patricks Welten aufeinander ... und scheinen überraschend gut miteinander zu harmonieren. Wären da nicht die emotionalen Altlasten der Vergangenheit, die eine gemeinsame Zukunft vergiften! Ein gefundenes Fressen für das verletzte Ego Kevin Bennetts, Sohn aus feinem Haus, der seine Ehre angekratzt sieht. Ein Machtspiel mit ungleichen Mitteln, das Herzen zu brechen droht, beginnt, während sich ein dunkler Sturm über dem Küstenstädtchen zusammenbraut.

Make it count: Sommersturm ist ein neuerlicher Love Stories Roman, den Autorin Carrie Price verfasst hat. Eine Geschichte, die abermals dem Drehbuch für ein lebhaft ausstaffiertes Kopfkino gleicht.

Die Rolle des Erzählers teilen sich die beiden Protagonisten Jen und Patrick. Ein Duo, das sich trotz oberflächlicher Unterschiede unglaublich ähnlich ist. Denn, obgleich sie selbst zwischen magnetischen Anziehungskraft und offenkundigem Klischeedenken hin- und hergerissen sind, verbindet sie dieser eine Sommer fortan für immer. Jen kennt die vielen Gesichter Patricks und die Geschichten hinter seinen Narben, Pat den Herzenswunsch der Frau mit den traurigen Augen. Dennoch spricht eines klar gegen eine gemeinsame Zweisamkeit: die Logik.
Ergänzt wird das Ensemble durch eine gute Handvoll markanter Figuren, die das Gespür, zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können, fordert. Hinzu kommen "Gastauftritte" einiger etablierter MIC-Charaktere. Das Gefühl, inmitten einer dynamischen Dramaserie zu stecken, wird damit umso authentischer.

Die Geschichte um die Ja-Nein-Vielleicht-Liebe zwischen Jen und Patrick entwickelt sich binnen weniger Seite zu einem Pageturner. Denn geschickt eingestreute Andeutungen und nebulöse Erinnerungsfetzen schieben die Handlung voran und türmen sie zu einer bedrohlich grollenden Sturmfront auf. Darüber hinaus empfand ich vor allem die emotionalen Nebenschauplätze als äußerst bereichernd. Ist es möglich, gleichzeitig festzuhalten und dabei loszulassen?

Das Thema der selbstbestimmten Freiheit ist einer der Anker dieses Romans. Ein Schwerpunkt, der trotz der teilweisen "Leichtigkeit des Genres" einen nur allzu lebensnahen Kurs einschlägt. Im Allgemeinen finde ich es bemerkenswert, wie es Carrie Price gelingt, sowohl die Rolle der Unterhaltungskünstlerin als auch die der Botschafterin einzunehmen. 

Bestechend gut kommt ebenso der Erzählstil der Autorin zur Geltung. Wie die große Schiffsglocke zieht er die Aufmerksamkeit auf sich: Nicht selten trifft sie mit wenigen Worten beides, den richtigen Ton und ins Herz. Die Sprache ist, dem Genre entsprechend, überschaubar und jugendlich frisch gehalten. Für die Ausformulierung der Dialoge gilt: "In der Kürze liegt die Würze". Eine Tatsache, die der fulminanten Bildhaftigkeit allerdings nicht den kleinsten Abbruch tut. Denn ob knisterndes Miteinander oder handfeste Auseinandersetzung, innere Zerrissenheit oder vehemente Entschlossenheit  Carrie Price hat alle Taue stets fest im Griff.

In der Summe ein Roman, der trotz der genreeigenen Charakteristika ein eigenständiges Profil entwickelt. Maximaler Detailreichtum und ehrliche Gefühle teilen sich eine Kajüte mit stilechten Stereotypen und filmreifen Akzenten. Ob Kreuzfahrt ins Glück oder Schiffbruch auf hoher See? Die Kompassnadel rotiert ...

FZIT: Anziehend. Suchend. Tosend.


Mittwoch, 28. Mai 2014

[Erster Eindruck] Make it count (Ally Taylor & Carrie Price)

Ally Taylor & Carrie Price: Make it count

Nachdem Ally Taylor und Carrie Price bereits mit Gefühlsgewitter und Gefühlsbeben eine rege New-Adult-Fangemeinde für sich gewinnen konnten, starten die beiden Autorinnen im kommenden Sommer erneut durch. Ihre Leserschaft wird es mehr als freuen, zurück an den Pier nach Oceanside kommen zu dürfen!

Die LoveLetter Convention 2014 nahmen die zwei nun zum Anlass, um die druckfrischen und signierten Leseproben — oder Sneak Peeks wie es im Sprachgebrauch der Autorinnen stilecht heißt  zu den demnächst erscheinenden Romanen an ihre Leser weiterzugeben.

Darin gelingt Ally Taylor binnen weniger Zeilen ein recht dramatischer Einstieg in die Geschichte rund um ihre Protagonisten Julie Ortega und Jake Baker. Unmittelbar werden Ängste geschürt, Fassaden geraten ins Waken und Fragen rotieren. Kurzum: packende Atmosphäre wird geschaffen. Des Weiteren vergehen keine fünf Sätze und schon wird der bestechend einnehmende Stil Allys deutlich. 

Carrie Price beginnt ihren Roman ebenso mit einer Szene, in der das kühle Nass, welches symbolisch für Oceanside steht, zur Kulisse wird. Die erste Begegnung von Jen Main und Patrick Steel gestaltet sich ... andeutungsvoll. Jedoch macht die Autorin keinen Hehl daraus, dass es mindestens einen Gegenspieler geben wird, der für Furore sorgen kann und vermutlich auch wird. Die sich anbahnenden Differenzen verheißen Zündstoff.

Es zeichnet sich der Eindruck ab, dass es Ally Taylor und Carrie Price auch in den unabhängigen Fortsetzungen ihrer Romanreihe mit behänder Stilistik und zeitgenössischem Spannungsbogen gelingen kann, sowohl an die beliebten Make-it-count-Stereotype anzuknüpfen als auch neue Pfade einzuschlagen. Ob und wie genau dies tatsächlich der Fall sein wird, darauf dürfen Leser der Serie nun mit Vorfreude wetten ...

FZIT: Oceanside ist im Sommer der Ort, an dem die Wellen hoch schlagen werden. Emotionale Sturmwarnung am Yachthafen inklusive. 



Freitag, 25. April 2014

[Rezension] 434 Tage (Anne Freytag)

Anne Freytag: 434 Tage 

Wie es sich wohl anfühlt, wenn dich eine Entscheidung, die du vor Jahren mit dem Kopf, aber nicht mit dem Herzen getroffen hast, unerbittlich einholt? Bekommst du eine zweite Chance oder hat die Zeit alles dir Vertraute zur Unkenntlichkeit verzerrt?
Fragen, denen sich Anne Freytag in einem brisanten Kontext stellt, der Verlangen und Vernunft zu zwei immerwährenden Kontrahenten macht.
Danke schön für ein Buch, welches mit Liebe geschrieben über die Irrungen und Wirrungen selbiger erzählt!

[Buchcover: Freytag Literatur]


~ Rezension ~

Der Punkt, an dem du dich entscheiden musst ...

Anja ist glücklich. Allerdings nur in Julians Gegenwart. Die beiden verbindet ein sehr besonderes Band aus Höhen und Tiefen. Dass Anja seit Jahren mit Tobias verheiratet ist und sich mit ihm eine sichere Existenz aufgebaut hat, versucht sie in den Nächten mit Julian zu verdrängen. Ebenso wie die Tatsache, dass ihr Tobias als betrogener Ehemann zwar leid tut, der Fakt, dass sie ihren sie bedingungslos liebenden Mann hintergeht, jedoch keine Schuldgefühle in ihr weckt. Anja steckt in einer Krise, obwohl ihre Erfüllung so nah liegt. Sie muss endlich einen Schritt vorwärts gehen. Daher trifft sie eines Abends eine folgenschwere Entscheidung, welche die Narben der Vergangenheit aufreißt und im gleichen Atemzug neue Wunden zum Brennen bringt. Ein hoher Preis als Einsatz in einem Spiel mit dem Feuer.

Mit 434 Tage erzählt Anne Freytag eine Liebesgeschichte, die resolut vom Weg der Tugend abweicht und nichtsdestotrotz dabei die Nuancen der Zwischenmenschlichkeit in vollem Facettenreichtum zum Klingen und Nachhallen bringt.

Offensiv und unverblümt zieht die Autorin ihre Figuren in einen emotional aufwühlenden Strudel aus unbändiger Anziehungskraft und Seelenverwandtschaft, aus moralischer Unanständigkeit und Aufrichtigkeit auf Raten.
Während es ein Leichtes wäre, die Protagonistin Anja als undankbare Übeltäterin abzustempeln, umrahmt Anne Freytag das Porträt dieser mit menschlichen Schwächen und Eingeständnissen, die schlussendlich für Schattierungen aller Gefühlsebenen sorgen. Nicht minder kontrastreich werden die beiden männlichen Rollen, Julian und Tobias, ausgestaltet. Die Verteilung von Sympathie und Antipathie scheint rasch geklärt. Doch auch hier weiß Anne Freytag gekonnt Fäden zu spinnen, die eine klare Sicht der Dinge zu verhindern wissen.

Als beeindruckend empfinde ich (wieder einmal) Anne Freytags prägnante Stilistik und die entschlossene Ausführung dieser. Die Quintessenz des Romans ließe sich auf eine pointierte Kernaussage herunterbrechen. Doch dass es weder ein blütenreines Weiß noch ein gestochen scharfes Pechschwarz gibt, stellt die Autorin mit ihren Ausführungen unter Beweis. Vielmehr jongliert sie mit Gewissensfragen, Moralvorstellungen und unter die Haut gehenden Empfindungen. Dabei entstehen von Kapitel zu Kapitel neue Mosaike, die durch Intensität bestechen.

Sowohl der Moralapostel als auch der erhobene Zeigefinger fallen in diesem Roman unter den Tisch. Stattdessen wird eine Vielseitigkeit dargeboten, die Fassaden zum Einsturz und Perspektiven zum Blühen bringt. Indem Anne Freytag Thematiken wie Vertrauensbruch, Betrug und Verrat bei der Wurzel packt, berührt sie auf polarisierende Art und Weise und bringt somit Gedanken ins Rollen.

Alles in allem ein Roman, dessen Liebesgeschichte das Überraschungsmoment ausgefeilt darzustellen weiß und dessen kribbelnde Ungewissheit packt. Kopf oder Herz? Vernunft oder Sehnsucht? Anne Freytag initiiert Stimmen, deren Echo kakofonisch oder eben harmonisch klingt. Warum sich festlegen, wenn Konformität in einem Falle wie diesem eher einengt?

FZIT: Nah. Ballastreich. Pikant.


Montag, 17. März 2014

[Kreativplausch] Mit Ally und Carrie am Pier von Oceanside

Dass das Schreiben von Büchern längst nicht mehr nur im stillen Kämmerlein erfolgt, beweist das Autorenduo Ally Taylor und Carrie Price in absolut bestechender Art und Weise. 

Zwei Frauen, die der "Szene" bisher zweifelsohne gefehlt haben. Zwei starke Persönlichkeiten, die einen Hang zu Kaffeespezialitäten haben. Zwei Schriftstellerinnen, die den meisten von uns bisher (noch) besser bekannt sein dürften als Anne Freytag und Adriana Popescu. 

Beide werden zu Recht jeweils für ihre eloquente Gegenwartslektüre geschätzt und haben mit ihren bisherigen Werken die Gunst der Leser nahezu spielerisch für sich gewinnen können. 
Sowohl Adriana Popescu als auch Anne Freytag haben ihre Leserschar, die stetig wächst, bis dato durch Romane überzeugen können, deren Kombination aus markigen Charakteren, Charisma und Geschichten voller Ausdruckskraft überaus bezeichnend ist.


         
Anne Freytag aka Ally Taylor

+

Adriana Popescu aka Carrie Price
                                       __________________________________________________________________________________

= make it count

                                                                             
Kürzlich, genauer gesagt zu Jahresbeginn, gaben die beiden nun ihren nächsten Coup bekannt und entfachten damit einen wahren (Begeisterungs-) Sturm auf ihren Fanseiten: Als Ally Taylor und Carrie Price würden sie sich einem gemeinsamen Projekt widmen. 
Dieses steht unter dem bedeutungsvollen Titel Make It Count (kurz mic) und umfasst separat voneinander erzählte Geschichten der heranwachsenden Generation im einladenden Oceanside an der amerikanischen Westküste. Dass Liebe und Leid dabei wie Pech und Schwefel aneinanderkleben, gilt als unverzichtbare Voraussetzung, nicht wahr?!

Bei den ersten Auskopplungen handelt es sich nun um Gefühlsgewitter (Ally Taylor) und Gefühlsbeben (Carrie Price). Diese leben von Charakteren, die zum einen vom konsequenten Erwachsensein noch ein Stück weit entfernt sind und zum anderen aufgrund persönlicher Schicksale teilweise viel zu schnell erwachsen werden mussten. Konfliktpotential ist demnach für Katie und Dillen sowie Lynn und Jared auf ganzer Linie vorprogrammiert.

Ally und Carrie kreieren mit mic nicht nur eine Achterbahn der Gefühle, sondern einen allumfassenden Rummelplatz inmitten des Oceanside-Stadions, der uns Leser willkommen heißt. 
Bildlich gesprochen erwartet die Figuren wie auch die Leser: Traute Zweisamkeit im Riesenrad und aufbrausende Fahrten in der Wildwasserbahn, Vertrauensbeweise am Free Fall Tower und Krawalle an der Schießbude ... 



© Freytag Literatur

(Hat Freytag Literatur mit diesem exklusiven Design nicht ganze Arbeit geleistet? 
Großartig, oder?!)


Und jetzt kommt schnell mit!

Seht die folgende Notiz als stilechte Einladung:


Hi y'all!

Let's meet down by the waterfront. We'll bring some coffee and snacks.

Don't miss out on this Oceanside experience! 
We'll count on you!


A & C
xx



Nicht's wie los, Anne und Adriana samt Alter Egos erwarten uns (so ultimativ kurz vor der Veröffentlichung ihrer Romane) mit Popcorn, Hot Dog und Zuckerwatte am Pier zu einem netten Gespräch! Es wird quirlig ... 




~ Kreativplausch ~

Liebe Adriana, liebe Anne,

viele bis so ziemlich alle eure Fans dürften seit Anfang des Jahres noch einmal mächtig die Ohren gespitzt haben. Denn da habt ihr bekannt gegeben, euch als Autorinnen ein brandneues, nicht weniger bequemes Gewand überzuwerfen. Kurzum: anderes Genre, neue Namen, erweiterte Zielgruppe, neue Dramen.
Dass ihr euch mitten im absoluten Endspurt – und das ist partout keine Übertreibung (!) – eures gemeinsamen Projekts Make It Count (mic) jetzt sofort die Zeit für einen exklusiven Kreativplausch nehmt, ist fabelhaft und mit Sicherheit ein riesiges Geschenk an eure Leser. Danke schön!


Dass ihr Romane schreibt, die es in sich haben und die den Fans im Nu ans Herz wachsen, dafür seid ihr bekannt – um nicht zu sagen berühmt berüchtigt. Das Genre New Adult Literatur ist nun allerdings bewusst gewähltes Neuland für euch. Wie Kolumbus habt ihr den amerikanischen Kontinent für euch entdeckt. Dort steht New Adult längst hoch im Kurs. Was macht für euch persönlich den besonderen Reiz aus, sich in diesem Genre auszuprobieren? Welche eurer (bisher vielleicht) verborgenen Seiten erwarten uns?

Adriana: Wer meine Bücher kennt, der weiß wohl wie ich mich in Stuttgart fühle und wie gerne ich meine Figuren in meiner Wahlheimat ins turbulente Gefühlschaos schubse. Allerdings sind mir da natürlich Grenzen gesteckt. Ich weiß, was man in Stuttgart erleben kann, was im Bereich des Möglichen ist. In Oceanside haben wir diese Grenzen nicht. Wir können uns etwas weiter in die Fiktion trauen, die Stadt und ihre Möglichkeiten unserer Fantasie anpassen. Das bietet eine sehr große Spielwiese auf der wir uns austoben können. Das empfand ich zur Abwechslung als sehr befreiend. Das Genre lässt ebenfalls mehr Luft für große Gefühle, das Kribbeln. Einfach mal ein bisschen larger than life. Die Jungs können ein bisschen perfekter sein, die Mädchen ein bisschen hübscher, die Abenteuer ein bisschen aufregender sein.

Anne: Ganz genauso sehe ich es auch. Mehr Freiheiten und neue Perspektiven. Und ich liiiiebe es einfach, knisternde Geschichten zu schreiben. Vor allem, wenn die Erotik dabei etwas bedeutet. Also, wenn es zum Beispiel die erste Liebe ist, oder dieser EINE Mensch, der einen besser macht, der einen besser versteht als alle anderen. Zu dem man sich nicht nur körperlich hingezogen fühlt, sondern zu dessen gesamtem Wesen, seinen Gedanken, den Blicken, der Art, wie er spricht und sich bewegt. Ich glaube, das ist besonders einfach, wenn man über junge Menschen schreibt, weil da alles so absolut ist. Der Glaube an die eine wahre große Liebe und dass die wahre Liebe alles überwinden kann. Vielleicht, weil man ihnen noch nicht wehgetan hat. Na jedenfalls, bedeutet der Sex etwas. Er ist mal schüchtern und mal fordernd, aber er ist nie leer. Das gefällt mir bei New Adult Literatur ganz besonders. Die USA als Land der unbegrenzten Möglichkeiten und Heimat der cineastischen und schönsten Liebesgeschichten schien dabei der perfekte Schauplatz für die MIC-Romane.


Mit Ally Taylor (Anne Freytag) und Carrie Price (Adriana Popescu) erscheinen zwei neue, sehr US-amerikanische Autorinnen auf der Bühne der New Adult Schriftsteller. Pseudonyme, die unter anderem für Authentizität stehen. Dabei spielt ihr unverblümt mit Klischeehaftigkeiten. Welches sind wohl die größten Stereotype, die die beiden in ihren Charakteren vereinen?

Adriana: Ich stelle mir Carrie wie eine junge Sarah Jessica Parker vor. Vermutlich lebt sie in NY und schreibt auf ihrem Laptop im Starbucks am Times Square oder so. Sie trinkt Crazy Candy Choca Mocha decaf extra large mit doppelt Schaum mit Schikane und Beleuchtung und liebt ihre Marc Jacobs Tasche mehr als ihr Leben. Schaut gerne Serien auf DVD und ist verliebt in Joe Bennett aus Lipstick Jungle. Komisch, so unähnlich sind wir uns wohl doch nicht.

Anne: Ally ist natürlich Carries allerbeste Freundin. Sie arbeitet bei einem angesagten Magazin und scheucht Praktikanten durch die Gegend. Sie hat Stil und eine eigene Meinung, trägt immer Nagellack und steht totaaaal auf Kenzo-Stoffe. Gerade hat sie sich wieder drei Kissenbezüge daraus machen lassen. Am liebsten mag sie Unikate und für die gibt sie gut und gerne auch einige Dollar aus. Sie liebt Filme und Serien, trinkt ihren Espresso schwarz und bitter (so wie das Leben ;-) ) und ist mit einem Kerl zusammen, der ihre gepflegten Füße liebt und jeden Abend massiert. Sarkasmus ist ihr zweiter Name und Klischees sind nur Teil ihrer fiktionalen Welt.


Wer sind für euch Persönlichkeiten aus Literatur, Film und/oder Fernsehen, die ihr mit der amerikanischen Unterhaltungskultur unmittelbar in Verbindung bringt? Was macht sie für euch zu den Glanzlichtern der Branche?

Adriana: Ich war und bin ein großer TV-Junkie, wie alle wissen dürften. Ich habe von den großen 80er-Jahre-Soaps bis zu den aktuellen Serien wohl alles gesehen. Joan Collins im Denver Clan als Alexis ist die wohl schillerndste Figur der TV-Ära. Ich habe es geliebt, sie als Biest in stylischen Klamotten erleben zu dürfen. Natürlich habe ich alle Folgen gesehen, habe Charaktere verflucht, andere geliebt und war traurig, als alles vorbei war. Später dann Beverly Hills 90210, das Traumpaar Dylan und Brenda, die West Beverly High, das Peach Pit. Ich mag sowas ja ausgesprochen gerne. Sex and the City, Carrie Bradshaw, die natürlich aus als Namenspatin für mein Pseudonym herhalten musste. Lipstick Jungle, der großartige Joe Bennett ... die Liste ist endlos! Wenn ich mich aber für eine Figur entscheiden müsste: es wäre Aaron Spelling, der so viele wunderbare TV-Serien geprägt hat. Vielleicht hätten wir ihn zu einer Serie von Make it count überreden können.

Anne: Puh. Ich liebe Filme und Serien und bin keine Leseratte – was viele komisch finden, da ich gerne scheibe. Aber meine Leseliste 2013 umfasste vielleicht 5 Bücher. Ich nutze meine Zeit lieber zum Schreiben. Die Liste meiner Lieblingsfilme ist dafür echt laaaaaang. Zu lang. Bei Serien ist es nicht viel besser. Sex and the City. Damages. 24. Game of Thrones. Aber auch Beverly Hills 90210, Grey’s Anatomy und Vampire Diaries. Breaking Bad. Homeland...UND UND UND. Ich bin den Drehbuchautoren und den Schauspielern unheimlich dankbar. Aber die ersteren kenne ich oft gar nicht. Sie bleiben im Verborgenen. Meine Helden sind tatsächlich andere... (Ich liebe ja Georg Schramm, aber das ist ein anderes Thema. ;-) )


Die Titel eurer Romane lassen mit Gefühlsgewitter und Gefühlsbeben bereits im Vorfeld einige Schlüsse zu. Doch neben emotionalen Höhen und Untiefen der heranwachsenden Generation spiegelt sich auch die entschlossene Botschaft Make It Count in den Handlungen wider. Worin bestand für euch die größte Herausforderung, den Spagat zwischen juvenilem Erfahrungsschatz und der Nuance an Lebensweisheit zu vollführen?

Adriana: Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass vor allem junge und junggebliebene Leser auf solche Lebensweisheiten stehen. Wenn man jung ist, fällt es leichter ein „Carpe Diem“ oder „Make it count“ aufzunehmen. Ich mag mich irren, aber mein Ordner in der Schule war vollgekritzelt mit solchen Zitaten, die mich angespornt und motiviert haben. Make it count sollte natürlich für alle Generationen gelten, weil es sich immer lohnt einen Lieblingsmoment einzufangen. Ich glaube nicht, dass man ein jüngeres Zielpublikum anders behandeln sollte, damit begeht man den großen Fehler und unterschätzt die Leser. Mein 17-jähriges Ich hätte sich den Spruch Make it count auf jeden Fall in den Ordner geschrieben.

Anne: Ja, meines auch. Und ich denke, dass die Grundprobleme des Lebens dieselben bleiben. Die Inhalte sind nur anders. Ich denke, das was uns Menschen bewegt, sind immer dieselben Dinge: Liebe, Familie, Freundschaft, Zweifel, Angst..... die Liste ist endlos. Bei den Jüngeren ist das vielleicht ‚naiver’ oder ‚absoluter’, weil alles schwarz oder weiß ist, aber Liebe bleibt Liebe, Verletzungen tun weh und Missverständnisse zerstören Dinge, die hätten klappen können, wenn nicht Angst und Stolz im Weg gestanden hätten. Das alles ist doch altersunabhängig. Und wer erinnert sich nicht an die großen Gefühle, die erste Liebe? Gefühle sind eine Sprache, die Menschen instinktiv verstehen. Tränen, den Knoten im Magen, den Kloß im Hals. Außerdem bekomme ich oft die weisesten Einsichten durch meine beiden Nichten (4 und 6), weil die ungefiltert zeigen, was sie empfinden. Ich denke nicht wirklich, dass Erwachsensein und Lebensweisheit immer Hand in Hand gehen. Zumindest nicht zwangsläufig.


Mit Oceanside kreiert ihr eine fiktive Kulisse, die euren Geschichten den wohl idealen Rahmen gibt: eine beschauliche Nachbarschaft nebst rauer See und vor allem nicht wenige knisternde Geheimnisse. Wie müssen wir uns den Aufbau dieses Städtchens vorstellen, wenn sozusagen zwei Bürgermeisterinnen das Zepter in der Hand halten? Worauf seid ihr hinsichtlich der geschaffenen Szenerie besonders stolz?

Adriana: Ich hoffe Ally stimmt mir zu, wenn ich sage der Pier bildet das Herzstück des Städtchens. Ich könnte Stunden dort verbringen, auf den Ozean schauen und träumen. Ich mag auch die schönen Herrenhäuser, die an Südstaaten-Sagen erinnern. Das Stadion ist ebenfalls unser großer Stolz. Obwohl Oceanside beschaulich ist, gibt es auch Viertel, die nicht so schön sind. Wir sammeln Spenden um diese aufzubessern ... ;)

Anne: Da stimme ich Carrie unumwunden zu. Wir teilen das Zepter gerne, teilen die ganze Verantwortung und feiern jeden Erfolg gemeinsam mit einem frischen Eistee am Pier. Wir versuchen wirklich alles, um den weniger gut gestellten Mitgliedern unserer Gemeinde zu helfen, aber die Mittel sind begrenzt. Alles, was in unserer Macht steht geschieht. Aber diese Korruption... ;-) Ich jogge morgens am Strand und genieße das Rauschen der Wellen. Am liebsten bin ich am Steg meines Herrenhauses oder gehe auf meinem Anwesen spazieren. Diese Ruhe fernab der Hektik und des Alltags ist unbezahlbar. Abends betrachte ich gerne den schier endlosen Horizont. Aber am meisten bewegt es mich in Oceanside die Sommergewitter anrollen zu sehen. Dieser Anblick ist gigantisch. Wie ein Beben, das meinen Körper erschüttert.


Die Make-It-Count-Reihe erinnert (mich) in manchen Zügen an die guten alten TV-Zeiten von Dawson’s Creek, O.C. California & Co. Wie sehr prägte euch das Bild solcher Kultserien zu ihren damaligen Spitzenzeiten? Und nehmen wir an, eure Romane würden verfilmt werden. Unter uns, welcher Cast an Schauspielern würde euer Herz erwärmen?

Adriana: Ich glaube meine Teenie-Zeit war sehr von eben solchen Serien geprägt. Beverly Hills 90210, Party of five, Willkommen im Leben, Dawson’s Creek ... ich habe sie alle geliebt! Wenn ich meine beiden Figuren besetzen dürfte: es wäre wohl der junge Jared Leto, allerdings mit einem Kurzhaarschnitt. Lynn könnte ich mir eine junge Natalie Portman vorstellen – natürlich weiß ich, dass sie nie in Serien mitgespielt hat. Aber man darf ja träumen!

Anne: O ja, diese Kultserien habe ich auch alle angesehen und geliebt. Schon ne Weile her. Hm. Was den Cast angeht, das ist fast albern. Es sind tatsächlich die beiden, die auf meinem Cover zu sehen sind. Anna hat mir das Bild gezeigt und da war es klar. DAS sind die beiden. Und ich habe keine Ahnung wer sie sind. In meiner Welt sind es Katie und Dillen.


Stellt euch vor, ihr hättet als Teenie und junger Erwachsener in einem Ort wie Oceanside gelebt. Welche Rolle hättet ihr wohl in der Gemeinschaft eingenommen? Ambitionierte Cheerleaderin, ehrgeizige Schülersprecherin, toughe Surferin, … Wir sind ganz Ohr!

Adriana: Ich wäre in Oceanside vermutlich die Ulknudel gewesen. So wie auch während meiner Schulzeit in Speyer. Natürlich hätte ich einen schöneren Teint vom ganzen Rumhängen am Strand und am Pier. In der Schule wäre ich der Klassenclown. Cheerleader? Ich? Niemals!

Anne: Ich denke ich wäre eine Mischung aus Misfit und Ms. Sarcasm gewesen. Immer einen Spruch auf den Lippen, heimlich (und unsterblich) verliebt in den intelligenten Jungen mit dem undurchdringlichen Blick. Viel zu uncool, um echt cool zu sein, aber auch zu aufgedreht für die Mauerblümchen-Rolle. So eine Midi-Rebellin? Eine Lynn vielleicht?


Was ich äußerst beeindruckend finde, ist das eng gesteckte Zeitfenster, in dem ihr an den Romanen gearbeitet habt. Das zeugt von äußerster Disziplin, immenser Motivation und einem enormen Input an Ideen auf Abruf. Worin liegen für euch in einem derartigen Hochleistungsschreiben die ärgsten Knackpunkte? Welche Variablen sind dabei die verlässlichsten Konstanten, welche die unberechenbaren Unsicherheiten?

Adriana: Wir hatten schon etwas früher mit dem Grundgerüst begonnen, haben ein paar Infos, Ideen und Charaktere gesammelt. Somit ist die Zeit, mit der wir uns mit Make it count beschäftigen gar nicht so kurz, wie man vermuten könnte. Dennoch war klar, wir müssen am Ball bleiben. Ally – ich meine Anne – war mir eine große Hilfe, meine Konstante, hat mich motiviert nicht vom Pier ins Meer zu hüpfen, sondern Lynn und Jared ihre Geschichte zu schenken. Ein Geschichte, die auch qualitativ auf einem guten Niveau liegt. Das war uns beiden wichtig. Wir wollten nicht einfach etwas hinschmieren, es war immer Zeit für Überarbeitungen, Testleser und Lektorat. Das war uns wichtig.
Und die unberechenbaren Unsicherheiten waren meine Figuren. Oft wollten sie nicht so wie ich, haben sich quer gestellt und manchmal musste ich mit dem Teppichmesser drohen! Aber es ist ja zum Glück alles gut gegangen!

Anne: Außerdem darf man nicht vergessen, dass es zu zweit echt viel einfacher ist/ sein kann, weil wir beide drin sind, beide wissen, worum es geht, wie wir und gegenseitig helfen und motivieren können. Wir konnten gegenseitig lesen (und das schon während des Schreibens). Wir haben stundenlang (und damit meine ich wirklich ganz echt STUNDENLANG) telefoniert und geplottet und gegrübelt. Aber mit zwei Hirnen denkt es sich eben besser. Carrie hatte oft den zündenden Gedanken, der mich dann wieder zurück auf in die Bahn geworfen hat. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis. Unberechenbare Unsicherheiten? Viele neue Ideen für viele weitere MIC-Plots, die so spannend waren, dass ich immer mal wieder dachte: ‚Mensch, ich will jetzt mit der neuen Geschichte anfangen...’ (Habe ich aber nicht. Mayors Ally und Carrie haben es unter Strafe gestellt. Und mit denen ist nicht zu spaßen...) Alles in allem muss ich sagen, dass Ally sich in Oceanside und im New Adult Genre tatsächlich sehr sehr wohlfühlt... Sex & Drama en masse. Was will man mehr? :-)


Ihr seid beide Autorinnen, die eine unheimlich starke Präsenz zeigen. Ihr mischt euch sozusagen direkt unter eure Leser. Schon im laufenden Schreibprozess wendet ihr euch mit Vorschauen, Nachfragen und Beiträgen an die Fans. Ihr kommuniziert sehr sympathisch auf Augenhöhe. Was bedeutet euch jener unmittelbare Austausch mit euren Lesern? Bestätigt er? Erhöht er den Druck? Bringt er gar neue Ideen?

Adriana: Es erhöht den Druck. Und spornt enorm an. Der rege Austausch mit den Lesern zeigt mir ziemlich deutlich, was gut ankam, wo man vielleicht noch etwas verbessern kann. Aber man will sie natürlich nicht enttäuschen. Natürlich kenne ich nicht alle Leser persönlich, aber manchmal fühlt es sich so an. Deswegen würde ich nichts abgeben, nichts veröffentlichen hinter dem ich nicht stehe. Und wann immer ich gedacht habe: Das packst du nie! war zum Glück immer Ally da.

Anne: Das ging mir ganz genauso. Wenn Carrie geschrieben hat: Die neue Stelle ist klasse, dann ist mir ein riesen Stein vom Herzen gefallen. Wir haben einander bestätigt und kritisiert, an Texten gefeilt und einander geholfen. Was die Leser angeht: Ich bin immer wieder baff, wie viel Rückmeldung kommt. Es ist so toll, wenn man nicht in einen leeren Raum schreit, sondern, wenn ein Echo kommt. Und wenn das Echo dann auch noch gut ist, dann ist das wie... hm... wie ein Drogentrip? (So stelle ich mir das zumindest vor, ich bin da der Anti-Experte. Ich finde Apfelmost schon ziemlich stark.) Auf jeden Fall ist es genauso wie Adriana/Carrie sagt. Es ist herrlich und man möchte auf keinen Fall enttäuschen.


Euer beider Schreibstil ist von filigraner Leichtigkeit und einem beeindruckenden Gewicht an Bildhaftigkeit gekennzeichnet. Wie leicht oder schwer fiel euch die Zeitreise zurück ins Erwachsenwerden? Mit welchem Hintergedanken seid ihr ans Werk gegangen: Habt ihr euch einen lang gehegten Traum erfüllt? Wart ihr auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? Handelte es sich um die Verkettung glücklicher Blitzideen? Lasst hören!

Adriana: Ich denke Anne und ich haben sehr viel miteinander gesprochen, wir haben Ideen ausgetauscht, über Figuren gesprochen und haben schnell gemerkt, dass wir auf der gleichen Welle surfen. Und da wir junggeblieben sind – wie man wohl auch bei unseren zahlreichen Posts merkt – war der Schritt zurück ans College oder die Highschool gar nicht so schrecklich schwer. Ich muss schließlich immer noch meinen Ausweis vorzeigen, wenn ich Alkohol kaufe. Der einzige Hintergedanke für mich war: dann schreiben wir zusammen mal was!

Anne: HAHAHAHAHA. Ja, so auch hier. Ich denke, wir haben etwas ziemlich Alters- und Zeitloses in uns. Bei Renate Hoffmann hat ein Leser in einer Rezension geschrieben, dass er vermutet, dass es sich um viele autobiografische Elemente handelt. Ein anderer meinte, ich wäre alt. Und auch bei 434 Tage vermutete manch ein Leser Parallelen zum eigenen Leben. Aber ich versichere, das ist alles nur Fantasie. Ich hatte noch nie den Wunsch zu sterben, noch war ich verheiratet, und habe folglich auch nie meinen Mann betrogen (nein, auch nicht den Freund!!). Ich würde sagen, es ist (einer der wunderbarsten) Bestandteile unseres Berufs, abdriften zu können... in neue Welten. Und das Driften zu Katie und Dillen war nicht allzu schwierig. Die Chemie hat gestimmt. Und Carrie und ich sind ja jung(geblieben).


Wenngleich wir dieses Gespräch liebend gern noch auf eine unbestimmte Anzahl an Fragen ausdehnen könnten, nun vorerst eine letzte: Unabhängig voneinander schreibt ihr Romane, die im mic-Kosmos spielen. Ein Gedanke der mir dabei sofort in den Sinn kam, als ich davon hörte, ist der des Crossovers. Wie steht ihr dieser Option – vollkommen unverbindlich natürlich – gegenüber?

Adriana: Du meinst, dass ihre Charaktere auch mal bei mir vorkommen und vice versa? Ausgeschlossen ist nichts. Aber Ally kennt ihre Figuren so viel besser als ich das tun könnte. Es soll kein Mischmasch werden, die Figuren sollen sich treu bleiben. In Szenen als Nebenfiguren aufzutauchen ist aber gewünscht, geplant und bereits geschehen. Make it count bietet sich für ein Crossover ja geradezu an!

Anne: Und manche unserer Nebenfiguren werden vielleicht einmal zu Hauptfiguren und die sind mit Figuren der anderen Geschichten befreundet. Wie im Leben eben. Da steht bei Facebook ja auch: 3 gemeinsame Freunde. Make it count und die Charaktere sind aus dem Leben gegriffen. Gut, sie leben in den USA und sie sind nicht real. Zumindest im herkömmlichen Sinne. Denn in unseren Köpfen wurden sie lebendig.


Ihr glaubt gar nicht, was es für ein Vergnügen war, mit euch zu plaudern. Es hat mich ungemein gefreut, dass ihr mir und damit uns allen Rede und Antwort zu ein paar brennenden – seien wir ehrlich: ein paar essentiellen – Fragen gestanden habt. Ein großes Dankeschön dafür!

Bleibt mir an dieser Stelle nur noch, euch für euer New Adult Debüt alles Gute zu wünschen. Ally & Carrie, make it count!!!


Freitag, 14. März 2014

[Rezension] Renate Hoffmann (Anne Freytag)

Anne Freytag: Renate Hoffmann 

Ein Buch, zu dem mir  so mein Gefühl  die zutreffenden Worte fehlen ... Das ist kein Scherz ... Aber ich muss und vor allem möchte dennoch etwas zu meiner Begegnung mir Frau Hoffmann sagen. Denn sie war einmalig!
Selten habe ich ein Buch gelesen, dass in diesem Maße auf seine sehr eigene, im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreibliche Art einnimmt.
Die inhaltliche Thematik kombiniert mit einer recht eigenwilligen, aber zugleich gebrochenen Protagonistin ist eine vorzügliche Mischung. Doch umrahmt und getragen wird das Ganze durch den außergewöhnlich charakteristischen Ton einer Anne Freytag, die Worte für jede Lebens- und Gemütslage in petto zu haben scheint.
Kurzum: Ein Roman, der gelesen werden muss! Das ist ebenso wenig ein Scherz.


~ Rezension ~

Wenn ein Augenblick zur Schnittkante zwischen dem Vorher und dem Danach wird …

Renate Hoffmann war eine junge Frau voller Lebenslust und Zukunftspläne. Sie hatte das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Sie glaubte, die Welt gehöre ihr. Endlich. Nach einem steinigen Weg. Doch dann änderte sich an einem Novembertag vor sieben Jahren alles. Seither führt eine zurückgezogene, lethargische Frau Hoffmann ein Leben voller Trostlosigkeit. Bis eben diese Frau Hoffmann beschließt, vom Balkon in den Tod zu springen. Doch plötzlich überkommen Frau Hoffmann leise Zweifel und sie fasst erneut einen Entschluss, der ihr Leben auf den Kopf stellen soll. Doch ist es das, was Frau Hoffmann wirklich möchte? Oder hat sie zu hoch gepokert und verliert sich dabei endgültig?

Anne Freytags Renate Hoffmann ist ein Roman, der das Leben einfängt – an einem Punkt, an dem es wehtut. Doch genau dieser Schmerz ist es, der spüren lässt, am Leben zu sein; besser noch: lebendig zu sein.

Frau Hoffmann ist eine Protagonistin, deren Konturen markante Ecken und Kanten in Form von zermürbendem Kummer und tieftraurigen Erinnerungen prägen. Nach außen hin wird jene scharfkantige Unnahbarkeit durch neurotische Akkuratesse und ausufernde Pedanterie abgepolstert. Doch im Inneren schwelt unter den Trümmern zerbrochener Lebendigkeit noch immer die Sehnsucht nach mehr.
Frau Hoffmann ist ein Charakter, der mir persönlich binnen weniger Seiten ans Herz gewachsen ist – trotz oder gerade wegen ihrer Sicht der Dinge.

Was beim Lesen dieses Romans neben der filigranen Erörterung menschlicher Stärken, Schwächen und Abgründe ins Gewicht fällt, ist der Stil der Autorin, die Geschichte zu erzählen. Ich möchte ihn tatsächlich als einzigartig bezeichnen – ohne mich dabei allzu weit über die besagte Balkonbrüstung zu lehnen. Denn ich kann mich nicht erinnern, Ähnliches in dieser Art und Weise umgesetzt schon einmal gelesen zu haben.
Anne Freytag balanciert eine hohe Emotionalität und eine angenehme Schlichtheit bestens aus. Sie legt jenes gewisse Etwas in ihre Erzählungen, das unter die Haut geht. Damit gelingt es ihr, das abstrakt Scheinende greifbar zu machen. Sie materialisiert Gefühle. Eine Fähigkeit, die das Lesen des Buches trotz seiner brisanten Geschichte zu einem Vergnügen macht.

Allen Unwegsamkeiten zum Trotz umgibt das Schicksal der Frau Hoffmann stets ein Schein des Hoffnungsvollen. Eine Stimme, die anfangs wie eine Souffleuse flüstert, später mit vehementer Hartnäckigkeit den Ton angibt. Soll heißen: Die Botschaft Gib (dich) niemals auf! gewinnt die ungeteilte Aufmerksamkeit.

Summa summarum ein Roman, der mit seinen Zeilen und zwischen selbigen zu fesseln weiß. Anne Freytag versteht ihr Handwerk. Sie ist verantwortlich für höher schlagende Herzen und solche, die zerbersten. Sie gibt Hoffnung und schenkt bittere Erkenntnis ein. Doch sie schubst niemanden leichtfertig vom Balkon. Schon gar nicht, wenn dieser Jemand eine Geschichte zu erzählen hat. Eine Geschichte, die vieles bewegt.

F★ZIT: Facettenreich. Fragil. Formvollendet.


Freitag, 7. März 2014

[Buchpost] Nicht nur freytags: Hoch die Tasse! Gemeinsam mit Renate.

Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit, da hat eine Autorin, deren erfrischendes Engagement herrlich ansteckend ist, eine ihrer sehr besonderen Freytagstassen verlost ...

Anne Freytag bat ihre Leser/Fans auf ihrer Facebook-Seite darum, sie wissen zu lassen, weshalb genau sie Freytag (in jeglich erdenklicher Form) mögen. 
Unter den Kommentatoren wurde anschließend a) die bereits erwähnte Freytagstasse, aus der es sich auch den Rest der Woche wunderbar trinken lässt, und b) der Ehrenplatz auf einem freytägigen Facebook-Cover verlost. Prima Idee! Denn, ich finde, es wird den eigentlichen Helden hinter unvergesslichen Lesestunden und feinster Unterhaltung, den Autoren, im Allgemeinen viel zu selten gesagt, wie wirklich gut sie ihren Job machen!

Allerdings hätte ich bei all dem Faneinsatz kaum damit gerechnet, mit meinen Worten zur Gewinnerin gekürt zu werden. Schockschwerenot ... und überaus genial.

So trug es sich zu, dass ich a) ein großes Paket mit Absender Freytag Literatur in Empfang nehmen durfte und b) zum "Covergirl" wurde.



© Freytag Literatur


Nicht, dass dieses exklusiv gestaltete Stück Porzellan UND das Cover genug gewesen wären?! Nein, die liebe Anne schickte mir als Überraschung zudem ein signiertes Exemplar ihres Romans Renate Hoffmann mit. Umwerfend! Vielen, vielen lieben Dank!!!

Für einen teetrinkenden Bücherwurm wie mich, der Freytag liebt, kann es wohl kein fröhlicheres Happy End geben. Und wenn nicht gerade Freitag ist, wird somit ab sofort jeder Tag zu einem kleinen Freytag

ENDE.