"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 14. März 2017

[Rezension] New York Diaries — Sarah (Carrie Price)

Carrie Price: New York Diaries — Sarah 

Was kann ich sagen?

Beim Lesen dieses Romans habe ich mich direkt in eine meine Lieblingsserien versetzt gefühlt, in der sich auch alles rund um die Passion für Musik und deren Tücken dreht. Möchte heißen, Carrie Price gelingt es, ihre Charaktere und deren Entwicklungen mit enormer Plastizität zu versehen, sodass es sich anfühlt, als würde sich das geschrieben Wort bei Umblättern der Seiten in ein Daumenkino aus bewegten Bildern verwandeln. 

Also, was kann ich sagen?

Zugabe. Zugabe!


~ Rezension ~

Welcher ist der (Noten-)Schlüssel, der dein Herz öffnet?

Seit sie in New York angekommen ist, verfolgt Sarah Hawks, deren größte Leidenschaft die Musik ist, nur ein Ziel: Sie möchte ihren Traum, sich als Musikjournalistin zu etablieren, leben. Sie ist stets auf der Suche nach dem ganz besonderen Sound, dessen Hitpotenzial in Hingabe und Aufrichtigkeit zu finden ist. Als sie eines Abends durch einen glücklichen Zufall die Stimme von Will Brown hört, spürt Sarah es sofort: Dieser Mann strahlt auf besonderste Weise, wenn er singt. Doch irgendwie scheint er sich dessen selbst nicht so recht bewusst zu sein. Als Sarah wenig später auf den charismatischen Musikproduzenten Charlie trifft, eröffnet sich ihr die Chance, als Musikscout der Welt Talente wie Will zu präsentieren. Allerdings muss Sarah auch realisieren, dass nicht jeder die Musik fühlt wie sie. Ihr Herz bricht —und das nicht nur aufgrund dieser Erkenntnis.

Mit New York Diaries — Sarah steuert Carrie Price ihren ersten Roman zu einer Buchreihe bei, die mittels Lebendigkeit, Launen und Liebenswürdigkeit zu bestechen weiß. Sarahs Geschichte kommt dabei wie ein Lieblingslied daher, dessen Dauerschleife uns nie langweilig wird.

Die Mischung macht's. Das ist im Leben wie in der Musik so. Da sind die leisen Töne und ehrlichen Worte, die unter die Haut gehen; die frechen Crescendos, die uns gute Laune bescheren; die ziependen Disharmonien, die aus der Reihe tanzen und uns aus dem Tritt bringen. Genau ein solch facettenreiches Arrangement bringt Carrie Price zu Papier, indem sie Sarah, Charlie und Will eine Stimme gibt. Was die drei liebevoll gezeichneten Protagonisten vereint, ist die Musik. Was das Trio sprengt, ist die Musik.

Inmitten des großen New Yorks, in dem auf der einen Seite der Avenue Glanz und Erfolg, auf deren anderen zerschmetterte Träume und gerissenen Gitarrensaiten warten, versuchen die drei Hauptcharaktere zu bestehen. Dabei wollen sie Erwartungen gerecht werden, ihrem Herzen folgen, unter Beweis stellen, dass es sich für das große Ganze zu kämpfen lohnt. Dafür werfen sie —allen voran Sarah— alles in die Waagschale, was sie haben: Leidenschaft, Überzeugung, Leichtsinn. Manchmal ist genau dieser Enthusiasmus unser Anker; manchmal wird er zu Treibsand, in dem wir untergehen.

Ohne aufgesetzt zu wirken, gibt die Autorin mit ihrem Buch gleich mehreren glaubwürdigen Liebesgeschichten eine Bühne. Denn neben den zwischenmenschlichen Beziehungen, die jede auf ihre Art berührt, wären da noch die formidabel herausgestellte Liebe zur Musik und natürlich die durch wundervolle Details zum Leben erweckte Verbundenheit zu New York. Die Absorptionskraft von Carrie Prices Erzählstil, dessen unumstrittener Fan ich bin, ist einmal mehr ein großartiger Hauptact.

Wer diesen Roman liest, wird sich fühlen, als hätte er einen Backstage-Pass für die Welt hinter dem Scheinwerferlicht geschenkt bekommen. Hier lichtet sich der Schleier der Nebelmaschine und es werden Saiten angeschlagen, die echt sind.

F★ZIT: Ausdrucksvoll. Emotional. Charmant.


Montag, 27. Februar 2017

[Neu im Bücherregal] Leserglück³

Es gibt Bücher, an denen komme ich schlichtweg nicht vorbei. Aus überaus triftigen, aber mitunter durchaus verschiedenen Gründen... 

...mag sein, dass es der kuschelige Gemütlichkeitsfaktor ist, nachdem wir besonders während der Wintermonate Ausschau halten, der mich nicht hat zögern lassen, The Little Book of Hygge von Meik Wiking in mein heimisches Bücherregal zu holen. Die liebevollen Buchbeschreibungen einiger meiner geschätzten Bloggerkollegen taten diesbezüglich ihr Übriges. Ich war also leichte Beute.

...mag sein, dass New York Diaries — Sarah aus der Feder von Carrie Price genau diesen Ich-war-noch-niemals-in-New-York "Blues" aufs Schönste zum Klingen bringt, den ich so liebe, sodass ich unmöglich hätte widerstehen können. Bin ich durchschaubar? Macht in diesem speziellen Fall ganz und gar nichts.

...mag sein, dass Uwe Haucks Depression abzugeben eine jener eloquenten, unverfälschten und vor allem inhaltsreichen Lebensgeschichten ist, die uns die Scheuklappen vor dem Krankheitsbild "Depression" nimmt und ich bereits die Leseprobe beeindruckend fand.

Trotz ihrer großen Unterschiedlichkeit wie Tag und Nacht haben diese drei Werke eines gemeinsam: Ich entwickle ihnen gegenüber einen konsequenten Muss-ich-lesen-Drang. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bin dann mal weg...


Dienstag, 10. Januar 2017

[Rezension] New York Diaries — Claire (Ally Taylor)

Ally Taylor: New York Diaries — Claire 

Übersprudelnd und umarmend, kokett und überwältigend. Einfach ein bisschen mehr von allem vereint nicht nur die Stadt, die niemals schläft, sondern eben auch die neue von Knaur veröffentlichte Romanreihe von Ally Taylor und Carrie Price. Vielversprechend! Denn wann immer Geschichten der beiden Autorinnen "in Serie gehen", ist eloquente Popcornunterhaltung garniert mit Herzschmerz ziemlich wahrscheinlich. So auch dieses Mal?

P.S.: Dass NEW YORK nun dank der beiden Bühne des großen Geschehens wird, macht das Entzücken für mich persönlich bereits zu so etwas wie einem Selbstläufer. Die Hälfte der (in NY zugegeben teuren) Miete ist also so gut wie drin...


~ Rezension ~

If you can make it here...

Nachdem Claire Gershwin wieder einmal das Herz gebrochen wurde, kehrt sie mit ins Kellergeschoss gerutschtem Stolz zurück nach New York. Dort findet sie Unterschlupf im Kleiderschrank ihrer besten Freundin June — und das mit Anfang dreißig. Was ist nur aus ihren Visionen geworden? Und als hätte Claire nicht schon genug mit den Scherben ihrer Gegenwart zu kämpfen, treten da auch noch Jamie, Claires erste große Liebe, und Danny, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet zurück in ihr Leben. Katastrophe oder Segen? Schließlich gab es triftige Gründe, weshalb seit Jahren Funkstille herrschte. Aber wurden die eigentlich jemals tatsächlich offen angesprochen? 

New York Diaries — Claire aus der Feder von Ally Taylor bildet den Auftakt der New York Diaries. Dies ist eine Romanreihe, die in das prächtige Kaleidoskop aus Alltagswahnsinn, Liebe und der Suche nach dem angekommen Ich in eine Weltstadt entführt.

Vertraut gewandt, bildsprachlich ausgeklügelt und emotional ansprechend wirft Ally Taylor ihre Leser/innen unmittelbar ins Geschehen. Bei diesem handelt es sich um das verworrene und gerade unbeschreiblich aufgewühlte Leben Claires. Die Autorin porträtiert eine junge Frau, die zum einen liebenswert chaotisch und witzig, zum anderen von Emotionen überwältigt daherkommt. Sie möchte endlich einen Haken hinter eine ihrer Meinung nach verkorkste Vergangenheit machen und übersieht dabei allerdings das Wesentliche: Dass sie ohne ebenjene Erfahrungen nicht die mutige, loyale Persönlichkeit geworden wäre, die nie aufgehört hat, ein wenig an den Zauber von Disney zu glauben.

Dass sich Claire nun abermals in einem Netz aus verdrängten Gefühlen, ungeahnten Ängsten und unausgesprochenen Worten zu verheddern droht, gehört einfach zu ihrem Schicksal wie die Freiheitsstatue zu New York. Natürlich sind knisternde und bittersüße Klischees und hyperventilierende Überspitzungen da nicht weit. Hallo? Das sind immerhin maßgebliche Klassiker des von der Autorin geprägten Genres! Meiner Meinung nach wird der Bogen aber nie überspannt. Denn das hohe Maß an packender Emotionalität und innerer Zerrissenheit sorgt dafür, dass die Fiktion in einen Mantel lebensnaher Glaubwürdigkeit und Tiefenwirksamkeit gehüllt wird.

Was mich an diesem Roman zudem besonders begeistert, ist die große Liebe zum Detail, mit der New York den Leser förmlich in den Bann zieht. Die Stadt wird nicht nur als Setting lebhaft in Szene gesetzt, sondern wird mit ihrer Ausstrahlung und Sogkraft zu einer weiteren Protagonistin. Ally Taylor gelingt es, uns den New Yorker "way of life" zu kredenzen wie ein köstliches Stück Apple Pie mit Sahne. Chapeau... und Nachschlag, bitte!

Ein Roman, der es seiner gewählten Kulisse gleich macht und Herzen springen, brechen und heilen lässt. Seine Botschaft? Manchmal sehen wir das Zuhause unseres Seelenheils vor lauter Wolkenkratzern nicht. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht da ist.

F★ZIT: Aufmüpfig. Attraktiv. Aufwühlend.


Dienstag, 29. November 2016

[Neu im Regal] Ein Trio gegen die Novembertristesse

Dass ich es mir keinesfalls entgehen lassen kann, wenn Ally Taylor alias Anne Freytag mit ihrem ersten Roman einer neuen lebhaften Reihe, die sie gemeinsam mit Carrie Price alias Adriana Popescu zum Leben erweckt, aufwartet, versteht sich von selbst, nicht wahr? Daher konnte ich den goldgelb strahlenden Teil New York Diaries — Claire natürlich nicht stehen lassen, als er mich im hiesigen Buchgeschäft geradezu hypnotisierend anlachte. WOOHOO, NEW YORK, ICH KOMME!!! 

Darüber hinaus bahnte sich die (fiktive) Biografie von Erika Mustermann ihren Weg zu mir. Ein herzliches Dankeschön an Eden Books für diese Überraschung im Postkasten. Schließlich hatte doch "die Erika von nebenan" Geburtstag und nicht ich. Aber so kann es gehen. 

Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, freue ich mich obendrein über das liebevoll gepackte Paket, auch Herzensbag genannt, das ich im Rahmen der Herzenstage, die Bücherwürmern daheim rund um die Frankfurter Buchmesse ein Lächeln ins Gesicht zauberten, tatsächlich gewonnen habe. Überschwängliche Leserfreude auf ganzer Linie, glaubt es mir! Vielen Dank an all die Mitwirkenden. Ihr bekommt das Prädikat "Liebenswert!" verliehen, keine Frage. 
P.S.: Bin aus verschiedenen Gründen augenblicklich großer Fan der beiden Stoffbeutel. Entzückend!

Mit all dieser spritzigen Lektüre ausgestattet (und mit den obligatorischen Weihnachtsmelodien im Ohr) steuere ich nun also bester Dinge dem Dezember entgegen. Ganz ähnlich ergeht es euch hoffentlich auch.