"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Samstag, 16. März 2013

[Buchpost] Zeit für eine Premiere

Da ich recht vielseitig veranlagt bin, was mein Interesse für Lektüre betrifft, und ich neuen/ neuartigen Leseerlebnissen stets offen gegenüberstehe, nahm ich das mir kürzlich vom Carlsen Verlag unterbreitete Angebot an, mich Soulless von Gail Carriger zu widmen. Besten Dank!

Dabei handelt es sich um ein Manga, das am 19. März 2013 erscheint und dessen Handlung zwischen dunklen Mächten und zarten Banden im viktorianischen London angesiedelt ist. Für Freunde dieser asiatischen Tradition Geschichten zu erzählen bestimmt vielversprechend. Ich lass mich von meiner Manga-Premiere einfach einmal überraschen und werde selbstverständlich berichten.


Donnerstag, 14. März 2013

[Buchmesse] Ein Hochgefühl rumort!

Das große Tohuwabohu, das geordnete Chaos, das eifrige Pilgern beginnt! 

Von heute an steht das Leipziger Messegelände Kopf und bis zum Sonntag ganz im Zeichen der Bücherwürmer, Wortakrobaten und Freunde geflissentlicher Rhetorikblüten. 

Los geht's, die zweitgrößte Buchmesse der Nation lädt ein!

Nicht vieles wird hier dem Zufall überlassen, obgleich ein hiesiger Überschwall an Eindrücken schon zu einer spontanen Ausschüttung von unzähligen Glückshormonen führen kann und wird.

Apropos, 25 Glückliche, die die Messe gewiss in goldiger Erinnerung behalten werden, sind die auserlesenen Autorinnen und Autoren der Shortlist Belletristik des autoren@Leipzig Awards. 
Ich freue mich in der Kategorie Belletristik vor allem für Adriana Popescu und Katrin Koppold, die sich in der Top 25 (aus rund 400 Bewerbungen resultierend) einen Platz gesichert haben. Zu Recht! Denn beide glänzen durch einen quicklebendigen, humorigen und eingängigen Stil mit persönlicher Note. Super! 
Die Auszeichnung der Preisträger des Awards findet im Übrigen am Freitag, den 15.03.13 statt. Vielleicht möchtet ihr vorbeischauen.

So, nun wünsche ich euch allen ein paar hervorragende Messetage - ob als jubilierender Besucher selbst oder als wissensdurstiger Stöberer in den mit Sicherheit vielfältigst erscheinenden (Blog-) Beiträgen. Viel Vergnügen!


Mittwoch, 13. März 2013

[Schreibzeugkiste] Das Kind braucht einen Namen!

Nicht nur werdende Eltern machen sich tiefgründige Gedanken zur Namensgebung ihres Sprosses (jedenfalls ist das zu hoffen), sondern auch Autoren fühlen sich mit dieser Qual der Wahl konfrontiert. Schließlich gleicht das Schreiben einer Geschichte diesbezüglich etwa einer Art Mehrlingsgeburt und spätere Identitätskrisen sollten doch vermieden werden. 
Ich für meinen Teil mag diesen Aspekt der Recherchearbeit wirklich besonders! 

Immerhin handelt es sich hierbei um eine nicht gerade unbedeutende Entscheidung, die möglichst mit durchdachter Bedacht zu treffen ist. Welche Kriterien gilt es nun bei der Namensgebung seiner Kinder - Pardon, Charaktere - zu beachten?

Meine Checkliste lautet in diesem Falle wie folgt:

In erster Linie sollte der Name einen Wiedererkennungswert haben. Gewisse Referenzen bezüglich mancher Eigenheiten und Charakteristika der Figur dürfen allein hierbei schon Betonung finden.

Beliebt und gleichermaßen schlicht sind "sprechende Namen" wie etwa Pippi Langstrumpf (aus der gleichnamigen Geschichte von Astrid Lindgren), Pippa Wunsch (aus Versehentlich verliebt von Adriana Popescu), Charlie St. Cloud (aus Wie durch ein Wunder von Ben Sherwood) oder ebenso Fabian Engel (aus Zimtzuckerherz von Heike Abidi). Solche Namen sind griffig und bringen sofort eine eigene Assoziation mit sich.

Praktisch ist es auch, wenn sich die Namen in den zeitlichen und räumlichen Kontext integrieren. Heißt schlichtweg: eine Hélène Bailly passt wunderbar nach Frankreich, während ein Tarjei Andersson eine ideale skandinavische Steilvorlage bietet.

Nett von der Zunge gehen gleichermaßen Namen, die im Schema der Alliterationen à la  Ronja Räubertochter geformt sind.   

Dann gilt es noch auszuwählen, ob die Namensgebung vorrangig kraftvoll genügsam oder doch eher extravagant ausladend erfolgen soll.

So weit, so gut. Und dabei handelt es sich nur um eine eine Handvoll potentieller Kriterien. Jeder Autor hat diesbezüglich recht eigene Prioritäten, Eigenheiten oder gar Marotten. 

Ich beispielsweise mag das Experimentieren mit Namen und mag auch das Vergeben von (englisch klingenden) Doppelnamen. Dies rührt jedoch vor allem daher, dass meine Handlungen bisher stets einen Bezug zum englischen Kontext hatten. Dort ist es eben äußerst üblich einen Erst- und mindestens noch einen Zweitnamen zu vergeben. Kommt in diesem Falle meiner Vorliebe sehr zupass. Außerdem kann ich mich oftmals gar nicht nur für einen einzigen Namen entscheiden. Demnach braucht sich niemand über eine Ava Louisa Swan zu wundern. 

Ein weiterer Faktor, welcher die Namenswahl für Figuren lenkt, ist die Frage: Wählt der Autor Namen, zu denen er bis dato kein lebendes Vorbild hat, oder greift er auf lebensechte "Paten" zurück? Hierbei kann es sich im Übrigen von Zeit zu Zeit auch um eine Gewissensfrage handeln, nicht wahr?

Ihr merkt, gar kein lapidares Unterfangen und im günstigsten Falle eine Entscheidung mit gutem Ausgang, die ausreichend Markt- und Markenwirkung nach sich ziehen kann. 

In diesem Sinne: Fröhliches Suchen und Finden von eingängigen, betont lässigen oder pointiert herausstechenden Namen für Kind und Charakter!


Dienstag, 12. März 2013

[Rezension] Das Sonnenblumenfeld (Andrej Longo)

Andrej Longo: Das Sonnenblumenfeld

Ein Stück italienisches Flair samt Verve, Sinnlichkeit und Wärme hält man mit diesem Werk in Händen. Doch nicht weniger verbirgt sich hinter dem sonnenblumengelben Umschlag eine Geschichte gespickt von Verzweiflung und erschütternder Kurzschlussreaktion. Bildlhaft gesprochen würde ich sagen, dass Emotionen in sämtlichen Farben des Regenbogens komprimiert und dennoch transparent verpackt die Stärke dieser Geschichte sind. Und davon kann ich nahezu nie genug bekommen. 
Eine persönliche Affinität zu Sonnenblumen tat wahrscheinlich ihr Übriges, um dieses Buch im Nachhinein mit einer aufschlussreichen Reise nach Italien zu verbinden.  


~ Rezension ~

Zwischen strahlender Liebe und grollendem Zorn

Die hübsche, willenstarke Caterina und der schüchterne, herzensgute Schusterjunge Lorenzo sind füreinander bestimmt. Das wissen sie seit dem ersten tiefen Blickkontakt auf dem Fest des Bürgermeisters. Doch aufgrund der Missgunst des eigenen Vaters und des aufdringlichen Verehrers Fellone halten die beiden ihre Gefühle geheim.
Als die Beziehung eines Tages dennoch publik wird, schäumt Fellones Eifersucht über und er fasst einen Entschluss. Ein niederträchtiger Plan wird geschmiedet und lässt die Beteiligten einen hohen Preis zahlen.

Das Sonnenblumenfeld ist ein klassisches Drama um eine aufblühende Liebe. Ich fühlte mich unweigerlich an Shakespeares Romeo und Julia erinnert. Der Grundtenor ist der Gleiche, wobei sich Andrej Longo sehr gut darin versteht, die mitreißende Lebenslust aber auch die gesellschaftlichen Tücken des modernen Italiens in die Geschichte einzuflechten.
Aufflammende Zuneigung und melodische Harmonie kommen ebenso zur Geltung wie aufwühlende Zweifel und untrügliche Gewalt. Eine Melange an Emotionen, welche durch die Bandbreite an individuellen Charakteren getragen wird.

Ein besonderes Merkmal dieses Romans, das mir wie ein warmer Hauch entgegenwehte, ist die Wortmalerei, mit derer Longo nicht nur ein unvergleichbares Lebensgefühl einfängt oder mit dem Schicksal hadert, sondern ebenso geschickt auf Missstände aufmerksam macht. Jener komprimierten Bildhaftigkeit steht der Schreibstil, der generell einfach und bündig gehalten ist, gegenüber. Dies verleiht der Rhetorik alles in allem eine angenehme Leichtfüßigkeit.

Die Komposition aus unterschiedlichen Handlungsebenen, Zeitsprüngen und Schicksalen, die sich früher oder später kreuzen, lassen zum einen in die Gedanken und Gefühle der Figuren eintauchen, verraten zum anderen jedoch nicht endgültig alle Details. Daher ist es am Leser selbst, ein abschließendes Resümee über Moral und Gerechtigkeit zu ziehen. Denn auch das offen gehaltene Ende erlaubt Spekulationen.

Insgesamt ist dies ein Roman, der einerseits die Klischees einer italienischen Romanze aufleben lässt, anderseits eine große Eigenständigkeit, Intensität und Symbolik ausstrahlt – ganz wie die Sonnenblume. Ein modernes Drama, welches berührt, schockiert und zum Lächeln bringt.

F★ZIT: Sinnbildlich. Energisch. Schlicht.


Montag, 11. März 2013

[Rezension] Zimtzuckerherz (Heike Abidi)

Heike Abidi: Zimtzuckerherz 

DAS ist ein Buch, bei dem ich bereits nach den ersten Seiten wusste, der Weg auf meine persönliche Hitliste ist geebnet. Dieses wohlige Gefühl, die Geschichte mit Esprit und großer Leichtigkeit vor dem geistigen Auge auf eine imaginäre Leinwand projizieren zu können, erfasste mich sogleich. Einfach phänomenal! 
Für mich ein Pageturner, dessen Komposition unwiderstehlich ist wie ein Mochaccino in hervorragender Gesellschaft. 
Kurzum: Ein Buch, das niemals hätte zu enden brauchen ...


~ Rezension ~

Zeit für eine perfekte Kaffeepause ...

Für Vera Kroemer könnte es aalglatter nicht laufen, ist sie schließlich eine vielgefragte Sachbuchautorin, die sich durch ihre innovativen Ratschläge zum Thema Ordnung ist das ganze Leben einen felsenfesten Ruf aufgebaut und in der Branche etabliert hat. Für Veronika Kramer hingegen wäre es gelegentlich ratsam, einen derartigen Ratgeber zu lesen. Sie ist im Chaos daheim und überlebt im Dschungel der alltäglichen Deadlines und Auftragsarbeiten nur dank ihrer besten Freundin Charlotte. Einziges Problem: Vera und Veronika sind ein und dieselbe Person. Doch ein Geheimnis, das jahrelang nur mittels Improvisation und Disziplin aufrechtzuerhalten war, gerät nun arg ins Wanken, als Veronika Bekanntschaft mit drei charmanten Männern macht. Allmählich ist guter Rat teuer!

Ein Roman wie Zimtzuckerherz besticht eindeutig durch Charme, Humor und Romantik. Heike Abidi ist es gelungen, eine Geschichte auf Papier zu bringen, deren vollmundige Note der eines schaumigen Cappuccinos mit Suchtaroma gleicht.

Die Figuren, allen voran Veronika Kramer/ Vera Kroemer und ebenso die reizende Tante Amanda und die penible Charlotte, stellen außergewöhnliche Persönlichkeiten dar, die unterhalten und vor allem hohes Identifikationspotential bieten. 
Nicht selten kamen mir die von der Autorin herrlich akzentuiert ausgemalten Situationen mehr als vertraut vor. Eine unglaubliche Beobachtungsgabe sowie das Talent, diese in markige Sinfonien aus Worten zu kleiden, darf Heike Abidi bescheinigt werden.

Neben der drolligen Handlung und deren amüsanter Entwicklung kristallisierte sich schnell die wunderschön schwungvolle, obgleich gelegentlich verträumte Gesamtatmosphäre heraus, welche - dem Titel alle Ehre machend - zu Herzen geht. Mit viel Verve, einer unverhohlenen Rhetorik sowie einer sympathisch verpackten Prise Kitsch präsentiert sich ein Roman, der perfekt gemacht ist, um das Kopfkino zu entstauben.

Eine mataphorische Sprache, kernige Vergleiche und das Anreißen pfiffiger Possen verleihen der Handlung den entsprechenden Schuss wie der Cognac dem gespritzten Mokka.
Hinzu kommen die detailreichen Ausführungen zu kulinarischen Delikatessen aller Art, die für das (literarische) leibliche Wohl sorgen. Köstlich!

Heike Abidi kreierte eine formidable Geschichte, die es dem Leser warm ums Herz werden lässt und zugleich zielsicher unterhält. Mit großer Schlagfertigkeit, romantischen Einlagen reinster Prägung sowie reizender Tollpatschigkeit ist Zimtzuckerherz ausstaffiert und garantiert genussvolle Lesestunden.

Ein energiegeladener Wiedererkennungswert dank eines ulkigen Drehbuchs, tadellos aufblühender Darsteller und einer Regisseurin in Person der Heike Abidi, deren Stil unnachahmlich ist.

F★ZIT: Humorig. Geschmackvoll. Wonnig.


Sonntag, 10. März 2013

[Sonntagsbrunch] Am 10. März 2013


Auf einen strahlenden Sonntag voller perlender Momente


~ eingefangen im  taufrisch anmutenden Garten (Deutschland) ~


Samstag, 9. März 2013

[Buchpost] Die Liebe zur Literatur

Die Buchpost, die mich in dieser Woche erreichte, steht gänzlich im Zeichen der Liebe zur Literatur, zum Leben und zu Frankreich.

Denn sowohl Souvenirs von David Foenkinos als auch Sein oder Nichtsein von Alexander Maksik sind Romane, welche ebenjene Facetten aufgreifen und zu einfühlsamen Geschichten voller Flair und Esprit verweben. 
Ich gehe von gefühlvollen und feinsinnig ausformulierten Reisen in die Welt der Wortgewandtheit aus und bin gespannt.