"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Freitag, 2. August 2013

[Neu im Regal] Märchen, sie verzücken nicht nur Kinder

Spätestens seit ich vor einigen Jahren die Verfilmung von Das zehnte Königreich gesehen und förmlich daran geklebt habe, bin ich Fan von Geschichten die auf fantasievolle Art und Weise Welten miteinander verbinden. Magische Wesen und Zauberkräfte verleihen dem Leben der oftmals ahnungslosen Helden darin sehr überraschend etwas Verblüffendes. 

Genau aus jenem Grund fühlte ich mich von The Grimm Legacy (deutscher Titel: Die geheime Sammlung) von Polly Shulman in einen Bann gezogen. Ha! Das dann zum Thema "magische Anziehungskraft". Es gibt sie also tatsächlich. Was mich natürlich überaus freut.


Montag, 22. April 2013

[Rezension] Goldmarie auf Wolke 7 (Gabriella Engelmann)

Gabriella Engelmann: Goldmarie auf Wolke 7

Ich mag Märchen UND ich mag Autoren, bei denen ich spüre, sie beziehen ihre Leser in ihre Arbeit unmittelbar ein. Gute Voraussetzungen sich diesem Buch von Gabriella Engelmann zu widmen? Definitiv!
Den begeisterten Einschätzungen zu diesem modernen Märchen konnte ich mich natürlich im Vorfeld nicht entziehen. Im Gegenteil, sie schürten meine Neugier.
Nun, nachdem ich förmlich durch dieses hübsche "Märchenbuch" geflogen bin, darf ich mit absoluter Sicherheit feststellen, ich mag Märcheninszenierungen, die durch Originalität und den Sinn für filigrane Ausgestaltung brillieren. Rundum gelungen und fabelhaft schimmernd!


~ Rezension ~

Mehr als nur ein Märchen ...

Mit der nahenden Weihnachtszeit scheint es das Jahr noch einmal gut zu meinen mit Marie Goldt. Durch Zufall bekommt sie einen Job im märchenhaften Laden Traumzeit, bei dem ihre von einer magischen Aura umgebene Chefin - liebevoll Frau Holle genannt - ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Außerdem trifft Marie auf den charismatischen Dylan, in dessen Gegenwart sie sich pudelwohl fühlt. Wenn da nur nicht diese ständigen Ohnmachtsanfälle, die Reibereien mit ihrer miesepetrigen Stiefschwester Lykke und die traurigen Gedanken an ihren verstorbenen Vater wären! Doch schon bald rotiert das Schicksalsrad ungewohnt schnell und katapultiert Marie und ihre Familie in ein anderes Hier und Jetzt.

Eine zauberhafte Neuinszenierung des Märchens Frau Holle ist Gabriella Engelmann mit Goldmarie auf Wolke 7 gelungen. Dabei schneiderte die Autorin ein himmlisches neues Gewand für die wohl bekannten Charaktere und passte diese mit Fingerspitzengefühl und Gespür für das Interesse der Zielgruppe in die moderne Großstadtkulisse Hamburgs ein.

Die jugendlichen Protagonisten - allen voran Marie und Lykke - bieten dem (jungen) Leserpublikum die Möglichkeit an lebensechten Sorgen, Entscheidungen, Sehnsüchten teilzuhaben. Hierzu gestaltete Gabriella Engelmann ihre Charaktere sehr markant und insbesondere recht gegensätzlich aus, wobei das Klassische einer Schwesterbeziehung stets nachzuvollziehen bleibt.
Für die wonnige Prise Magie und Stoff, aus dem Märchen gemacht sind, sorgen hier auf Erden Nives und als Märchenfiguren die Feenkönigin und ihre Priesterin in einer Welt, die an das Gute und Hoffnungsvolle glaubt.

Mir hat das Verflechten von "ganz normaler" Realität, traditionellem Märchenkult und schimmernder Neugestaltung wahrhaftig zugesagt. Scheinbar federleicht entführt die Autorin uns aus dem Trott des Alltäglichen und lädt ein, das Zauberhafte auch in unseren Gewohnheiten zu sehen.

Sehr gefühlsbetont und ohne großartige Umschweife wird die Geschichte im Wechsel aus den Perspektiven der Schwestern erzählt, wodurch die Handlung an Dynamik gewinnt. Sanftmütigkeit und Zielstrebigkeit werden an den Leser dann in den Passagen herangetragen, in welchen die Feenkönigin zum Zuge kommt. Das Potpourri der Erzähler verleiht der Geschichte Glanz und Strahlkraft und bereichert durch eine deutlich spürbare Entwicklung der Protagonisten.

Mit viel Esprit, Eigensinn und Energie verdeutlicht dieses (Jugend-) Buch auf sympathische und eingängige Weise, dass es sich lohnt nach Glück, Liebe und Zufriedenheit Ausschau zu halten, sich etwaigen Widrigkeiten zu stellen und sich hin und wieder vom Leben selbst überraschen zu lassen. Ein Märchen, das schweben lässt und dabei den Wert des Lebens - ohne moralisch zu erscheinen - unterstreicht.

F★ZIT: Charmant. Träumend. Pfiffig.



Freitag, 22. Februar 2013

[Rezension] Sternenreiter: Kleine Sterne leuchten ewig (Jando)

Jando: Sternenreiter - Kleine Sterne leuchten ewig 

Viel zu selten vergegenwärtigen wir uns die WIRKLICH bedeutungsvollen Dinge des Lebens. Im Strudel alltäglicher Verpflichtungen, Aufgaben und Erwartungen verschwimmt der eigentliche Fokus schnell und oft ohne, dass wir es bemerken. Doch ein Innehalten kann manches Mal Wunder bewirken und damit lang gehegte Träume und auch völlig neue Ambitionen zutage fördern. Ein Anliegen, welches diese schlichte und zugleich umso wertvollere Erzählung Jandos transportiert. 
Wer bin ich? Was sind meine Wünsche? Mit wem möchte ich die Erfüllung dieser teilen? Nicht, wer risikobereit beschleunigt, sondern derjenige, der einen Gang zurückschaltet, ist mutig und wird belohnt! Lasst uns nach den Sternen greifen!
Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Jando und Sandra von BuchZeiten, die mir den Genuss dieses aussagekräftigen Hörbuches möglich gemacht haben! Welch famoser Gewinn!


~ Rezension ~

Wirklich zu leben ist eine Gabe.

Mats ist Ehemann, Familienvater und er hat in dem Unternehmen, in dem er arbeitet, eine unverzichtbar wichtige Position inne. Für ebenjene Arbeit opfert er nicht nur seine kostbare Familienzeit, sondern ebenfalls sich selbst auf. Immer seltener kommt Mats zum Durchatmen und Reflektieren, vielmehr funktioniert er nur noch. Eines Abends, noch vertieft in ein drängendes Projekt, geschieht das unabwendbare Unglück: Mats gerät in einen Unfall und wird daraufhin über Wochen als Komapatient behandelt. Seine Genesung geht nur schrittweise voran, doch ein kleiner Junge mit einem verträumten Blick und einem großen Herzen nimmt Mats bei der Hand und führt ihm die Leichtigkeit eines erfüllten Lebens endlich wieder vor Augen. Ein Wendepunkt, der Mats eine Entscheidung treffen lässt!

Sternenreiter ist ein Werk, dessen lebensbejahende Botschaft Jando in einen Mantel aus Warmherzigkeit, Kindlichkeit und Zeitlosigkeit gekleidet hat.

In einer schnelllebigen Zeit wie der unseren, dient eine solche Geschichte als Katalysator der anregt, sich der eigenen Wünsche, Fähigkeiten und Möglichkeiten bewusst zu werden. Die kindliche unverfälschte Sicht des kleinen Jungen, der auf subtile und dennoch scharfsinnige Weise Mats, der stellvertretend für den vielmehr hastenden und selten rastenden Mainstream-Bürger unserer Gesellschaft steht, auf die wahrhaft wichtigen Dinge und Perspektiven des Lebens aufmerksam macht, fasziniert und berührt.

Die Worte und Weisheiten, die der Autor wählt, kommen milde und wohltuend daher. Sie überfordern nicht durch strenges Moralisieren, sondern entführen mittels gescheiter Sinnhaftigkeit, die den Leser zum Überdenken der eigenen Vorstellungen von Erfüllung, Zufriedenheit und Glück animieren.

Die einzigartige Freundschaft zwischen den beiden grundverschiedenen Protagonisten wurde für mich durch den vorgenommenen Rollentausch – ein Kind ebnet dem lebenserfahrenen Erwachsenen den Weg zu einer bewusst ge- und erlebten Zukunft – sehr treffend herausgestellt.

Diese ermutigende Geschichte samt philosophisch angehauchten Lebensweisheiten Jandos wird in der Hörbuchversion, welche ich erleben durfte, vom Autor selbst gelesen und durch stimmungsvolle Musik hervorragend ergänzt. Instrumentale Stücke verleihen hierbei ebenso Flügel wie die von Isgaard und Cramen Dethof gesungenen Passagen.

Alles in allem ein modernes Märchen für Erwachsene, das sowohl durch Sanftmut und Gefühl als auch durch Ernsthaftigkeit und Weisheit funkelt wie tausend kleine Sterne. Balsam für die Seele! Ein Wegweiser, der für Entschleunigung und Geborgenheit, Vertrauen und Selbstverwirklichung steht. Sich selbst treu zu bleiben, seine Liebe zu teilen, Träume zu verwirklichen – all das verdient es nicht, aufgeschoben zu werden!

F★ZIT: Beflügelnd. Ergreifend. Reflektierend.


Samstag, 16. Februar 2013

[Buchpost] ... und die Sterne sind so nah

Wer sagt denn, dass das beste Alter für Märchen die fantasievollen Kindertage sind? Niemand! Genau aus diesem Grund und auch, weil es uns Erwachsenen gelegentlich vergönnt sein sollte, ein wenig in Erinnerung zu schwelgen, Hoffnung zu schöpfen und grundlegende Lebenseinstellungen zu be- und überdenken, gibt es Autoren, die Märchen für Leser jenseits der Jugendweihe und des Schulabschlusses schreiben.

Zu diesem Autoren gehört auch Jando. Er kann als Botschafter moderner und zeitgemäß umhüllter Geschichten, die das Leben schreibt, verstanden werden. Eine Berufung, welche Jung und Alt verzaubern und zum Träumen bestärken kann.

Kürzlich ereignete sich ein echter Glücksfall - die Sterne standen wohl in einer äußerst günstigen Konstellation -, indem ich nämlich von der lieben Fabella auf ihrem Blog BuchZeiten für den Gewinn des Hörbuchs Sternenreiter, geschrieben und gesprochen von Jando, ausgelost worden bin. Wenn das nicht himmlisch ist?! Daher erreichte mich nun eine wundervoll lebensbejahende Post vom Autor selbst, die sowohl das Hörbuch als auch eine persönliche Nachricht und eine Sammlung an Postkarten, die die Liebe zum Leben betonen, enthielt. Hatte ich schon erwähnt, dass ich solch sinnhafte Postkarten unheimlich mag? In der Tat, das tue ich!

Mein herzliches Dankeschön richtet sich an dieser Stelle noch einmal an Fabella und Jando, die mir beide das Ticket für eine Reise ins moderne Märchenland ermöglicht haben! Lasst uns nach den Sternen greifen!