"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
Posts mit dem Label Engelmann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Engelmann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 18. Dezember 2013

[Rezension] Im Pyjama um halb vier (G. Engelmann & J. M. Leonhardt)

Gabriella Engelmann & Jakob M. Leonhardt: Im Pyjama um halb vier


Für wen von uns, die in der Welt der sozialen Netzwerke Fuß gefasst haben, spielt der Austausch von persönlichen Nachrichten mit Freunden keine Rolle? Eben! Und genau auf diesem die Massen begeisternden Phänomen baut diese vorrangig für junge Leser gemachte Lektüre auf. Doch sie geht darüber hinaus und webt einen wundervoll intensiven Faden wachsender Neugier, unerklärlicher Vertrautheit und bedeutsamer Schicksalshaftigkeit. 
Sympathisch und sehr publikumsnah kommen die Charaktere daher, wobei sie ihre Karten ausspielen, sich jedoch nicht immer in die Karten blicken lassen. Wenn das Klicken der Tastatur zu einem Knistern wird ...


~ Rezension ~

Im Unbekannten liegt das Vertraute

Lulu ist auf der Suche. Auf der Suche nach Ben. Denn nur Ben kann ihr sagen, ob sein bester Freund Marco vielleicht Interesse an ihr haben könnte. Via Facebook trifft Lulu nun auf Ben, der jedoch keinesfalls mit Marco befreundet ist. Doch das ist alles andere als wichtig, denn schnell kommen die beiden Teenager ins „Gespräch“ und freunden sich an. Eine unbeschreibliche Freundschaft entwickelt sich zu diesem Fremden dort im World Wide Web. Sowohl Lulu als auch Ben fühlen sich beflügelt, mit dem jeweils anderen wie selbstverständlich ihre größten Euphorien und ebenso die innersten Bedenken zu teilen. Doch dann beschleichen sowohl Lulu als auch Ben Zweifel. Ist es wirklich klug, eine derartige Vertrautheit entstehen zu lassen?

Einen gelungenen und der heranwachsenden Generation an „Digital Natives“ wie auf den Leib geschneiderten Coup hat das Autorenduo Gabriella Engelmann und Jakob M. Leonhardt mit Im Pyjama um halb vier zu Papier gebracht.

Das Strickmuster dieses Jugendbuches ist schlicht, doch die Wirkung ist umso brillierender. Der rege Austausch an persönlichen Nachrichten über Facebook zwischen der quirligen Lulu aus Hamburg und dem schlagfertigen Münchner Ben ist der Garant für perfekt dosierte Unterhaltung.
Die beiden Protagonisten wurden mit viel Herz und Seele und einem herrlich lockeren Zungenschlag bedacht, wobei Spontanität und Witz gleichermaßen die Erzählung bestimmen wie Enttäuschung und Herzklopfen.

Neben der Aufmachung der Geschichte mochte ich besonders deren Botschaft: Wahre, berührende Freundschaft kann uns überall begegnen und wird von einer aufziehenden Sturmfront am Horizont auch nicht (sofort) erschüttert! Wichtige Werte wie Aufrichtigkeit, Hingabe und Vertrauen sind unabdingbar – ob on- oder offline.

Die allmählich aufbrausende Entwicklung der Handlung samt der emotionalen Zerrissenheit der zwei Charaktere, die durchaus einem Spiegelbild gleichaltriger Leser(innen) entsprechen, rückt das vermutet Unvermutete ins rechte Licht. Hinzu kommt die absolut zeitgemäße Sprachgewandtheit, welche sowohl die Drolligkeit der Gedanken als auch die Ernsthaftigkeit hinter den Anliegen zum Ausdruck bringt.

Ein durchweg kurzweiliges, spritziges Jugendbuch im modernen Gewand voller kontrastreicher Gefühle, warmherziger Worte und dem deutlichen Appell, gesunden Menschenverstand walten zu lassen.

F★ZIT: Leichtfüßig. Pfiffig. Entschlossen.

 

Samstag, 4. Mai 2013

[Neu im Regal] Das Klicken der virtuellen Welt

Seitdem ich Wind von diesem erfrischenden Jugendbuch bekommen habe, entflammte mein Interesse dafür. Wer hätte das gedacht? (rhetorische Frage). Daher bin ich nun umso gespannter auf Im Pyjama um halb vier, nachdem es mir als Geschenk ins Haus geflattert ist [DANKE!] und es nur noch darauf wartet, von mir geschnappt zu werden - ob nun im Pyjama oder um halb 4, das sei einmal dahingestellt.

Ich glaube jedenfalls bereits jetzt im Vorfeld, dass mich in der Tat ein paar sehr vergnügliche Stunden auf den (virtuellen) Spuren der beiden Hauptfiguren erwarten werden.

Montag, 22. April 2013

[Rezension] Goldmarie auf Wolke 7 (Gabriella Engelmann)

Gabriella Engelmann: Goldmarie auf Wolke 7

Ich mag Märchen UND ich mag Autoren, bei denen ich spüre, sie beziehen ihre Leser in ihre Arbeit unmittelbar ein. Gute Voraussetzungen sich diesem Buch von Gabriella Engelmann zu widmen? Definitiv!
Den begeisterten Einschätzungen zu diesem modernen Märchen konnte ich mich natürlich im Vorfeld nicht entziehen. Im Gegenteil, sie schürten meine Neugier.
Nun, nachdem ich förmlich durch dieses hübsche "Märchenbuch" geflogen bin, darf ich mit absoluter Sicherheit feststellen, ich mag Märcheninszenierungen, die durch Originalität und den Sinn für filigrane Ausgestaltung brillieren. Rundum gelungen und fabelhaft schimmernd!


~ Rezension ~

Mehr als nur ein Märchen ...

Mit der nahenden Weihnachtszeit scheint es das Jahr noch einmal gut zu meinen mit Marie Goldt. Durch Zufall bekommt sie einen Job im märchenhaften Laden Traumzeit, bei dem ihre von einer magischen Aura umgebene Chefin - liebevoll Frau Holle genannt - ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Außerdem trifft Marie auf den charismatischen Dylan, in dessen Gegenwart sie sich pudelwohl fühlt. Wenn da nur nicht diese ständigen Ohnmachtsanfälle, die Reibereien mit ihrer miesepetrigen Stiefschwester Lykke und die traurigen Gedanken an ihren verstorbenen Vater wären! Doch schon bald rotiert das Schicksalsrad ungewohnt schnell und katapultiert Marie und ihre Familie in ein anderes Hier und Jetzt.

Eine zauberhafte Neuinszenierung des Märchens Frau Holle ist Gabriella Engelmann mit Goldmarie auf Wolke 7 gelungen. Dabei schneiderte die Autorin ein himmlisches neues Gewand für die wohl bekannten Charaktere und passte diese mit Fingerspitzengefühl und Gespür für das Interesse der Zielgruppe in die moderne Großstadtkulisse Hamburgs ein.

Die jugendlichen Protagonisten - allen voran Marie und Lykke - bieten dem (jungen) Leserpublikum die Möglichkeit an lebensechten Sorgen, Entscheidungen, Sehnsüchten teilzuhaben. Hierzu gestaltete Gabriella Engelmann ihre Charaktere sehr markant und insbesondere recht gegensätzlich aus, wobei das Klassische einer Schwesterbeziehung stets nachzuvollziehen bleibt.
Für die wonnige Prise Magie und Stoff, aus dem Märchen gemacht sind, sorgen hier auf Erden Nives und als Märchenfiguren die Feenkönigin und ihre Priesterin in einer Welt, die an das Gute und Hoffnungsvolle glaubt.

Mir hat das Verflechten von "ganz normaler" Realität, traditionellem Märchenkult und schimmernder Neugestaltung wahrhaftig zugesagt. Scheinbar federleicht entführt die Autorin uns aus dem Trott des Alltäglichen und lädt ein, das Zauberhafte auch in unseren Gewohnheiten zu sehen.

Sehr gefühlsbetont und ohne großartige Umschweife wird die Geschichte im Wechsel aus den Perspektiven der Schwestern erzählt, wodurch die Handlung an Dynamik gewinnt. Sanftmütigkeit und Zielstrebigkeit werden an den Leser dann in den Passagen herangetragen, in welchen die Feenkönigin zum Zuge kommt. Das Potpourri der Erzähler verleiht der Geschichte Glanz und Strahlkraft und bereichert durch eine deutlich spürbare Entwicklung der Protagonisten.

Mit viel Esprit, Eigensinn und Energie verdeutlicht dieses (Jugend-) Buch auf sympathische und eingängige Weise, dass es sich lohnt nach Glück, Liebe und Zufriedenheit Ausschau zu halten, sich etwaigen Widrigkeiten zu stellen und sich hin und wieder vom Leben selbst überraschen zu lassen. Ein Märchen, das schweben lässt und dabei den Wert des Lebens - ohne moralisch zu erscheinen - unterstreicht.

FZIT: Charmant. Träumend. Pfiffig.