"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 20. September 2016

[Rezension] {♫♫} The Woman I Am (Kellie Pickler)

Kellie Pickler: The Woman I Am 

Zugegeben, in Deutschland ist Musik, die angehaucht oder gar geprägt von Countryschmiss ist, nicht unbedingt massenkompatibel. Eine Tatsache, die Nashville, die Wiege der Countrymusik, manchmal noch ein kleines Stückchen weiter in die Ferne rücken lässt ...

Wie gut, dass die musikalischen Werke von Künstlern wie Kellie Pickler nun dennoch nicht "aus der Welt" sind. Seit geraumer Zeit läuft bei mir in guter Regelmäßigkeit eben auch ein komplettes Album der Singer-Songwriterin rauf und runter. Und das gebe ich aus Überzeugung nicht mehr her. (It's a Little Bit Gypsy, and Buzzin' too.)


~ Rezension ~

Charisma à la Country

Vom gebrochenen Herzen, dem selbstbewusst und trinkfest getrotzt wird, über die Hommage an die resolute Urgroßmutter, Selma Drye, bis hin zu Liebeserklärungen für die Ewigkeit reicht das Repertoire, mit dem Kellie Pickler auf ihrem aktuellen Album glänzt. Damit bleibt sie nicht nur dem Genre der Countrymusik, sondern vor allem sich selbst treu. Denn sowohl die Texte als auch deren Interpretationen stecken voller Pickler'scher Persönlichkeit, die eben genauso übermütig wie nachdenklich und gleichermaßen witzig wie reflektiert ist.

Mit ihrem vierten Album The Woman I Am unterstreicht Kellie Pickler ihre Klasse als unverfälschte Countrystimme, die ihre Fans zu begeistern weiß.

Kellie Pickler ist eine Künstlerin, die Authentizität ausstrahlt. Countrymusik ist ihr Genre und das stellt sie mit diesem abwechslungsreichen Album unmissverständlich unter Beweis. Mal ausgelassen flippig, mal introvertiert und verletzlich zeigt sich die Sängerin. Eine Bandbreite, die sowohl künstlerisch als auch emotional überzeugt.

Unüberhörbar ist, dass Kellie Picklers Stimme wie die Faust aufs Auge zu ausgefeilten Countryklängen, die Explosivität und Bedächtigkeit vereinen, passt. Zweifellos markant. Ob freche kraftvolle Uptempo-Nummer oder weiche melancholische Ballade der ehemaligen American Idol Teilnehmerin steht alles hervorragend zu Gesicht. Erfrischend sympathisch und das mag ich. Sehr.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann, Kyle Jacobs, schrieb die Sängerin The Woman I am und Bonnie And Clyde. Zwei Lieder, die stellvertretend für die Vielfalt und Präsenz Kellie Picklers stehen. Denn neben Verspieltheit und Überschwang, zählen gleichsam das Verarbeiten von Enttäuschung und heilende Wunden zum Ich der Künstlerin. Und genau das bringt sie zum Ausdruck.

Keine Frage, das Album greift verstärkt den klassischen Grundtenor handgemachter Countrymusik auf. Unverkennbar. Und ebenjenes Gefühl ist es, was Kellie Pickler liebt und lebt und daher auch an ihre Fans weitergeben möchte. Eine Intention, die gelingt. Gleichzeitig fügt sie den zwölf Tracks zeitlos modernes Flair und, was noch viel bedeutsamer ist, Herz und Seele bei. 

In der Summe ein rundum gelungenes, dynamisches Musikalbum, das zum einen dem Image der Countryklänge im besten Nashville-Stil gerecht wird; und das zum anderen Kellie Pickler ungekünstelt porträtiert. Absolut empfehlenswert für Fans dieses Genres. Eine Zugabe muss unbedingt her!

FZIT: Elanvoll. Kernig. Echt. 


Freitag, 29. November 2013

[Rezension] {♫♫} Sugar & Salt (Lisa-Marie Fischer)

Lisa-Marie Fischer: Sugar & Salt 

Sie ist blond. Sie spielt Gitarre. Sie schreibt und singt Country-Folk-Lieder. Und sie ist NICHT Taylor Swift ...

Durch einen mehr oder weniger bedeutsamen und sehr glücklichen Zufall bin ich auf die Musik von Lisa-Marie Fischer gestoßen und war sofort mehr als angetan. Denn ich mag diesen Countrystyle — sowohl musikalisch als auch modisch. Noch begeisterter war ich folglich, als ich die passionierte Sängerin im Vorprogramm der "To The Roots Tour" von Tom Beck live erleben durfte. Richtig schön war's! Unbedingt mehr davon!

Im internationalen Geschäft prägen zuhauf preisgekrönte Musiker und Stimmen wie Lady Antebellum, Keith Urban, Dolly Parton und eben Taylor Swift dieses Genre des Country-Pops/Country-Folks. Weshalb also nicht auch dem hiesigen Publikum die Möglichkeit geben, ihren Musikgeschmack mit einer Prise Lebensgefühl à la John Wayne abzuschmecken? Eben.


~ Rezension ~

Eine Reise in die Weiten der musikalischen Prärie

Den besten Beweis dafür, dass die Zahl 13 eine Glückszahl ist, liefert dieses Musikalbum. Wenn mit diesem Coup nicht ein  um es mit einem gleichnamigen Titel des Albums zu unterlegen , Lucky Streak, also eine Glückssträhne, für die und von der Sängerin eingeläutet wurde? 
In bester Countrymanier zieht Lisa-Marie Fischer den musikalischen Colt und trifft bei Freunden gepflegter handgemachter Musik zielsicher ins Schwarze. Denn mit einer Bandbreite an angeschlagenen Emotionen und eingängigen Rhythmen wurde dieses wohlklingende Album, das in Zusammenarbeit mit echten Kennern und Könnern der Branche entstand und den Hörer zu einer Reise in den Wilden Westen einlädt, ausstaffiert.

Sugar & Salt  nannte die junge Singer-Songwriterin Lisa-Marie Fischer aus Marburg ihr zweites Album und beweist damit, dass es auch hierzulande Talente gibt, die dem Genre der Country-Folk-Musik gehörig Würze verleihen können. Zugegebenermaßen schlägt sie einen Ton an, der dem deutschen Musikmarkt (noch) nicht allzu vertraut scheint. 
Doch dank einer wunderbar markanten und weichen Stimme, aufrichtigen und gelegentlich verspielten Texten sowie Melodien, die Ohrwurmcharakter haben, verschafft sich Lisa-Marie Fischer Gehör wie eine Große.

Das Album prägt ein Potpourri aus gefühlsbetonten, zeitweilig bedächtig, zum Teil gar melancholisch wirkenden Ballanden und jugendlich-frechen Stücken gehüllt in ein unverhohlenes Nashville-Flair. Musik, die durch eine glorreiche Vielschichtigkeit anspricht. Und überzeugt. Denn der Sängerin gelingt es, mit einer sympathischen Bodenständigkeit Geschichten, die ein roter Faden durchzieht, zu erzählen. Es ist, als würde mit dem Hörer am Lagerfeuer ein Füllhorn an Anekdoten, untermalt von leichten Gitarrenklängen, geteilt.

Die sanfte und warme, bisweilen verträumte und zugleich ausdrucksstarke Stimme der Sängerin transportiert dabei Persönlichkeit und ein Gefühl von erfrischender Jugendlichkeit. Ein ausgewogener Gegenpol zur ausgeklügelten Musikalität und der tief verwurzelten Liebe zum Genre der Country-Musik.

Unterstrichen wird der charakteristische Countrystil durch die vielseitig eingesetzten instrumentalen Begleiter wie eben Gitarren und Banjo, Harmonika und Perkussioninstrumenten. Eine Harmonie zwischen Gesang und Instrumenten blüht auf und nimmt vollends ein.

Überaus faszinierend wirkt beim Hören der CD das Lebensgefühl auf mich, welches Lisa-Marie Fischer mit natürlicher Leichtigkeit weitergibt. Sie nimmt sozusagen unaufdringlich und gleichermaßen bestechend unwiderstehlich mit auf einen Besuch in den Saloon zu den rauen Cowboys. Oder in die Weite der Prärie, in der Träume wahr werden, Herzen brechen und sich Freiheiten erfüllen.

Sugar & Salt repräsentiert ein Gesamtpaket, dessen Arrangement stimmig und einladend, abwechslungsreich und mit Präzision aufwartend daherkommt. Mit Lisa-Marie Fischer meldet sich hier eine Sängerin zu Wort, die ohne Weiteres die deutsche Antwort auf eine im internationalen Business omnipräsente Taylor Swift sein könnte. Dabei jedoch ihren sehr eigenen Weg geht.

FZIT: Ausdrucksvoll. Einnehmend. Lebendig.




Als Vorgeschmack auf Sugar & Salt hier Done is Done: