"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}

Donnerstag, 30. Oktober 2014

[Buchpost] Über Tage, die alles verändern ...

Post aus dem Chicken House Verlag erreichte mich kürzlich. Dabei handelt es sich um #rausmitderdicken aus der Feder von Sophia Bennett. Ein Buch für die heranwachsende Generation, in dem der schmale Grat zwischen der Chance und dem Albtraum deines Lebens näher beleuchtet wird.
Dabei steht das Thema Cybermobbing in Kombination mit dem aufstrebenden Showbusiness in einem konkreten Fokus. Ein Gesamtpaket also, das durchaus auf offene Ohren fallen dürfte und sollte. Ich bin gespannt auf die Umsetzung! 

Außerdem trudelte ein Wolfs letzter Tag von Oliver Bantle (veröffentlicht im Tigerbaum Verlag) bei mir ein. Ein Werk, das den Titel Lebenskunst-Roman trägt und allein damit bereits eine gewisse Neugier weckt.


Dienstag, 28. Oktober 2014

[Rezension] Eigentlich Liebe (Anne Sonntag)

Anne Sonntag: Eigentlich Liebe 


Dass Anne Sonntag, die bis dato als Anne Freytag erfolgreiche Romane als Indie-Autorin unters lesefreudige Völkchen gebracht hat, nun Verlagsautorin ist, freut mich persönlich riesig. Denn ihre Geschichten müssen einfach von mehr und mehr Bücherwürmern vertilgt werden. Ihre Worte sind schlichtweg zu bekömmlich. So sehe ich das.
Danke schön, liebe Anne, für die herzliche Widmung, die mein Exemplar des Romans ziert! Schon allein die ist mehr als ein Strahlen wert. Ebenfalls möchte ich mich beim Piper Verlag bedanken, der mich im Rahmen einer einladenden Bloggeraktion mit einem Rezensionsexemplar bedacht hat.

Cover: Piper Verlag


~ Rezension ~

Ja. Nein. Vielleicht. Eigentlich!

Die Freundinnen Clara, Vero und Hanna sind zur Hochzeit ihres ehemaligen WG-Mitbewohners Hannes eingeladen. Doch aus dem rauschenden Fest, scheint ein Desaster zu werden. Dringende Deeskalation ist erforderlich! Denn Liebeskummer, Enttäuschung und schlechtes Gewissen sind nicht die besten Begleiter, um die Liebe zu feiern. Die Freundinnen beschließen nichtsdestotrotz, gute Miene zum (Versteck-) Spiel zu machen und sich nichts anmerken zu lassen. Dass dieser Plan jedoch zum Scheitern verurteilt ist, dafür sorgt das Schicksal in Form der Gästeliste höchstpersönlich. Denn plötzlich schäumen die Gefühle über wie der Inhalt einer gut geschüttelten Champagnerflasche. Allerdings folgt auf den Rausch nicht selten eine ernüchternde Übelkeit. Droht also bereits das nächste Herzschmerzchaos?

Anne Sonntags Eigentlich Liebe ist ein quicklebendiger Roman, dessen laut klopfende Herzschlagfrequenz sich unterhaltsam zwischen reizvoll und reizbar auf der emotionalen Richterskala einpendelt. 

Mit ihrem mal im siebten Himmel schwebenden, mal zu Tode betrübten Damentrio hat Anne Sonntag Protagonistinnen Leben eingehaucht, die ebenso gut dem einen oder anderen populären TV-Drama hätten entspringen können. Während Clara nach dem überraschenden Ende ihrer Beziehung gegen bodenloses Entsetzen ankämpft, sieht Hanna ihrem attraktiven und zu allem Überfluss verheirateten Nachbarn (zu) tief in die Augen und Vero wird gezwungen, sämtliche Prioritäten neu zu ordnen. Hinzu kommt ein verheißungsvolles Ensemble an männlichen Charakteren, das ein sich anbahnendes rosarot angehauchtes Liebeswirrwarr bilderbuchhaft komplettiert. 
Ein viel versprechendes Gesamtbild, das durchaus stimmig ist. Allerdings muss ich für mich persönlich anmerken, dass bis zum Ende hin eine stets präsente Distanz zwischen den Hauptfiguren, deren inneren Stimmen und mir gewahrt wurde, die Beständigkeit hat.

Obgleich die Idee hinter der Geschichte keinesfalls brandneu ist, besticht Anne Sonntag bei der Umsetzung ihres sehr eigenen Konzepts durch Akzente, die für Erfrischung sorgen. Das Zeitfenster der eingefangenen Handlung umfasst nur knapp eineinhalb Tage und der Autorin gelingt es, gerade dank ihres herrlich ungezwungenen Erzählstils, eine detailgeschmückte Dynamik zu kreieren, die ich sehr schätze. Der angeschlagene Ton reicht dabei von witzig über nachdenklich bis hin zu demonstrativ lasziv. Eine entscheidende Zutat des servierten Cocktails aus Entschlossenheit, Schockstarre und Wehmut ist obendrein ein ordentlicher Schuss knisternde Schlafzimmerfantasie.

Die Atmosphäre des Handlungsverlaufs entspricht der gewählten Kulisse und kommt dementsprechend mit opulenter Gefühlsbetontheit daher. Mal aufbrausend, mal angeheitert, mal leidenschaftlich, mal zwiegespalten. Geboten wird Spielraum für Was-wäre-wenn-Herzensangelegenheiten: bewährte Logik oder ekstatische Intuition?

Ein Blick auf die Rhetorik bestätigt (mir) einmal mehr, dass Anne Sonntag weiß, wie sie Bilder nicht mit Farbe und Pinsel, sondern mit Worten zu malen hat. Die Balance zwischen ausladender Bildhaftigkeit und spritziger Kurzweiligkeit gelingt ihr zweifelsohne. Gleichsam werden klassische Komponenten, ohne die ein hoffnungsloser Romantiker nicht kann, liebevoll mit realen Ecken und Kanten versehen, sodass auch hier das Ergebnis der Gleichung ein Genuss ist.

Leser dieses Romans werden Zeugen einer quirligen Novemberhochzeit voller flirrender Frühlingsgefühle. Das Ja-Wort avanciert schlichtweg zur hübschen Nebensache, während sich das Nein-Vielleicht-Eigentlich-Roulette im Herbstwind dreht. 

FZIT: Anziehend. Aufbäumend. Ausziehend.


Sonntag, 26. Oktober 2014

Donnerstag, 23. Oktober 2014

[Rezension] Der Junge muss an die frische Luft (Hape Kerkeling)

Hape Kerkeling: Der Junge muss an die frische Luft 

Für mich gehört Hape Kerkeling zu den besten Unterhaltungskünstlern, die das Land der Dichter und Denker mit Einfallsreichtum, Niveau und Glaubwürdigkeit zum Lachen, aber eben auch zum Innehalten und Nachdenken bringen.
Mit seinem neusten Buch blickt der bescheidene Ausnahmekünstler auf seine behütete, teilweise grotesk schimmernde und vor allem aber ebenso leidgeprüfte Kindheit zurück. Emotionen, die ihn maßgeblich prägten, an der Seite von Menschen, für die er sich nicht aufgeben wollte.

Ein Buch, das ermutigt, mutig zu sein!

Ein Dank an dieser Stelle dem Piper Verlag für das zur Verfügung gestellte und nun wohl gehütete Rezensionsexemplar!

Cover: Piper Verlag


~ Rezension ~

Wenn das Leben weint, bringe es zum Lachen!

Er, Hape Kerkeling, gehört zu den humorvollsten, schlagfertigsten und wandlungsfähigsten Entertainern unseres Landes. Kein Wunder, sind ihm der Sinn für Originalität und ein knuddeliges Erscheinungsbild in die Wiege gelegt worden. Und dann wiederum ist es doch ein Wunder, dass Hape Kerkeling, solange er denken kann, seine Mitmenschen aufs Beste zu unterhalten weiß. Denn als er acht Jahre alt ist, endet seine Kindheit von heute auf morgen, als seine einst lebenslustige Mutter nach langem Leidensweg nur noch ihren Freitod als Erlösung sieht. Eine Radikalität des Schicksals, an der Hape Kerkeling zu zerbrechen droht. Ein freier Fall beginnt, dessen unerbittlicher Aufprall vor allem durch ihm beherzt zur Seite stehende Großeltern und ein unerschütterliches Vertrauen in die komische Seite des Lebens verhindert wird.

Wie viel Herz und Schmerz in Hape Kerkelings autobiografischem Werk Der Junge muss an die frische Luft stecken, ist in jedem einzelnen Kapitel überdeutlich spürbar. Der Leser verliert sich mit einem weinenden und einem lachenden Auge in dieser aufrichtigen Lebensgeschichte.

Nach einer steilen und von seiner Großmutter bereits in jüngsten Kindertagen prophezeiten Karriere als Unterhaltungskünstler offenbart Hape Kerkeling nun ein Kapitel seines Lebens, das dunkler kaum hätte sein können. Doch bei all der Endgültigkeit, vor die ihn der frühe Tod seiner Mutter stellte, beweist er zugleich, dass das Tal der bitteren Tränen ihn zu dem positiven, dankbaren und expeditionsfreudigen Menschen gemacht hat, den eine ganze Nation zu schätzen weiß.

Bei all der traumatischen Dramatik, die der Autor nach über vier Jahrzehnten entschlossen beleuchtet, glänzt seine Erzählung dennoch durch piekfeine Pointen, galgenhumorige Momente und fantasievollen Scharfsinn. Während des Lesens entsteht auf diesem Wege eine Atmosphäre, die nach allen Regeln der Kunst mitfühlen lässt. Gerade die Mischung aus drolliger Bildhaftigkeit und tiefstem Seelenschmerz macht das Buch für mich zu einem unmissverständlichen Symbol persönlicher Willenskraft, Stärke und Wahrhaftigkeit.

Hape Kerkeling lädt den Leser gewohnt gewitzt und ungewohnt offen ein, sich zu ihm und seiner herzlich-resoluten und nicht minder liebenswert eigenwilligen Familie zu gesellen. Der Weg vom kleinen, mondgesichtigen Jungen aus dem Ruhrpott mit einer Vorliebe für Schokoladenpudding und einer unnachahmlich akkuraten Beobachtungsgabe hin zu einem der beliebtesten Entertainer der Gegenwart verläuft dabei alles andere als einwandfrei geradlinig. Unumwunden stellt Hape Kerkeling das heraus.

Indem der Autor sein Innerstes nach außen kehrt, macht er Mut. Offen spricht er darüber, wie sehr ihn die Hilflosigkeit an der Seite seiner kranken Mama als Kind überfordert hat. Doch ebenso waren das die ersten Momente, in denen er über sich hinausgewachsen ist, denn nichts wollte er sehnlicher, als seiner Mama ein Lächeln zu schenken. Jene Zeit war auch die Geburtsstunde seines bis heute überzeugenden Improvisationstalents und dem Feingefühl für witzige Absurdität.

Hape Kerkeling hat, obwohl ihn das Trauma seiner Kindheit niemals wirklich losgelassen hat, die Liebe zum Leben nie verloren. Beinahe mutet es an, als hätte er aus der Not eine Tugend gemacht. Doch vielmehr hat das schmerzliche Leid sein kreatives, bereits seit dem Kleinkindalter vorhandenes Talent nur noch stärker gefördert. Denn eine immense Entschlossenheit sollte auch eine schier überwältigend wirkende Tragik überdauern. Ein Resümee, mit dem Hape Kerkeling jeden Einzelnen von uns ermutigt, das Leben mit all seinen Facetten als Geschenk zu sehen.

FZIT: Bittersüß. Gefühlsbetont. Vorbildhaft.


Dienstag, 21. Oktober 2014

[Live-Erlebnis] Die Renaissance des Verfallenen


Ein klein wenig kam zu diesem feierlichen Anlass ein Lieblingsgefühle-Gefühl auf. Nicht, weil mein erster Besuch einer Vernissage sich womöglich so gestaltete wie es Autorin Adriana Popescu in ihrem Roman für ihre Protagonistin Layla vorgesehen hat, sondern vielmehr aus symbolhafteren positiven Nuancen, die dieses Erlebnis färbten und die eben auch im Buch lebhaft ausgeleuchtet werden.

Doch wovon spreche ich nun genau?

Davon, dass die abenteuerlustige und sich aus gegebenen Interesse gern auf "Abwegen" befindliche Fotografin Claudia Günther Freunde der Fotografie nun zur offiziellen Vernissage ihrer Vergessenes-Ausstellung lud. Seit Sommer 2014 (und bis Ende des Jahres) schmückt eine fein getroffene Auswahl ihrer Bilder den Gastraum des Jelänger Jelieber in Berlin. 

Selbst vor Ort sein zu dürfen und die ausgelassene, freundschaftliche Atmosphäre an diesem doch nicht gewöhnlichen Abend miterleben zu können, war nicht nur für mich, sondern wohl für all die Anwesenden ein illusteres Erlebnis. Eine Mischung auf Aufregung und Vorfreude, Gespanntheit und Faszination lag in der Luft.

Nachdem ich bereits das Vergnügen hatte, in einem Kreativplausch mit Claudia ein klein wenig über ihre Berufung zu erfahren, war es nun noch einmal das Tüpfelchen auf dem i, ihre Fotos gerahmt und wohl arrangiert an den Wänden zu sehen. Dabei fällt sofort auch wieder auf: Hier weiß jemand, was es heißt, Erinnerungen plastisch in die Gegenwart zu transportieren. Nicht nur sprechen die Bilder eine eigene Sprache, sondern ihnen wurde in jeder Hinsicht ein stilechter Rahmen verliehen. Denn jedes der Fotos findet in einem handgefertigten Holzbilderrahmen wieder, welcher die Rustikalität seiner Inhalte gleichermaßen widerspiegelt wie dessen Originalität. 

An der Seite der Fotografin hatten die Gäste der Vernissage die Möglichkeit, Orte — sogenannte Lost Places — zu entdecken, deren Reiz eine allmählich in sich zerfallende Vergangenheit ausmacht.

Die Ambition der Fotografin, ebenjene geheimnisvollen Zeitzeugen der (Bau-) Geschichte in ein besonderes Licht zu stellen, wurde, nach einem kleinen Sektempfang der Gäste, auch in der Ansprache des Abends durch Jennifer Usadel unterstrichen. Ergänzt wurde der offizielle Programmteil der Vernissage durch musikalische Untermalung Eileen Rosners auf dem Piano und durch eine kleine Lesung aus Johannes Groschupfs Lost Places. Ein Jugendroman, aus dem ich lesen durfte und dessen Kulissen sich zu Teilen in den Bildern, die uns umgaben, nahezu perfekt wiedergefunden haben.

Insgesamt also ein entspannter Abend, der die Begeisterung Claudia Günthers, das Gewöhnliche zum Außergewöhnlichen zu machen, für Familie, Freunde und Fotografieinteressierte miterleben ließ.


Sonntag, 19. Oktober 2014

Donnerstag, 16. Oktober 2014

[Buchpost] Welchen Wochentag lie(b)st du?

Es ist so weit! Und ich bin sehr gespannt.

Anne Sonntags Roman Eigentlich Liebe ist im handlichen Buchformat beim Piper Verlag erschienen. Bislang konnte mich die Autorin mit dem Erzählstil ihrer Anne-Freytag- und Ally-Taylor-Geschichten absprechen und für sich gewinnen.

Nun werde ich mich also ins teils feierliche, teils tragische Herzensgewühl einer anstehenden Hochzeitsfeier werfen. Hanna, Clara und Vero sitzen mit einem schrägen Grinsen, Taschentüchern und Sektflöten im Wohnzimmer. Das wird was geben. Ich ziehe mich besser mal warm an ...