"Wer bereits als Kind die Welt zwischen den Zeilen für sich entdeckt, geht auch später gern als Abenteurer durchs Leben." {Creativity First}
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Dienstag, 23. September 2014

[Rezension] Feinde der Zeit (Julie Cross)

Julie Cross: Feinde der Zeit

Nach dem andeutungsvollen ersten Teil  der Zeitreise-Trilogie war die logische Schlussfolgerung, mich auch der Fortsetzung zu widmen. Dieses Mal sollte sich der Wettlauf gegen die Zeit und um die Rettung der Zeit um einiges zuspitzen ... Neue Einblicke werden gegeben, aber ebenso werden neue Unklarheiten gestiftet. Es deutet alles auf ein Wimpernschlagfinale hin ...


~ Rezension ~

Die Macht über den Lauf der Zeit

Nachdem Jackson eine ihm das Herz brechende Entscheidung getroffen hat, springt er kopfüber in die Ausbildung als CIA-Agent für Tempest. Während der Monate, in denen das Erlernen und Beherrschen seiner Fähigkeiten an erster Stelle stehen, hat Jackson sein Leben halbwegs gut im Griff. Doch kaum werden er und die anderen Agenten in die Realität entlassen, erschüttern unabsehbares Unheil und undurchdringliche Geheimnisse sein Weltbild erneut. Dann begegnet Jackson eines Tages Holly, seiner zurückgelassenen großen Liebe, wieder. Ist diese nun Freund oder Feind? Jackson hat ein mulmiges Gefühl. Und schlagartig lastet eine enorme Verantwortung auf seinen Schultern, die er glaubt, nur mit der Hilfe von Kendrick und Stewart, seinen mittlerweile einzigen Vertrauten, bewältigen zu können. Muss er eines Besseren belehrt werden?

Bei Feinde der Zeit von Julie Cross handelt es sich um den zweiten Band einer abenteuerlichen und intensiven Reise durch Raum und Zeit, die als Trilogie konzipiert ist.

Die Charaktere, allen voran Protagonist Jackson, wachsen weiterhin an den teilweise übermenschlichen Aufgaben und Verantwortungen, die ihnen gestellt werden. Dabei wirft die Autorin sie in neue unglaubliche Strudel aus Bedrohung, Intrigen und Überwältigung. Unverkennbare Merkmale bilden abermals der gesteigerte Anteil an explosiver Action sowie die zwischenmenschlichen Werte wie Loyalität, Vertrauen und Freundschaft. Hierbei gefiel mir persönlich besonders die stete, wenngleich auf Proben gestellte Annäherung zwischen Jackson, Kendrick und Stewart. Diese entwickelt sich anfangs aus der Not heraus, wird allerdings rasch zu einer unverzichtbaren Konstante, die alle Zeit(en) zu überdauern imstande ist.

Julie Cross verwebt komplexe Handlungsstränge miteinander, welche durchaus die gesamte Aufmerksamkeit der Leser fordern. Reichlich ausgefeilte Zeitsprünge und ein Bataillon an Feinden der Zeit machen Jackson das Leben schwer und verwirren ihn. Ein ähnliches Gefühl stellte sich an mancher Stelle beim Lesen ebenfalls ein. Was zum einen die Atmosphäre des Buchs lebhaft transportiert und zum anderen konzentriertes Reflektieren der Handlung bedarf.

Die Mehrschichtigkeit, mit welcher dieser Fantasyroman bedacht wurde, spricht für sich. Die dargestellten Szenarien und angedeuteten Eventualitäten absorbieren das (noch) undurchschaubare Kreiseln an der Seite der Figuren. Wer welche Rolle tatsächlich verkörpert, bleibt oftmals nicht gänzlich geklärt und stützt somit den Spannungsbogen für den Showdown in Band drei.

Besonders angenehm empfand ich, dass in all dem pompös arrangierten Chaos auch die leisen Töne nicht ungehört bleiben. Fassaden bröckeln und einzelne, gelegentlich unerwartete Emotionen werden herausgestellt. Auch die Betonung von Freundschaft und Zusammenhalt findet immer wieder Eingang in den Handlungsverlauf.

Insgesamt ein Roman, der an seinen Vorgänger anknüpft, dabei jedoch für eine wachsende Tiefenschärfe sorgt. Viel Unerklärliches wird sprudelnd ausgestaltet und offene Fragen bieten Raum zur Entfaltung in der Fortsetzung.

FZIT: Schmetternd. Rätselhaft. Offen.


Montag, 28. Juli 2014

[Rezension] Sturz in die Zeit (Julie Cross)

Julie Cross: Sturz in die Zeit 

Als mir als Fan des einen oder anderen gepflegten Fantasyabenteuers der erste Band der Zeitreise-Reihe aus der Feder von Julie Cross in die Hände fiel, war ich guter Dinge.
Nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich sagen, dass es sich um eine Geschichte handelt, deren temporeiche Dynamik auweckt, sprich ohne Netz und doppelten Boden in die Zeit stürzen lässt. Inwieweit der Aufprall durch anderweitige Fähigkeiten eines sich in der Ausbildung befindlichen Agenten abgefedert werden kann, bleibt offen bzw. liegt bei jedem Leser selbst ...


~ Rezension ~

Das Pendel zwischen Raum und Zeit

Als Jackson Meyer eines Tages eine Entdeckung macht, die unglaublich scheint, ändert sich sein gesamtes Leben. Denn seine Fähigkeit durch die Zeit zu reisen, stellt nicht nur den Teenager, sondern auch die Beziehung zu seiner Freundin Holly und seinem Dad auf eine herbe Probe. Plötzlich lauern überall Risiken und Gefahren. Das Risiko, enttarnt zu werden. Die Gefahr, in einer fremden Dimension stecken zu bleiben. Als dann ein Attentat auf Holly verübt wird, blickt Jackson einer mächtigen Entscheidung ins Gesicht. Er hofft, damit die Bedrohung abwenden zu können. Allerdings muss es dafür schmerzhaften Erinnerungen noch einmal durchleben und bittere Wahrheiten akzeptieren. Wird er daran wachsen oder zerbrechen?

Mit Sturz in die Zeit verfasste Autorin Julie Cross den ersten Teil ihrer Zeitreise-Trilogie, die nicht nur feine Fantasyfacetten aufgreift, sondern ebenso einen lebhaften "Was wäre, wenn Zeitreisen  tatsächlich möglich wäre"-Gedanken weckt.

Reichlich Zeitsprünge — nicht selten im Kapiteltakt — sorgen für den gebührenden Rahmen des Abenteuers, in welches sich Protagonist Jackson ungeahnt begibt. Die Achterbahn der Gefühle, die er durchlebt, wirkt rundum greifbar. Eine Hin- und Hergerissenheit zwischen Neugier und Unglaube, Überwältigung und Entsetzen wird geschaffen, die durchaus auf den Leser überspringt. 
Doch auch das Jackson zur Seite gestellte Figurenensemble tut sein Übriges, um die unterschiedlichsten Rollenbilder auszufüllen. Beste Voraussetzungen für den geheimnisvollen und gleichermaßen grenzüberschreitenden Wettlauf zwischen dem als solches definierten Gut und den mächtigen unbekannten Größen.

Als mehr als ansprechend wirkten sämtliche Details der von Julie Cross kreierten Welt auf mich. Insbesondere die stellenweise hohe Emotionalität und die nett dosierte Nuance jugendlicher Unbefangenheit, die sich gut ergänzen, mochte ich. Denn manchmal wird der Wunsch nach Normalität zum Nonplusultra, das heilsam erscheint. Nichtsdestotrotz lebt das Buch von reichhaltig Action und Schnelllebigkeit. Hinzu kommt eine Vielzahl an Gedanken- und Handlungsentwicklungen, die nicht immer auf den ersten Blick zu erfassen sind. So mein Eindruck.
Es werden zahlreiche Fragen aufgeworfen. Einige davon werden beantwortet, andere bleiben (vorerst) zwischen Zeit und Raum oder gar in einer anderen Zeitleiste hängen. Ein Fundament, das genügend Zündstoff für die Nachfolgebände liefert.

Stilistisch entspricht dieser Fantasyroman dem Genre — und damit seinen Protagonisten und Lesern. Ergänzend kommt ein Bataillon an spezifischen Feinheiten hinzu, welche reale Begebenheiten und Institutionen den Touch eines Fantasyprofils verleihen. Die Organisation der CIA ist weder im realen Leben noch im Roman ein leicht zu durchdringendes Konstrukt.

Insgesamt der Auftakt einer Buchreihe, deren besonderer Reiz darin liegt, dass die Handlungsstränge nicht nur nicht vorhersehbar sind, weil der Einfalssreichtum der Autorin zugrunde liegt, sondern vor allem auch, weil die Dimension von Raum und Zeit neu und mit dynamischen Blickwinkeln versehen betrachtet wird.

FZIT: Ungebremst. Grenzenlos. Unberechenbar.